Wirtschaftsinformatik in der Praxis

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Duales vs. normales Studium – Teil 2: Gegenüberstellung

Nachfolgend gibt es eine kleine Gegenüberstellung, welche Vor- und Nachteile ein duales Studium gegenüber einem normalen Studium hat.

Duales Studium Normales Studium
Lohn Unbezahlt
Studiengebühren und sonstige Kosten werden oft übernommen. Kosten für das Studium und Arbeitsmaterialien wie Blöcke, Stifte usw. müssen selbst getragen werden.
Drucken von Skripte und sonstigen studienrelevanten Materialien kostenlos im Unternehmen. Druckkontingent durch die Universität, Skriptausgabe über die Fakultät Maschinenbau usw.
Theorie wird gelernt und kann in der Praxis sofort verknüpft und angewendet werden. Oft nur wenig Praxisbezug und viel Theorie. Studium lehrt eher Theorien (gut für Wissenschaft und Forschung) und kompliziertere Modelle und Strukturen (wichtig für Managementpositionen).
Zusätzliche persönliche Betreuung durch den Ausbilder (auch bei Fragen zum Studium). Man ist oft auf sich allein gestellt. Sprechzeiten der Professoren, kleine und große Übungen sowie Hausaufgaben sind einziges Feedback, dass man erhalten kann.
Oft Übernahme durch das Unternehmen nach Abschluss des dualen Studiums. Arbeitsangebote oft abhängig von Studiengang und –leistungen.
Positiver Punkt im Lebenslauf. Man ist einer unter vielen Studenten.
Studium oft streng an den Musterstundenplan gekoppelt. Das Studium muss selbst geplant werden. Man hat viele Freiheiten und kann den Stundenplan nach eigenen Wünschen zusammenstellen.
Klausuren müssen bestanden werden. Bei nichtbestehen einer Klausur gibt es den Freiversuch und die restlichen zwei Versuche.
Wenig bis keine Freizeit über den gesamten Zeitraum des dualen Studiums. Bei vielen Studenten fängt das „Powerlernen“ erst am Ende des Semesters an. In der Zeit davor ist der Terminplan nicht sehr eng.
Oft müssen sowohl Aufgaben für das Studium als auch für den Ausbildungsteil (auch zu Hause) erledigt werden. Nach den Vorlesungen ist der Studientag oft beendet.
Begrenzte Anzahl an Urlaubstagen (ca. 30 Tage pro Jahr). Diese müssen meist für die Klausurenzeit genutzt werden. Nachdem die Klausuren alle geschrieben sind, erlaubt die vorlesungsfreie Zeit oft, dass man in den Urlaub fahren bzw. sich einfach für einige Wochen entspannen kann.
Man vertritt das Unternehmen und muss sich dementsprechend auch verhalten. Da man ein Student unter vielen ist, kann man ein wenig mehr aus sich herausgehen (natürlich in einem bestimmten Rahmen!)

Wie man sieht, haben beide Studienarten Vor- und Nachteile. Während dem dualen Studium vor allem der Lohn und die Übernahme nach dem Studium zugutekommen, sind es beim normalen Studium die Flexibilität, der reduzierte Workload und der geringere Druck und Stress. Jeder muss für sich selbst entscheiden, welche Studienart am besten zu ihm passt.

 


Duales vs. normales Studium – Teil 1: Beschreibung

Dies ist der erste Teil einer dreiteiligen Blog-Serie, indem ich meine Erfahrungen, die ich während eines dualen Studiums gesammelt habe, mit euch teilen werde. Der erste Teil wird dabei einen kurzen Einblick in den Ablauf eines solchen Studiums geben. Im zweiten Teil werde ich versuchen, soweit das möglich ist, ein duales Studium und ein normales Studium gegenüberzustellen und zu vergleichen. Im dritten und damit letzten Teil gehe ich dann darauf ein, was ich persönlich aus dem dualen Studium für das Studium an der TU mitnehmen konnte und welche für das spätere Arbeitsleben wichtigen Kompetenzen durch das Wirtschaftsinformatik-Studium vermittelt werden.

