Wirtschaftsinformatik in der Praxis

2019 Oktober | Wirtschaftsinformatik in der Praxis

Werkstudententätigkeit im SAP-Operating bei VWFS; Das Fazit zu meiner Tätigkeit, dem Unternehmen und meinem Studium

Ein letztes Hallo,

in meinem letzten Beitrag möchte ich ein bisschen die Vor- und Nachteile des Jobs, des Unternehmens und des Aufgabenfelds aufzeigen.

Zunächst ist es natürlich super, einen Studentenjob auszuführen. Die Erfahrung neben dem Studium zu sammeln ist wichtig, viele Dinge, die man im Studium lernt, sind nutzlos im Vakuum, wenn man allerdings in einem Unternehmen arbeitet, kann man vieles besser anwenden oder den Nutzen des Wissens erkennen. Speziell gilt das für viele theoretische Ansätze, aber natürlich auch für technisches Fachwissen. Das Geld ist ebenfalls super, gerade bei 20 Stunden / Woche bei damals 15,70€ Stundenlohn kommt man dabei gut über die Runden.

Das heißt natürlich aber auch, dass viel Zeit verloren geht. Ich habe versucht parallel meine Bachelorarbeit zu schreiben, hier hatte ich Glück, dass mein Betreuer mich erst sehr spät meine Arbeit hat anmelden lassen, da ich sonst einfach viel zu wenig Zeit dafür gehabt habe. Ich konnte dafür allerdings meine Wochenstunden bei VWFS verringern. Da das immer noch nicht reichte, musste ich letztendlich meinen Job kündigen, damit ich mein Bachelorstudium abschließen konnte.

Weitere Gründe für mein Ausscheiden aus dem Unternehmen gab es viele. Zunächst bin ich überhaupt kein Fan von Autos, was den VW Konzern schon direkt weniger interessant für mich macht. Nachdem ich mehr von der Art, wie der Konzern geleitet wird, mitbekommen habe, verstand ich die Entstehung des Dieselskandals immer besser. Die steilen Hierachien werden ohne Rücksicht auf vorhandenes Wissen ausgenutzt, um Interessen von Einzelpersonen durchzusetzen. Oft steht man als Mitarbeiter einer “Haudrauf-Entscheidung” eines Vorgesetzten eines beliebigen Ranges gegenüber und muss dieser jetzt blind gehorsam leisten. Oft weiß jemand im direkten Umfeld, dass diese Entscheidung nicht funktionieren kann, aber man arbeitet sie ab, bis es zum Unfall kommt. Dann wird ein Schuldiger gesucht und damit weitergemacht. Die Kommunikation im Konzern, aber auch schon im Unternehmen, ist einfach schlecht. Ein weiterer Aspekt, der mich am Overmanagement von VWFS stört, ist die Kompetenzengewichtung. Mein Unterabteilungsleiter war noch relativ neu als ich in die Abteilung kam und hatte einige sehr gute Eigenschaften für seine Position. Er blieb an Sachen dran und versuchte sehr energisch Aktivitäten durchzupushen, was bei der VW-Bürokratie ein eigenes Talent war. Allerdings hatte er überhaupt keinen Informatikhintergrund. Er hatte keine Ahnung von der Arbeit, die seine Leute machten. Wenn also eine Aufgabe 20min dauerte, hätte hier jemand ihm erzählen können, dass man dafür eine Woche braucht und unser Chef konnte nichts anderes machen als das zu glauben und die Zeit so einplanen. Ich denke nicht, dass es sinnvoll war, dass ein Unterabteilungsleiter, der so nah an der eigentlichen Tätigkeit arbeitet, nicht wusste, was seine eigene (Unter-) Abteilung tut.

Außerdem sind die Prozesse im Unternehmen extrem langsam und qualvoll. Man muss bei fast jeder Anfrage sehr oft nachfragen, wenn man nicht mindestens 2x in der Woche die zuständige Abteilung nervt, braucht man nicht erwarten, dass die Anfrage überhaupt jemals fertig wird. Generell hat man nicht das Gefühl, dass im Unternehmen eine große Arbeitsmotivation herrscht.

Dazu kommt, dass ich in meiner Abteilung ja nicht Teil des Kernteams war und daher meine Arbeit alleine ausgeführt habe. Ich hatte wenig Codingerfahrung und habe keine Codereviews von meinen Kollegen bekommen, wodurch ich bis heute nicht weiß, ob ich die Arbeit eigentlich gut gemacht habe. Für einen zukünftigen Job würde ich mir genau dieses wünschen.

