Wirtschaftsinformatik in der Praxis

2022 September | Wirtschaftsinformatik in der Praxis

Praktikum beim Landesamt fĂŒr Steuern Niedersachsen – Teil 2

Moin,

wĂ€hrend meines Praktikums habe ich in einem Referat des IuKs gearbeitet, welches fĂŒr die Entwicklung und den Support der in der Finanzverwaltung verwendeten BĂŒrokommunikationssoftware zustĂ€ndig ist.

In der Finanzverwaltung wird ĂŒberwiegend OpenOffice verwendet und aktuell wird auf LibreOffice umgestellt. Schriftverkehr und Dokumentenbearbeitung stellt einen wesentlichen Teil der Arbeit in den FinanzĂ€mtern und dem LStN dar. Den Ämtern steht dabei eine umfangreiche digitaler Vorlagenschrank mit Office-Vorlagen zur VerfĂŒgung. Zur Verwaltung und zum Abruf dieser Vorlagen hat das Office-Team das Java-Office-System (JOSy) entwickelt. Dieses ermöglicht es Vorlagen abzurufen und diese mit Grunddaten, wie Adressen von Steuerpflichtigen, FinanzĂ€mtern und anderen Behörden automatisch zu befĂŒllen. Dieses Tool zeigt sich durch ein paar zusĂ€tzliche Buttons in OpenOffice bzw. spĂ€ter LibreOffice fĂŒr die User. Sie können Vorlagen abrufen, mit Daten befĂŒllen, Autotexte einfĂŒgen oder selbst Vorlagen einstellen.

Eine weitere Kooperation zwischen den Finanzverwaltungen der BundeslĂ€nder ist der Nordverbund, welchem Niedersachsen angehört. Ziel des Nordverbundes ist es, IT-Systeme innerhalb des Verbundes schrittweise zu vereinheitlichen, um so Aufwand und Kosten zu sparen. Im Nordverbund wird ein Terminalsystem verwendet, fĂŒr welches die Server zentral von einer externen Firma betrieben werden. Niedersachsen hat jedoch noch nicht alle VorgĂ€nge zu dieser Firma ausgelagert und verwendet aktuell noch ein Client-Server-System.

Im Rahmen eines großen Projektes, wird in der niedersĂ€chsischen Finanzverwaltung von einem Clients-Server-System auf ein Terminalsystem fĂŒr alle FinanzĂ€mter umgestellt. FĂŒr diese Umstellung mĂŒssen sĂ€mtliche Frontendanwendungen Citrix fĂ€hig sein bzw. werden.

LibreOffice ist bereits Citrix fÀhig, aber das JOSy nicht und hier beginnt meine TÀtigkeit.

Im Rahmen eines neuen Projektes soll eine JOSy-Version entwickelt werden, welche Citrix fĂ€hig ist. Daneben muss das BĂŒrokommunikationssystem mit anderen Anwendungen in einer Citrix-Umgebung kommunizieren und Daten verarbeiten. Um diese Änderungen umzusetzen, sollte ich die AuftragsklĂ€rung des Projektes ĂŒbernehmen und den Projektantrag erstellen. Ich habe vorbereitende TĂ€tigkeiten, wie eine Umfeldanalyse und die daraus resultierende Steakholder- und Risikoanalyse erstellt. Im Rahmen meiner TĂ€tigkeit kam ich mit anderen Bereichen des LStN und dem Projektteam zur Infrastrukturumstellung, sowie der externen Firma in Kontakt und konnte gute Einblicke in das Projektmanagement und die Arbeitsweisen des Referates erhalten.

Bis dann,

Carola

 


Praktikum beim Landesamt fĂŒr Steuern Niedersachsen – Teil 1

Moin,

mein Name ist Carola und ich studiere Wirtschaftsinformatik im Master. In meinen BlogeintrĂ€gen möchte ich euch von meinem Praktikum in der Abteilung fĂŒr Information und Kommunikation (IuK) des Landesamtes fĂŒr Steuern Niedersachsen (LStN) berichten.

