Wirtschaftsinformatik in der Praxis

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Werkstudent bei Vizavy GmbH ‚Insolvenz‘ [3/3]

Moin,

in diesem letzten Beitrag möchte ich darüber sprechen, wie ich das Insolvenzverfahren von Vizavy erlebt habe und wie ich rückblickend meine persönliche Entwicklung einschätze. Ich möchte betonen, dass es sich hier um meine eigene Perspektive handelt – sie ist subjektiv und kann natürlich Lücken haben.

Wir hatten unser Produkt am 15. September 2023 veröffentlicht. Es gab noch ein paar Fehler zu beheben, deshalb wollten wir zunächst einen internen Early Access durchführen, bevor wir das Produkt an Kunden herausgeben. Doch dazu kam es nicht mehr. Am 02.10.2023 stellte Vizavy den Insolvenzantrag. Die Nachricht erreichte uns in einem unternehmensweiten Call. Uns wurde versichert, dass keine Gefahr bestehe, dass das Unternehmen schließen müsse.

Ich war unglaublich stolz auf mein Team. Statt sich entmutigen zu lassen, haben sie die Situation als Chance gesehen, sich zu beweisen. Das Entwicklungstempo blieb hoch, niemand hat nachgelassen. Alle zwei Wochen hatten wir einen Call mit dem Insolvenzverwalter – Herr Walter, ja, wirklich so hieß er – und bekamen Updates zum Verfahren. Leider wurden die Nachrichten jedes Mal schlechter. Die Geschäftsführung versuchte zunächst, Investoren zu finden. Als das scheiterte, sollten die Produkte an andere Unternehmen verkauft werden. Am Ende wurde uns mitgeteilt, dass Vizavy im März schließen würde. Ich selbst bin im Dezember ausgestiegen. Ich war mit einigen Entscheidungen der Geschäftsführung nicht einverstanden und wollte die Zeit lieber für meine Klausuren nutzen.

Was mir bis heute nachgeht: wie sehr ich dieses Team vermisse. Das System der Vizcademy – ein Team aus Studierenden und Umschülern, das aber volle Verantwortung trägt – hat dazu geführt, dass ich eine enorme persönliche Entwicklung durchlaufen habe. Mit der Unterstützung meines Mentors habe ich Zusammenhänge verstanden, über die ich vorher nie nachgedacht hätte. Ich musste meinen Führungsstil anpassen, je nachdem, was das Projekt gerade brauchte. Ich habe gelernt, mein Team gegenüber Stakeholdern zu vertreten und zu schützen. Die Vizcademy war für mich das Beste, was das Unternehmen geschaffen hat, und ich werde meinem Mentor und meinem Vorgesetzter immer dankbar sein.

Gleichzeitig hatte das Unternehmen auch Erwartungen an uns, die über das Projekt hinausgingen. Persönliche Weiterentwicklung war ausdrücklich gewünscht, genauso wie das Erwerben von Zertifizierungen, die für die eigene Zukunft wichtig sein könnten. Diese würden auch vom Unternehmen finanziert.

Ich bin traurig, weil ich bezweifle, jemals wieder in einem so besonderen Umfeld arbeiten zu können. Aber ich weiß auch: Wenn ich irgendwann die Möglichkeit habe, ein ähnliches System in einem Unternehmen einzuführen, würde ich es ohne zu zögern tun.

Ich hoffe, dass diese drei Blogs euch einen Einblick geben konnten – oder euch zumindest eine angenehme und vielleicht sogar interessante Lesezeit beschert haben.

 

Viele Grüße,

Jaime


Werkstudent bei Vizavy GmbH ‚Die Vizcademy‘ [2/3]

Moin zusammen, in diesem Beitrag möchte ich darüber sprechen, welche Aufgaben ich als Product Owner der Vizcademy übernommen habe und wie ich Schritt für Schritt in diese Rolle hineingewachsen bin.

Ich bin im Mai 2023 bei Vizavy eingestiegen und hatte zunächst zwei Monate Zeit, um alles von meinem Vorgänger zu lernen. Für mich war das eine intensive Phase: Ich musste erst einmal verstehen, wie sich die Aufgaben eines Product Owners von denen eines Scrum Masters unterscheiden, wo die Grenzen liegen und welchen Platz ich in der Unternehmenshierarchie einnehme. Gleichzeitig habe ich Scrum von Grund auf gelernt – nicht nur theoretisch, sondern direkt im praktischen Umfeld. Ausserdem wurde mir ein Mentor zur Seite gestellt, was sich als sehr wertvoll herausgestellt hat.

