Wirtschaftsinformatik in der Praxis

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Product Enabler bei der Volkswagen Financial Services AG (1/3)

Moin zusammen,

mein Name ist Philipp und ich bin im Wintersemester 21/22 in das Masterstudium Wirtschaftsinformatik gestartet. Im Juli 2021 habe ich mein Bachelor der Wirtschaftsinformatik erfolgreich abgeschlossen. Neben dem Studium arbeite ich als “Product Enabler” bei der Volkswagen Financial Services AG, die in den letzten Blogeinträgen schon einige Male ausführlich vorgestellt wurde. Daher verweise ich an dieser Stelle einfach auf die letzten drei Einträge und gebe nur eine kleine Zusammenfassung.

Unternehmensprofil der Volkswagen Financial Services AG (VW FS):

Beschreibung von Torben Achilles: Meine Tätigkeit bei der Volkswagen Financial Services AG (1/3)

Beschreibung von Lukas Sestendrup: Arbeiten bei der Volkswagen Financial Services AG (1/3)

Beschreibung von Felix Pletke: Arbeiten bei Volkswagen Financial Services (Teil I)

Zusammenfassend:
Die Volkswagen Financial Services (VW FS) werden durch mehrere Töchter der Volkswagen AG gebildet. Hierzu gehören insbesondere die Volkswagen Bank GmbH & die Volkswagen Financial Services AG mit Hauptsitz in Braunschweig. Die Hauptaufgabe der VW FS ist die Absatzförderung der Konzernmarken durch Finanzprodukte (Kredite & Fahrzeugleasing), sowie das Entwickeln und Betreiben digitaler Angebote, um das Interesse der Kunden langfristig zu binden.

In meinem nächsten Blogeintrag erzähle ich euch von meinen täglichen Aufgaben.


Product Enabler bei der Volkswagen Financial Services AG (2/3)

Willkommen zu Blogeintrag #2,

in diesem Beitrag möchte ich euch zunächst unsere Abteilung vorstellen und einen Überblick über meine Tätigkeiten geben.

Derzeit arbeite ich zusammen mit vier weiteren Kollegen im Team X. Unsere Aufgabe innerhalb des Unternehmens ist es neue Technologien zu untersuchen, Ideen zu fördern und diese vom ersten Gedanken bis zur Pilotierung zu begleiten. Außerdem unterstützen wir bei der Optimierung von Prozessen und versuchen „die Dinge“ aus verschieden Perspektiven zu betrachten.

Kommen wir nun zu meinen Tätigkeiten. Diese lassen sich am besten durch einen Mix aus: Brainstorming, Entwicklung und Meetings beschreiben. Brainstorming ist fester Bestandteil meiner Arbeitswoche, sei es beim Finden von möglichen Lösungen, wie sich eine Funktion am besten programmieren lässt oder bei der Weiterentwicklung von Ideen – Brainstorming und der dazugehörige Austausch gehören einfach dazu.

Der zweite wichtige Teil ist die Entwicklung. Entwicklung ist hier zweideutig zu sehen, zum einen geht es darum Projekte voranzutreiben, sie also zu “entwickeln”. Hierbei unterstütze ich besonders als technischer Ansprechpartner. Die zweite Deutung ist die Entwicklung im sinne der Programmierung. Je nach Projekt schwankt der Anteil aus Projektarbeit und Softwareentwicklung. So kann es sein, dass ich bei einem Projekt keine Zeile programmiere und beim nächsten Projekt 80 % meiner Zeit für die Softwareentwicklung nutze. Dazu gesellen sich Meetings und Workshops. Die meisten Meetings haben den Zweck, sich über den aktuellen Stand auszutauschen oder den weiteren Projektablauf zu planen. Workshops werden nach Bedarf geplant, um spezifische Informationen zu einem Thema zu erarbeiten oder weiterzugeben.

Im letzten Beitrag möchte ich noch einmal ein wenig auf das Thema: “Design Thinking” eingehen, mit dem wir insbesondere neue & kreative Ideen suchen und abschließend ein kleines Fazit ziehen.


