Wirtschaftsinformatik in der Praxis

Wirtschaftsinformatik in der Praxis |

Werkstudententätigkeit bei der CGI Inc. – Teil 2

An meinem ersten Arbeitstag wurde ich, zusammen mit den anderen Neuanfängern, erst einmal im Unternehmen herum geführt um mir zu zeigen, wo ich bei Fragen die entsprechenden Ansprechpartner finden kann. Anschließend kam ich in meine Abteilung. Hier wurde nun erstmal kurz erfragt, wie es so um meinen Wissensstand in der Softwareentwicklung steht. Als ich mit dem gängigen Wissen aus der Universität kam und Begriffe wie „Model View Controller“ fallen ließ, wurde ich etwas belächelt und mir wurde verdeutlicht, dass dieses Pattern heutzutage wohl kaum noch Anwendung findet. Ich sollte mich daraufhin erst einmal mit dem Konzept neuerer Architekturstile wie „Model View ViewModel“ und dem Reactive Programming vertraut machen. Den ersten Monat habe ich mir also weiterhin Tutorials zu Gemüte geführt und habe bestehende Projekte analysiert, um die Stile auch mal im praktischen Einsatz zu sehen.

 

Kurz danach wurde ich auch schon in meinem ersten Projekt eingesetzt, bei dem es dabei ging, eine bestehende App um eine Predictive Maintenance Komponente zu ergänzen, um drohende Ausfälle von Motorbauteilen zu prognostizieren und somit Motorschäden zu verhindern. An diesem Projekt habe ich alleine gearbeitet, da es gut geeignet war, um mit dem Thema vertraut zu werden und in der eigenen Geschwindigkeit zu arbeiten.

 

Danach wurde ich erstmal primär für Bugfixing in bestehenden Projekten eingesetzt, bis ich in das erste Projekt kam, in dem ich von Anfang an Teil des Teams war. Durch die geringe Teamgröße von sechs Personen wurde ich auch öfters nach meiner Meinung gefragt und konnte Einfluss auf Architektur- und Designentscheidungen nehmen. Das war für mich eine wirklich tolle Erfahrung, da ich vorher davon ausgegangen war, dass Studenten eher als günstige Arbeitskraft und weniger als mündig angesehen wurden – nun war hier genau das Gegenteil der Fall, was mich natürlich nur weiter motiviert hat. In diesem Projekt kam ich auch das erste Mal intensiv mit dem agilen Projektmanagement SCRUM in Berührung.

 

Mit diesem kleinen Team arbeite ich seit mittlerweile über zwei Jahren zusammen und es harmoniert noch wie am ersten Tag. Die Projektleitung hat dafür gesorgt, dass ich bei allen Terminen mit den Kunden anwesend bin, was mir auch einen tieferen Einblick in die Tätigkeiten des PMOs erlaubt. Zusätzlich kann ich in den Review-Terminen die von mir geleistete Arbeit präsentieren und kann dadurch sehen, wie der Kunde auf meine Arbeit reagiert und dass er sie wertschätzt.

 

Auch wenn ich meine berufliche Zukunft langfristig nicht unbedingt als Software-Entwickler sondern eher als Projektleiter sehe, so habe ich doch gelernt, dass ein guter Projektleiter zumindest eine Zeit lang als Entwickler gearbeitet haben sollte. Bei den anfänglichen Projekten waren zum Teil Projektleiter dabei, die von der Technik nicht sonderlich viel Ahnung hatten. Das hat auf das Team eine demotivierende Wirkung.

 

Im nächsten Eintrag ziehe ich ein Fazit aus meiner Erfahrung und gebe euch eine abschließende Empfehlung.


Werkstudententätigkeit bei der CGI Inc. – Teil 1

Hallo Miteinander,

 

in den folgenden drei Blogeinträgen möchte ich euch gerne ein paar Einblicke in meine Werkstudententätigkeit bei der CGI Inc. geben.

 

Für viele ist der Name vermutlich kein Begriff, das Unternehmen ist jedoch in 40 Ländern mit 400 Niederlassungen vertreten und beschäftigt weltweit 73.000 Mitarbeiter*innen. Am Standort in Braunschweig sind wir mit ungefähr 350 Mitarbeitern jedoch eher einer der kleineren Arbeitgeber.

 

Der Standort in Braunschweig firmiert erst seit Anfang 2019, unter dem Namen CGI, damals wurde nämlich das Unternehmen ckc group, welches vielleicht dem ein oder anderen bekannt ist, übernommen.