In meinem ersten Blogeintrag werde ich euch erlÀutern wie ich zu dem Praktikum kam und was IT in der Finanzverwaltung mit Föderalismus zu tun hat. In meinem zweiten Eintrag schildere ich euch dann, was ich in meinem Praktikum in der Finanzverwaltung gemacht habe.

Ich habe 2018 mein duales Studium bei der NiedersĂ€chsischen Finanzverwaltung auf der Steuerakademie Niedersachsen abgeschlossen und arbeite seitdem in der Körperschaftsteuerstelle des Finanzamtes Braunschweig-Altewiekring. Jetzt wird sich der eine oder andere fragen, was die Veranlagung von GmbHs, GmbHs & Co. KGs, GbRs und Gesellschaftern mit Wirtschaftsinformatik zu tun hat. FĂŒr diese VeranlagungstĂ€tigkeiten arbeiten Finanzbeamte mit einer Vielzahl von Programmen.

Die Abteilung IuK ist fĂŒr die Betreuung der IT-Systeme der FinanzĂ€mter, des Landesamtes fĂŒr Steuern Niedersachsen und der Steuerakademie zustĂ€ndig.

FĂŒr die Infrastruktur zur ErfĂŒllung der hoheitlichen Aufgaben ist jedes Bundesland auf Grund unseres föderalen Systems selbst verantwortlich. Es gibt jedoch ZusammenschlĂŒsse und Kooperationen von allen oder mehreren BundeslĂ€ndern zur Entwicklung und Bereitstellung der IT-Systemen. Einer dieser ZusammenschlĂŒsse umfasst alle 16 BundeslĂ€nder und den Bund: KONSENS (Koordinierte Neue Software-Entwicklung der Steuerverwaltung). Alle BundeslĂ€nder liefern im Rahmen dieses Zusammenschlusses Anforderungen und die BundeslĂ€nder Baden-WĂŒrttemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen entwickeln die Software. Weiteres dazu könnt ihr unter www.steuer-it-konsens.de nachlesen.

Es gibt jedoch auch Aufgaben, die nicht im Rahmen von KONSENS erledigt werden. Also fĂŒr die jedes Bundesland selbst entscheidet, wie vorgegangen, eingekauft oder entwickelt wird. Dazu zĂ€hlen die BĂŒrokommunikationsanwendungen und die Hardware. Warum das fĂŒr meine TĂ€tigkeit im Praktikum wichtig ist und was ich gemacht habe, erfahrt Ihr in meinem zweiten Blogeintrag.

Bis zum nÀchsten Eintrag,

Carola


Praktikum bei der DB Fernverkehr Teil 3, Organisations- und Managementaufgaben

Hallo zusammen,

da bin ich wieder, mit dem letzten Teil zu den Erfahrungen meines Praktikums bei der DB Fernverkehr. Im letzten Teil möchte ich auf die Organisatorischen- und Managementaufgaben meines Praktikums eingehen. WĂ€hrend des Praktikums habe ich quasi als Assistenz des Abteilungsleiters fungiert. Dazu gehörten TĂ€tigkeiten wie Teilnahme an Mitarbeiter- und TeamgesprĂ€chen, aber auch organisatorische Aufgaben in Bezug auf den Umzug in neue RĂ€umlichkeiten, den die Abteilung kurz vor meinem Start durchgefĂŒhrt hat. Dabei gab es noch einige Dinge zu klĂ€ren, die ich eigenstĂ€ndig im Namen meines Chefs ĂŒbernommen habe. Ein solches Projekt war, dass ich fĂŒr die Installation eines Touch-Monitors fĂŒr den Konferenzraum verantwortlich war. Dieser Monitor wurde bereits im Vorfeld bestellt, kam durch Lieferschwierigkeiten jedoch erst zur Mitte meines Praktikums an. Ich war sowohl fĂŒr die Organisation der Montage, als auch die Installation des GerĂ€tes verantwortlich. Die Montage verlief dabei problemlos, wĂ€hrend die Installation wesentlich problematischer war. Das Problem bestand darin, dass der Monitor nicht an das Wlan angeschlossen werden konnte, da es nicht zu den von der IT-Abteilung zulĂ€ssigen GerĂ€ten zĂ€hlte. Demnach musste ich einen Weg finden, wie das (enorm teure) GerĂ€t dennoch benutzt werden konnte. Nach unzĂ€hligen Telefonaten, ob es denn nicht möglich wĂ€re, das GerĂ€t doch ins Wlan zu bringen, kamen wir bei der Lösung an, dass das GerĂ€t nicht kabellos genutzt werden kann und der Leiter der Konferenz, nicht an der Stirnseite sitzen kann, wenn dieser gleichzeitig etwas prĂ€sentieren will.