Duales Studium Bild 1

Vereinfacht ausgedrückt ist ein duales Studium eine Kombination aus betrieblicher Ausbildung und Studium. Das bedeutet, dass das Studium nach Musterstundenplan ganz normal absolviert wird. Vor bzw. nach den Vorlesungen, in Freistunden und an vorlesungsfreien Tagen fährt man in den Betrieb, um dort zu arbeiten. Dabei werden im Grunde Themen der Hochschule vertieft, die für das Unternehmen von Interesse sind. Und auch außerstudentische Themen, die die „normalen“ Auszubildenden lernen müssen, werden den dualen Studenten vermittelt.
Ein duales Studium setzt außerdem meist zwei Praxissemster voraus. In einem Praxissemester nimmt man eine Auszeit vom Studium und geht ein ganzes Semester im Betrieb arbeiten. Freie Tage gibt es während eines dualen Studiums nur, wenn man Urlaub nimmt. Dies gilt auch für die Klausurenzeit!

 


Werkstudententätigkeit bei der VW FS AG – Teil 3: Persönliche Erfahrungen

In meinen letzten beiden Blogeinträgen habe ich Euch erzählt wie meine Tätigkeit bei der Volkswagen Financial Services AG begann und wie sie konkret aussieht. In dem dritten und finalen Teil möchte ich darauf eingehen, welche Erfahrungen ich in meiner Tätigkeit sammeln konnte.

Was hat das Ganze mir also gebracht?

Bereits zu Beginn meiner Tätigkeit musste ich ziemlich schnell lernen, selbsständig, zielorientiert und unter Einhaltung von Zeitvorgaben zu arbeiten. Keine Softwareupdates dürfen in den produktiven Content integriert werden, bevor sie nicht ausführlich getestet werden. Die Erwartungshaltung dem Testteam gegenüber ist dementsprechend ziemlich hoch. Zeitmanagement und ein systematisches Vorgehen sind hier das A und O. Im Laufe meiner Tätigkeit habe ich mir in diesem Zusammenhang einen eigenen Rhythmus und ein eigenes Vorgehen angeeignet. Dies wurde während der Anfangsphase insbesondere durch die Hilfsbereitschaft der Mitarbeiter gefördert, die bei Fragen und Unstimmigkeiten mir stets weitergeholfen haben. Dadurch konnte ich mir ein detailliertes Wissen nicht nur in Bezug auf meinen Tätigkeitsbereich, sondern auch auf die unternehmensinternen Prozesse und das Unternehmen selbst aneignen. Dies war äußerst hilfreich, denn aufgrund der regen Fluktuation der Studenten und externen Mitarbeiter und dem Wechsel von Zuständigkeiten war ich irgendwann plötzlich der „Experte“ und musste neue Mitarbeiter einarbeiten und ihnen die Zusammenhänge erklären.

Welchen Rat kann ich Euch geben?

Im ersten Teil hatte ich Euch erzählt, dass ich anfangs Bedenken bezüglich der Vereinbarkeit meines Studiums mit der Werkstudententätgkeit hatte. Diese Bedenken haben sich jedoch als unbegründet erwiesen, denn durch die flexiblen Arbeitszeiten kann ich selber festlegen, wann und wie viel ich arbeite. Man muss natürlich hin und wieder gewisse Opfer, besonders in Projektphasen, in Kauf nehmen, doch die praktische Erfahrung und der finanzielle Aspekt sind zwei Argumente, die eindeutig für eine Werkstudententätigkeit sprechen. Ich kann jedem nur empfehlen, ein Praktikum oder eine Werkstudententätigkeit im Laufe seines/ihres Studiums in Angriff zu nehmen, insbesondere, da man dadurch einen Einblick in die alltägliche Berufswelt erhalten kann und für sich selber besser entscheiden kann, welchen Weg man gehen möchte.

