Wirtschaftsinformatik in der Praxis

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[1/3] Meine Zeit bei der Talanx Systeme AG im IT Service Management

Hallo zusammen,

in den folgenden drei Blog-Einträgen möchte ich Euch einen kleinen, aber hoffentlich weitreichenden, Einblick in meine Tätigkeiten als Werkstudent bzw. Praktikant bei der Talanx Systeme AG (TaSys) in Hannover geben. Hierfür stelle ich mich sowie die Talanx Systeme AG anfangs kurz vor, beschreibe im Anschluss daran mein Aufgabenfeld sowie Tätigkeiten und gebe letztlich eine Bewertung über meine Zeit ab.

 

Mein Profil

Mein Name ist Philipp und studiere im 3. Semester im Master Wirtschaftsinformatik. Meinen Bachelor (Wirtschaftsinformatik) habe ich erfolgreich in Hannover an der Hochschule erworben und habe mich im Themengebiet Informationsmanagement mit Inhalten wie IT-Governance, IT-Compliance, IT-Organisation, IT Service Management, IT Security spezialisiert.

 

Unternehmensprofil

Die Talanx AG steht als Management- und Finanzholding an der Spitze des Talanx-Konzerns, ist selbst jedoch nicht im Versicherungsgeschäft tätig. Mehrheitsaktionär der Talanx AG ist der HDI V.a.G., ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Die Talanx AG gilt als drittgrößter deutscher Versicherungkonzern.
Der Talanx-Konzern ist weltweit in 40 Ländern mit eigenen Gesellschaften oder Niederlassungen vertreten und hat seinen Hauptsitz in Hannover. Über Kooperationen arbeitet der Konzern insgesamt in rund 150 Ländern.
Dabei sind rund 21000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entweder auf Konzernebene in der Finanz- und Managementholding Talanx AG oder in einer der Konzerngesellschaften tätig. Die Talanx AG gliedert sich in folgende Geschäftsbereiche:
– Industrieversicherung
– Privat- und Firmenversicherung Deutschland
– Privat- und Firmenversicherung International
– Rückversicherung International
– Konzernfunktionen (u.a. Talanx Systeme AG)
Die Talanx Systeme AG ist der IT-Dienstleister in der Talanx-Gruppe mit ca. 1.100 Mitarbeitern an den Standorten Hannover, Köln, Hilden, Hamburg und Hameln, wo die IT-Dienstleistungen in der Talanx Systeme AG in zentraler Funktion gebündelt werden. Sie erbringt IT-Dienstleistungen für die Geschäftsbereiche Privat- und Firmenversicherung Deutschland und Industrieversicherung sowie die Konzernfunktionen Talanx Holding, Talanx Services AG und Talanx Investments.

Wirtschaftsinformatik im Stahlwerk! Teil 2

Moin moin liebe Mitstudierenden und Interessenten der Wirtschaftsinformatik!

Nachdem ihr nun grob wisst wo ich gearbeitet habe möchte ich euch näher erläutern was genau ich gemacht habe.
Wie im ersten Teil schon beschrieben sollte ich für eine kleine aber leistungsfähige Mako-G Kamera eine Software schreiben mit der man die Kamera steuern kann. Angeschlossen wird die Kamera an einen PC/Laptop mit Hilfe eines Ethernet-Kabels.
Die Kamera lag beim Team schon länger rum, war also älter, und es hatte noch keiner wirklich was damit gemacht. Mir wurde dann die Kamera übergeben und gesagt, ich solle mal gucken wie ich die zum Laufen bringe und was man damit am Ende machen wollen würde. Dafür wurde mir ein sehr alter Rechner, der übrig war zur Verfügung gestellt, an dem ich die Kamera anschließen durfte. Auf diesem lief noch Windows XP und der schnellste war er auch nicht mehr.

