Wirtschaftsinformatik in der Praxis

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Wirtschaftsinformatik in der Lehre – Teil 1

Willkommen bei meinen Blogeinträgen.

Mein Name ist Dennis und ich möchte euch einen Einblick in meine Tätigkeit am Lehrstuhl für Decision Support geben. Zunächst einmal ein paar Worte zu meiner Person. Ich studiere im vierten Semester den Masterstudiengang Wirtschaftsinformatik. Meinen Bachelor in Wirtschaftsinformatik habe ich ebenfalls in Braunschweig an der TU gemacht. Auf Grund guter Leistungen im Bachelorstudium in den Klausuren „Business Intelligence“ und „Enterprise-Ressource-Planning“ wurde ich am Lehrstuhl angestellt, um die Rechnerübungen „SAP BI“ und „SAP ERP“  für die besagten Veranstaltungen zu unterstützen.  Diese Übungen habe ich über die letzten 1,5 Jahre mit zwei weiteren Studenten betreut. Der Inhalt der Übungen umfasste die Bearbeitung von themenspezifischen Fallstudien, die mittels Softwareprodukten von SAP verwendet wurden.

SAP befasst sich im Allgemeinen mit der Entwicklung von Software zur Bearbeitung der unterschiedlichen Prozesse die innerhalb eines Unternehmens entstehen. Die Übungen verwendeten die speziellen Softwarepakete „SAP ERP“ und „SAP BW“ (Business Warehouse). Jetzt mag es sein, dass die Frage aufkommt was die Lehre mit Wirtschaftsinformatik in der Praxis zu tun hat. Natürlich kommt den meisten Personen als erstes die Verwendung dieser Thematik in der Wirtschaft in den Sinn, doch ist es nicht das einzige Anwendungsgebiet. Die Lehre, besonders die universitäre wie ich sie hier beschreibe, ist ein Bereich der sehr essentiell ist, um dieses Wissen der Wirtschaftsinformatik zu vermitteln und weiter zu erforschen.

Die Übungen selbst sollten den Studierenden einen Einblick in die Praxis geben und sie erste Erfahrungen mit der Software von SAP sammeln lassen. Zu meinen Aufgaben gehörten die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Übungen. Diese Aufgaben möchte ich euch im nächsten Blogeintrag vorstellen und dabei auf den lehrenden und technischen Aspekt der Tätigkeit eingehen.

Ich hoffe ich konnte damit schon mal euer Interesse für diese Thematik und die folgenden Blogeinträge wecken.


Teil 3 – Fazit des Praktikums bei VW

Die praktische Umsetzung der im Studium erworbenen Kenntnisse ist eins der wesentlichen Ziele meines Praktikums gewesen und war deswegen auch meine größte Erwartung an mein Praktikum. Welche Module des Studiums in meinem Büroalltag Anwendung fanden und welche weniger relevant waren, möchte ich im Folgenden erläutern.

Als großen Asset sehe ich meine Schwerpunktmodule: CRM-Prozesse, -Systeme und vertiefende Themen des CRMs. Sie halfen mir die Philosophie unserer Abteilung zu verstehen. Ich kannte bereits die Grundsäulen im CRM und die verschiedenen Prozesse, die es in CRM-Systemen typischerweise gab. Auch die Relevanz von Digitalisierung und der Informationsflut an Daten musste mir nicht erklärt werden. Durch die mir eingeprägte kundenorientierte Denkweise konnte ich in Meetings kluge Aspekte einbringen und verstand mich mit dem zuständigen Fachbereich des Vertriebs und Marketings sehr gut.

Auch das Modul „Projektmanagement“ war von hoher Relevanz für mich. Die Verantwortlichkeiten für die jeweiligen Arbeitspakete konnte ich erstellen, sowie ein Organigramm, eine Meilensteinplanung und einen wöchentlichen Statusbericht, den ich mit einem Ampel-System stets pflegte. Auch das Budget habe ich überwacht und eingehende Dienstleistungsvereinbarungen direkt berücksichtigt. Des Weiteren hat die Abteilung im Rahmen der Neuausrichtung die agile Arbeitsmethode „Scrum“ eingeführt, über das ich im Studium leider keinen Einblick erhalten habe. Im Bereich Software Engineering hätte ich mir daher gewünscht, dass mehr auf agile Methoden eingegangen worden wäre.