 

Ich selbst habe meine Werkstudententätigkeit bei der ckc group angefangen, wo ich durch das Teamprojekt des Lehrstuhls Decision Support gelandet bin. Ich hatte bis zu dem Zeitpunkt bis auf das SEP überhaupt keine Berührungspunkte mit der Entwicklung von Software, fand das Thema aber immer spannend und es war für mich ein großes Mysterium.

Während des Teamprojekts sollten wir nun bei der ckc group einen Alexa Skill entwickeln, welcher die Mitarbeiter bei der Organisation von Meetings unterstützt. Amazon Alexa war damals relativ neu am Markt und da ich ganz frisch einen Echo zuhause stehen hatte brannte ich dafür, das Thema mal etwas intensiver anzusehen, vielleicht könnte ich ja auch den ein oder anderen Skill für mich privat umsetzen, um mir den Alltag zu erleichtern. Abgesehen davon, war ich einfach mal neugierig, wie Projekte in Betrieben, also außerhalb der Universität, so ablaufen.

 

Nachdem das Projekt recht gut verlaufen ist und ich Spaß an der Software-Entwicklung gefunden hatte wurde mir direkt im Anschluss eine Stelle als Werkstudent angeboten. Den Einsatzbereich konnte ich mir dabei frei aussuchen und ich entschied mich für die App-Entwicklung für iOS, da mir das am wenigsten nerdig und irgendwie noch recht „sexy“ erschien. Ich habe mich daraufhin bis zu meinem ersten Arbeitstag mit Online-Kursen eingearbeitet und mir die Basics beigebracht.

 

Im nächsten Eintrag berichte ich euch von meinen Anfängen in der neuen Stelle.


Arbeitsstelle bei der Volkswagen Financial Services AG: Arbeitsklima und Beurteilung

Wie bereits im vorangehenden Blogeintrag geschrieben, arbeite ich im FIL-Output-Team der VW FS. Durch die permanente Arbeit im gleichen Team konnte ich mich dort recht schnell einleben. Die Arbeit dort ist professionell und gut organisiert, und auch sozial konnte ich mich gut einfügen, auch wenn ich mich deutlich von der bestehenden Altersstruktur des Teams abhebe. Die frühe Einarbeitungsphase hat glücklicherweise zu großen Teilen im Präsenzbetrieb stattgefunden, sodass ich mich vor Ort in das Team einleben konnte. So war auch die Anschließende Home-Office-Phase unproblematisch, da ich mit den beteiligten Personen bereits vertraut war. Eine reine Online-Einlebung stelle ich mir deutlich schwieriger vor.

Generell ist die VW FS ein sehr guter Arbeitgeber. Ich kann die Arbeit sehr flexibel an mein Studium anpassen, das Wohlergehen der Mitarbeiter wird sehr ernst genommen. Insbesondere in der IT herrscht ein angenehmes Arbeitsklima, in dem das Du üblich ist, auch mit Vorgesetzten. Das Führungsklima ist sehr offen und diskussionsorientiert, dass Dinge von oben durchgedrückt werden, ist eher die Ausnahme als die Regel.

Wer in der VW FS arbeitet, merkt schnell die sehr dezentrale Arbeitsstruktur mit vielen Beteiligten. Einerseits hat das den Vorteil, dass man mit vielen Leuten kommuniziert und für jedes Thema einen Experten zur Hand hat. Andererseits muss man aber in alle Themen recht viele Leute involvieren, ist abhängiger und langsamer. Das kann sehr frustrierend sein, wenn man dringend bestimmte Informationen oder Handlungen brauht, aber es fühlt sich keiner zuständig oder Beteiligte Personen sind nicht verfügbar. Das kann einige Themen ganz empfindlich bremsen.

Interessant ist hierbei auch die Arbeit mit Auslandsgesellschaften der VW FS. Man merkt sofort, dass in anderen Ländern auch ein anderes Arbeitsklima herrscht. Ich hatte vor allem mit der Auslandsgesellschaft UK/Irland zu tun, welche noch relativ nah an Deutschen Verhältnissen dran ist. Dennoch merkt man, dass es Unterschiede im Arbeitsverhalten gibt.

Ein weiteres zweischneidiges Schwert ist die sehr breite Palette an Aufgaben eines TAM. Einerseits ist der Alltag sehr abwechslungsreich und bietet viele Spannende Aufgaben. Andererseits kann man sich darin auch verlieren, da sehr plötzliche Themen mit hoher Priorität deinen gesamten Arbeitsplan schnell umwerfen können. Man muss flexibel sein und sich gut an die Situation anpassen. Wenn man die hohe Abhängigkeit von anderen Leuten bedenkt, ist das nicht immer ganz einfach.