Product Enabler bei der Volkswagen Financial Services AG (3/3)

Willkommen zum Blogeintrag #3.
In diesem Beitrag möchte ich euch das Thema “Design Thinking” näher bringen und mit einem Fazit meine Blogreihe schließen.
 
Um Prozesse und Produkte zu verbessern, nutzen wir oft den “Design Thinking” Prozess.
 
Was ist “Design Thinking”? Es handelt sich um einen Ansatz, um Probleme und Produkte auf kreative Art zu lösen respektive zu entwickeln oder zu verbessern. Bei Team X verwenden wir unter andem den “Design Thinking” Prozess, der aus fünf Schritten besteht:
 
“Verstehen” – was ist das Problem? Wer ist beteiligt? Ziel in der ersten Phase ist es unvoreingenommen von beteiligten Personen das Problem darstellen zu lassen und Information zu dokumentieren. Ofmals hilft dabei auch eine kleine Hospitation, also einfach einen Tag als Beobachter über die Schulter zu schauen.
 
“Definieren” – wer ist für was verantwortlich? Welche Entscheidungen wurden getroffen? Was sind die Herausforderungen? Was sind die Hindernisse?
 
“Ideenfindung” – in dieser Phase werden aus den gewonnenen Erkenntnissen neue Ideen generiert. Wir nutzen hierzu verschiedene Brainstorming Methoden, um zunächst einen großen Umfang von Ideen zu generieren. Zum Ende der Phase werden die Ideen sortiert und ausgedünnt.
 
“Prototyp”- im Anschluss werden aus den kanalisierten Ideen kleine Prototypen erstellt. Ziel ist es hierbei möglichst schnell und einfach mögliche Lösung zu veranschaulichen und keine Marktreife zu erreichen. Hierzu nutzen wir oft einfache Mittel wie Stifte, Papier und Schneidewerkzeug.
 
“Testen”- in der letzten Phase werden die Prototypen getestet und ausgewertet. Hierbei spielt Feedback eine große Rolle. Die wichtigsten Fragen: “Wie finden Kunden und Kollegen den Prototypen?”. “Wie können wir den Prototypen verbessern?”. Die Erkenntnisse aus dem Feedback werden für weitere Prototypen verwendet bis nach mehreren Iterationen eine Entscheidung über die Einstellung oder das Einführen eines Prototypen entschieden werden kann.

 

Fazit: Als Wirtschaftsinformatiker eröffnet sich ein breites Spektrum an möglichen Tätigkeiten. Mein Job bei der Volkswagen Financial Services AG deckt viele Bereiche des Wirtschaftsinformatikstudiums ab – der Mix aus agiler Arbeit, Projektmanagment und Entwicklung macht mir sehr viel Spaß und motiviert mich jeden Tag.

 
Bleibt gesund und beste Grüße

Philipp


Werkstudent im Bereich DevOps bei Bertrandt (3/3)

Hallo zusammen,
willkommen zu meinem dritten Blogeintrag, in dem Docker und Docker Compose vorgestellt werden.

Docker
Die Programme des Projekts sollen in einer CI/CD-Pipeline auf Azure Cloud ausgeführt werden. Das heißt, die Komponenten, die in den Programmen sind, zu differenzieren und in Docker-Containern auszuführen.
Docker ist eine Containertechnologie zur Automatisierung der Bereitstellung von Anwendungen, die in der Cloud oder vor Ort ausgeführt werden können. Bei der Verwendung von Docker wird die Anwendung oder das Service erstellt und gleichzeitig werden die Abhängigkeiten in ein Container-Image verpacket. Das bedeutet, ein Image ist im Grunde eine statische Darstellung der Anwendung oder des Dienstes und ihrer Konfiguration und Abhängigkeiten.
In meiner Arbeit wird Docker auf einer Linux Virtuelle Maschine ausgeführt. Die Aufgabe besteht darin, Docker-Images für Backend, Frontend und Datenbank zu erstellen. Zuerst muss der Entwickler eine Datei namens „Dockerfile“ zum Zweck Konfiguration erstellen. Danach werden alle internen Prozesse, die mit einem bestimmten Dienst zusammenhängen, Schritt für Schritt durch Programmierung im „Dockerfile“ bearbeitet oder konfiguriert. Nach der Konfiguration wird das Image mit dem Befehl „docker build“ im Linux-Console erstellt und mit dem Befehl „docker run“ gestartet. Die erfolgreiche Erstellung der Docker- Containers ist die Vorbereitung für den nächsten Schritt Docker-Compose.