In meiner bisherigen Tätigkeit bei der VW FS AG habe ich nicht selten erlebt, dass ein Fachbereich dringend nach einer stud. Hilfskraft gesucht hat aber einfach niemanden finden konnte, weil sich einfach niemand beworben hat. Ich möchte Euch an dieser Stelle raten, habt keine Angst und bewerbt Euch. Im schlimmsten Fall erhaltet ihr nur eine Absage. Im besten Fall habt ihr aber die Möglichkeit, praktische Erfahrung zu sammeln und das Unternehmen, das Euch interessiert, von innen kennen zu lernen.

 

Viele Grüße

Siegfried Gaertner


Werksstudententätigkeit bei der ISR Information Products AG – Teil 1

Es gibt neben VW auch noch andere interessante Firmen in der Region, zum Beispiel die ISR Information Products AG! Daher möchte ich euch gerne meine Erfahrungen bei der ISR näher bringen. In Teil 1 werde ich euch zunächst erzählen, wie ich zur ISR gekommen bin. Im zweiten Teil berichte ich euch dann über meine tägliche Arbeit und ein paar interessante Projekte vor Ort. Abschließen werde ich diesen Dreiteiler mit einem kleinen Resümee. Dabei möchte ich euch aufzeigen, was eine Werksstudententätigkeit parallel zum Studium bedeutet und welche Vorteile sie mit sich bringt.

Seit über einem Jahr arbeite ich nun schon als Werksstudent bei der ISR Information Products AG hier in Braunschweig in der Abteilung Coporate Performance Management (CPM).

Angefangen hat alles im Herbst 2013. Zu Beginn meines Masterstudiums wollte ich unbedingt eine parallel laufende Tätigkeit ausüben, die mich auf mein späteres Berufsfeld vorbereitet. Über einen alten Schulkollegen bin ich dann auf die ISR AG aufmerksam geworden und habe mich nach einem sehr informativen Gespräch mit ihm direkt dort beworben.

Bereits nach kurzer Zeit wurde ich zu einem ersten Vorstellungsgespräch eingeladen, welches in einer für mich bis dahin unbekannten Lockerheit ablief. Noch bevor ich etwas sagen konnte, wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass es bei der ISR AG „Du“ und nicht „Sie“ heißt und in dieser Atmosphäre ging das Gespräch dann auch über knapp 30 Minuten weiter. Wir haben uns damals fast schon freundschaftlich über meinen bisherigen Werdegang, meine beruflichen Ziele und Vorstellungen unterhalten. Außerdem ging es um meine Interessen im Bachelorstudium und warum ich mich für bestimmte Vertiefungen entschieden habe. Für mich war damals noch besonders wichtig, dass ich meine Arbeitszeit flexibel genug gestalten kann, um an den Vorlesungen und Übungen in der Uni auch weiterhin uneingeschränkt teilnehmen zu können. Diese Möglichkeiten wurden mir direkt zugesprochen und so ging ich mit einem tollen Gefühl nach Hause.

Bereits 2 Wochen später bekam ich eine Einladung zu einem zweiten Gespräch, bei dem es dann um meine konkreten Tätigkeiten gehen sollte. Das Gespräch dauerte damals glaube ich nur 15 Minuten, denn wir waren uns schon nach wenigen Details über eine Beschäftigung einig.

So konnte ich im Januar 2014 mit meiner Tätigkeit bei der ISR beginnen und ich bin froh, heute immer noch dort zu sein.

In Teil 2 werde ich euch dann über meine tägliche Arbeit und ein paar spannende Projekte informieren.

 

Bis dahin, viele Grüße

Philipp


Werkstudent bei Volkswagen Financial Services – Ressourcenplanung und Regressionstests: Teil 1

Bitte nicht noch ein Werkstudent bei VW! Es hilft nichts, VW ist das dominierende Unternehmen in der Region. Von mir erhaltet ihr abermals Erfahrungen bei der Arbeit bei VW. Teil 1 und 2 handeln von meinen Aufgaben und in Teil 3 reflektiere ich, was ich in meinem Studium und meiner Arbeit gelernt habe.