In meiner Entscheidung für das Studium hat mich die Werkstudententätigkeit definitiv gestärkt. Ich bin mir nun sicher, dass die Fähigkeiten, welche ich in meinem Studium mir angeeignet habe, nützlich in meinem Berufsalltag werden und ich weiß nun auch, warum es Menschen gibt, die nicht zu großen (starren) Unternehmen wollen, wie etwa VW.


Werkstudententätigkeit im SAP-Operating bei VWFS; Der Alltag und die Tätigkeiten

Willkommen zurück,

nun habe ich schon von dem Unternehmen und meiner Bewerbung berichtet, nun kommt der eigentliche Job: Was habe ich bei der FSAG eigentlich getan? In diesem Kapitel kann ich teilweise nicht ins Detail gehen, da ich direkt an der IT des Konzerns saß und, auch wenn meine Informationen inzwischen vermutlich nicht mehr aktuell sind, dies sicherheitstechnisch relevant sein kann.

Zuerst sei gesagt, dass ich volle Flexibilität meiner Stunden hatte. Ich konnte kommen und gehen wann ich wollte, was sowohl Fluch wie Segen war. Ich bin oft erst spät zur Arbeit gekommen, da ich ja ausschlafen durfte, musste dann aber bis teilweise spät abends auf der Arbeit bleiben. Auch über die Monatsgrenze hinweg durfte ich meine Überstunden bzw. Minusstunden aufteilen, wie es gerade passte, was gerade in der Klausurenphase Gold wert war.

Meine Abteilung kümmert sich um das Instandhalten der SAP-Systeme im Unternehmen, allerdings nicht darum, dass das Betriebssystem läuft (Plattform) und auch nicht um das Managen der Anwendung (Application) selbst. Das Team Ressources hat die Aufgaben dazwischen, dass das Programm selbst läuft. Hierzu zählt beispielsweise das Aufsetzen der SAP-Systeme, die Anbindung an die Datenbank des Systems und an andere (SAP-)Systeme, sowie das Erstellen von Routinen, um beispielsweise automatisch genug Speicherplatz zu lassen für Programmoutput, logfiles, etc. Während die einzelnen Jobs der Abteilung nicht sonderlich spannend zu erzählen sind, liegen die Kompetenzen in der Menge von Eigenschaften, die die Abteilung über SAP-Systeme weiß, gerade wiederkehrende Probleme mit SAP-Systemen, welche oft an bestimmten Variablen liegen, muss die Abteilung kennen. Oft ist es hier Detektivarbeit Fehler zu finden, nicht selten geht es über Antworten auf der ersten Googleseite hinaus. Im Einführen von neuen Systemen oder Veränderungen übernimmt IOPR viele Aufgaben rund um Systeminstallation, -integration und das Bereitstellen von Expertenwissen zu bestimmten Fragen.

Meine Aufgaben lagen allerdings nicht im Kernbereich der Abteilung. Ich wurde zum Schreiben und updaten von Skripts eingestellt. Der Mitarbeiter, welcher zuvor Skripte geschrieben hatte, wollte schon bald in Rente gehen. Dieser Kollege war zu Beginn meiner Tätigkeit noch da und ich konnte ihm viele Fragen zu seinem Code stellen. Meine Skripte sollten die sehr heterogene Systemlandschaft (verschiedene Betriebssysteme, verschiedene SAP-Systeme, verschiedene Sicherheitslevel, etc…) besser verbinden und Tätigkeiten automatisieren oder Tätigkeiten ausführen, welche sich ohne Skript auf keinen Fall lohnen würden. Ich bekam als studentische Hilfskraft direkt vollen Zugang zu allen Systemen, was zu Beginn doch sehr erschreckend ist, da ein falscher Befehl schnell einiges an Schaden anrichten kann. Ich konnte mir schnell aneignen, was von mir erwartet wurde und in einem Projekt mitarbeiten, wo ich ebenfalls Skripte schrieb. Es war definitiv cool eine relevante Rolle in einem “echten” Projekt zu übernehmen, welche in dem Team kein anderer ausführen konnte.

Nach 2 Jahren Studium war es außerdem sehr gut zu sehen, dass man Wissen erlangt hat, welches man tatsächlich in der “echten Welt” einsetzen kann. Manches direkt, wie beispielsweise SQL-Anfragen oder das Arbeiten mit DBMS, manches indirekt, wie beispielsweise das OSI-Schichtenmodell für jegliche Art von Netzwerkproblemen, welche im Operating oft ein Großteil der Probleme ausmachen. Auch Theorie in Unternehmensführung hat mein Verständnis über Unternehmensaktivitäten und -organisation verbessert.

Was mir die Tätigkeit noch so gebracht hat, schreibe ich dann im letzten Eintrag.