Docker-Compose

Docker-Compose ist ein Werkzeug zur Definition und Ausführung von Multi-Container-Anwendungen. Damit können verschiedene Docker-Images oder Container so orchestriert werden, dass sie als ein einziger Dienst laufen.
Für die Verwendung von Docker-Compose sind im Grunde drei Schritte vorgesehen:

  1. Die einzelnen Docker-Images mit ihrer Konfiguration müssen zunächst zur Verfügung gestellt werden.
  2. Mit Docker-Compose wird eine YAML-Datei namens „docker-compose.yml“ zur Konfiguration der Dienste verwendet.
  3. Schließlich können alle Dienste aus ihrer Konfiguration mit einem einzigen Befehl „docker compose up“ erstellt werden. Dann wird die gesamte Anwendung ausgeführt.

In meiner Arbeit wird am Ende die gesamte Anwendung mit dem Java-Backend-Programm, dem NGNIX-Frontend-Programm und der MongoDB-Datenbank erstellt. Die drei Containers werden als Dienste ausgeführt, ohne dass jeder Container einzeln gestartet werden muss.

Zusammenfassung

Nach meiner Meinung finde ich meine Tätigkeiten im Bereich DevOps bei Bertrandt wirklich hilfreich und sehr praxisnah, vor allem im Umgang mit Docker. DevOps ist derzeit ein bekanntes Thema im Bereich der Softwareentwicklung, da heutzutage in vielen Unternehmen der Übergang zu Agilität betont wird. Und in der Tat ist DevOps einer der besten Wege, um Agilität zu implementieren. Darüber hinaus kann ich nun Bertrandt weiterempfehlen. Es ist eine relativ große AG, die viele Standorte weltweit besitzt. Neben der Arbeit gibt es auch viele Vorteile für Studierende. Jeder hat einen/e Betreuer/in, und mir wurde immer schnell geantwortet, wenn ich mal Fragen hatte. Die Arbeitszeiten sind flexibel planbar und ich habe meist vom Homeoffice ausgearbeitet. Außerdem lerne ich als Wirtschaftsinformatikstudent viel aus der Praxis, was mich gut auf die zukünftige Berufswelt vorbereitet.


Werkstudent im Bereich DevOps bei Bertrandt (2/3)

Hallo zusammen,
willkommen zu meinem zweiten Blogeintrag, der den Git-Flow und die Einführung der SSL-Verbindung beinhaltet.

 

Git-Flow
Git-Flow ist im Grunde ein Modell für Git Branches, das sowohl die Verwendung von Feature-Branches als auch primären Branches umfasst. Git-Flow weist den verschiedenen Branches bestimmte Rollen zu, beispielsweise ist der Main-Branch Master, der immer Quellcodes im produktionsbereiten Zustand repräsentiert. Das Develop-Branch stellt Quellcodes immer mit dem Stand der letzten gelieferten Entwicklungsänderungen für die nächste Version dar. Und die anderen Feature-Branches werden für bestimmte Entwicklungszwecken erzeugt.
In meiner Arbeit wird vor allem ein neues Feature-Branch in der Regel vom Develop-Branch repliziert und erstellt. Daher finden alle Änderungen während der Programmierung in diesem Branch statt. Schließend wird ein Merge-Request vom Entwickler gestellt, das sowohl das Management als auch die Überprüfung der Entwicklung und die Integration des Feature-Branches in primären Branches umfasst.
Es führt den Hauptvorteil von Git-Flow hinaus, dass Codes zwischen den einzelnen Funktionen mit den klaren Branches isoliert sind. Infolgedessen können Entwicklungen oder Tests unabhängig voneinander durchgeführt werden.