Im Unternehmen haben wir das Atlassian‑Ökosystem genutzt, vor allem Jira und Confluence. Jira diente uns als Kanban‑Board, über das wir den Status unserer Aufgaben, Abhängigkeiten und Kommentare im Blick behalten konnten. Confluence war unser zentraler Ort für Dokumentation – nicht nur für die Software selbst, sondern auch für interne Prozesse wie unseren Social Contract oder die Erwartungen der Stakeholder.

Mein Team hatte bereits vor meiner Zeit mit Planning Poker gearbeitet, um den Schwierigkeitsgrad von Aufgaben einzuschätzen. In den ersten Wochen habe ich viel Zeit damit verbracht zu verstehen, wo die Grenzen und Herausforderungen meines Teams lagen. Auf dieser Basis habe ich einen Plan entwickelt, wie wir diese Probleme langfristig angehen können.

Als ich die Rolle schließlich vollständig übernommen hatte, bestand mein Alltag aus einer Mischung aus Stakeholder‑Meetings, Board‑Pflege, Sprint‑Planung, enger Kommunikation mit meinem Team und der Abstimmung mit unserer Scrum Masterin. Gemeinsam haben wir Probleme im Prozess identifiziert, Prioritäten gesetzt und die Ziele des Projekts geschärft. Ein größerer Teil meiner Verantwortung war außerdem, die Monetarisierung unseres Produkts komplett neu zu strukturieren – aus meiner Sicht wäre das Produkt ohne diese Anpassung kaum wirtschaftlich tragfähig gewesen.

Gegen Ende meiner Zeit kamen weitere Aufgaben hinzu: die Vorbereitung des Produkt‑Releases, das Setzen eines Meilensteins für den zukünftigen Support der Software und der Besuch von Messen, um unser Produkt vorzustellen.

Neben der Vizcademy war ich außerdem für zwei kleinere Teams verantwortlich. Eines arbeitete an einer internen Softwarelösung, bei der wir klassisches Projektmanagement statt Scrum nutzten. Das andere Team betreute einen Kurs, den wir an Volkshochschulen angeboten haben – eine Art „Schnupper‑Scrum“, bei dem Teilnehmende die Grundlagen des Frameworks kennenlernen konnten.


Werkstudent bei Vizavy GmbH ‚Vizavy‘ [1/3]

Mein Name ist Jaime Valles Fonseca, ich studiere Wirtschaftsinformatik und befinde mich inzwischen im 6. Master Semester. 2023 hatte ich die Möglichkeit, bei Vizavy zu arbeiten – einem Unternehmen, das manche vielleicht noch unter seinem früheren Namen Codefrog kennen.

In diesem ersten Blog möchte ich genau darüber sprechen: über das Unternehmen und die besondere Atmosphäre, die Vizavy geprägt hatte. Die nächsten beiden Beiträge werden sich dann mit meinen konkreten Aufgaben sowie meiner persönlichen Entwicklung – gerade auch während der schwierigen Phase der Insolvenz – beschäftigen

Vizavy selbst war das Ergebnis einer Fusion zweier Software‑Consulting‑Unternehmen: Moxxco aus Bad Nauheim bei Frankfurt und Codefrog aus Braunschweig. In seiner stärksten Phase beschäftigte Vizavy rund 120 Mitarbeitende und war besonders auf die Digitalisierung von Geschäftsprozessen spezialisiert. Die Mischung aus zwei Standorten und zwei Unternehmenskulturen hat Vizavy zu einem spannenden, auch wenn manchmal komplizierten, Umfeld gemacht. Wichtig dabei ist zu sagen, dass alle die Möglichkeit hatten von Zuhause zu arbeiten.

Eine Besonderheit innerhalb des Unternehmens war die Vizcademy. Diese Abteilung hatte die Aufgabe, nachhaltigen Nachwuchs für Vizavy aufzubauen. Das Team bestand idealerweise ausschließlich aus Studierenden und Umschülern – also Menschen, die noch am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn standen. Der Team würde von 8 bis 12 Entwickler*innen, 1 Scrum Masterin und 1 Product Owner (ich) zusammengebaut.
Anders als in vielen anderen Unternehmen war die Vizcademy aber nicht nur ein Ausbildungsprogramm, sondern ein vollwertiges Team mit echter Produktverantwortung. Wir hatten dieselben Aufgaben, dieselben Erwartungen und dieselben Verantwortlichkeiten wie jedes andere Team im Unternehmen. Genau das machte die Arbeit dort so besonders: Man lernte nicht nur theoretisch, sondern trug von Anfang an Verantwortung für ein echtes Produkt.