Werkstudententätigkeit im SAP-Operating bei VWFS; Die Bewerbung, das Unternehmen und die Abteilung

Guten Tag,

zuerst etwas über mich: Ich war zu Beginn meiner Werkstudententätigkeit im Januar 2017 in meinem 5. Bachelorsemester Wirtschaftsinformatik an der TU Braunschweig immatrikuliert. Ich hatte zuvor bei der Post im Briefzentrum in Braunschweig im Nachtdienst Briefe sortiert. Nach meinem 4. Semester fühlte ich mich, als wäre eine Tätigkeit mit Bezug zum Studium geeigneter. Da die Post in Braunschweig keine passenden Stellen für mich bat, schaute ich mich weiter um durch die starke Präsenz des VW Konzern geriet ich so an VWFS. Ich suchte hier nach einer informatiknahen Tätigkeit.

Der Bewerbungsprozess für Studenten war deutlich einfacher als gedacht. Obwohl sich meine Programmierkenntnisse auf die universitären plus einige kleinere Projekte in der Freizeit begrenzten, kam es zum Vorstellungsgespräch, bei welchem mir das Unternehmen (die Financial Services) vorgestellt wurden. Ich wurde nur weniges gefragt, es ging scheinbar mehr darum, mir den Job schmackhaft zu machen, als mich auf Eignung für den Job auszufragen.

Letztendlich bekam ich die Stelle. Meine ersten Tage waren natürlich voller neuer Eindrücke. Schon die Eingangshalle (Schmalbachstraße 1), die immer so voll mit Menschen in Schlips ist, war ein komplett anderer Eindruck, als die verstaubten Lagerhallen, die ich von der Post kannte. Generell war alles schicker. In der IT-Abteilung erwartete ich ein relativ junges Team, was allerdings nicht der Realität entsprach. Tatsächlich gab es in meiner Abteilung zwei junge Personen, sowie eine Werkstudentin, die zusammen mit mir angefangen hatte. Der Altersdurchschnitt lag etwa bei 50 Jahren. Dies ist im klassischen Operating wohl öfter der Fall.

Auch wenn man natürlich immer mal einen schrägen Vogel dabei hat, waren die Kollegen sonst nett. Die Pausenzeit wurde oft in einer der vielen Kantinen verbracht, welche auch eine gute Qualität aufwiesen, sodass man immer was gefunden hat. Der erste Monat war hier etwas schwer, da man den doch hohen Kantinenpreis zahlen musste, ohne dabei sein erstes VW-Gehalt zu haben, in den nachfolgenden Monaten fiel das dann leichter. Über meine Arbeitszeit kam ich mit vielen von Ihnen tiefer ins Gespräch. Dabei kam heraus, dass die Abteilung sehr bunt ist. Vom Computerwurm, über den fanatischen Fußballfan, bis zum Extremsportler war wirklich alles dabei.

In modernen Stellenausschreibungen wirkt “flache Hierarchie” als positive Unternehmenseigenschaft eher wie eine Floskel, nach einer Woche im VW Konzern weiß man den Begriff zu schätzen. Ich war in der Abteilung IH-IOPR, ignorieren wir hier das IH bleiben die 4 Hierachiestufungen I, O, P und R. Das I steht für IT, der Einteilung der meisten IT-Abteilungen. Hierfür gibt es einen Vorgesetzten. Diesem Vorgesetzten untergeordnet sind die verschiedenen IT-Oberabteilungen, meine war hier das Operating. Dem Vorgesetzten für das Operating unterstehen die Operatingabteilungen, meine war hierbei die Abteilung Platform, unter welcher wieder in verschiedene Unterabteilungen unterteilt wird, bei mir war es dann die Unterabteilung Ressources. Jede dieser Abteilungen hat also eigene Leitungen, der Vorgesetzte der gesamten IT untersteht weiterhin der Unternehmensleitung, weiterhin gibt es noch die Konzernleitung und diverse Querschnittsfunktionen. Die Hierachie ist nicht nur extrem steil, sondern auch extrem unübersichtlich, was bei Tätigkeiten oft verwirrt. Aber dazu mehr im Blogeintrag zu den Tätigkeiten.


Werkstudententätigkeit bei der VW Financial Services AG – Teil 3

Hallo zusammen,

in Teil 3 meiner Blogeinträge möchte ich euch nun ein wenig über meine Erfahrungen mit SAP während meiner Werkstudententätigkeit bei der VWFSAG erzählen.