Ich habe während des Praktikums gemerkt, dass Volkswagen-Mitarbeiter eine eigene Art der Familie sind. Als Praktikant wird man gut aufgenommen und gleichberechtigt behandelt, was mir sehr gut gefallen hat. Sogar an abteilungsinternen Workshops durfte ich ebenfalls teilnehmen. Ein Workshop ist mir sehr gut in Erinnerung geblieben: Der zweitägige Scrum-Workshop. Es ist bei weitem nicht selbstverständlich, dass Praktikanten an solchen Gelegenheiten teilnehmen dürfen und ich bin VW über diese Gelegenheit der Weiterbildung dankbar.

So vollkommen eingebunden hat man die Chance an seinen Herausforderungen zu wachsen. Allerdings habe ich mich oft in Situationen einarbeiten müssen, von denen niemand in der Abteilung die Prozessabläufe kannte oder habe Aufgaben übernehmen müssen, welche meine Befugnisse eventuell überstiegen.

Abschließend lässt sich sagen, dass ich sechs spannende und lehrreiche Monate in der IT der Volkswagen AG hatte. Mein Studium war hierfür eine gute Basis, um mir das benötigte Wissen anzueignen. Die theoretischen Ansätze habe ich dann praktisch im Zusammenspiel von Wirtschaft und Informatik erleben dürfen. Außerdem hatte ich die Möglichkeit in der Zeit viele berufliche Kontakte zu knüpfen, die mir sicherlich in meiner weiteren beruflichen Zukunft von Vorteil sein können. Besonders der tägliche Umgang mit verschiedenen Hierarchieebenen und externen Mitarbeitern hat mir geholfen, meine Kommunikationsfähigkeit zu verbessern und mein selbstbewusstes Auftreten zu stärken. Das Praktikum war somit eine wichtige Erfahrung für mich, in der ich vieles gelernt habe.


Teil 2 – Projektplanung bei VW

Der Kern meiner Tätigkeiten spielte sich im „Car-Net“ CRM-Projekt ab. Diese App gehört nicht zum Konzern, sondern der Marke VW PKW, die dieses Projekt ins Leben rief, um ihre App durch ein CRM-Tool zu erweitern. Die Marke stellte die fachliche Projektführung dar und übergab uns die entsprechenden fachlichen Anforderungen und das Budget. Durch die Einführung des CRM-Tools sollten unter anderem Mailkampagnen optimal durchgeführt werden können. Die Evaluation der CRM-Systeme fand bereits statt bevor ich mein Praktikum antrat, wodurch ich in der eigentlichen Einführungsphase dabei sein konnte.

Mir kam hierbei die Aufgabe zuteil, die Projektplanung aufzustellen. Ich erstellte erste Versionen von einem Organigramm, einer Meilensteinplanung, Arbeitspaketbeschreibungen und einer Kostenübersicht. Diese Planung gefiel der Projektleiterin aus der VW PKW Marke so sehr, dass sie mich direkt damit beauftragte, auch einen Statusbericht in PowerPoint anzufertigen, der jede Woche aktualisiert werden sollte. Jede „Partei“ des Projektes erhielt eine Folie, auf der sie erreichte Ergebnisse, offene Punkte und nächste Schritte aufzeigen sollte. Auch eine Risikotabelle wurde erstellt, falls Arbeitspakete zeitlich kritisch waren. Seitdem war das Einsammeln der Folien und das Aufbereiten in einen Gesamtstatus eine kontinuierliche Arbeit für mich geworden.

Zudem bestand ein wesentlicher Teil meiner Projektarbeit darin zu prüfen, welche Freigaben bis zum Go-Live Termin benötigt wurden. Eine Freigabe wurde zum Beispiel von der IT Security benötigt, damit das System im Rechenzentrum installiert werden durfte. Um die Freigabe zu erlangen, sollte ein Fragenkatalog zum System ausgefüllt werden, der dann in einer Sicherheitsberatung gemeinsam evaluiert werden sollte. Ich wurde mit der Aufgabe betraut gemeinsam mit dem System-Architekten den Katalog auszufüllen. Die Fragen handelten unter anderem von der Authentifizierung, Verschlüsselung und der Zugriffsart der Software. An der anschließenden Sicherheitsberatung durfte ich ebenfalls teilnehmen. Es erfolgte weiterhin eine Einstufung der Daten. Sämtliche Daten unterliegen einer Kategorisierung in vier Stufen: öffentlich, intern, vertraulich und geheim. Je nach Stufe werden unterschiedliche Schutzmechanismen vorgeschrieben. Der Datenschutz spielte im Allgemeinen eine große Rolle in diesem Projekt, weil auch Daten von anderen Datenbanken genutzt werden sollten, die ebenfalls ihren eigenen Richtlinien unterlagen.