Zuerst habe ich mir im Internet viele verschiedene Handbücher besorgt, um erstmal Informationen zu sammeln. Da außer der Kamera nichts dabei war musste ich mich auch um ein entsprechendes Netzteil mit Anschlusskabeln und Ethernet-Kabel kümmern, sodass ich die Kamera erstmal zum Laufen bringen konnte. Nachdem ich verschiedene Treiber installiert habe, wollte die Kamera immer noch nicht laufen…woran lag es? Die Netzwerkkarte, die in dem Rechner verbaut war hat keine 100Mbit/s Verbindungen unterstützt, sodass ich erstmal eine neue Netzwerkkarte für den Rechner besorgen musste…hat zum Glück geklappt, aber da muss man erstmal draufkommen. Man liest dann doch die Handbücher und Anleitungen mehrere Male durch!

Die API der Kamera hat verschiedene Programmiersprachen unterstützt, C++, C#, Java,… .Da ich in meinem Bachelor mit Java programmieren gelernt habe, war für mich klar die Anwendung für die Steuerung der Kamera auch in Java zu schreiben. Ich kannte damals zwei Möglichkeiten in Java Oberflächen zu programmieren: 1. AWT+ Swing ; 1. JavaFX. JavaFX ist herausgekommen, als ich ca. im 4. oder 5. Semester war. Da wir Oberflächenprogrammierung in den Vorlesungen nicht hatten und FX wesentlich neuer als AWT+Swing war, entschied ich mich dafür mit FX die Oberflächen zu bauen.
Zur Ansteuerung der Kamera gab es eine Bibliothek mit verschiedenen Klassen und Methoden, unter anderem natürlich auch eine Methode um ein Bild von der Kamera abzufragen. Diese Methode lieferte das Bild als Objekt vom Typ „BufferedImage“. Als ich mit der Programmierung endlich soweit war, konnte ich erste Test machen. Beim Testen konnte ich die vom Hersteller versprochene Framerate bei Weitem nicht erreichen…sehr komisch! Ich habe bestimmt 1-2 Wochen nach dem Fehler gesucht: JavaFX benutzt als Bildobjekt das sogenannte „WritableImage“, zu welchem ich das „BufferedImage“ von der Kamera um konvertiert habe. Diese Konvertierung war so zeitaufwendig, dass die Framerate darunter rapide gelitten hat!

Deshalb habe ich dann die ganze Steuerung noch einmal mit AWT+Swing gebaut, weil es in FX keinen Weg gab, das „BufferedImage“ zu benutzen…sehr ärgerlich!
Mein Tipp: Guckt vorher nach welche Version einer Programmiersprache ihr am besten nutzen solltet, wenn ihr mit fremden Bibliotheken etwas programmiert!

Hier mal ein Bild der Kamerasteuerung:


Teil 3: Freiwilliges Praktikum bei der Volkswagen Financial Services AG in der Abteilung IT-Innovationsmanagement

Meiner Meinung nach wird  IT-Innovationsmanagement immer wichtiger für  Unternehmen, weil sich  Technologien heutzutage schnell entwickeln und Innovationen im Mittelpunkt der Konkurrenzfähigkeit eines Unternehmens stehen. Durch die  Globalisierung ist es möglich, dass das Management die Innovationsprozesse mit Kollegen nicht nur aus unterschiedlichen Bereichen, sondern auch über verschiedene Länder hinweg verfolgt und erarbeitet.

Einige Beispiele zeigen die Tendenz der zukünftigen Entwicklung der Technologien gut auf.

Ich habe mich während meines Praktikums viel mit dem Thema künstliche Intelligenz beschäftigt, das Technologien wie deep learning, neural networks und natural-language processing beinhaltet. Für Unternehmen kann künstliche Intelligenz sehr nützlich sein. Sie kann z.B. im Kundenservice eingesetzt werden. KI kann menschliche Sprache verstehen und automatisch passende Antworten generieren, wodurch die Mitarbeiter entlastet werden und gleichzeitig die Qualität des Kundenservice verbessert wird. Außerdem kann KI benutzt werden, um große Datenmengen zu analysieren und somit zukünftige Tendenzen vorherzusagen. Ich habe in den letzten Monaten über viele Startups recherchiert, die sich mit KI beschäftigen. Viele davon spezialisieren sich in den genannten Bereichen Kundenservice und Vorhersage von Tendenzen. Natürlich gibt es daneben auch noch viele weitere Möglichkeiten künstliche Intelligenz zu nutzen, wie z.B. Bilderkennung usw., darauf möchte ich hier aber nicht weiter eingehen.