Insgesamt muss ich aber doch sagen, dass mir die VW FS sehr interessante Aufgaben bietet, die mir dabei helfen, mich weiter zu entwicklen und Praxiserfahrung in der IT zu sammeln. Es werden viele Dinge vermittelt, die im Studium recht kurz kommen. Einerseits viele technische Dinge, die im Studium nur angerissen werden, wie Softwareverwaltung auf Linux und AIX. Andererseits das Verständnis dafür, wie ein großes Unternehmen funktioniert, wie bestimmte Zahnräder ineinander greifen und wie die Gruppendynamik in so einem großen Verband ist. Am wichtigsten ist aber ein anderer Aspekt, den man im Studium nicht lernt: Wie man im Arbeitskontext miteinander kommuniziert, was man wem wie mitteilt (oder vielleicht auch verschweigt), wann man wen um Rat fragen oder um Hilfe bitten muss, was man alleine entscheiden kann und was jemand anders entscheiden muss. Diese Dinge sind für den Arbeitsalltag unabdinglich, um miteinander umzugehen und produktiv vorgehen zu können. Allerdings fehlt dies im Studium, diese Erfahrung kann man erst im Praxisbetrieb gut lernen. Und deswegen bin ich sehr froh, diese Stelle bei einem Arbeitgeber wie der VW FS zu haben, an der ich diese Dinge lernen kann.


Arbeitsstelle bei der Volkswagen Financial Services AG: Beschreibung der Arbeitstätigkeit und der betreuten Software

Wie bereits im vorherigen Blogeintrag dargestellt, befasst sich meine Tätigkeit mit der Betreuung der Post- und Drucksoftware in der VW FS. Genauer geht es dabei um die Unterstützung des sogenannten Technical Application Manager (gängige Abkürzung: TAM). Der TAM ist in technischer Hinsicht der Hauptverantwortliche für die von ihm betreute Applikation. Für jeweilige zu der Applikation gehörige Tätigkeiten (z.B. Server- und Datenbankadministration, Monitoring im Produktivsystem, Installation in der Systemlandschaft) gibt es in einer Firma der Größenordnung von VWFS meist jeweilige Experten, die allerdings für mehrere Applikationen gleichzeitig zuständig sind. Der TAM fungiert als Schnittstelle zwischen diesen für seine Applikation. Er koordiniert Entwicklungs- und Konfigurationsaufwände, veranlasst Änderungen in der Infrastruktur und begleitet Projekte, die sich mit seiner Applikation befassen.

Organisatorisch werden die in der VW FS genutzen Systeme in Applikationen eingeteilt, die wiederum aus einzelnen Komponenten bestehen. Eine Applikation umfasst einen eng zusammen arbeitenden Abschnitt von Software, der einen gemeinsamen Zweck erfüllt. Die Komponenten wiederum sind tatsächlich zu einer Entität gehörende Softwareabschnitte, zum Beispiel einzelne Programme. So umfasst die Applikation, die der von mir unterstützte TAM betreut, das gesamte Outputmanagement. Dies beinhaltet die Zusammenfassung von Briefsendungen, die Postlogistik, die Portooptimierung, die Briefkuvertierung sowie den Finalen Briefdruck. Dazu werden zwei Komponenten eingesetzt: Ein Postlogistiksystem eines lokalen IT-Unternehmens sowie ein Druckspooler von einem Amerikanischen Druckerhersteller. Dazu kommt ein Spezieller Viewer zur Visualisierung von Druckdatenströmen im AFP-Format, welcher aufgrund des geringen Betreuungsaufwandes aber nicht als eigenständige Komponente geführt wird.

Beide Komponenten sind Kaufsoftware, sodass bei der VW FS keine Eigenentwicklung durchgeführt wird. Diese wird durch den jeweiligen Hersteller betrieben. Was im Unternehmen konkret selbst betrieben wird, ist Konfiguration, Dienstleistersteuerung, Lizenzmanagement, Berechtigungsmanagement, Incidentmanagement, Userbetreuung, Infrastrukturbetreuung, sowie diverse Projekttätigkeiten. Meine Tätigkeiten sind dabei nicht auf einen dieser Bereiche beschränkt, sondern ich liefere jeweils dort Unterstützung, wo gerade besonders viel anfällt oder eine hohe dringlichkeit herrscht.