Ich bin in der Abteilung zur Entwicklung des CRM-Systems untergebracht. CR-Was? Customer-Relationship-Management. Sobald ihr als Kunde in einem Großunternehmen seid sind sämtliche Information über euch und was ihr mit dem Unternehmen zu tun habt in diesen Systemen untergebracht. Die Abteilung ist für die Weiterentwicklung und Wartung von diesem System zuständig.

Das passiert immer in Projekten, so dass Projektleiter, VW-interne Entwickler und Entwickler aus externen Firmen hier untergebracht sind. Die Koordinierung der Projekte und deren Ressourcen – die Mitarbeiter werden als Ressourcen bezeichnet – wird als Ressourcenplanung verstanden. Meine Chefin musste daher jede Woche vor ihrem Projektleiter-Meeting aus verschiedenen Excel-Dokumenten die Daten per Hand zusammensetzen damit ja kein Mitarbeiter unnütz herumsitzt.

Meine Aufgabe war es dieses wöchentliche Ritual abzuschaffen und ein Programm zu erstellen, das das mit einem Mausklick schafft. Als Technologie diente Microsoft Office, speziell die Datenbank-Appliaktion Access mit einem starken Fokus auf VBA-Code. Es war wichtig von der Tabellenkalkulation Excel wegzukommen, denn Excel ist keine Datenbank! Das werdet ihr auch im Studium lernen.

Im nächsten Teil gibt es noch ein paar Details zu meinem Projekt und meiner zweiten Aufgabe, den Regressionstests.

Viele Grüße
Thomas


Masterand im IT-Innovationsmanagement der VW FS AG (Teil 3)

In meinen letzten Blogbeiträgen habe ich den Weg hin zu meinem Praktikumsplatz und die Aufgaben im IT-Innovationsmanagement der Volkswagen Financial Services AG beschrieben. In diesem Beitrag folgen nun ein kleines „Lessons Learned“ und ein paar Ratschläge für Unentschlossene.

Was habe ich mitgenommen?

Zum einen ist es die Erkenntnis, dass sich eine strukturierte Arbeitsweise und Kreativität nicht ausschließen, d. h. sie bedingen einander auch gewissermaßen. Ein strukturiertes Vorgehen in der Ideenfindung hilft dabei sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und auch komplexe Sachverhalte zu durchdringen.

Zum anderen habe ich gelernt, welche Vorteile eine konsequente Nutzerorientierung für das nötige Verständnis der Kundenbedürfnisse und der Entwicklung neuer, erfolgreicher Services bringt. Eine solche kundenorientierte Ausrichtung macht eine intensive Kommunikation und ständige Feedbackschleifen notwendig.

Darüber hinaus durfte ich erkennen, dass man auch mit den einfachsten und kostengünstigen Dingen große Dinge schaffen kann. Die Konzeptausarbeitung im Rahmen des Design Thinkings ist mit Klebezetteln („Post-its“) auf den ersten Blick recht simpel, erlaubt aber durch ihre Agilität eine flexible Gestaltung und Durchdringung komplexer Sachverhalte. Schon alleine das Aufschreiben von Gedanken und das mögliche schnelle „Umkleben“ bzw. Strukturieren der Zettel schafft einen enormen Überblick und ist mit der Methode des Design Thinkings nicht nur im Innovationsmanagement, sondern in allen Geschäftsfeldern eines Unternehmens oder bei vielen Fragen in jeglichen Lebensbereichen anzuwenden.

Was kann ich empfehlen?

Ich lege es jedem Studenten ans Herz, ein Praktikum zu machen oder eine Stelle als studentische Hilfskraft anzunehmen. Aus meiner Sicht ist es dafür auch völlig legitim, ein oder zwei Semester „hintern dran zu hängen“, da man sich doch freiwillig entscheidet, eine Zusatzqualifikation aufzubauen und man so auch zeigt, dass man bereit ist Dinge einfach auszuprobieren und aus ihnen zu lernen.