Zuletzt habe ich mich auch mit dem externen Zugriff der Administratoren vom CRM-Tool auf die internen VW Servern gekümmert. Eine Reihe von Zugriffsberechtigungen wurden dadurch nötig, deren Beantragung ich organisiert habe. Welche Berechtigungen genau beschafft werden mussten, fand ich erst während des Prozesses heraus. In einem so großen Konzern war es durchaus alltäglich, dass man sich durchfragen muss, um gewisse Dinge zu erfahren.


Teil 1 – Customer Relationship Management bei VW

Hallo Leser,

ich studiere aktuell im 2. Mastersemester Wirtschaftsinformatik und habe mein Bachelorstudium an der Hochschule Hannover absolviert. Daher können einige Erfahrungen und Vergleiche zu Modulen vom Studium an der TU Braunschweig abweichen. Dennoch würde ich Dir gerne ein wenig mehr über mein Praktikum bei der Volkswagen AG erzählen.

 

Ich hatte mich speziell für ein Praktikum bei der Volkswagen AG entschieden, da ich einen Einblick in ein weltweit tätiges Unternehmen bekommen wollte. Zudem wurde ein/e Praktikant/in im Bereich des Customer Relationship Managements (CRM) gesucht, was mein Schwerpunkt im Bachelorstudium darstellte. Ich war gespannt, wie die theoretischen Konzepte des Studiums im beruflichen Alltag umgesetzt werden und welche Rolle diese in einem der weltweit größten Automobilunternehmen einnehmen. Besonders interessant fand ich auch die Tatsache, dass die Konzern-IT, in der ich tätig war, IT-Projekte durchführt und es sich nicht um ein typisches „Alltagsgeschäft“ handelt. Dadurch habe ich mir erhofft in einer bestimmten Phase eines Projektes hinzuzustoßen und diese möglicherweise von Anfang bis Ende begleiten und unterstützen zu können.

Die Konzern-IT entwickelt und betreibt Technologien für sämtliche Marken, Gesellschaften und Fachbereiche des Konzerns, auf die Millionen von Nutzern täglich zugreifen. Dementsprechend ist die Konzern-IT in zahlreiche Abteilungen und Unterabteilungen gegliedert. VW allgemein bietet eine Vielfalt an Einsatzbereichen an, sodass keine Abteilung mit einer anderen vergleichbar wäre. Jedoch sollte man über gute Englischkenntnisse verfügen, da viele Meetings oder Telefonkonferenzen auf Englisch gehalten werden.

 

Während des Praktikums habe ich tatsächlich an einem Projekt für die mobile „Car-Net“-App arbeiten dürfen. Im zweiten Artikel werde ich genauer auf das „Car-Net“-Projekt eingehen.

Zusätzlich fiel mir das Einpflegen eines neuen CRM-Programms in eine Dokumentationssoftware zu, da Unternehmen rechtlich gesehen ihre IT-Landschaft dokumentiert halten müssen. Nebenbei fielen natürlich auch alltägliche Praktikanten-Aufgaben an. Zum Beispiel habe ich neue Nutzer in eine digitale Arbeitsumgebung hinzugefügt und alte gelöscht. Protokolle schreiben, Maschinennummern der geleasten Hardware prüfen und austauschen, gehörten aber ebenso dazu wie Termine für meinen Vorgesetzten erstellen oder Meetings vorbereiten. Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass der Alltag sehr abwechslungsreich war.


Teil 3 – IT Service Management bei der TÜV NORD Service GmbH

An dieser Stelle möchte ich meinen dritten und letzten Beitrag über meine Studententätigkeit im Bereich des IT Service Management der TÜV NORD Service GmbH schreiben. Ich möchte hierbei einen kurzen Rückblick über meine bisherige Zeit geben. Vor allem möchte ich hervorheben, welche Sachen ich besonders interessant und hilfreich fand und was ich dabei lernen konnte.