Eine andere Tendenz ist die der intelligenten Apps. Dabei sind Technologien wie der virtuelle persönliche Assistent (VPAs) interessant, da sie die täglichen Aufgaben vereinfachen. Wodurch es möglich ist, dass Mitarbeiter sich stärker auf komplexe und wichtige Aufgaben konzentrieren und somit die Effizienz erhöht wird.

Was noch ziemlich interessant ist, ist das Thema Blockchain. Blockchain ist ein System, um Transaktionen dezentral zu verwalten. Dabei lassen sich bestimmte Aktionen und Vorgänge automatisieren. Das besondere an der Blockchain Technologie ist, dass es keine zentrale Stelle und keine zentralen Server gibt. Es gibt keine Unternehmen oder Institutionen, die dieses Trasaktions-Verzeichnis betreiben. Stattdessen wird es im Netz verteilt und zugleich mehrfach vorgehalten. Blockchain ist eine wichtige zukünftige Tendenz, da es verschiedene neue Möglichkeiten eröffnet. Sie bietet so einen großen Stellenwert, weil es in der Zeit der Cyber- und Hackerattacken eine besondere Sicherheit bietet und es so ermöglicht auch wichtige und heikle Vorgänge digital zu gestalten. Ein typisches Beispiel für die Anwendung von Blockchain sind Bitcoins. Bitcoin ist eine rein digitale Währung. Für die es keine Scheine oder Münzen gibt. Sie besteht aus berechneten, verschlüsselten Datenblöcken. Eine andere Anwendung für die Blockchain Technologie ist Smart contract. Mit Smart Contract kann man viele komplexe Prozesse sicher durchführen, da niemand die Inhalte der Transaktionen beeinflussen kann.

Ich hoffe, dass meine kurze Beschreibung im Blog euer Interesse für das IT-Innovationsmanagement wecken konnte.


Testmanagement bei der Volkswagen Financial Services AG – 3

In den Blogeinträgen Teil 1 und Teil 2 habe ich über meinen Werkstudentenjob bei der VWFS AG erzählt und erklärt, was ich dort alles so machen musste. Den letzten Blogeintrag möchte ich gerne noch einmal dazu nutzen, um meine persönlichen Erfahrungen mit Vorgesetzten, Arbeitskollegen und einer Tätigkeit neben der Uni weiter auszuführen.

In den vier Jahren meiner verschiedenen Tätigkeiten habe ich viele „erste Male“ aus beruflicher Sicht gehabt. Diese waren nicht immer positiv aber in jedem Fall etwas, was man fürs Leben mitnimmt und von denen man lernen kann. Sei es in Hinsicht auf die fachliche Kompetenz und damit einhergehend die Möglichkeit, Lehrinhalte der Uni greifbarer zu machen, als auch auf das Erlernen sowie Verbessern der eigenen „Soft Skills“.

Darüberhinaus konnte ich viele neue Kontakte knüpfen mit denen ich teilweise bis heute noch regelmäßig über Xing mich austausche. Hilfreich ist hier natürlich vor allem die Erfahrungen der Vorgesetzten oder älteren Kollegen, die schon mehrere Jahre Berufserfahrung aufweisen können. Dadurch konnte ich vor allem Tipps für Bewerbungsunterlagen oder –gespräche mitnehmen, mir ein Bild über verschiedene Berufsbilder verschaffen und zudem den Umgang mit unterschiedlichen Interessentengruppen (auch aus dem Ausland) erlernen.

Letztendlich kann ich trotz meiner verschiedenen Jobs nicht zu 100% sagen, welchen Beruf ich nach dem Studium ausüben möchte, habe aber schnell gemerkt, wie mein Berufsalltag später mal nicht aussehen sollte. Diese persönlichen Erkenntnisse sowie der Aufbau sozialer Kompetenzen, der Knüpfung neuer Kontakte, der Möglichkeit Fehler zu machen (da es „nur“ ein Studentenjob ist) und aus diesen zu lernen, sind für mich jene Erfahrungen, die ich als die größten „Benefits“ für mich bezeichnen würde. Daher kann ich jedem empfehlen diese Erfahrungen zu machen und ein Stück mehr für das Leben nach der Uni gewappnet zu sein.