Diese Aufgabe zeigt eine weitere Besonderheit in der BĂŒrokratie von Großkonzernen. Fraglich ist auch, warum es möglich ist ein nicht abgesegnetes GerĂ€t zu bestellen oder, wenn diese Möglichkeit besteht, warum es keine Möglichkeit gibt, Ausnahmen nach hinreichender PrĂŒfung zu gewĂ€hrleisten.

Durch meine Teilnahme an Mitarbeiter- und TeamgesprĂ€chen habe ich die TĂ€tigkeiten eines Teamleiters nĂ€her kennen lernen dĂŒrfen. Hierbei ging es zum Teil um Teamdynamiken, aber auch um problematische Prozesse und mögliche VerbesserungsvorschlĂ€ge, die vom Team selbst erarbeitet werden sollten. Anschließend haben mein Chef und ich die GesprĂ€che analysiert und geschaut, welche Punkte zufriedenstellend bearbeitet wurden und an welchen Stellen ein weiteres GesprĂ€ch notwendig sein könnte. Ebenso habe ich einen modernen FĂŒhrungsstil kennen lernen können, der den Kollegen die Autonomie gibt, ihren Arbeitsplatz selber zu gestalten. Gleichzeitig habe ich aber auch mitbekommen, dass nicht alle Kollegen von diesem FĂŒhrungsstil begeistert sind und an dieser Stelle lieber klare Anweisungen bekommen wĂŒrden. Dabei konnte ich eine gewisse Korrelation mit dem Beamtenstatus feststellen.

BezĂŒglich des Umzugs kamen weitere Aufgaben auf mich zu, wie beispielsweise fehlende Möbel oder falsch bestellte Möbel. Hierbei stand ich in engem Kontakt mit einer Kollegin von der DB Immobilien, die fĂŒr die Innenausstattung der ArbeitsplĂ€tze verantwortlich ist. Gemeinsam hatten wir viele Telefonate mit den externen Dienstleistern bezĂŒglich der Möblierung. Hier habe ich den zuvor genannten Teamgeist zwischen den unterschiedlichen Tochterunternehmen des DB Konzerns spĂŒren können.

Zu guter Letzt möchte ich noch auf ein paar Aufgaben zu sprechen kommen, die als typische Praktikantenarbeit angesehen werden können und die auch Teil meines Praktikums waren, bevor ich mit einem allgemeinen Fazit aufhöre. Zu diesen Aufgaben gehörte das stumpfe Verteilen von Informationen in die PostfĂ€cher der Tfs, Anfragen fĂŒr die VerfĂŒgbarkeit des Konferenzraums (beispielsweise vom Betriebsrat) prĂŒfen und freigeben oder das Eintragen von geleisteten Stunden aus einer Datenbank in eine andere, da diese (noch) nicht verbunden sind (kein ERP System wie SAP, die Software hierfĂŒr stammt immer noch aus den 90ern).