Das IT Service Management Framework ITIL kannte ich vor meiner Studententätigkeit nur sehr flüchtig aus einer kurzen Erwähnung in einer Vorlesung. Es war sehr aufschlussreich, den Einsatz von ITIL in einem großen Unternehmen in der Praxis erfahren zu können und in diesem Bereich tätig zu sein. Das Management aller eingesetzten und angebotenen IT Services in großen Unternehmen ist außerordentlich vielschichtig und komplex. Dafür bedarf es einer grundlegenden und systematischen Strategie. Eine systematische Begegnung dieser Herausforderungen ist der Einsatz der Best Practices gemäß ITIL. Ich bin daher sehr froh, ITIL so intensiv kennengelernt zu haben und möchte auch weiterhin in diesem Bereich tätig sein. Daher bin ich im Moment auf der Suche nach einem passenden Thema in diesem Bereich für meine anstehende Masterarbeit.

Des Weiteren hat mir meine Tätigkeit als praktische Ergänzung zur theoretischen Vorlesung „Organisation“ von Prof. von der Oelsnitz gedient. So konnte ich die Herausforderungen der Matrix-Organisationsstruktur in der Praxis erleben und zugleich einen geeigneten Umgang damit kennenlernen. Konkret war diese Matrixstruktur dadurch gegeben, dass die fachliche Struktur des IT Service Management häufig von der klassischen disziplinarischen Struktur (Abteilungen, Gruppen) abweicht. Ein weiteres Thema der Vorlesung war das Change-Management. Die Ausweitung des IT Service Management erfordert selbstverständlich weitreichende und unternehmensweite Veränderungen mit allen damit verbundenen Schwierigkeiten und ggf. auch Konflikten. Den Umgang dazu in der Praxis erleben zu können und diesen Umgang mit den zuvor theoretisch erlernten Konstrukten vergleichen zu können, fand ich sehr interessant und aufschlussreich.

Abschließend möchte ich erneut eine klare Empfehlung für einen „studiengangsnahen“ Nebenjob aussprechen. Es ist sehr interessant, die theoretischen Erkenntnisse aus den Vorlesungen im praktischen Einsatz zu erleben. Außerdem kann man erfahren, wie gefragt man mit seinem neuen „frischen“ Wissen von der Uni ist und dass man nach Abschluss des Studiums vieles erreichen kann. Ganz nebenbei bekommt man natürlich viele allgemein sehr interessante Einblicke in die bevorstehende Berufszeit. Dazu zählen erste Eindrücke und Erfahrungen zu Meetings, dem klassischen Tagesablauf, Konflikten, seinen Vorgesetzten und vieles weiteres, das einem später auch begegnen wird. Außerdem bietet sich häufiger als gedacht eine Möglichkeit zum Schreiben einer Abschlussarbeit im Unternehmen und sicherlich soll es auch schon vorgekommen sein, anschließend dort eine Beschäftigung zu finden… 😉


3/3 – Was passiert eigentlich, wenn die IT ausfällt?

Als Ergebnis der Business Impact Analyse ist ein Bericht entstanden, der die Daten für alle 9 Prozesse umfasst hat. Zu jedem Prozess wurden auch Materialien aufgenommen, die sowohl im Not- als auch im Normalbetrieb benötigt werden. Alle diese Informationen sind schließlich in den Bericht mit eingeflossen. Außerdem wurde auch ein Ranking der kritischsten Prozesse erstellt, sowie der Bedarf an Notfallarbeitsplätzen ermittelt und im Bericht dokumentiert. Zu Ende des Berichts wurden auch Handlungsmaßnahmen sowie nächste Schritte für das anknüpfende Risikomanagement dargestellt.

Was mir selbst im Vorfeld der Business Impact Analyse nicht bewusst war ist, wie tief sie innerhalb der Organisation verankert ist. Für mich war es eine tolle Gelegenheit ein mittelständisches Unternehmen von innen kennenzulernen, da ich durch diese Aufgabe in jeden Bereich hineinschauen konnte. Neben den ganzen inhaltlichen Aspekten werde hierbei auch zwischenmenschliche „Social“ Skills aufgebaut. Denn nicht jedes Interview war ein Selbstläufer. Auch der Umgang mit der Geschäftsführung sowie den Business Unit Leitern erforderte ein gewisses Feingefühl.

Insgesamt kann ich nur jedem empfehlen, sich den Bereich Business Continuity bzw, auch Service Continuity einmal anzuschauen. Oftmals wird er zu sehr vernachlässigt oder ist quasi nicht existent, aber er ist und bleibt für mich einer der spannendsten Gebiete in einem Unternehmen.