Ich hoffe ich konnte euch, liebe Leser, etwas inspirieren und dazu inspirieren, auch ein Praktikum in Angriff zu nehmen. 🙂

 

Patrick Franke


Studentischer Mitarbeiter bei Volkswagen Financial Services AG in Braunschweig – Teil 3

Nachdem ich euch in Teil 1 und Teil 2 von meiner Abteilung und meinen Aufgaben innerhalb dieser berichtet habe, möchte ich heute meine persönlichen Erfahrungen, welche ich während meiner Tätigkeit bei der VW FS AG gesammelt habe, darlegen. Obwohl meine Werksstudententätigkeit bei der VW FS AG noch nicht beendet ist, kann ich sagen, dass ich die Erfahrungen, welche ich sammeln durfte, nicht mehr missen möchte. Außerdem bin ich sehr gespannt, was mich in meinen restlichen Monaten bis November als studentischer Mitarbeiter erwartet.

Es ist aufregend zu sehen, wie das, was man während des Studiums theoretisch beigebracht bekommt, in der unternehmerischen Praxis aussieht. Durch die VBA-Programmierung konnte ich einigen Kollegen die Arbeit etwas erleichtern und so Arbeitsprozesse verschlanken und dadurch beschleunigen.

Ich habe schon nach kurzer Zeit viel Verantwortung übergeben bekommen. Das erste eigene Projekt durchzuführen und selbst Entscheidungen zu treffen, war eine großartige Erfahrung, die mich sowohl persönlich als auch in meiner Position sehr nach vorne gebracht hat.

Ich habe bislang viele positive Erfahrungen und Erkenntnisse mitnehmen können und nette und zuvorkommende Arbeitskollegen kennengelernt, die einem bei jeder Frage sowie Problemen unter die Arme greifen. Ich habe aber auch gelernt, wie es ist, etwas unter Zeitdruck fertig zu stellen und dass es zu (fast) jedem Problem eine Lösung gibt.

Das sind alles Dinge, die man im Studium und in den Büchern nicht lernt. Deshalb kann ich jedem ans Herz legen, auch wenn die Zeit noch so knapp ist und der Bachelor-/ Master-Stundenplan relativ voll ist, zu versuchen ein Praktikum o.ä. zu absolvieren. Neben der Tatsache, dass ihr euch menschlich weiterentwickelt, erhöht es auch eure Einstiegschancen nach dem Studium.

 

 


Lessons Learned

„Neugierde ist der erste Schritt zum Wissen.“ (Dr. Ebo Rau, dt. Mediziner, *1945)

Ein aufregendes sechs-monatiges Praktikum bei der AutoUni liegt hinter mir. Heute, ein Jahr später, bin ich immer noch am Institut für Informatik beschäftigt – nun als studentische Hilfskraft.

In meinen vorherigen Beiträgen habe ich euch erzählt wie ich zu der AutoUni kam und was ich dort alles praktisches machen konnte. Nun möchte ich ein Resümee ziehen. – Was hat mir das Praktikum gebracht und was habe ich gelernt?

In der AutoUni geht jeder Ein und Aus – Mitarbeiter, Abteilungsleiter, Manager. Experten aus der Forschung und Spezialisten aus der Industrie sind ebenfalls dort anzutreffen. Durch die vielen Möglichkeiten zu Netzwerken, habe ich nicht nur einen intensiven Einblick in ein Groß-Konzern und seine Prozesse bekommen, sondern konnte mich durch die Kommunikation mit den unterschiedlichsten Hierarchie-Ebenen persönlich weiter entwickeln. Ich habe viele verschiedene Lebensläufe von interessanten Personen kennen gelernt und konnte daraus Rückschlüsse ziehen, wo ich mal hin möchte bzw. welchen Weg ich nicht einschlagen will.
Im operativen Geschäft war neben dem Kommunikativen ein hohes Maß an Organisationsfähigkeiten gefragt, wodurch ich mein Selbst- und Zeitmanagement weiterentwickeln konnte. Das selbstständige Arbeiten und die verantwortungsvollen Aufgaben haben mir das Gefühl vermittelt, dass meine Arbeit wichtig für das Institut für Informatik ist. Dadurch konnte ich mein Selbstbewusstsein steigern und habe mich auch an kniffligere Aufgaben herangetraut.