Werkstudent bei Salzgitter Digital Solutions und Siemens Mobility [3/3]

Hallo zusammen,

zum Abschluss möchte ich ein Fazit zu beiden Tätigkeiten ziehen.

Was ich aus beiden Stationen mitnehme, lässt sich schwer auf einen Nenner bringen, weil sie sich inhaltlich doch stark unterschieden haben. Bei Salzgitter habe ich vor allem gelernt, wie viel Arbeit hinter der Frage steckt, Daten aus einem System wie SAP so aufzubereiten, dass sie für automatisierte Prozesse nutzbar sind. Das klingt technisch und ist es auch, aber es hat mir gleichzeitig gezeigt, wie eng Technik und fachliche Prozesse zusammenhängen. Man kann den Code nicht sinnvoll schreiben, wenn man nicht versteht, was eine Rechnung im Controlling-Kontext bedeutet.

Bei Siemens Mobility hat mich vor allem das Erlebnis geprägt, eine Lösung zu entwickeln, die tatsächlich produktiv eingesetzt wird. Das gibt einem eine andere Perspektive auf die eigene Arbeit. Plötzlich überlegt man anders, wie man etwas umsetzt, weil man weiß, dass andere Menschen damit arbeiten werden.

Rückblickend würde ich beiden Tätigkeiten weiterempfehlen, aber aus unterschiedlichen Gründen. Salzgitter Digital Solutions eignet sich gut, wenn man tief in SAP-nahe Entwicklung und Datenverarbeitung einsteigen möchte. Siemens Mobility war für mich wertvoll, weil ich dort schnell Verantwortung für ein Ergebnis übernehmen konnte, das über meine Zeit im Unternehmen hinaus Bestand hatte.

Ich hoffe, meine Erfahrungen geben euch einen nützlichen Einblick.

Viele Grüße
Iggy


Werkstudent bei Salzgitter Digital Solutions und Siemens Mobility [2/3]

Hallo zusammen,

in diesem Beitrag gehe ich genauer auf meine konkreten Aufgaben in beiden Stationen ein.

Bei Salzgitter Digital Solutions drehte sich ein großer Teil meiner Arbeit um automatisierte Rechnungsverarbeitung. Konkret habe ich Experimente mit dem SAP Document Information Extraction Service durchgeführt, dabei rund 630 Rechnungen verarbeitet, Ergebnisse ausgewertet und Berichte erstellt. Parallel dazu habe ich in Python alternative OCR-Ansätze außerhalb des SAP-Systems getestet, um verschiedene Methoden zur Texterkennung vergleichen zu können. Das war das erste Mal, dass ich gemerkt habe, wie anders es sich anfühlt, Code zu schreiben, der tatsächlich auf echten Unternehmensdaten läuft und nicht auf einem Übungsdatensatz aus dem Studium.

Daneben war ich an der Weiterentwicklung des Frontends in der SAP BAS Umgebung beteiligt, mit JavaScript, HTML, CSS und SAP CAP, und habe im Backend neue Features implementiert und über Git versioniert. Außerdem habe ich eine IT-Demand-Anfrage für SAP AI Core recherchiert und dokumentiert, insbesondere in Bezug auf Compliance und Datenschutz. Das war inhaltlich neu für mich, weil ich im Studium wenig mit dem regulatorischen Umfeld von KI-Projekten in Unternehmen zu tun hatte.

Bei Siemens Mobility war der Schwerpunkt ein anderer. Meine Hauptaufgabe war die Entwicklung und Pflege von Webanwendungen mit dem Low-Code-Framework Mendix. Ehrlich gesagt war ich anfangs skeptisch, ob Low-Code wirklich etwas für mich ist, aber ich habe schnell gemerkt, dass das Verständnis für Datenstrukturen und Prozesse dort genauso gefragt ist wie in der klassischen Entwicklung. Ein konkretes Projekt war die Entwicklung einer Anwendung zum Management von Rollen- und Zugriffsrechten über Microsoft EntraID. Die Lösung wurde am Ende tatsächlich eingeführt, was sich deutlich anders anfühlt als eine Hausarbeit abzugeben und nie wieder davon zu hören. Ergänzend habe ich SQL-Skripte für Datenauswertungen erstellt.