Aus dem Unialltag heraus hat man nicht besonders viele Berührungspunkte mit den SAP Systemen. Man hört meistens nur viel über SAP ERP oder generelle Theorie über den SAP Einsatz im Unternehmen. Tatsächlich habe ich (nachdem ich nahezu alle vorhandenen SAP Vorlesungen gehört habe) gemerkt, dass ich eigentlich kaum eine Ahnung hatte wie umfangreich SAP eigentlich ist und was es für Vor- aber auch Nachteile mit sich bringt.

Glücklicherweise wurde ich nicht sofort ins kalte Wasser geworfen, sondern durfte mich mit kleinen Aufgaben erst einmal einarbeiten. Dies umfasste zu Beginn die Löschung mehrerer Softwarekomponenten die auf SAP Servern lagen. Dadurch hatte ich relativ schnell den Dreh raus, wie man durch die (anfangs leicht umständliche) Maske navigiert. Zudem stellte sich die Aufgabe umfangreicher raus als gedacht, da die Komponenten sehr viele Datenelemente umfassten. Ich hatte aber stets einen Ansprechpartner zur Seite der mir, wenn nötig, geholfen hat.

Unmittelbar danach wurde ich direkt in die Entwicklung kleinerer Programme mit eingebunden. So lernte ich langsam aber sicher die Programmiersprache ABAP kennen. ABAP ist eine von SAP entwickelte Sprache für deren Systeme. Die Programmierausbildung an der Uni hat mir das Erlernen deutlich vereinfacht, obwohl ABAP sich von der Semantik und Syntax deutlich von JAVA oder C unterscheidet. Mittlerweile kann ich sagen: Die Sprache ist spannend, aber meine Lieblingssprache wird es wohl nicht.

Ganz im Allgemeinen merkt man aber erst in der Praxis wie viele Vorteile SAP einem Unternehmen bringt. Denn SAP bringt unglaulich viele Prozesslösungen für ein Unternehmen mit sich ohne das Unternehmen zu sehr auf fixe Prozesse festnageln zu wollen. Denn sämtliche SAP Dienstleistungen sind individuell anpassbar, teilweise auch Abteilungsspezifisch. Allerdings ist SAP auch ein System, welches man kaum mehr ablösen könnte wenn es einmal fest im Unternehmen intergriert ist und an der einen oder anderen Stelle habe ich auch gemerkt, dass es noch Verbesserungspotenzial gibt. Dies habe ich während ich entwickelt habe so wahrgenommen.

Alles in allem kann ich sagen, dass die VWFSAG sehr gute Möglichkeiten bietet praktische Erfahrungen als Wirtschaftsinformatiker zu sammeln. Zudem herrscht dort eine sehr angenehme Arbeitsatmophäre wie ich finde und die VWFSAG sucht auch engagierte Wirtschaftsinformatiker. Deshalb kann ich nur dazu raten sich zu bewerben. Es kommt auch häufig vor, dass wenn es mit einer Stelle nicht klappt, man eine andere Stelle angeboten bekommt.

Das waren meine Erfahrungen aus der Winfo-Praxis. Falls du Fragen hast, egal ob zum Studium oder zu den Blogeinträgen, dann melde dich gerne bei mir.
Ansonsten wünsche ich dir weiterhin viel Erfolg!

Besten Dank und liebe Grüße

Raphael Seidl


Werkstudententätigkeit bei der VW Financial Services AG – Teil 2

Hallo zusammen,

im zweiten Teil soll es nun um das Thema Projektmanagement gehen.

Im Studium der Wirtschaftsinforamtik muss man sich mehrfach mit dem Begriff Projektmanagement auseinandersetzen. Man lernt was eigentlich ein Projekt ist, wie es aufgebaut ist, auf was für Aspekte man achten sollte etc.

In der Praxis lernt man Projekte bzw. Projektmanagement aber noch etwas anders kennen wie ich finde. In unserer Abteilung werden bestimmte Softwarereleases natürlich in Projektform entwickelt. Das bedeutet es gibt je einen fachlichen und einen technischen Projektleiter. So ist auch eine Schnittstelle zwischen Entwickler und User gegeben. Die Kommunikation findet entweder über Projektmanagementsoftware oder klassisch per Telefonat statt. Die genutzte Software werde ich gleich noch detaillierter erklären. Bei der VWFSAG kommt es schnell vor, dass die Projekte viele Mitarbeiter umfassen. Und genau hier liegt der Hund begraben, denn man merkt deutlich, dass je mehr Personen in einem Projekt involviert sind, desto mehr Probleme treten auf und desto schlechter ist die Kommunikation. Insbesondere dann ist es wichtig, dass die Projektleiter wissen was sie tun, und wie sie jeden Einzelnen mit ziehen können.