Die Entwicklung und Konfiguration, die durch den Hersteller erfolgt, ist über zwei Arten von Arbeitstätigkeit organisiert: Sie kann besipielsweise Teil des allgemeinen Kundenservices sein, der für den Kunden VW FS in der entsprechenden Lizenz mit enthalten ist. In diesen Bereich fallen z.B. Bugs, Designfehler oder kleinere fachliche Anforderungen. In der Regel ist jeweils ein Servicemitarbeiter hauptsächlich für die Kommuniaktion mit einem Kunden zuständig, zumindest bei Kunden mit relativ großen Volumen wie der VW FS. In diesem Bereich ist es Teil meiner Aufgaben, auftretende Incidents oder Bugs mit den jeweiligen Dienstleistern zu besprechen und eine Lösung zu forcieren. Hierbei ist es vor allem wichtig, Probleme differenziert zu Schildern und auf gegebenenfalls vorliegende Eigenheiten im eigenen System hinzuweisen. Der jeweilige Servicemitarbeiter ist zwar ein Experte für die jeweilige Kaufsoftware, allerdings nicht zwangsläufig gut mit der VWFS-Umgebung vertraut. Um Fehldiagnosen zu vermeiden, müssen alle eventuell relevanten Informationen zusammengetragen und mitgeteilt werden. Wird vom Hersteller eine Lösung bereit gestellt, muss diese getestet werden. Meine Aufgabe hier ist vor allem die Kommunikationssteuerung zwischen Hersteller und Tester/Anwender der Software.

Fallen größere Änderungen an, müssen externe Ressourcen eingekauft werden. Dies könnte zwar auch bei einem anderen Anbieter als dem Hersteller erfolgen, allerdings ist dies bei Kaufsoftware oft nur bedingt sinnvoll, da der Anbieter oft die qualifiziertesten Leute in den eigenen Reihen hält. Teilweise können aber auch über Agenturen organisierte Freelancer eine hohe Kompetenz vorweisen. Die Einstellung und Instruierung externer Kollegen ist allerdings nicht Teil meines Aufgabenbereichs, da hierzu Tätigkeiten gehören, die nicht meinem Befugnisstand entsprechen. Hier beschränkt sich meine Tätigkeit bisher auf die Einweisung und Einarbeitung externer Mitarbeiter sowie dem organisieren von Zugriffsberechtigungen für die entsprechenden Systeme.

Im Falle von Kaufsoftware muss, sofern keine Volumenlizenzen vorliegen, die Nutzung von Lizenzen konsequent geprüft werden. Berührungspunkte damit hatte ich, da im Kontext einer Neuaufsetzung des AFP-Viewers die Lizenzen von diesem Neu verteilt werden mussten, um eine Nachlizensierung zu vermeiden. Hierbei musste die Kommunikation zwischen den Anwendern und den Compliance-Zuständigen gesteuert werden, um zu klären, welcher Mitarbeiter Zugriff auf welche Lizenzen braucht und wie diese Berechtigungen organisiert werden, um den Vergabeaufwand möglichst gering zu halten.

Generell spielt das Thema Berechtigungen und Zugriffe in einem Unternehmen der göße und Branche der VWFS eine sehr wichtige Rolle. Es finden regelmäßig Prüfungen der EZB statt, in denen getestet wird, ob Zugriffe missbraucht werden könnten oder Zahlungsdaten nicht gut genug geschützt sind. Entsprechend müssen alle Zugriffe, die für die tägliche Arbeit notwendig sind, in einem Umfangreichen, die ganze Firma umschließenden Berechtigungskonzept eingebaut werden. Meine Aufgaben hier beinhalten vor allem, die Notwendigkeit bestimmter Zugriffe festzustellen und zu kommunizieren, um diese in die Wege leiten zu können. Zum Teil habe ich diese Aufgabe nicht nur für die von mir betreute Applikation, sondern für das gesamte FIL-Output-Team übernommen.

Im Bereich des Incidentmanagement übernimmt unser Team den 3rd-Level-Support. Als 1st-Level ist ein Unternehmensweiter Helpdesk installiert, der Fehlermeldungen entgegen nimmt. Zwischen diesem und uns ist ein weiterer IT-Bereich zwischengeschaltet: Der Application Management Service (Gängige Abkürzung: AMS). Der Grund dafür ist in der Compliance zu suchen: Es ist nicht mit Datenschutzrechtlichen Vorgaben und Betrugsprävention vereinbar, wenn ein Mitarbeiter gleichzeitig Entwicklerrechte hat und Zugriffe auf die Produktivsysteme. Folglich müssen eingriffe auf der Produktivebene vom AMS ausgeführt werden.

In der Praxis funktioniert das so: Einfache Lösungsvorschläge kann der Helpdesk direkt geben (Beispiel: PC neustarten). Hilft das nicht, eröffnet er einen Incident und leitet das Problem an das zuständige AMS weiter. Dieses grenzt den Fehler auf technischer Ebene weiter ein. Kann dieser direkt ohne tiefe Applikationskenntnis behoben werden (Beispiel: Eine Festplatte ist vollgelaufen und konnte nicht mehr beschrieben werden, oder ein Server wurde fälschlicherweise heruntergefahren), führt dieses das AMS direkt aus. Ist dies nicht möglich, leitet das AMS den Fehler an den zuständigen TAM weiter (oder in diesem Fall an mich als TAM-Unterstützung). Dieser muss das Problem nun (ggf. unter Zuhilfenahme des Herstellers) lösen und dem AMS den Lösungsvorschlag mitteilen. Das AMS muss diesen ausführen und die Behebung des Problems bei Endanwender weiter verfolgen.