2/3 – Was passiert eigentlich, wenn die IT ausfällt?

Beginnen wir nun die Reise durch mein Praktikum. Am ersten Arbeitstag erfuhr ich, dass ich für die InfoTec einen eine Business Impact Analyse erstellen durfte. Ziel einer Business Impact Analyse ist es die businesskritischen Geschäftsprozesse eines Unternehmens herauszufinden und ihre Kritikalität in Bezug auf Schadensausmaß und Ausfallzeit zu bewerten. Diese Daten liefern auch einen wesentlichen Input für das darauffolgende Risikomanagement, welches die Prozesse bezüglich Schadenswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß bewertet. Das Bundesinstitut für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) bietet zur Vorbereitung, Durchführung und Auswertung einer Business Impact Analyse Templates, die ich inhaltlich an die Anforderungen der InfoTec angepasst habe. Um zunächst einmal herauszufinden, welche Geschäftsprozesse businesskritisch sind habe ich einen Workshop mit der Geschäftsführung, sowie allen Business Unit Leitern geplant.

Innerhalb des Workshops wurde unter Verwendung von Metaplantafeln und Moderationskarten das Bild der kritischen Geschäftsprozesse der TUI InfoTec entwickelt. Der nächste Punkt auf der Agenda des Workshops war die Abstimmung der Schadensszenarien. Dabei wurden die vom BSI 100-4 Standard mitgelieferten generischen Schadensszenarien als Vorlage genommen. Die 5 Szenarien die im Rahmen der Business Impact Analyse bei der InfoTec in den Fokus rückten waren

  • Beeinträchtigung der persönlichen Unversehrtheit,
  • Finanzielle Auswirkung,
  • Beeinträchtigung der Aufgabenerfüllung,
  • Verstoß gegen Gesetze, Vorschriften und Verträge und
  • Negative Innen- und Außenwirkung (Imageschaden).

Zu den 9 businesskritischen Geschäftsprozessen, die im Workshop identifiziert wurden, wurden Ansprechpartner zugeteilt. Mit diesen Ansprechpartnern habe ich im weiteren Verlauf des Projektes Interviews durchgeführt. Dazu wurde von jedem der 9 Prozesse das Schadensausmaß (gering, mittel, hoch bis sehr hoch) pro Schadensszenario (s. oben) in Bezug zur Zeit bestimmt. Bsp: Fällt die Telefonanlage eine Stunde aus, hat dies wenig Auswirkung auf Aufgabenerfüllung. Fällt die Anlage jedoch eine Woche aus, kann das dazu führen, dass Aufgaben nicht fristgereicht erledigt werden können. Dies ist dann mit einem höheren Schadensausmaß zu bewerten.


1/3 – Was passiert eigentlich, wenn die IT ausfällt?

Hallo liebe Leser, ich bin Yannic und studiere nun im 4. Mastersemester Wirtschaftsinformatik an der TU Braunschweig. Meinen Bachelor habe ich an der Hochschule Hannover erworben und habe mich dort in der Fachrichtung IT Service Management spezialisiert.

Falls ihr euch schon immer mal gefragt habt, was eigentlich passiert, wenn die IT ausfällt und welche Konsequenzen dies haben kann, dann lest einfach weiter. Ich werde euch in den nächsten Beiträgen einmal schildern, welche Maßnahmen im Vorfeld getroffen werden müssen, damit kein größerer Schaden dabei entsteht. Aber zunächst einmal möchte ich euch die TUI InfoTec näher vorstellen, bei der ich mein Praktikum absolviert habe.

Die TUI InfoTec GmbH ist ein IT-Dienstleister aus Hannover. Mit rund 350 Mitarbeitern betreut die TUI InfoTec Systeme aller Gesellschaften der TUI Group. Nur einen kleinen Teil machen externe Kunden aus dem Mittelstand aus. Die TUI InfoTec ist eine Tochtergesellschaft der TUI AG. Die Anteile an dem Unternehmen liegen zu 100% bei der TUI AG.

1997 ist die TUI InfoTec aus der IT-Abteilung des TUI Konzerns hervorgegangen. Als IT-Rückgrat der TUI Group ist die TUI InfoTec 2007 ein Joint-Venture mit einem indischen IT-Dienstleister eingegangen. Seit 2012 ist die TUI InfoTec wieder 100%ige TUI-Tochter und fokussiert sich größtenteils auf die TUI-Gesellschaften.