Die umfassende Projektmanagementsoftware kann einem das Leben dort wirklich erleichtern, und genau die möchte ich euch jetzt einmal näher vorstellen:

JIRA

Jira ist eine von Atlassian entwickelte operative Managementplattform. Das primäre Ziel, welches mit Jira verfolgt wird ist das Aufgabenmanagement. In meinem Berufsalltag bekomme ich mit Jira sogenannte „Tickets“ eingestellt, welche die genaue Aufgabe enthält, die es zu erledigen gilt. Des Weiteren umfasst ein solches Ticket Informationen zum fachlichen und technsichen Ansprechpartner, dem geplanten Release zu dem die Aufgabe erledigt sein soll, dem aktuellen Stand der Aufgabe sowie dem übergeordneten Auftrag.

Zu Beginn steht das Ticket auf „offen“. Anschließend setze ich das Ticket auf „In Bearbeitung“ und beginne mit der Entwicklung. Ist diese beendet wird der Status auf „bereit für IT-Integrationstest“ gesetzt. Nun kümmert sich eine andere Abteilung um den Test der jeweiligen Komponente. Ist der Test erfolgreich, so wird der Status auf beendet gesetzt. Andernfalls muss der Entwickler (ich) nochmal ran.

Über das Jira Board kann man also als Projektmanager genau sehen wie es aktuell um ein Projekt steht. Meine Hauptaufgaben im Jira Umfeld lagen bei der Bearbeitung einiger Tickets sowie der regelmäßigen Pfleger der Workflows für einige Kollegen.

Confluence

Confluence ist ebenfalls eine von Atlassian entwickelte Software zur Dokumentation und Kommunikation von Unternehmenswissen. Man könnte es sogar fast als „Unternehmenswikipedia“ betrachten. Meine Abteilung hat dabei einen eigenen Confluence-Space. Hier können projektspezifisch Informationen, Neuigkeiten, Prozessbeschreibungen, Hinweise und vieles mehr abgelegt werden. Insbesondere für Aufgaben in denen man sich selbst einarbeiten muss kann Confluence sehr praktisch sein. Meine Aufgaben im Confluence Umfeld lagen darin für die Abteilung einen neuen Space aufzusetzen und einen Großteil der Informationen und Dateien die sonst auf Laufwerken lagen dorthin umzusiedeln. Zusätzlich sollte ich für diverse Projekte Subspaces einrichten und für das Projekt zuschneiden.

Planta Projektmanagement Software

Planta ist eine Projektmanagement Software zur Verwaltung von geleisteten Personentagen. Planta macht es dabei möglich mehrere Projekte gleichzeitig zu verwalten. Über ein zur Verfügung gestelltes Projektbudget werden Personentage bereitgestellt, die die Entwickler dann buchen können entsprechend ihrer geleisteten Stunden. Und genau dies ist auch meine Aufgabe. Die Entwickler stellen Anfragen nach geleisteten Stunden. Anschließend stelle ich aus dem Projektbudget heraus die Stunden bereit, sodass die Entwickler diese buchen können.

Darüber hinaus gibt es noch mehr interessante Software zur Projektunterstützung. Die obigen habe ich im Arbeitsalltag aber als essenziell wahrgenommen.
Im dritten Teil möchte ich euch dann etwas über SAP erzählen…

Bis Dann

Raphael

 


Werkstudententätigkeit bei der VW Financial Services AG

Hallo zusammen,

mein Name ist Raphael Seidl, ich bin 25 Jahre alt und schreibe gerade meine Bachelorarbeit im Studiengang Wirtschaftsinformatik. Seit Anfang Mai 2019 arbeite ich neben dem Studium bei der VW Financial Services AG als Werkstudent im Bereich der Softwareentwicklung und des Projektmanagements. Ich möchte euch über in kleine Texten etwas über das Unternehmen erzählen und euch einige Informationen aus den eben genannten Bereichen mit an die Hand geben.

Die Volkswagen Financial Services AG und meine Bewerbung:

Ich werde diesen Teil relativ kurz halten, da es diverse andere Blogeinträge gibt die einen guten Überblick über die VWFSAG geben. Stattdessen möchte ich an dieser Stelle einmal kurz beschreiben wie die IT der VWFSAG aufgebaut ist. Diese wird unter dem Dach der Volkswagen Financial Services Digital Solutions GmbH geführt und umfasst die Entwicklung und Bereitstellung der Dienstleistungen in den Bereichen IT, Kunden- und Abwicklungsservice sowie des Dokumentenmanagementservice für die Muttergesellschaften Volkswagen Bank GmbH und Volkswagen Financial Services AG. Weiterhin werden ebenfalls IT-Dienstleistungen für die internationalen Tochterunternehmen der VWFSAG und die EU-Bank angeboten. Die Abteilung der ich angehöre entwickelt und betreut insbesondere Software die das Kerngeschäft Leasing und Finanzierung unterstützt.