Testmanagement bei der Volkswagen Financial Services AG – 2

In diesem Blogeintrag gehe ich auf die Tätigkeiten ein, die ich im Rahmen meiner Werkstudentenstelle bei der VWFS AG (siehe hier: Teil 1) ausgeübt habe.

Die organisatorische Einheit „Webservices & Banking Solutions“ (die am Anfang meiner Tätigkeit noch „Internet Basis Architectur“ hieß) ist die verantwortliche Abteilung für die Internetpräsenz des gesamten Volkswagenkonzerns. Die Internetpräsenz lässt sich dabei in drei übergeordnete Infrastrukturen aufteilen.

  • FS.NET: Das Intranet der VWFS AG. Darunter Profile sämtlicher Mitarbeiter, ein schwarzes Brett, Umfragen, Pressemitteilungen und ähnliches. Dient der firmeninternen Kommunikation und Interaktionen.
  • FS.Direktbank: Bankingapplikationen für Kunden der VW-& Audi-Bank. Relevant für meine Tätigkeit vor allem Formulare (z.B. zur Beantragung eines Kredits) oder Bankingfunktionen (z.B. Abrufen von Kontoauszügen) für Direktbankkunden.
  • FS.WWW: Der internationale Auftritt in englischer Sprache mit u.a. der Seiten von Bentley und Porsche.

Die Aufgabe innerhalb der Abteilung war das Testen der Webauftritte. Die drei Infrastrukturen bestehen aus vielen einzelnen Webauftritten, die wiederraum aus mehreren Komponenten und Funktionen bestehen, welche wiederum auf jedem verfügbaren Browser funktionieren müssen. Bevor jeder einzelne Werbeauftritt jedoch Online gehen kann wurden diese akribisch in unserer Abteilung auf ihre Funktionalität getestet werden. Unabdingbar ist dabei ein ausführliches Testmanagement in dem ich mit folgenden Aufgaben involviert war:

  • Erstellen von Testfällen entsprechend der Anforderungsdokumentation unter Verwendung eines Excel-Templates
  • Überarbeiten von Testfällen im HP ALM
  • Dokumentation jeglicher relevanter Informationen, Testfortschritte und Testergebnisse innerhalb der Testzyklen

Nach der Erstellung (in Excel) und Dokumentation der Testfälle konnten diese im HP ALM („Application Lifecycle Management“ – Testmanagement-Tool) übertragen werden. Anhand dieser Testfälle konnten dann die Neuerungen, die von den Programmierern an den Webauftritten vorgenommen worden, getestet werden. Innerhalb eines Testzyklus war also das primäre Ziel alle Fehler und Unregelmäßigkeiten in enger Zusammenarbeit mit den Programmierern auszumerzen und dabei die Deadline für den Release einzuhalten. Die Aufgaben während des Testens waren dabei folgende:

  • Durchführen von strukturierten Tests des Web Content Management (WCM) Systems Adobe AEM
  • Durchführen von strukturierten Tests der Bankingapplikationen für Privat- und Firmenkunden
  • Erstellen von Defects bei Abweichung vom erwarteten Testergebnis
  • Das Nachtesten der Defects (nach dem diese von den Programmierern abgearbeitet wurden) und protokollieren der Ergebnisse im HP ALM

Da diese Tätigkeit schon mittlerweile zwei Jahre her ist, habe ich natürlich einige fachliche Sachen schon längst wieder verdrängt. Jedoch auch vieles für das weitere Leben mitgenommen. Zum einen die Zusammenarbeit mit dem Testmanager in Form regelmäßiger und (vor allem) selbständiger Berichtserstattung, um selbst beim Optimierungsprozess mithelfen zu können. Andererseits die Kommunikation mit den Programmierern auf zwei „unterschiedlichen“ Sprachen per Mail oder Telefon. Während man selbst die Defects sehr visuell beschrieben hat, war die Sprache der Programmierer selbstredend sehr technisch.


Testmanagement bei der Volkswagen Financial Services AG

Hallo liebe Leser!