Werkstudent bei Salzgitter Digital Solutions und Siemens Mobility [1/3]

Hallo zusammen,

mein Name ist Iggy und ich studiere Wirtschaftsinformatik im Master. In den folgenden Beiträgen möchte ich euch einen Einblick in meine beiden Werkstudententätigkeiten geben, die ich parallel zu meinem Studium absolviert habe.
Von November 2024 bis Juli 2025 war ich als Werkstudent bei der Salzgitter Digital Solutions GmbH tätig. Das Unternehmen ist ein IT-Dienstleister innerhalb der Salzgitter-Gruppe und auf IT-Lösungen für die Bereiche Stahlerzeugung, Stahlverarbeitung, Handel und Technologie spezialisiert. Mit mehr als 500 Mitarbeitenden an mehreren Standorten in Deutschland deckt es ein breites Spektrum an industrienaher IT ab. Für mich war das eine interessante Erfahrung, weil ich vorher wenig Berührungspunkte mit der Stahlindustrie hatte und nicht erwartet hatte, wie viel IT dort steckt.

Im Anschluss, von August 2025 bis Januar 2026, war ich dann bei der Siemens Mobility GmbH am Standort Braunschweig tätig. Siemens Mobility ist auf Lösungen für den Schienenverkehr spezialisiert und entwickelt sowohl digitale Anwendungen als auch physische Komponenten und Schienenfahrzeuge. Der Wechsel von einem mittelgroßen IT-Dienstleister zu einem Konzern wie Siemens war spürbar, aber in beiden Fällen hatte ich das Gefühl, wirklich eingebunden zu sein und nicht nur Hilfsaufgaben zu übernehmen.

Inhaltlich habe ich in beiden Tätigkeiten an der Schnittstelle zwischen Softwareentwicklung, Datenverarbeitung und betrieblichen Prozessen gearbeitet. Was mich dabei am meisten überrascht hat, erzähle ich im nächsten Beitrag.


Werkstudent bei ITU consult GmbH [3/3]

Neben den fachlichen Einblicken habe ich durch meine Werkstudententätigkeit bei der ITUC vor allem auch persönlich sehr viel mitgenommen. Über die Zeit hinweg durfte ich immer mehr Verantwortung übernehmen und habe gemerkt, wie sehr man an den eigenen Aufgaben wächst, wenn einem Vertrauen entgegengebracht wird.

Besonders stolz bin ich darauf, dass ich mich in relativ kurzer Zeit zu einem festen Bestandteil des Teams entwickeln konnte. Anfangs ging es natürlich vor allem darum, mich in das Projekt, die Prozesse und die technische Umgebung einzuarbeiten. Mit der Zeit konnte ich jedoch immer selbstständiger arbeiten, eigene Aufgaben verantworten und schließlich auch wichtigere Themen mittragen. Gerade in Phasen, in denen aufgrund von Urlaub oder Krankheit nur wenige Entwickler verfügbar waren, habe ich gemerkt, wie viel Verantwortung ich inzwischen übernehmen konnte. Gegen Ende meiner Zeit war ich sogar einer der erfahrensten Entwickler im Projekt, sodass vieles fachlich über mich lief und sich das Team in mehreren Bereichen auf mich verlassen hat.

Ein weiterer besonderer Schritt war für mich die Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen. Dass ich sogar eine Vollzeitkraft einarbeiten durfte, war für mich ein starkes Zeichen des Vertrauens und hat mir gezeigt, wie sehr ich mich fachlich und persönlich weiterentwickelt hatte. Gleichzeitig habe ich dabei gelernt, dass Verantwortung nicht nur bedeutet, eigene Aufgaben gut zu erledigen, sondern auch Wissen weiterzugeben und andere zu unterstützen.

Auch sozial habe ich in dieser Zeit viel gelernt. Die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzten und Kunden hat mir gezeigt, wie wichtig gute Kommunikation im Berufsalltag ist. Dabei geht es nicht nur um positive Abstimmung, sondern auch darum, offen mit Problemen, Missverständnissen oder unterschiedlichen Sichtweisen umzugehen. Gerade Formate wie Retrospektiven haben mir verdeutlicht, wie wichtig es ist, Dinge ehrlich anzusprechen und gemeinsam an Verbesserungen zu arbeiten.