Beworben habe ich mich über das Karriereportal der VWFSAG. Die ausgeschriebene Stelle schien mir perfekt zu sein um den Vorlesungsstoff anzuwenden und praktische Erfahrungen zu sammeln. Von mir erwartet wurden grundlegende Programmierkenntnisse, ein wenig Erfahrung mit relationalen Datenbanken, SAP-Kenntnisse und Erfahrung im Umgang mit UML-Diagrammen. Lediglich bei den SAP-Kenntnissen hatte ich leichte Bedenken (die völlig unbegründet waren, dazu später mehr). Meine Aufgaben sollten im wesentlichen administrative Tätigkeiten im Umgang mit Datenbanken sein sowie Customizing Tätigkeiten in der SAP Entwicklung (und es sollte noch einiges dazu kommen). Der Bewerbungsprozess hätte nicht angenehmer laufen können. Nach ca. zwei Wochen bekam ich eine Rückmeldung und eine Einladung zum Telefoninterview, welches eher ein angenehmes Gespräch war. Es wurden kurz meine Kenntnisse abgeklopft ohne groß ins Detail zu gehen und es wurde mir versichert, dass ich alle fehlenden Kenntnisse mir per „Learning by doing“ aneignen werde. Ein persönliches Vorstellungsgespräch hatte ich nicht. Eine Woche nach dem Telefoninterview kam die Zusage und ich konnte am 01.05.19 beginnen.

Meine Aufgaben bei der VWFSAG:

Da in regelmäßigen Abständen in meiner Abteilung Major- bzw. Minorreleases anstehen gibt es Phasen in denen ich intensiver in der Entwicklung arbeite und Phasen in denen ich eher organisatorische Arbeiten der Abteilung übernehme. Zu Releasezeiten geht es hauptsächlich darum Stammdaten für die bestehende Software in einer Oracle Datenbank per msg.ProductManager zu pflegen. Die Datenbank basiert dabei auf einem relationalen Datenbankschema. Die Aufgabe kann ziehmlich umfangreich sein, da es vorkommen kann, dass mehrere hundert Datensätze gepflegt werden müssen. Dennoch finde ich es durchaus interessant auch mal typische Backendtätigkeiten erleben zu können. Des Weiteren müssen zu den Releases die Customizing Entwicklungen in SAP abgeschlossen sein. Dies ist für mich besonders interessant, da ich so nebenher noch die Programmiersprache ABAP erlernen kann. Diese fühlt sich etwas anders an als das gewohnte JAVA etc. aus dem Unialltag.

In den ruhigeren Phasen kümmere ich mich mit einer anderen Werkstudentin dann zusätzlich um die Organisation der Abteilung. Dies umfasst das verwalten des zentralen Mailpostfachs, das Berechtigungsmanagement, Einstellen von Projektbudgets für die Entwickler, bestellen von Entwicklern, customizing der Projektmanagementsboards und allen anderen Fragen die im täglichen Business so anfallen können. Hierbei habe ich nebenbei die Chance mit diverser Projektmanagementsoftware zu arbeiten und deartige Prozesse mitzuerleben.

In den nächsten Teilen möchte ich dann noch einige Einblicke in das praktische Projektmanagement und in SAP geben

bis dahin!

Raphael


Werkstudententätigkeit im Volkswagen Konzern – Von der VWFSAG über die VWAG zur EURO-Leasing GmbH – (3/3)

Hallo Zusammen,

nach der Vorstellung meiner drei Stationen und der Darstellung meiner Aufgabenbereiche, möchte ich euch ein kurzes Fazit geben.

Zunächst kann ich jedem empfehlen sich auf Stellen zu bewerben, bei denen man nicht alle Kriterien erfüllt. Die Stellenausschreibungen suchen sowieso meistens eine eierlegende Wollmilchsau. Man kann echt viel mit seinem persönlichen Auftritt erreichen. Die Motivation sich das fachliche Fehlwissen im Laufe der Zeit anzueignen muss aber da sein.

Weiterhin ist mir aufgefallen, dass einem ein Netzwerk enorme Möglichkeiten bietet unterschiedliche Bereiche und Standorte kennenzulernen. Dafür muss man selber nur den Willen zeigen auch mal etwas Anderes zu sehen als das oftmals langweiligere Tagesgeschäft. Geht ruhig proaktiv auf eure Kollegen zu und fragt nach Unterstützung in Projekten oder Teilnahme an Meetings.