Als generelles Fazit kann ich ein Praktikum bei der DB Fernverkehr nur empfehlen. Man kriegt ein breites Spektrum an Aufgaben mit und hat die Möglichkeit zu sehen, welche Art von Arbeit einem besser liegt. Zudem erhĂ€lt man einen Einblick in die AblĂ€ufe eine Großkonzerns, der sich von KMUs wesentlich unterscheidet. Ebenso hat man die Möglichkeit sein Skillset zu erweitern (in meinem Fall Programmierung mit VBA). Zuletzt bekommt man einen faszinierenden Eindruck in das AlltagsgeschĂ€ft eines allgegenwĂ€rtigen Unternehmens (beispielsweise weiß ich jetzt, was in den Katakomben des Hannover HBFs stattfindet).

Das wars dann auch mit meiner Berichterstattung. FĂŒr Fragen stehe ich unter der Mail vom ersten Blogeintrag zur VerfĂŒgung.

Viel Erfolg bei euren Praktika,

Leon


Praktikum bei der DB Fernverkehr Teil 2, IT-Aufgaben in einer nicht-IT-Abteilung

Hallo zusammen,

da bin ich wieder mit dem zweiten Teil meiner Beschreibung meines Praktikums bei der DB Fernverkehr. In diesem Teil möchte ich auf die IT-Aufgaben eingeben, die mich wÀhrend des Praktikums beschÀftigt haben.

ZunĂ€chst möchte ich erwĂ€hnen, dass meine Abteilung fachlich nichts mit IT zu tun hat. Ein zentraler Teil meines Praktikums war es, zu ĂŒberprĂŒfen, in welchen Bereichen Digitalisierung möglich ist und diese umzusetzen. Der DB Konzern einen eigenen IT-Dienstleister hat und die genutzten Systeme zentral gesteuert werden, war von vornherein klar, dass es eher um kleinere Projekte geht, die den Arbeitsablauf vereinfachen.

Was waren also meine Aufgaben? Zum Einen, war ich der zentrale Ansprechpartner fĂŒr alle Fragen bezĂŒglich IT. Dazu gehört auch, dass ich den IT-Dienstleister angerufen habe, wenn ein Drucker ausgefallen ist. HaupsĂ€chlich ging es hier aber um Probleme mit den typischen Office Anwendungen (Word, Excel, Powerpoint). Die Verbindung zwischen dem Tf Bereich und dem Service Center fĂŒr die Tfs ist sehr eng, sodass die Tfs (ca. 200 Personen in Hannover und Hamburg) und meine Kollegen sich alle persönlich kennen. Es ist durchaus ĂŒblich, dass ein Tf nach ein paar Jahren in das Service Center wechselt. Von meinen Kollegen war auch fast jeder bereits als Tf tĂ€tig. Da Tfs auch gerne ĂŒber Quereinstiege zur Bahn kommen und in der Ausbildung Office-Programme nicht auf dem Lehrplan stehen, ist das durchschnittliche technologische VerstĂ€ndnis eher gering. Viele planungstechnische Aufgaben werden noch mit Stift und Zettel durchgefĂŒhrt und wenn eine Excel-Mappe benutzt wird, dann werden selten Shortcuts genutzt.

Somit habe ich viel Zeit damit verbracht, den Kollegen die Basics der Office Nutzung beizubringen. Um ein Beispiel zu nennen, gab es jeden Monat eine Tabelle, in der die Minusstunden von Tfs aufgefĂŒhrt werden. Diese Tabelle wird zentral erstellt und der Zugriff wird unserer Abteilung gewĂ€hrt. Aus einem mir unverstĂ€ndlichen Grund steht das Minus hinter der Zahl und nicht vor der Zahl, also: „20-„ anstelle von „-20“. Ein Kollege hat also jeden Monat eine halbe Stunde damit verbracht, die Minuszeichen umzudrehen, anstatt die Spalte auszuwĂ€hlen und das Format zu Ă€ndern. GlĂŒcklicherweise werden immer mehr Schulungen fĂŒr diese Art von Problem zentral vom Konzern angeboten.