Für mich persönlich war die Zeit bei der ITUC deshalb besonders prägend, weil sie mir gezeigt hat, was mir im Berufsleben wichtig ist. Ich habe gemerkt, dass mir Softwareentwicklung sehr viel Freude bereitet, vor allem dann, wenn am Ende etwas Greifbares und Sinnvolles entsteht. Gleichzeitig habe ich festgestellt, dass mir auch der Kontakt mit Kunden und die Zusammenarbeit im Team besonders wichtig sind. Insgesamt hat mich diese Tätigkeit fachlich sicherer, persönlicher selbstbewusster und beruflich orientierter gemacht. Dafür bin ich sehr dankbar.


Werkstudent bei ITU consult GmbH [2/3]

In meiner Tätigkeit als Werkstudent bei der ITUC konnte ich viele verschiedene Facetten moderner Softwareentwicklung kennenlernen. Ich war als Fullstack-Entwickler in einem kleinen Projektteam tätig und habe sowohl im Backend mit Java und Spring Boot als auch im Frontend mit TypeScript und Angular gearbeitet. Darüber hinaus gehörten auch Themen wie Testing, Anforderungsmanagement und die allgemeine Projektarbeit zu meinem Alltag.

Besonders spannend fand ich, wie stark sich Theorie und Praxis in vielen Bereichen ergänzen, aber eben auch unterscheiden. Aus dem Studium bringt man zwar viele Grundlagen mit, doch in einem echten Softwareprojekt kommen zahlreiche zusätzliche Aspekte hinzu: bestehende Codebasen, Kundenanforderungen, technische Abhängigkeiten, Abstimmungsprozesse, Zeitdruck und die Notwendigkeit, Lösungen nicht nur sauber, sondern auch praktikabel umzusetzen. Genau dieser Praxisbezug war für mich besonders lehrreich.

Im Projektalltag habe ich unter anderem mit Technologien wie Git, MySQL, Cypress und Playwright gearbeitet. Gerade im Bereich Testing habe ich viel dazugelernt und ein besseres Verständnis dafür entwickelt, wie wichtig Qualitätssicherung für stabile und langfristig nutzbare Software ist. Gleichzeitig habe ich erlebt, dass Softwareentwicklung weit mehr ist als nur Programmieren. Es geht auch darum, Anforderungen richtig zu verstehen, mit verschiedenen Beteiligten zu kommunizieren und gemeinsam tragfähige Lösungen zu erarbeiten.

Ein besonderer Moment war für mich mein erstes Review, in dem ich dem Kunden eigene Ergebnisse präsentieren durfte. Das war einerseits spannend, andererseits auch ein wichtiger Schritt für mein eigenes Selbstvertrauen. In solchen Situationen merkt man besonders, dass die eigene Arbeit sichtbar wird und tatsächlich einen Beitrag zum Gesamtprojekt leistet. Genau diese Verbindung aus technischer Umsetzung und direktem Praxisbezug hat mir sehr gut gefallen.

Rückblickend habe ich in dieser Zeit nicht nur meine technischen Fähigkeiten ausgebaut, sondern auch ein deutlich realistischeres Bild davon bekommen, wie professionelle Softwareentwicklung im Unternehmenskontext tatsächlich funktioniert. Das war für mein Studium und meine weitere berufliche Orientierung enorm wertvoll.


Werkstudent bei ITU consult GmbH [1/3]

Seit mittlerweile dreieinhalb Jahren arbeite ich als Werkstudent in der Softwareentwicklung bei der ITU consult GmbH (kurz ITUC). Rückblickend war diese Tätigkeit für mich weit mehr als nur ein Nebenjob im Studium. Sie war vor allem die Möglichkeit, die Arbeitswelt in einem professionellen IT-Umfeld über einen langen Zeitraum intensiv kennenzulernen und dabei fachlich wie persönlich zu wachsen.

Von Anfang an habe ich die ITUC als sehr mitarbeiterfreundliches Unternehmen erlebt. Besonders positiv aufgefallen sind mir die flachen Hierarchien, das entspannte Miteinander und die offene, angenehme Arbeitsatmosphäre. Gerade als Werkstudent war es für mich nicht selbstverständlich, von Beginn an so ernst genommen und in das Team eingebunden zu werden. Umso mehr habe ich es geschätzt, dass ich mich schnell als vollwertiger Teil des Projektteams fühlen konnte.