Insgesamt kann ich jedem nur empfehlen neben dem Studium zu arbeiten, um bereits erste praktische Erfahrungen zu sammeln. Die meisten Unternehmen bieten dafür flexible Arbeitszeitmodelle und in meinem Fall auch echt gutes Geld.

Bei mir hat sich die meiste Zeit um Access- und Identity‑Management gedreht. Ich habe überall gute Erfahrungen in verschiedenen Umgebungen machen können und mich persönlich und fachlich immer weiterentwickelt. Für die Zukunft kann ich mir durchaus vorstellen in diesem Bereich weiterzuarbeiten.

Ich hoffe ich konnte euch einen guten Einblick in meine Reise durch den Konzern geben. Falls ihr Fragen habt, könnt ihr euch gerne bei mir melden.

Beste Grüße

Patrick


Werkstudententätigkeit im Volkswagen Konzern – Von der VWFSAG über die VWAG zur EURO-Leasing GmbH – (2/3)

Hallo Zusammen,

nachdem ich im ersten Teil auf die einzelnen Stationen und meinen Weg eingegangen bin, möchte ich hier kurz meine Aufgaben während der Zeit präsentieren.

Bei meiner ersten Station wurde ich eingestellt, um mit meinen (anfangs nicht vorhandenen) VBA-Kenntnissen ein neues Antragsformular zu entwickeln. Neben dieser Aufgabe, sollte ich auch im Tagesgeschäft beim Support unterstützen. Dabei lernt man echt viel, weil Probleme über die gesamte Themenbandbreite gelöst oder strukturiert werden müssen. Nachdem ich das Formular fertiggestellt hatte, durfte ich auf Nachfrage bei einem Projekt mitwirken. Dabei ging es um die Erstellung eines neuen Berechtigungskonzeptes für die Berechtigungen im SAP HR-Tool. Unterstützung haben wir hier von den Wolfsburger Kollegen erhalten, da hier die Verantwortung für das gesamte System liegt. So entstand auch der Kontakt zu den Wolfsburger Kollegen. Was mich besonders freut ist, dass mein Formular zum Ende meiner Zeit in Braunschweig produktiv gesetzt wurde und aktuell verwendet wird.

Da ich mir durch das Projekt in Braunschweig eine sehr gute Wissensbasis zur Rechte- und Rollenvergabe aneignen konnte, war ich für die Kollegen in Wolfsburg eine gute Unterstützung ohne eingearbeitet werden zu müssen. So habe ich auch in Wolfsburg bei dem Support zum Thema Berechtigungen unterstützt. Außerdem sollte ich die automatisierte Rollenzuweisung mit Freigabeprozess über das Antragstool konzipieren. Dieses Projekt konnte ich in meiner Zeit leider nicht komplett fertigstellen, da ich oft bei anderen Themen unterstützen sollte und entsprechende Termine mit den Experten schwer zu bekommen waren.

Mit der Idee meine Masterarbeit bei der EURO-Leasing GmbH zu schreiben bin ich schließlich in Sittensen gelandet. Hier soll ich mit einem Rollen- und Berechtigungskonzept zunächst Standards für die einzelnen Abteilungen entwickeln. Danach soll nach der Auswahl eines entsprechenden Tools die Antragstellung (Standards und zusätzliche Rechte), der Freigabeprozess und die automatisierte Berechtigung für Mitarbeiter ermöglicht werden. Da ich an der Uni leider kein Institut gefunden habe, welches mich bei dem praktischen Thema zu Access- und Identity-Management unterstützt, werde ich das Projekt in meiner Werkstudententätigkeit vorantreiben. Die Masterarbeit wird dann zu einem anderen Thema innerhalb eines Instituts verfasst.

Was ich während meiner Zeit als Werkstudent gelernt habe und was meine Empfehlungen für euch sind, werde ich im letzten Teil erläutern.

Bis dann

Patrick


Werkstudententätigkeit im Volkswagen Konzern – Von der VWFSAG über die VWAG zur EURO-Leasing GmbH – (1/3)

Hallo Zusammen,

kurz zu meiner Person: Ich habe meinen Bachelor Informatik an der TU Braunschweig gemacht und studiere aktuell im Master Wirtschaftsinformatik an der TU Braunschweig.

Ich möchte euch in drei Teilen an meiner Reise durch den VW Konzern als Werkstudent teilhaben lassen. Zunächst möchte ich euch kurz meine Bereiche in den jeweiligen Unternehmen vorstellen. Im zweiten Teil folgen dann meine jeweiligen Aufgaben und zum Abschluss mein Fazit über die gesamte Zeit.