Um das Problem von Stift und Papier zu bekĂ€mpfen, habe ich in Zusammenarbeit mit den Kollegen versucht Excel-Tabellen zu erstellen, die diese Nutzen können um unterschiedliche Prozesse zu unterstĂŒtzen. Diese Excel-Dateien waren entweder Formel gestĂŒtzt oder, wie in den meisten FĂ€llen mit VBA programmiert. Ein einfaches Beispiel fĂŒr die Nutzung von Formeln ist die Überwachung davon, welcher Azubi von welchem Fahrtrainer eine Fahrt zugeteilt bekommen hat. DafĂŒr habe ich eine Datenbank der Fahrtrainer erstellt, diese konnten dann per Dropdown MenĂŒ ausgewĂ€hlt werden und die restlichen Informationen wurden automatisch aus der Datenbank gezogen.

Etwas komplexer wurde es bei einer Liste fĂŒr die Materialverwaltung. Hier ging es um eine Liste, bei der die Kollegin die LagerbestĂ€nde von unterschiedlichen Materialien abbilden konnte. Dabei lag der Fokus auf einer dynamischen Liste, die um eine beliebige Anzahl von Artikeln erweitert werden konnte. ZusĂ€tzlich zur Art, wurde auch die aktuelle und ideale Anzahl der Artikel abgebildet und aus der Differenz, die zu bestellende Anzahl von Artikeln berechnet, um eine schnelle Übersicht zu haben. ZusĂ€tzlich haben alle Mitarbeiter, die Materialien ausgeben können Zugriff auf diese Liste und tragen ein, sobald sie einen Artikel entnehmen. Dieser Verlauf wird auch abgebildet, um den Flow der Materialien verfolgen zu können.

Eine AuffĂ€ligkeit der Kollegen war, dass hĂ€ufig unterschiedliche Schreibweisen fĂŒr die Namen der Tfs genutzt wurden. Um dieses Problem vorzubeugen, habe ich das FuzzyWuzzy Modul von Python fĂŒr die ungenaue Suche in VBA umgeschrieben, um FĂ€lle wie „Rene“ oder „RenĂ©â€œ abfangen zu können. Dies war rĂŒckblickend nicht unebdingt notwendig, aber hat mir sehr viele Einblicke in die Programmierung mit VBA gegeben.

Insgesamt habe ich ca. 15 Exceltabellen erstellt, von denen mehr als die HÀlfte zum Teil mit VBA programmiert sind. Durch dies Arbeit konnte ich meine FÀhigkeiten mit VBA enorm verbessern und einen neuen Blick auf die MÀchtigkeit von Excel bekommen. Persönlich kann ich jedem empfehlen, diesen Skill zu lernen, da viele Aufgaben vereinfacht werden können und man seinen Kollegen helfen kann. Intuitiv finde ich es auch leichter mit VBA zu automatisieren, im Vergleich zu Formeln, da diese zum Teil extrem verschachtelt werden. Dennoch solltet ihr beide Tools nutzen können, da einige Aufgaben schneller und einfacher mit Formeln gelöst werden können. Ebenso ist ein Praktikum die perfekte Gelegenheit, theoretisches Wissen in der Praxis umzusetzen und ehrliches Feedback von Anwendern zu bekommen, anstatt nur Beispielprobleme zu lösen.

Das war ein Einblick in die IT-TĂ€gtigkeiten, die ich wĂ€hrend des Praktikums durchgefĂŒhrt habe. Im nĂ€chsten Eintrag komme ich auf die weiteren TĂ€tigkeiten zu sprechen, die mehr mit dem Wirtschaftsteil von Wirtschaftsinformatik zu tun haben.

Bis zum nÀchsten Mal,

Leon


Praktikum bei der DB Fernverkehr Teil 1, Arbeit in einem Großkonzern

Hallo zusammen,

in den folgenden BlogeintrĂ€gen möchte ich euch von meinem Praktikum bei der DB Fernverkehr berichten. Die BlogeintrĂ€ge teilen sich dabei in die folgenden Abschnitte. ZunĂ€chst möchte ich von der Arbeit und dem Umfeld in einem Großkonzern berichten, anschließend werde ich die IT-Aufgaben und Herausforderungen einer nicht-IT Abteilung beschreiben. Zu guter Letzt möchte ĂŒber die Organisations- Personal- und Managementaufgaben wĂ€hrend meines Praktikums berichten.