Das Leistungsspektrum der TUI InfoTec ist sehr umfangreich. Es reicht von Rechenzentrums-Services, Softwareentwicklung, Applikationsmanagement bis hin zu Cloud-Lösungen, von der Beratung über Implementierung bis zum Betrieb.

Die TUI InfoTec besitzt zwei Rechenzentren, die beide in Hannover lokalisiert sind. Die zwei redundant ausgelegten Rechenzentren sichern das Datennetz und den Betrieb von mehr als 2000 Servern in über 1000 Standorten. An den Systemen die bei der TUI InfoTec gehostet sind arbeiten Unternehmensintern etwa 6000 Anwender. Bei über 11000 Postfächern stellt die TUI InfoTec außerdem den Emailverkehr sicher.

Darüber hinaus werden in den Rechenzentren in Hannover Anwendungen, die den Flugbetrieb für 12 Airlines und 29 Flughafenstationen sicherstellen, gehostet. Über 80.000 Reisebüroterminals haben somit weltweit Zugriff auf die Buchungssysteme. An Spitzentagen wird somit gewährleistet, dass 30 Millionen Online-Anfragen performant verarbeitet werden. Ferner wird die TUI InfoTec immer stärker in Gruppenprojekte eingebunden und liefert wichtige Ressourcen für den Projekterfolg.


Teil 3 – Vielseitiges Praktikum im Behältermanagement bei BMW

Im letzten Teil meines Berichts will ich nochmal die Vielseitigkeit meines Praktikums hervorheben. Da ich im Projektmanagement tätig war, hatte ich viel im strategischen und taktischen Bereich des Behältermanagements zu tun. Etwa zur Mitte meines Praktikums, als ich bereits einen guten Überblick über das Projekt und im Speziellen das System hatte, erhielt ich die Möglichkeit eines Einblicks in die Operative. Zur Einführung des Systems war eine Info-Mail eingeführt worden an die sich Lieferanten und Mitarbeiter wenden konnten, wenn Sie Probleme jeglicher Art mit dem System hatten. Die Betreuung dieser Info-Mail wurde mir übertragen, sodass ich als Bindeglied zwischen den Benutzern und den Betreibern des neuen Systems fungierte.

Hierbei galt es als erstes die gemeldeten Probleme zu kategorisieren. Handelte es sich um ein Verständnisproblem, einen Anwendungsfehler, falsche Stammdaten oder technische Schwierigkeiten? Im Laufe der Zeit entwickelte ich einen Lösungskatalog, der es mir ermöglichte zahlreiche Anfragen selbstständig zu lösen und so schnell Hilfe anzubieten.

Bei einigen Problemen galt es den richtigen Ansprechpartner ausfindig zu machen und diesem das Problem darzustellen und zu übergeben. Diese Fälle mussten entsprechend nachverfolgt werden, um die Bearbeitung sicherzustellen.

Ein wichtiger Teil der Arbeit war es, die neu eingeführten Prozesse zu schulen und deren Einhaltung zu forcieren. Aufgrund der Fülle an neuen Aufgaben kam es mitunter zu nicht autorisierten Prozessen, die in der Folge zu Verwirrung und nicht abgestimmtem Verhalten geführt haben. Hier habe ich die Prozesse häufig nochmal mit den Prozessteilnehmern besprochen. In diesem Rahmen kamen auch etwaige Prozesslücken auf, die es zu schließen galt, was ich dann in Absprache mit den Beteiligten getan habe.

 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass meine Zeit bei BMW im Praktikum mich sowohl fachlich als auch methodisch stark vorangebracht hat. Neben den Kenntnissen und Mechanismen des Behältermanagements, habe auch mein logistisches Wissen aufgefrischt und neue Aspekte kennengelernt. Zudem habe ich erste Erfahrungen im Projektmanagement gesammelt, was mir vor allem aufgrund der Vielseitigkeit der Aufgaben und der Vernetzung mit anderen Abteilungen Spaß gemacht hat. Ich kann es jedem nur empfehlen im Rahmen seines Studiums praktische Erfahrungen zu sammeln. Nicht nur hat man die Möglichkeit an der Universität gelehrte und gelernte Konzepte in der Praxis zu sehen und anzuwenden. Man sieht auch, dass viele genutzte Werkzeuge entweder Abwandlungen vorhandener Ideen sind oder aus eigenen Überlegungen von Mitarbeitern entstehen. Somit erfährt man Dinge, die das universitäre Studium nicht abdecken kann. Auch die Art der zu lösenden Probleme und die Schritte, die man unternehmen muss, um sie zu lösen, macht einen um viele Erfahrungen reicher.