Volkswagen Financial Services AG (VWFSAG) in Braunschweig

Begonnen habe ich im Juni 2016 bei der VWFSAG als Werkstudent in der Abteilung „IT-Koordination Personal und Organisation“ (SH-SO).

Für die Stelle habe ich mich ganz normal über das Bewerberportal beworben. Bei den Anforderungen wurden zwar tiefere VBA-Kenntnisse gefordert, die ich zu dem Zeitpunkt nicht hatte. Ich habe die Stelle trotzdem erhalten, weil mein persönliches Auftreten von allen Bewerbern am besten angekommen ist. Die fachlichen Voraussetzungen konnte ich mir dann im Laufe der Zeit aneignen. Damit möchte ich jeden motivieren sich auf Stellen zu bewerben, bei denen nicht unbedingt alle fachlichen Voraussetzungen gegeben sind. Man kann durch sein eigenes Auftreten schon einen guten Eindruck hinterlassen. Die Abteilung SH-SO (sie heißt mittlerweile glaube ich anders) kümmert sich innerhalb der FSAG um alle technischen Fragestellungen aus dem HR-Bereich. Sie übersetzt Anforderungen aus dem Fachbereich für die IT, quasi als Schnittstelle zwischen Fachbereich und IT. Weiterhin leistet sie Support und ist für die Berechtigungsvergabe (Access‑ und Identity‑Management) verantwortlich. Da diese Abteilung auch für die Durchführung des Stimmungsbarometers (Mitarbeiterbefragungen) innerhalb des Konzerns und bei Töchterfirmen (u.a. EURO-Leasing GmbH) zuständig ist, konnte ich bereits hier Kontakt zu der EURO-Leasing GmbH aufnehmen. Dazu später mehr.

Nach zwei Jahren in der Abteilung war die maximale Laufzeit als Werkstudent bei der VWFSAG erreicht und konnte nicht weiter verlängert werden. Ich wäre gerne länger geblieben, es gab aber keine Möglichkeit zur Verlängerung. Im Laufe der zwei Jahre habe ich viele Kollegen kennengelernt und konnte mir so ein kleines Netzwerk aufbauen. Über ein Projekt (mehr dazu in Teil 2) hatte ich auch Kontakte nach Wolfsburg und so ging mein Weg als Werkstudent bei der VWAG in Wolfsburg weiter.

Volkswagen AG (VWAG) in Wolfsburg

Ohne weitere Bewerbung bin ich dann im September 2018 zur Abteilung „Systembetreuung Volkswagen AG“ (K-SPI/2) gekommen.

Diese Abteilung betreut das SAP-Personalsystem des Volkswagen Konzerns. Dabei geht es von reiner operativer Abarbeitung von Support-Anfragen über Berechtigungsvergaben (Access‑ und Identity‑Management) innerhalb des Systems bis hin zum Customizing und Projektunterstützung.

Da ich zum Ende meines Studiums zurück in die Heimat (zwischen Bremen und Hamburg) wollte, bin ich nur bis Ende Juli 2019 in Wolfsburg geblieben. Da der Kontakt zur EURO-Leasing GmbH bereits seit der Zeit bei der VWFSAG bestand, bin ich im August 2019 als Werkstudent bei der EURO-Leasing GmbH eingestiegen.

EURO-Leasing GmbH in Sittensen

Die EURO-Leasing GmbH kümmert sich seit September 2019 um das gesamte Vermietgeschäft innerhalb des VW‑Konzerns. Vorher war nur das Vermietgeschäft von MAN und Trailern Kern des Unternehmens. Dabei geht es von Werkstattersatzwagen über Kurzeit- und Langzeitmiete bis hin zum Kauf von gebrauchten Rückläufern.

Da die EURO-Leasing GmbH mit knapp 600 Mitarbeitern ein Mittelständler ist, kümmert sich die IT innerhalb des Unternehmens um alle technischen Belange. Von den agilen Entwicklern über das Betriebsteam (Support) bis hin zur Infrastruktur-Verwaltung ist alles innerhalb einer IT-Abteilung angesiedelt.

Abschließend kann ich sagen, dass ein Netzwerk innerhalb eines so großen Konzern viele Möglichkeiten bietet weitere Abteilungen und sogar neue Standorte kennenzulernen. Man sollte nur proaktiv dabei sein, ansonsten fällt man in einem so großen Konzern gar nicht auf.

Was genau meine Aufgaben während meiner Reise waren und aktuell in Sittensen sind, werde ich in Teil 2 näher erläutern.

Bis dann

Patrick