ZunĂ€chst also das Arbeitsumfeld eines Großkonzerns. Meine Abteilung war das Service Center Tf in Hannover und Hamburg. Die Service Center Tf sind in mehreren Standorten ĂŒber Deutschland verteilt und beschĂ€ftigen sich mit der Planung und Disposition der TriebfahrzeugfĂŒhrer zu den einzelnen Zugfahrten. Insgesamt existieren sechs solcher Abteilungen, bei denen ich ĂŒber die Zeit hinweg, ein relatives geringes Maß an Absprache feststellen konnte. Die Aufgaben sind im Prinzip ĂŒberall dieselben, die Arbeitsprozesse unterscheiden sich hierbei jedoch sehr stark, auch innerhalb der Abteilung Hannover/Hamburg, die vor ca. zwei Jahren von meinem Chef, der gleichzeitig Abteilungsleiter war ĂŒbernommen wurde.

Allgemein konnte ich, das in der Organisationsvorlesung beschriebene, Silodenken aus erster Hand beobachten. Zwischen Hannover und Hamburg herrschte grundsĂ€tzlich eine harmonische Stimmung, jedoch gab es innerhalb der Abteilung bereits Reibereien bezĂŒglich der Verantwortlichkeiten fĂŒr einige Aufgaben. Das eigentliche Silodenken, konnte ich jedoch zwischen den Abteilungen beobachten. Zum besseren VerstĂ€ndnis, möchte ich kurz auf den Aufbau des DB Konzerns eingehen. Der DB Konzern verfĂŒgt ĂŒber eine Vielzahl von Tochterunternehmen, die jeweils fĂŒr einen eigenen Bereich verantwortlich sind. Beispielsweise ist die DB Fernverkehr fĂŒr die eigentlichen Zugfahrten verantwortlich, die DB Services sind fĂŒr Reinigung der BĂŒros und Bahnhöfe verantwortlich und die DB Netz ist fĂŒr den Ausbau und die Wartung der Infrastruktur (sprich Gleise) verantwortlich. Genau diese Struktur ist es auch, die das Silodenken fördert. WĂ€hrend meines Praktikums, hat die DB Netz vom Staat eine betrĂ€chtliche Summe zum Ausbau des Schienennetzes erhalten, sodass eine Vielzahl von Baustellen aufgebaut wurden. FĂŒr die DB Fernverkehr bedeutet dieses erhöhte Aufkommen von Baustellen jedoch viel Ärger, da TriebfahrzeugfĂŒhrer zunĂ€chst eine bestimmte Anzahl an Strecken in Begleitung fahren mĂŒssen, um diese anschließend alleine fahren zu dĂŒrfen. Durch die Baustellen mĂŒssen Umleitungen genutzt werden, die seltener genutzt werden und somit zusĂ€tzliche Restriktionen und der Disposition der Tfs darstellen und die Arbeit erschweren.

Abseits dieser Silodenkweise, konnte ich ein weiteres PhĂ€nomen beobachten, nĂ€mlich eine schwankende Arbeitsbelastung der Kollegen. Das dynamische und unvorhersehbare Arbeitsumfeld sorgt dafĂŒr, dass die Arbeitsbelastung von sehr ruhigen Wochen, in denen alles glatt lief und extrem intensiven Wochen, in denen besonders viele Herausforderungen durch Baustellen (beispielsweise eine BombenentschĂ€rfung am Hamburger HBF) anfielen. In den ruhigen Wochen war die Arbeitsbelastung merksam geringer, wĂ€hrend in den intensiven Wochen durchaus viele Überstunden entstanden sind und ich den Kollegen den Stress merklich ansehen konnte. Diese Schwankung wird versucht durch Vertreter, die in solchen Wochen einspringen auszugleichen, stellt sich aber durch die unvorhersehbare Natur der Aufgabe als schwierig dar.