Da jede Software auch einen Endanwender hat, gehört auch die technische Betreuer dieser User zu meinen Aufgaben. Bei den Endusern handelt es sich in unserem Fall um die Druckoperatoren, die die zentralen Großdrucker im Druckzentrum bedienen. Dies ist eine sehr interessante Aufgabe, da die Mitarbeiter dort sehr weit entfernt vom IT- und Büroalltag sind. Entsprechend ist dort auch nur wenig Kenntniss über IT-Systeme vorhanden, was eine offene und Anwendergerechte Kommunikation äußerst wichtig macht. Gleichzeitig kann diese Tätigkeit viel Zeit in Anspruch nehmen, die allerdings nur bedingt einen Mehrwert bietet. Jedoch ist gerade das „Sich Zeit nehmen“ wichtig, um den Anwendern auch das Gefühl zu geben, dass ihre Probleme ernst genommen werden. Ich versuche besonders in diesem Bereich, meinen TAM stark zu entlasten, da einerseits für diese Tätigkeit weniger Fachkompetenz nötig ist und ich sie bereits in der Einarbeitungsphase gut ausführen kann, und andererseits mein Terminkalender deutlich weniger Termine enthält als der meines TAMs, sodass ich mir eher mal länger Zeit dafür nehmen kann, sofern Bedarf besteht. Allerdings erweist sich hier der regelmäßige Kontakt in der aktuellen Home-Office-Phase als schwierig, da die Arbeitsplätze der Druckoperatoren nicht auf Online-Meetings ausgelegt sind.

Im Bereich Infrastruktur muss vor allem die Belastung der Systeme sowie die Sicherheit gegen Angriffe regelmäßig gecheckt werden, um die Systeme anzupassen. Auch hier ist meine Aufgabe, Schnittstelle zwischen zwei Bereichen zu sein: Vom AMS beziehungsweise vom IT-Security-Team werden Grenzen des aktuellen Systems aufgezeigt. Diese muss ich entgegennehmen, technische Maßnahmen daraus ableiten und diese dann bei den entsprechenden Infrastrukturzuständigen in die Wege leiten.

Stehen Projekte an, die eine Applikation betreffen, werden auch diese von mir mit begleitet. Zurzeit gibt es vor allem ein wesentliches Projekt, dass für die Applikation relevant ist: Die Komponenten müssen auf eine neue Infrastruktur in einem neuen Rechenzentrum umgezogen werden. Hierzu müssen neue Server eingebunden werden, auf denen die Software neu installiert wird. Dabei wird die Software von AIX auf Linux umgestellt. Zusätzlich müssen alle Datentransfers wiederhergestellt und alle Firewallregeln neu aufgestellt werden. Hauptsächlich koordinativ und operativ tätig ist hier der TAM. Ich unterstütze dabei vor allem bei der Kennungs- und Brechtigungsgruppenanlage, bei der Sichtung der vorliegenden Datentransfers und bei der Vorbereitung der automatischen Installationstemplates.

Insgesamt ist der Aufgabenbereich eines TAM extrem weit aufgestellt. Für alles, was die Applikation betrifft, ist man die grundsätzliche Anlaufstelle, bevor Aufgaben weiterverteilt werden. Dies bedeutet einen hohen Aufwand in Koordination und Kommunikation, allerdings übernimmt man auch diverse technische Tätigkeiten und Verantwortungen selbst. So ist ein sehr abwechslungsreicher Tagesablauf zu erwarten, der allerdings auch schwer planbar sein kann. Näheres zum Arbeitsklima sowie zu meiner Einschätzung der Arbeit folgt im nächsten Blogeintrag.

 


Arbeitsstelle bei der Volkswagen Financial Services AG: Unternehmen und Arbeitsstelle

Bevor ich mit dem Masterstudium an der TU Braunschweig angefangen habe, habe ich ein Duales Studium bei der Volkswagen Financial Services AG absolviert. In diesem Kontext konnte ich nun dort eine interne Arbeitsstelle antreten, welche ich seit August neben dem Studium ausführe. Über die Erfahrungen, die ich bei dieser Arbeit gemacht habe, werde ich nun berichten.