Zunächst würde ich gerne etwas über mich erzählen: Ich heiße Cem und studiere mittlerweile im vierten Mastersemester Wirtschaftsinformatik. Während meiner akademischen Laufbahn hatte ich einige Werkstudentenstellen und Nebenjobs bei verschiedenen Unternehmen. Dazu zählen beispielsweise Volkswagen Financial Services, Magnetti Marelli in Hannover sowie die AOK.

Diesen Blogeintrag möchte ich dabei nutzen, um über meine erste und allgemein längste Tätigkeit während des Studiums zu erzählen. Meine ersten richtigen Gehversuche (ausgenommen von Minijobs) in einem professionellen beruflichen Umfeld, machte ich als Werkstudent in der organisatorischen Einheit „Webservices & Banking Solutions“ bei der Volkswagen Financial Services AG (kurz: VWFS). Die VWFS AG ist eine hundertprozentige Tochter der Volkswagen AG und ist für die Koordination der weltweiten Finanzdienstleistungsaktivitäten des Volkswagen Konzerns verantwortlich.

Nachdem ich mir im dritten Bachelorsemester sicher sein konnte, dass ich mich mit dem Studiengang Wirtschaftsinformatik anfreunden kann, wollte ich zusätzlich noch praktische Erfahrungen sammeln und vor allem eins: Geld verdienen. Durch einen sehr guten Freund wurde ich dann auf die vakante Stelle aufmerksam. Nach einem erfolgreichen Bewerbungsgespräch und den ersten nervösen Stunden am ersten Arbeitstag habe ich bemerkt, wie viel Glück ich mit der Einstellung hatte. Neben einem sehr engagierten Vorgesetzten bestand das Team hauptsächlich aus Werkstudenten. Somit hatte man die Möglichkeit in einem jungen dynamischen Team zu arbeiten und zusätzlich noch Verbündete für das Bachelorstudium zu gewinnen.

Im weiteren Verlauf werde ich noch genauer auf meine Tätigkeiten bei der VWFS AG eingehen und am Ende erklären, welche persönlichen Erfahrungen ich aus dieser Zeit mitnehmen konnte.


Wirtschaftsinformatik im Stahlwerk! Teil 1

Hallo liebe Mitstudierenden und Interessenten der Wirtschaftsinformatik!

In meinem ersten Blogeintrag möchte ich euch kurz meinen Arbeitgeber und mein Arbeitsumfeld vorstellen.
Ich habe als Werkstudent bei der Salzgitter Flachstahl GmbH (eine Tochter der Salzgitter AG) gearbeitet. Die Flachstahl GmbH stellt vor allem, wie der Name schon verrät, flachen und hochqualitativen Stahl hauptsächlich für die Automobilindustrie her, z.B. für die Karosserie.

Da dies der sichtbare Teil des Autos ist und für den Kunden von großer Bedeutung, muss der dafür gefertigte Stahl höchsten Qualitätsanforderungen entsprechen.
Ein Teil der Qualitätskontrolle wird dabei von leistungsfähigen Industriekameras durchgeführt. Diese werden durch das OIS (Oberflächeninspektion)-Team betreut. Dies war mein Arbeitsumfeld, in dem ca. 6-10 Leute arbeiten, also ein eher kleines Team auf dem doch sehr großen Werksgelände der Salzgitter Flachstahl GmbH.

Die Oberflächeninspektionssysteme nehmen das das durch die Anlage laufenden Stahlband auf, indem das Stahlband von einem LED-Balken angestrahlt wird und das reflektierte Licht von einer Zeilenkamera (d.h. eine Kamera die nur eine 1Pixel große Zeile des Stahlbandes in voller Breite aufnimmt) aufgenommen wird. Durch das Aneinanderreihen der Zeilen ergibt sich ein Abbild des gesamten Stahlbandes und eine Software überprüft dann Bereiche des Stahlbandes, in denen der Helligkeitswert der Pixel von der Norm abweicht.

Meine Aufgabe im Bereich des OIS-Teams war die Programmierung einer kleineren und schwächeren Kamera, welche zur Überprüfung der LED-Balken eingesetzt werden sollte. Auch wieder mit Hilfe von Abweichungen vom „normalen“ Lichtwert der einzelnen LEDs im Balken. Sobald einzelne bzw. mehrere LEDs im Balken ausfallen zeigt dies die Software an, die ich programmieren sollte, indem sie die Helligkeitswerte entlang des Lichtbalkens in einem Liniendiagramm darstellt, aber dazu später mehr!