Insgesamt kann ich jedem empfehlen vor dem Start ins Berufsleben praktische Erfahrungen zu sammeln, z.B. in Form eines Praktikums. Mir hat es geholfen zu sehen wo meine Stärken liegen, was mich interessiert und was mir Spaß macht. Es hat mir auch gezeigt, was ich nicht machen will und mich in meinem Gefühl bestärkt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Diese Erkenntnisse waren und sind sehr wertvoll und geben einem jede Menge Sicherheit.

Also bleibt neugierig und traut euch. Es kann nur Gutes dabei herauskommen. 🙂

Viele Grüße, Lina


Masterand im IT-Innovationsmanagement der VW FS AG (Teil 2)

Nachdem ich zuletzt meinen Weg in die Volkswagen Financial Services AG beschrieben habe, berichte ich euch in diesem Blogbeitrag von meinen Tätigkeiten im IT-Innovationsmanagement.

Zu Beginn meines Praktikums war ich natürlich aufgeregt und gespannt auf das Kommende. In vorangegangen Gesprächen habe ich schon einen kleinen ersten Einblick in die Aufgaben des IT-Innovationsmanagements erhalten und ging somit neugierig an das Praktikum heran. Nun war es also soweit, der erste Tag! Ich wurde freundlich empfangen, den Kollegen vorgestellt und herumgeführt. Dabei fiel mir sofort auf, wie strukturiert und vorbereitet mein Chef war, denn alle nötigen Vorkehrungen wurden im Vorfeld getroffen, um mir ein sofortiges Arbeiten zu ermöglichen. Das untermauerte natürlich meinen bisher schon positiven Eindruck.

Wer das Wort „Innovationsmanagement“ mit einem kreativen Durcheinander oder ähnlichem assoziiert, der irrt. Kreativität und Neugierde spielt beim Innovationsmanagement eine sehr große Rolle, jedoch bedarf es gerade im Feld der Informationstechnologie einer gewissen Strukturiertheit. Diese Strukturiertheit spiegelte sich in den Arbeitsweisen wieder und war auch nötig: Man kommunizierte im Rahmen unterschiedlicher Projekte mit den einzelnen Bereichen des Unternehmens oder musste bei der Ausarbeitung einzelner Konzepte viele kleine Details im Auge behalten.

Als den interessantesten Teil meiner Arbeit durfte ich das „Design Thinking“ kennenlernen. Design Thinking ist eine interdisziplinarische Innovationsmethode, die sich durch erfinderisches Denken mit radikaler Nutzerorientierung auszeichnet. Mithilfe des Design Thinkings war es uns als Team möglich die komplexesten Konzepte zu entwerfen und jedes noch so kleinste Detail zu erfassen. Dabei werden beispielsweise Kundenbedürfnisse und Produktelemente, Einnahmequellen und Kosten sowie die notwendigen nächste Schritte erarbeitet.

Neben all diesen interessanten Arbeiten war es natürlich auch wichtig den Blick für die Masterarbeit nicht zu verlieren. Durch die Literatur zum Innovationsmanagement vertiefte sich mein Wissen zusätzlich und ich erkannte manche theoretisch beschriebene Methoden oder Strukturen wieder.


Werkstudententätigkeit bei der VW FS AG – Teil 2: Infrastrukturen und Webauftritte

Beim letzten Mal habe ich Euch erzählt wie meine Tätigkeit begann. (Teil1)

Diesmal möchte ich darauf eingehen, wie meine Tätigkeit bei der VW FS AG konkret aussieht.