 

SSL Implementierung in einer Backend-Komponente
Meine andere Aufgabe bezieht sich auf die Java-Entwicklung, um die SSL-Verbindungen in einer Backend-Komponente zu implementieren, die den Datenaustausch zwischen Server und Client absichert. SSL, nämlich „Secure Sockets Layer“, ist eine Standardtechnologie zur Sicherung von Internetverbindungen. Dies wird dann durch das Netty Framework in Java implementiert. Netty ist ein NIO(Non Blocking Input Output)-Client-Server-Framework, das die Netzwerkprogrammierung wie TCP- und UDP-Socket-Server vereinfacht und rationalisiert.


Werkstudent im Bereich DevOps bei Bertrandt (1/3)

Hallo zusammen,
mein Name ist Tianhua Dai. Ich studiere Wirtschaftsinformatik und war als Werkstudent bei Bertrandt GmbH in Regensburg 7 Monate lang tätig. In den folgenden drei Blogs werde ich euch meine Erfahrungen sowie Ergebnisse aus meinen Tätigkeiten vorstellen.

Vorstellung der Firma
Die Bertrandt Gruppe ist ein führender Lösungspartner entlang technologischen Trends. Das Ziel von Bertrandt ist es, die digitale und elektronische Zukunft mitzugestalten. Im Automotive-Bereich wird Kompetenz standortübergreifend in vier Divisionen eingesetzt: Electronics, Product Engineering, Physical, Production & After Sales. Darüber hinaus werden Kunden aus zahlreichen weiteren Branchen mit umfassendem Know-how unterstützt: vom Energiesektor und der Luftfahrt über den Maschinen- und Anlagenbau bis hin zur Medizintechnik. Täglich setzen sich rund 12.000 Mitarbeiter an mehr als 50 Standorten weltweit dafür ein, die Projekte der Kunden erfolgreich umzusetzen.

Tätigkeiten
Meine Tätigkeiten lassen sich in zwei Bereichen aufteilen, nämlich Dockerisierung in Bezug auf DevOps und Implementierung von SSL in einer Backendkomponente. Bei der Arbeit kommen Tools oder Programme wie die folgenden zum Einsatz: Azure DevOps, Git, Docker, Docker-Compose, Java und Python. Während der Programmierung wurde das Management und die Pflege von Codes durch Git-Flow strikt implementiert. Die DevOps-Aufgaben wurden auf der Azure-Plattform unter Verwendung der entsprechenden Cloud-Dienste und -Tools durchgeführt.

Im nächsten zwei Blogs werde ich meine Tätigkeiten ausführlicher erzählen


Meine Tätigkeit als Prüfungsassistent (3/3)