Zunächst eine kurze Einordnung des Arbeitgebers:

Die Volkswagen Financial Services AG (Gängige Abkürzung: VW FS) ist mit über 5.500 Angestellten einer der größten Arbeitgeber in Braunschweig. Sie ist Teil des Volkswagen-Konzerns und hundertprozentige Tochter der Volkswagen AG. Der Firmensitz ist in Braunschweig in der Gifhorner Straße, nur etwa 3 km von der TU Braunschweig entfernt. Die Firma bezeichnet sich selbst als Automobiler Finanzdienstleister. Die Produktpalette umfasst ein weites Spektrum von Finanzdienstleistungen, welche größtenteils auf den Automobilmarkt fokussiert sind. Allerdings ist das Marktengagement nicht auf dem Automobilsektor beschränkt.

Konkret ist im Produktportfolio einerseits das klassische Bankgeschäft vertreten, andererseits Produkte wie Autofinanzierungen oder Versicherungen. Dabei ist nicht nur der Endkunde Ziel der VW FS, sondern auch die Finanzierungsgeschäfte der mit Volkswagen in Partnerschaft arbeitenden Autohäuser werden hier abgewickelt. Auch das Leasinggeschäft der Volkswagen AG wird über die VW FS durchgeführt. Die mit der Volkswagen AG durchgeführten Geschäfte liegen Markenübergreifend zentral bei der VW FS, so werden auch Geschäfte für Porsche, MAN, Audi, Skoda oder Seat abgewickelt. Allerdings gehören ebenso Produkte, die man nicht sofort mit Volkswagen in Verbindung bringen würde, zur VW FS. So sind beispielsweise die Gebrauchtwagenplattform HeyCar und das Parkplatz-Zahlungssystem PayByPhone teil des Unternehmens.

Als Finanzdienstleister der Volkswagen AG handelt das Unternehmen weltweit mit Standorten auf allen Kontinenten. Nach eigenen Angaben handelt es sich bei dem Unternehmen um den Weltmarktführer in der eigenen Branche. Wichtige Standorte sind die USA, Kanada, China, UK/Irland, Frankreich, Mexiko, Polen, Portugal, Brasilien oder Südafrika. Der Standort Braunschweig übernimmt hierbei die weltweite Headquarter-Funktion. Insbesondere die IT wird zu großen Teilen international von Braunschweig aus gesteuert.

In einer derart großen Firma ist es wenig überraschend, dass viele Arbeitsplätze keinen direkten Kontakt zum Endkunden enthalten. Und so ist auch mein Arbeitsplatz relativ weit vom Endkunden entfernt. Das Team, dem ich zugehöre, ist in der Datei- und Informationslogistik (Gängige Abkürzung: FIL) angesiedelt. Diese ist für den Dokumenten- und Posteingang sowie Ausgang, Dokumentengenerierung und Archivierung von Dokumenten. Kunde der FIL sind die Internen Dienste der VW FS. Die FIL ist dabei in 3 Teams gegliedert: FIL-Input, FIL-Output und FIL-Archiv.

Das FIL-Input-Team ist für den Dokumenteneingang, automatische Dokumenterkennung und Scannertechnologie zuständig. Das FIL-Archiv-Team ist für die Archivierung aller in der VW FS generierten Dokumente und Kundendaten zuständig. Das FIL-Ouptut-Team ist für Postausgang, Dokumentrendering und Druckertechnologie zuständig. Die Dokumentengenerierung ist zwischen dem Archiv- und Outputteam aufgeteilt, abhängig von der technischen Basis-Technologie.

Meine Tätigkeiten sind dabei Teil des Output-Teams. Neben allgemeinen teamunterstützenden Tätigkeiten wie Incidentmanagement oder Teamorganisation liegt der Schwerpunkt der Tätigkeit dabei vor allem in der Betreuung der Post- und Druckersoftware. Zur genauen Tätigkeit folgt näheres im nächsten Blogeintrag.


Werkstudentin bei NEW YORKER Information Services International GmbH (3/3)