Es handelt sich dabei um eine dieser Kameras, für die oder denjenigen der sich dafür mehr interessiert:
https://www.alliedvision.com/de/produkte/kameras.html?nc#spectrum%2F-1%2FmaxFrameRate%2F-1%2FresolutionCalc%2F-1%2Fcolor%2F-1%2FsensorSize%2F-1%2Fsensor%2F-1%2Fseries%2F56;62%2Ftext%2F%2Fintf%2F-1%2Finterfacefilter%2F-1%2F

Falls ich euer Interesse geweckt habe, freut euch auf meinen nächsten Eintrag, Lennie!


Konzept für einen mittelständischen Versandhandel

In meiner Tätigkeit als selbstständiger Technologieberater habe ich mit unterschiedlichen Aufgabenstellung zu tun. In diesem Projekt ging es um die Sanierung der Versandhandelssparte eines kleinen Mittelständlers. Der Umsatz war innerhalb eines Jahres um mehr als 50 % eingebrochen und die Hochrechnungen für das kommende Jahr sahen noch schlechter aus.

Der Geschäftsführer des Unternehmens schilderte mir sein Problem. Welche Gründe es für den Umsatzeinbruch geben könnte wusste er nicht. Daraus also folgte sogleich die Aufgabenstellung.

»Warum ist der Umsatz eingebrochen und welche Handlungsempfehlungen kann ich geben?«

Normalerweise bietet sich hier der Blick auf Zahlen und Fakten an. Welche Kunden kaufen welche Produkte über welche Plattform? Welche Marketingmaßnahmen sind wirksam? Kommen die Kunden wieder? Wie viel Umsatz macht ein Kunde?
Das Geschäft lief gut und war bisher stetig gewachsen. Im Unternehmen hatte daher niemand auch nur einen Gedanken daran verschwendet Daten zu sammeln, geschweige denn genauere Analysen durchzuführen. So war es meine erste Tätigkeit alle Informationen zusammenzutragen die ich finden konnte und ein rudimentäres Reporting zu etablieren.

Mit den nun vorhandenen und aggregierten Informationen konnte ich in enger Zusammenarbeit mit den Fachverantwortlichen passende Handlungsempfehlungen erarbeiten. Eine bessere Sortimentspflege ermöglichte die Expansion auf neue Handelsplattformen und die Konzentration auf messbar wirksame Marketingmaßnahmen weckte nicht nur den bestehenden Kundenstamm, sondern erreichte auch Neukunden.

An diesem Projekt zeigt sich für mich deutlich, wie wichtig ein funktionierendes Reporting ist um die Anstrengungen auf die wirklich wirksamen Aktivitäten zu richten. Ein spannendes Projekt in dem ich mein betriebswirtschaftliches Wissen mit meinem technologischen Verständnis kombinieren konnte.


Teil 2: Freiwilliges Praktikum bei der Volkswagen Financial Services AG in der Abteilung IT-Innovationsmanagement

Ich war in einem ziemlich kleinen Team, das ohne mich nur aus 3 Mitarbeitern besteht. Das Team beschäftigt sich hauptsächlich mit unterschiedlichen Innovationsthemen und sucht neue, innovative IT-Startups, deren Produkte für unterschiedliche Abteilungen von VWFS relevant sein können.     Die Ergebnisse der Recherchen werden regelmäßig in Form von Präsentationen unterschiedlichen Stakeholdern (Verantwortliche für Themen oder Prozesse, Führungskräte) vorgestellt.  Außerdem haben wir oft Workshops mit Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen organisiert und durchgeführt, um bestimmte Themen zu vermitteln und Meinungen miteinander austauschen zu können.  Ich habe an mehreren Projekten teilgenommen und beschäftigte mich mit Themen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Startup-Ökosysteme, Fintechs, OpenAPI und Design-Thinking Methoden.