Für den letzten Teil meines Blogeintrags möchte ich noch einmal auf speziellere Projekte eingehen, die ich im Unternehmen umgesetzt habe/umsetze. Als mittelständisches Unternehmen spielt Digitalisierung natürlich eine immer größere Rolle. Eine Tätigkeit, die im Büro kein Mitarbeiter gerne gemacht hat- die also immer an die Auszubildenden weitergegeben wurde- war das Besorgen von Ordnern aus dem Archiv. Steuerberatungs-/Wirtschaftsprüfungsgesellschaften müssen alle relevanten Daten für mindestens zehn Jahre aufbewahren, sodass sich auf dem Dachboden des Büros eine stattliche Sammlung von Ordnern (rund 6000) aufgebaut hat. Diese Ordnermenge nach den einen benötigten zu durchsuchen war eine langwierige und langweilige Aufgabe. Dieses Problem habe ich 2020 gelöst, indem ich eine verteilte Windows-App mit zugehöriger Datenbank entwickelt habe. Seitdem wurde der Workflow deutlich erleichtert: Mitarbeiter können an ihrem Computer in der Such-App verschiedene Aspekte eingeben (z.B. Mandantennummer, Jahr und Typ) und erhalten eine Excel-Tabelle mit Treffern und den zugehörigen Lagerplätzen. Dazu wurden Regale auf dem Dachboden aufgebaut und in Abteile zu je rund 20 Ordnern aufgeteilt und beschriftet. Der Mitarbeiter muss somit nur noch aus den 20 Ordnern den richtigen heraussuchen und mitnehmen. Nicht mehr benötigte Ordner werden in ein gesondertes Regal gestellt. Einmal pro Woche werden diese Ordner dann wieder in die Regale eingestellt. Dies dauert dann allerding nur wenige Minuten, da ein Computer mit einem weiteren Admin-Programm auf dem Dachboden steht. Bei der Datenübernahme habe ich an jeden Ordner einen individuellen Barcode geklebt und diesen als Primärschlüssel für die Ordner-Datenbank verwendet. Die Lagerplätze haben ebenfalls je einen Barcode erhalten, der der Pimärschlüssel in der Lagerplatz-Datenbank ist. Ein Ordner kann so also einfach mit einem kabellosen Barcodescanner eingescannt werden, dann an einen beliebigen freien Platz gestellt und schließlich der Barcode des Lagerplatzes eingescannt werden. Dieses System hat dem Unternehmen seitdem eine Menge Zeit und vor allem Nerven gespart.
Ein weiteres Projekt, das zur Zeit noch läuft, ist die Ausformulierung von Prozessen im Unternehmen. Dazu wurden Mitarbeiter in Arbeitsgruppen aufgeteilt und gebeten, eine Beschreibung von alltäglichen Aufgaben anzufertigen. So habe ich zum Beispiel von den Mitarbeitern in der Lohnbuchhaltung eine Stichpunktliste erhalten, wie sie im Lohn vorgehen. Diese Strichlisten übersetze ich aktuell in Prozessdiagramme und führe diese in einem Programm zusammen. Der Hintergrund davon ist, dass durch die Expansion des Unternehmens auch mehr neue Mitarbeiter kommen, die bei Fragen zunächst immer einen Kollegen blockieren. Die Prozessdiagramme sollen den neuen Mitarbeiten dagegen ermöglichen, bei Fragen zunächst selbst auf den Prozess zu schauen und diesen so gut es geht umzusetzen, wodurch Zeit gespart wird. Sind die Prozesse ausformuliert, kann dann auch von den Geschäftsführern besser an einer Steigerung der Effizienz der Prozesse gearbeitet werden.


Meine Tätigkeit als Prüfungsassistent (2/3)