Als kleine Orientierung will ich euch noch die Vorlesungen aus meinem Masterstudium nennen, die im Praktikum besonders hilfreich waren. Gerade vor dem Hintergrund meines logistischen Praktikums war die Vertiefung Produktion und Logistik mit der Vorlesung Supply Chain Management sehr sinnvoll. Die dazu angebotenen Softwaretoolübungen vermitteln Inhalte, die im Praktikum oder auch in Abschlussarbeiten hilfreich sind. Im wirtschaftsinformatischen Bereich waren für mich vor allem die Inhalte aus Intelligent Data Analysis nützlich, da Datenanalysemethoden vorgestellt werden, die einem regelmäßig begegnen. E-Services fand ich aufschlussreich, da wichtige Konzepte zur Umsetzung von E-Services in Zukunft immer wichtiger werden und mir bei der Erstellung der Schulungsunterlagen geholfen haben. Bei diesem Thema habe ich mich auch oft an die Inhalte aus Mensch-Maschine-Interaktion erinnert, da hier auch auf die Vermittlung von Wissen und intuitiver Gestaltung eingegangen wird.


Teil 2 – IT Service Management bei der TÜV NORD Service GmbH

Wie bereits im ersten Teil meines Berichts erwähnt, arbeite ich als Werkstudent im EDV-Bereich der TÜV NORD Service GmbH in Hannover und unterstütze bei der Erfassung aller IT-Services im Rahmen des IT-Service-Management nach den Best Practices von ITIL.

Um alle Services aus den verschiedenen IT-Abteilungen einschließlich der verschiedenen Abteilungs- bzw. Gruppenleiter systematisch zu erfassen, ist sowohl ein effizienter Workflow, als auch eine systematische Vorgehensweise nötig. Dazu gehört u.a., die Informationen der vielzähligen Services in einer Struktur zu erfassen, die es erlaubt, diese später einfach und effizient nutzen und weiterverarbeiten zu können. Es hat mich sehr gefreut, bei der Gestaltung dieses Ablaufs mitwirken zu können und eigene Ideen umzusetzen.

Während eines Großteils meiner Arbeitszeit führe ich mit den jeweiligen Service Ownern Interviews. Dabei ist des Öfteren zu Beginn eine nicht ganz triviale Abgrenzung notwendig, welche Tätigkeiten des jeweiligen Teams tatsächlich einen eigenen Service gemäß ITIL darstellen. Durch diese sehr kommunikative Tätigkeit konnte ich bereits jetzt eine gute und hilfreiche Übersicht der verschiedenen Bereiche des Unternehmens bekommen und vor allem viele verschiedene Mitarbeiter kennenlernen. An dieser Stelle kann ich Euch als Studenten/innen nur motivieren, eine Tätigkeit in Eurem Fachbereich während des Studiums aufzunehmen. Es gibt sehr vieles Wissenswertes, wie z.B. implizite Unternehmensregeln oder die Unternehmenskultur, das man nur in der Praxis erfahren kann. Es lohnt sich wirklich sehr – zusätzlich zu den anderen Vorteilen natürlich 😉

Als besonders hilfreich habe ich bislang die gute und frühzeitige Informierung der Betroffenen erlebt. Dadurch herrschte meistens Verständnis für die Interview-Termine und auch für das IT-Service Management selbst. Ganz allgemein waren für mich einige Inhalte der Master-Vorlesungen „Organisation“ und „Wissensmanagement“ von Prof. von der Oelsnitz sehr hilfreich bei der Arbeit innerhalb des großen EDV-Bereichs.

Im bald folgenden dritten und zugleich letzten Beitrag möchte ich zum einen die dann aktuellen Aufgaben meiner Tätigkeit darstellen. Zum anderen möchte ich kurz zusammenfassen, welche Bereiche meines Studiums mir in der Praxis besonders geholfen haben und welche Erfahrungen während meiner Tätigkeit für mich besonders aufschlussreich waren.