Soviel zu den negativen Aspekten die mir aufgefallen sind. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass mir das Praktikum sehr viel Spaß gemacht, mich sehr viel gelehrt und mir einen faszinierenden Einblick in die Machenschaften eines solchen gesellschaftlich polarisierenden und wichtigen Unternehmens gegeben hat. Ebenso ĂŒberwiegen diese positiven Aspekte die negativen. Mit dem vorherigen Abschnitt, wollte ich jedoch hervorheben, dass die Arbeit in einem Großkonzern durchaus einige Besonderheiten mit sich bringt.

FĂŒr eine faire Darstellung möchte ich folgend einmal die positiven Aspekte darstellen.

Der wichtigste Aspekt ist der freundlich-familiĂ€re und respektvolle Umgangston in der Abteilung, aber auch abteilungsĂŒbergreifend. Im dritten Blogeintrag, gehe ich noch einmal spezifischer darauf ein, aber sobald es einen abteilungsĂŒbergreifenden Kontakt mit externen Dienstleistern gibt, merkt man, dass trotz der Aufteilung in Tochterunternehmen ein gemeinsamer Teamspirit da ist und es wird versucht, sich gegenseitig nach Möglichkeit zu unterstĂŒtzen. Ebenso ging es bei Auseinandersetzungen in den allermeisten FĂ€llen um fachliche Themen, ohne Kollegen persönlich anzugreifen. Zudem habe ich gemerkt, dass die Kollegen sich durchaus ĂŒber das Silodenken bewusst sind und versuchen die jeweils andere Abteilung zu verstehen.

Weiterhin kann ich nur positiv ĂŒber die Arbeitsmoral der Kollegen sprechen, die insbesondere wĂ€hrend den intensiven Arbeitsmomenten ihr bestes geben, um zu garantieren, dass die ZĂŒge nicht noch spĂ€ter kommen, als ohnehin schon der Fall ist. Innerhalb des Unternehmens sind sich die Leute selbstverstĂ€ndlich auch ĂŒber das Image der DB bewusst, aber verstehen, dass die komplexe Natur der Aufgabe, ideale PĂŒnktlichkeit nicht möglich macht. Mir persönlich, hat das Praktikum ebenso ein neue Sicht auf die VerspĂ€tungen der Deutschen Bahn gegeben. Einerseits habe ich einen Einblick in die KomplexitĂ€t der Aufgaben bekommen, andererseits und dazu im zweiten Teil des Blogs mehr, existiert Verbesserungspotenzial durch Einsatz moderner Technologien.

Einen weiteren positiven Aspekt, den ich erwÀhnen möchte, ist die Aufgabenvielfalt, die ich in meinem Praktikum hatte. Durch die vielen Schnittstellen mit anderen Abteilungen und externen Dienstleistern, sowie dem engen Kontakt mit dem Abteilungsleiter, habe ich sowohl Organisatorische-, Technische- als auch Managementaufgaben mit ansehen und lösen können.

Zu guter Letzt möchte ich auf meinen Chef eingehen, in dessen FĂŒhrungsstil ich viele Inhalte aus der Teammanagement Vorlesung wiederfinden konnte. Angefangen vom VerĂ€ndern der Fehlerkultur, bis hin zum EinfĂŒhren von modernen Technologien, ist eindeutig zu sehen, dass DB versucht, talentierte Mitarbeiter in die FĂŒhrungspositionen zu holen und gleichzeitig versucht, die Kultur und Arbeitsprozesse zu modernisieren, auch wenn das in einem Großkonzern zum Teil langsam vorangeht, insbesondere, wenn es sich um ein Quasi-Monopol handelt.

Somit erstmal meine EindrĂŒcke zum Praktikum allgemein. Im nĂ€chsten Eintrag gehe ich wie eingangs erwĂ€hnt, auch die IT-Aufgaben, aber auch auf den aktuellen Stand der IT bei DB ein. FĂŒr Fragen könnt ihr mir gerne eine Mail schicken (l.moyseevich@tu-braunschweig.de)

Bis dann,

Leon