Zu den Aufgaben gehörten vor allem:

  • Vergleich der Startup-Ökosytemene in Europa, USA und China
  • Erstellen eines Kalenders zu Highlights des Jahres 2016 – Überblick des IT-Innovationmanagement Teams
  • Nachbereiten einer großen Anzahl von Innovationen in Folge der Finovate Europe 2017 (London) Veranstaltungen
  • Unterstützung und Organisation bei der Bewertung von neuen IT-Innovationen
  • Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung von Workshops
  • Unterstützen bei der Ausarbeitung von Innovationen mittels Design Thinking Sessions
  • Pflegen der Innovationsdatenbank im SharePoint
  • Recherche zu verschiedenen Innovationsthemen
  • Erstellen und Schneiden von Videos für den GroupConnect-Kanal InnoTube (interne Austauschsplattform wie Blog /Forum)

Ich habe durch meine Arbeit in der Abteilung viel über das Thema IT-Innovationsmanagement gelernt. Außerdem habe ich die chinesischen und europäischen IT-Märkte und viele Firmen und Startups aus der ganzen Welt besser kennengelernt. Während meiner Praktikumszeit habe ich oft die Möglichkeit gehabt, neue Ideen mit Kollegen aus unterschiedlichen Branchen auszutauschen und innovative Produkte und Programme selbst auszuprobieren. Was besonders wichtig ist: sei immer bereit, neue Technologien und Ideen zu lernen.


Teil 1: Freiwilliges Praktikum bei der Volkswagen Financial Services AG in der Abteilung IT-Innovationsmanagement.

Mein Name ist Zheng Liu und ich komme ursprünglich aus China. Ich habe meinen Bachelor im Studiengang „Informationsmanagement und –System“ in China abgeschlossen und befinde mich jetzt im Masterstudium für das Fach Wirtschaftsinformatik.

Letztes Semester (01.11.2016 – 30.04.2016) habe ich ein 6-monatiges freiwilliges Praktikum bei VWFS absolviert und ich freue mich sehr, dass ich viel durch das Praktikum lernen konnte und viele nette Kollegen kennengelernt habe.

Hier möchte ich euch meine praktischen Erfahrungen aus dem letzten halben Jahr mitteilen. Im ersten Teil werde ich euch erzählen, was mir dieses Praktikum meiner Meinung nach beigebracht hat. Im zweiten Teil gehe ich auf die konkreten Aufgaben ein, die ich gemacht habe. Im dritten Teil erzähle ich euch, was die Tendenzen im Bereich IT-Innovation sind.

Für mich war das Praktikum bei VWFS meine erste praktische Arbeitserfahrung in einem großen Unternehmen hier in Deutschland. Bevor ich mit dem Praktikum angefangen habe, habe ich mich häufig gefragt wie der Arbeitsalltag und die Arbeitsweise in Deutschland aussieht und ob große Unterschiede im Vergleich zu China bestehen. Diese Fragen wurden im Laufe des Praktikums  automatisch beantwortet. Vergleicht man Deutschland und China  gibt es natürlich Unterschiede in der Arbeitsumgebung und der Kommunikation zwischen den Kollegen. Ein großer Unterschied  ist, dass in Deutschland das Übernehmen von Eigenverantwortung eine größere Rolle als in China spielt. In China wird normalerweise sehr klar definiert, welche Themen von wem übernommen werden sollen. Außerdem ist mir aufgefallen, dass die Leute in Deutschland am liebsten per Email kommunizieren und fast für alle Gespräche vorher ein Termin vereinbart werden muss. Weiterhin fanden während meiner Praktikumszeit viele Workshops statt, die eine sehr effiziente Form der Kommunikation ermöglichten. Das war mir aus China bisher so noch nicht bekannt. Schwierig waren am Anfang meiner Praktikumszeit vor allem Kulturunterschiede wie z.B. verschiedene Gewohnheiten und Denkweisen und die Sprachbarriere. Nach einer gewissen Einarbeitungszeit konnte ich mich aber gut an die Gegebenheiten anpassen, wodurch mir der Arbeitsalltag zunehmend leichter fiel. Für mich habe ich festgestellt, dass ich in Zukunft weiter an meiner deutschen Sprache arbeiten muss, um meine eigene Meinung ausdrücken zu können. Weiterhin sollte ich keine Angst haben Fragen zu stellen.