Hallo zusammen,

alles in allem würde ich die Werkstudententätigkeit weiterempfehlen. Bereits ab Beginn an dominierte das „Du“ zwischen den Kollegen*innen und auch sonst ist das Arbeiten im Team von einer angenehmen Atmosphäre geprägt. So unterstützen sich alle gegenseitig und falls jemand Probleme hat, kann er diese direkt ansprechen und es wird eine Lösung gefunden. Vor allem durch das agile Arbeiten entstehen viele Freiheiten. So organisiere ich mich selbst und schätze
meine eigene Zeit in meinem persönlichen Arbeitstempo ein. Die Aufgaben werden individuell erstellt, je nachdem wie das jeweilige Projekt organisiert ist. So habe ich individuelle Themen zum Bearbeiten bekommen und dadurch gelernt mich besser zu organisieren. In den täglichen Dailys wird darauf geachtet, dass jede*r Kollege*in in seiner*ihrer Arbeit vorankommt und bei Unterstützungsbedarf Hilfe angeboten. Am Ende jedes Sprints werden diese noch einmal gereviewt, um herauszufinden, ob es irgendwelche Hürden gab, welche in Zukunft beseitigt werden können. Dadurch konnte ich meine Arbeitsweise derart verbessern, dass ich in den anschließenden Sprints die Probleme der vorherigen nicht wiederholte. In der darauffolgenden Sprint Retrospektive wird zusätzlich der Teamzusammenhalt gestärkt, indem die Teammitglieder dazu ermutigt werden zu beschreiben wie es ihnen persönlich im Sprint ergangen ist. Dabei können Schwierigkeiten aufgedeckt und gelöst werden. Zusätzlich können weitere Termine zur Klärung bestimmter Themen vereinbart werden. Das hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, da nicht nur auf die Aufgaben und die Arbeitsweise an sich geschaut wird, sondern auch wie es einem persönlich geht und ob es Klärungsbedarf im Team allgemein gibt. So konnte ich sicher sein bei Problemen stets die Hilfe zu bekommen, die ich brauchte.
In dem Team, in dem ich war, passen die Themenfelder perfekt in die im Studium gelernten Inhalte und können praktisch vertieft werden. So wurde die Theorie anwendbar, denn ich arbeite direkt als Schnittstelle zwischen der IT und Wirtschaftsthemen, sowohl kommunikativ als auch im Wissensbereich. Je nachdem, ob man eher technikaffin, oder andere Themen bearbeiten möchte, die Entscheidung liegt bei einem selbst.


Werkstudentin bei NEW YORKER Information Services International GmbH (2/3)

Hallo zusammen,

in diesem Blogeintrag berichte ich über meine Tätigkeiten als Werkstudentin im IT Consulting im Bereich Finance. Hier unterstütze ich grob gesagt die Fachabteilung bei der Analyse, Konzeption und Optimierung ihrer Geschäftsprozesse. Dabei wird der Fokus auf der Modellierung der Geschäftsprozesse und Identifikation von Optimierungspotentialen gelegt. Ebenso spielt die Integration der Prozesse in die New Yorker IT-Landschaft eine wichtige Rolle.
Der Bereich Finance arbeitet agil mit Scrum. Das bedeutet, das Team organisiert sich selbst. Jeder kann sich seine Aufgaben anhand der Sprintziele selbst einteilen und diese werden durch den Product Owner im Kontext der Anforderungen priorisiert. Im täglichen Daily werden die Aufgaben kurz thematisiert und Probleme angesprochen. Alle zwei Wochen findet dann jeweils der Sprint Review, die Sprint Planung und die Sprint Retrospektive statt. Hier werden der letzte Sprint besprochen, welche Herausforderungen und Probleme es gab, der neue Sprint derart geplant, dass jede*r Mitarbeiter*in nicht zu sehr ausgelastet ist, aber auch genug zu tun hat, sowie der Teamzusammenhalt gestärkt.
Als beispielhafte Aufgaben in einem Sprint unterstütze ich die Mitarbeiter*innen bei der internen Organisation und Koordination, sowie bei Prozessautomatisierungen und weiteren möglichen Themenfeldern. Dabei konnte ich die im Studium gelernten Inhalte zur Prozessmodellierung, sowie mein theoretisches Hintergrundwissen gut anwenden. Nützlich zu wissen war auch der Softwareentwicklungsprozess, welcher im Studium im Softwareentwicklungspraktikum vermittelt wurde, da hier eng mit den Entwicklern*innen zusammengearbeitet wird. So werden zu entwickelnde Funktionen in einem einheitlichen Standard den Entwicklern*innen zur Umsetzung übermittelt. Allgemein ist der Themenbereich in diesem Bereich sehr groß, da immer wieder neue individuelle Aufgaben auf einen zukommen und flexibles Handeln, sowie stetiges Lernen eine Grundvoraussetzung ist. Als Werkstudentin bei New Yorker konnte ich einen Anteil zum Projekterfolg beitragen, da ich direkt ins Tagesgeschäft eines Projektes mit eingebunden werde.

Im nächsten Blogeintrag möchte ich nun ein kurzes Fazit geben.