Spannend war für mich auch der Einblick in die Organisation der Arbeit. Als Dienstleister entwickelt die ITUC Softwarelösungen für andere Unternehmen, wodurch neben der eigentlichen Entwicklung auch Abstimmung, Anforderungsmanagement und Kundenkommunikation eine wichtige Rolle spielen. Ich habe dadurch nicht nur gelernt, wie Software entsteht, sondern auch, wie viele Prozesse, Absprachen und Entscheidungen notwendig sind, damit ein Projekt im Alltag wirklich funktioniert. Besonders die Arbeit im SCRUM-Team hat mir gezeigt, wie wichtig klare Rollen, gute Kommunikation und verlässliche Zusammenarbeit in der Praxis sind.

Was ich außerdem sehr positiv in Erinnerung behalte, ist der hohe Stellenwert von Weiterentwicklung im Unternehmen. Die ITUC bietet viele Schulungs- und Fortbildungsmöglichkeiten an, und ich fand es besonders stark, dass diese Angebote nicht nur Vollzeitkräften, sondern auch Werkstudierenden offenstehen. Das hat mir das Gefühl gegeben, dass wirklich in Menschen investiert wird und dass Lernen und Weiterentwicklung hier ausdrücklich gewünscht sind.

Insgesamt hat mir meine Zeit bei der ITUC schon früh gezeigt, wie wichtig neben fachlicher Kompetenz auch Unternehmenskultur, Vertrauen und ein gutes Miteinander sind. Gerade diese Kombination hat den Einstieg für mich besonders wertvoll gemacht.


Werkstudent bei biqx GmbH 3/3

Guten Tag zusammen,

im letzten Teil meines Blogeintrags möchte ich ein Fazit zu meiner Tätigkeit als Werkstudent bei der biqx GmbH ziehen.

In meiner bisherigen Zeit konnte ich viele unterschiedliche Einblicke gewinnen, sowohl in technische als auch in organisatorische Themen. Besonders interessant finde ich dabei, wie nah man an den tatsächlichen Abläufen im Unternehmen dran ist. Da ich vorher eher in Konzernen gearbeitet habe, war ich es gewohnt, dass viele Dinge schon vorhanden sind oder von anderen Abteilungen übernommen werden. Bei biqx ist das anders, hier bekommt man vieles von Anfang an mit und sieht, wie Dinge entstehen und aufgebaut werden.

Durch die Tätigkeit habe ich ein besseres Verständnis dafür bekommen, wie Aufgaben im Unternehmen entstehen und umgesetzt werden. Viele Dinge aus dem Studium sind zwar eine gute Grundlage, aber erst in der Praxis merkt man, wie diese wirklich angewendet werden. Meiner Meinung nach reicht das Studium alleine nicht aus, um ein vollständiges Bild zu bekommen. Die Kombination aus Studium und Werkstudententätigkeit hilft dabei, die Inhalte besser zu verstehen und einzuordnen. Außerdem macht es deutlich mehr Spaß, wenn man das Gelernte direkt anwenden kann.

Auch die Arbeitsatmosphäre ist sehr angenehm. Die Kollegen sind freundlich, hilfsbereit und gleichzeitig professionell, wodurch man sich schnell wohlfühlt. Besonders die flexiblen Arbeitszeiten sind für mich ein großer Vorteil, da sich die Arbeit dadurch gut mit dem Studium kombinieren lässt. Homeoffice ist eigentlich jederzeit möglich, sodass ich nur gelegentlich vor Ort bin, aber trotzdem jederzeit ins Büro kommen kann. Ein Großteil der Kommunikation läuft über Teams, gleichzeitig sind aber auch viele Kollegen regelmäßig im Büro.

Was ich außerdem sehr schätze ist, dass ich jederzeit eigene Themen einbringen kann. Dadurch kann ich auch mit beeinflussen, an welchen Aufgaben ich arbeite und neue Impulse setzen, die sowohl mich interessieren als auch dem Unternehmen weiterhelfen. Als Werkstudent bin ich hier insgesamt sehr gut aufgehoben, da ich viele Freiheiten habe, mich aber gleichzeitig weder überfordert noch unterfordert fühle. Die biqx als Arbeitgeber schätze ich dafür sehr.

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in die Arbeit einer Unternehmensassistenz geben. 😊

Viele Grüße
Quang