Die Unterabteilung „Webservices & Banking Solutions“ ist für die Weiterentwicklung und Verantwortung der Internet- und Intranet-Präsenzen der VW FS AG und ihrer Tochtergesellschaften zuständig. Insgesamt werden über hundert verschiedene Webseiten auf drei Infrastrukturen gehostet. Diese Infrastrukturen sind:

  • FS.NET: Das Intranet der VW FS AG
  • FS.WWW: Die Internetumgebung für Webauftritte wie bspw. VWCorporate, Porsche, Skoda…
  • FS.Direktbank: Das Bankingumfeld für Audi- und VW-Bank

Jeder Webauftritt besitzt eine Vielzahl von diversen Funktionen und Komponenten, die zu jeder Zeit fehlerfrei den Kunden und Mitarbeitern zur Verfügung stehen müssen. Meine Aufgabe besteht grob ausgedrückt darin, diese Komponenten und Funktionen auf ihre Richtigkeit zu testen. Da es sich bei den drei Infrastrukturen inklusive der Webauftritte jedoch um eine gewaltige Menge an verschiedenen Funktionen und Elementen handelt, war für ein effizientes Vorgehen, insbesondere bei komplexen Abläufen, eine Spezialisierung auf bestimmte Bereiche erforderlich. Zu meinen Spezialgebieten gehört bspw. das Berechtigungskonzept für die Infrastrukturen (Testen der verschiedenen Berechtigungen), das Online-Banking, die Bilderdatenbank und die Postfachmaßnahmen. Zur Unterstützung meiner Testaktivitäten stehen mir unterschiedliche Softwaretools zur Verfügung. Beispiele dafür sind das SAP CIC (Manipulation von Kundendaten), das SAP CRM (Testen von Marketing-Kampagnen), der IBA-Administrator (Verwalten von Bankingkunden) und der DirX-Manager (Manipulation von Mitarbeiterdaten). Die beiden wichtigsten Softwaretools sind jedoch das HP ALM und der AEM 5.6. Der Adobe Experience Manager (AEM) ist der Ort, wo alle Webseiten verwaltet werden. Wenn ich eine Webseite erstellen, verändern oder löschen möchte, so tue ich das alles über den AEM. Das Application Lifecycle Management (ALM) wird hauptsächlich zur Dokumentation von Testfällen und Defects (Fehler) verwendet. Fehler, die während der Testausführung auftreten, werden hier dokumentiert und an die Entwicklung weitergeleitet.

Da ich jetzt einiges über Softwaretools und meine Spezialgebiete erzählt habe, möchte ich Euch zum Schluss ein vereinfachtes Beispiel für den Ablauf meiner Testaktivität anhand des Berechtigungskonzepts für FS.NET (Intranet) aufzeigen.

Die Berechtigungen für FS.NET sind hierarchisch aufgebaut. Developer und Chiefeditoren bilden die höchste Ebene, Standarduser und Gäste die niedrigste. Read-Only ist ein Modus, der es allen Nutzern, die nicht Chiefeditor oder Developer sind, verbietet, bestimmte Änderungen an Seiten vorzunehmen. Um dies zu testen, wird meinerseits die Berechtigung eines Users verändert oder ein neuer User angelegt. Anschließend wird der Read-Only Modus über eine Siteconfig im AEM aktiviert. Sollte dann bspw. ein Standarduser in der Lage sein, eine Komponente z. B. Richtext permanent auf einer Seite zu speichern, dokumentiere ich das als Fehler im ALM und leite es an die Entwicklung weiter. Wenn der Fehler behoben ist, überprüfe ich es nochmal und schließe den Fehler ggf. endgültig.

Das wars fürs Erste von mir. Ich hoffe, dass ich Euch einen mehr oder weniger interessanten Einblick in meinen Werkstudentenalltag bieten konnte.

Beim nächsten Mal erzähle ich Euch, welchen konkreten Nutzen ich aus meiner Beschäftigung ziehen konnte.

 

Viele Grüße

 

Siegfried Gaertner