Werkstudentin bei NEW YORKER Information Services International GmbH (1/3)

Hallo zusammen,

mein Name ist Katharina Eisenhardt und ich studiere Wirtschaftsinformatik im Master an der TU Braunschweig. Dort habe ich bereits meinen Bachelor ebenfalls in Wirtschaftsinformatik abgeschlossen.
In den folgenden Blogeinträgen möchte ich gerne etwas zu meiner Werkstudentenstelle bei NEW YORKER Information Services International GmbH erzählen. Dazu werde ich erst kurz etwas über das Unternehmen schreiben, im nächsten Blogeintrag etwas zu meinen Aufgaben und im letzten ein kurzes Fazit ziehen.

New Yorker ist ein deutsches Bekleidungsunternehmen, welches in Braunschweig ansässig ist. 1971 eröffnete die erste Filiale in Flensburg, seit 1994 befinden sich Filialen im Ausland. Mittlerweile gibt es über 1.100 Filialen in 45 Ländern. Das Unternehmen befindet sich kontinuierlich auf Wachstumskurs und zählt mit seinen über 18.000 Mitarbeiter*innen zu den größten internationalen Modemarken.
Während meiner Werkstudententätigkeit war ich im IT Consulting im Bereich Finance eingesetzt.

Im folgendem Blogeintrag gehe ich etwas auf meine Tätigkeit dort ein.


Praktikant Digital Health bei der apoBank (3/3)

Fazit: 1 Jahr apoBank – eine intensive und sehr spannende Zeit, in der ich ein sehr gutes und breites Wissen aufbauen konnte und stets eine hohe Wertschätzung innerhalb der Teams erfahren durfte. Durch die kontinuierliche Beobachtung des Marktes konnte ich entscheidende Trends und Entwicklungen identifizieren und in strategischen Projekten live miterleben.

Besonders bewusst ist mir dabei wieder die interdisziplinäre Ausbildung der Wirtschaftsinformatik geworden, sodass ich die Schnittstelle zwischen dem klassischen Banking-Geschäft, dem Gesundheitsmarkt und der Digitalisierung sehr gut bedienen konnte. Gerade in der Kommunikation zwischen Business Development und IT-Entwickler Teams ist man als kompetenter Ansprechpartner sehr gefragt. Meine Mastervertiefungen „Informationsmanagement“, „Controlling“ und die Module am Institut für Medizinische Informatik (PLRI), haben für mich einen wichtigen Grundstein für den Alltag in der Praxis gelegt.

Auch außerhalb der Bank hatte ich die Möglichkeit, mich mit Innovationstreibern und Start-ups im Gesundheitsmarkt zu vernetzen und hoffe, für den Einstieg ins Berufsleben, davon zu profitieren.

Vielen Dank fürs Lesen und euch alles Gute!


Praktikant Digital Health bei der apoBank (2/3)

Hallo zusammen,

während meiner sechs Monate als Praktikant wurde ich in das operative Tagesgeschäft sowie aktuelle Projekte des Digital Health Kompetenzzenrums eingebunden. Generell stand dabei der Aufbau des Kompetenzzentrums und die Entwicklung neuer Mehrwertleistungen für die apoBank und Heilberufler im Vordergrund. Unter der Maxime „Digitalisierung erlebbar machen“, wird das Ziel verfolgt, die Kompetenz der Bank, rund um die Digitalisierung um Gesundheitsmarkt auszuweiten und sich als strategischer Partner in diesem Bereich zu positionieren.

Neben Recherchetätigkeiten und die Erstellung von Präsentationen rund um die Digitalisierung im Gesundheitsmarkt, durfte ich auch an der Neugestaltung der Website mitwirken. Fachübergreifend durfte ich ein kleines Projekt zum Thema elektronisches Rezept leiten und mich in Workshops zum Thema digitale Gesundheitsanwendungen einbringen.

Zu den größeren Projekten zählte das Startup-Engagement, als ein wesentlicher Baustein, um Heilberufler bei der Digitalisierung im Gesundheitsmarkt zu unterstützen. Dazu gab es eine Kooperation und Besuch eines Startup-Netzwerks in Hamburg. Außerdem durfte ich an Startup-Veranstaltungen teilnehmen und das Finale eines Startup-Wettbewerbs in der Zentrale der Bank mitorganisieren. Ein weiteres Highlight war das Mitwirken bei der Strategieplanung und Weiterentwicklung des Business Cases einer Modellpraxis der Zukunft.

Im Anschluss hatte ich die Möglichkeit, mich als Werkstudent im Team des Bereichs Business Development einzubringen. Hierbei stand ein Projekt zur Entwicklung und praktischen Pilotierung eines datengetriebenen Geschäftsmodells für die digitale Praxisberatung im Vordergrund. Neben der Analyse von Markt- und Kundendaten sowie die Vorbereitung von Kundenexposés, durfte ich den Product Owner bei der Transformation zwischen Business Development und dem IT-Entwickler Team unterstützen.