Im zweiten Teil meines Blogeintrags möchte ich einen Einblick in reguläre Arbeitsabläufe geben. Da ich in der Wirtschaftsprüfung als Prüfungsassistent angestellt bin, fange ich dazu mit dem Ablauf einer Prüfung an. Für diese Prüfung eines größeren Konzerns aus der Einzelhandelsbranche bin ich mit meiner vorgesetzten Wirtschaftsprüferin für zwei Wochen nach Wiesbaden gereist, wo ich für die Zeit in einem Hotel in der Innenstadt gelebt habe. In Wiesbaden haben wir in den Räumlichkeiten des Steuerberaters des Mandanten gearbeitet. Dieser Standortwechsel hat zwei Hauptgründe: Zum einen ist man bei Nachfragen direkt an der Quelle und kann sich Telefonate etc. sparen. Außerdem ist die Präsenz vor Ort wichtig für Bonding und Networking. Die Prüfung selbst startet mit der Prüfungsvorbereitung, die im Büro am Hauptsitz durchgeführt wird. Die in Unternehmensrechnung im Bachelor kennengelernten Begriffe und Abläufe aus IFRS und HGB sind zum Verständnis dieser mit Sicherheit sinnvoll gewesen. In der Hauptprüfung in Wiesbaden haben wir dann systematisch sämtliche Punkte im Jahresabschluss auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. Zu den im Jahresabschluss aufgeführten Bankguthaben/-verbindlichkeiten werden dazu zum Beispiel Auszüge von den jeweiligen Banken angefordert und abgeglichen. Grundstücke/Immobilien werden von unabhängigen Gutachtern bewertet- zur Prüfung werden dazu dann zum Beispiel die Zertifikate der Gutachter angeschaut und die Gutachten selbst auf Plausibilität probegelesen. So ergeben sich viele verschiedene Prüfungshandlungen für die Bereiche des Jahresabschlusses, die sich auch von Branche zu Branche unterscheiden. Wird eine Differenz aufgedeckt, wendet man sich zunächst an den zuständigen Steuerberater, um diese zu klären- meistens entstehen die Differenzen durch unterschiedliche Bewertungen. Sind alle Differenzen geklärt und keine schwerwiegenden Fehler aufgedeckt worden, schreibt der Wirtschaftsprüfer ein Testat, in dem er unter anderem die Richtigkeit des Jahresabschlusses bescheinigt.
Als anderes interessantes Beispiel für eine regelmäßige Tätigkeit zählt die Inventurbeobachtung. Dazu fahre ich einmal im Jahr zum entsprechenden Betrieb. Dieser schickt mir im Vorhinein eine bewertete Inventarliste, aus der ich nach bestimmten Modellen eine Stichprobe ziehe. Vor Ort lasse ich mir vom Lagerleiter dann die Artikel auf meiner Stichprobenliste zeigen und zähle diese im Lager von Hand durch. Meine Zählung gleiche ich dann im Nachhinein mit der bei der Inventur gezählten Menge ab. Wenn es dort keine Unterschiede gibt, kann der Inventarbestand für die Prüfung als plausibel angesehen werden. Für diese Tätigkeiten hilft neben guter Vorbereitung und sicherem Auftreten auch zum Beispiel die im Bachelor gelernten Grundbegriffe aus Produktion und Logistik- Stichwort FIFO/LIFO etc. Inventurbeobachtungen sind je nach Branche sehr interessant, da man einen sehr tiefen Einblick in die Produktionsstätten der Mandanten erhält. Auch die tatsächlichen Preise für verbaute Materialien sind unter Umständen sehr spannend.


Meine Tätigkeit als Prüfungsassistent (1/3)

Moin zusammen,
ich bin Jan Malte Hilgefort und studiere Wirtschaftsinformatik im zweiten Mastersemester. In meinen Blogeinträgen möchte ich meine Werkstudententätigkeit der letzten 3 Jahre vorstellen. Nachdem ich 2019 ein Praktikum bei der NIEHAUSPARTNER Treuhand GmbH & Co. KG abgeschlossen habe und dieses von beiden Seiten positiv bewertet wurde, habe ich eine Werkstudentenstelle ebenda als Prüfungsassistent in der Wirtschaftsprüfung angefangen. Diese besteht aus einigen Stunden im Monat und Vollzeitphasen in den Semesterferien, dazu aber im zweiten Blogeintrag mehr.
Die NIEHAUSPARTNER Treuhand GmbH & Co. KG ist eine mittelständische Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Hauptsitz in Cloppenburg und beschäftigt ungefähr 40 Arbeitnehmer. Dazu gehören neben Steuerfachangestellten und Prüfungsassistenten auch Berufsträger, also Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Die Steuerberatung gestaltet und berät dabei Unternehmen unterschiedlichster Größe in steuerlichen Belangen und erstellt dazu zumeist einmal im Jahr einen Jahresabschluss und Steuererklärungen. Haben Unternehmen eine gewisse Größe erreicht, sind sie prüfungspflichtig und müssen sich einmal jährlich einer Prüfung des Jahresabschlusses durch einen Wirtschaftsprüfer unterziehen.
Im zweiten Teil des Blogeintrags möchte ich zur Vorstellung meiner Werkstudententätigkeit zunächst regelmäßige Arbeitsabläufe vorstellen und im dritten Teil dann zwei Projekte, die ich im Unternehmen umgesetzt habe. Bei den meisten Aufgaben haben mir Kenntnisse aus dem Bachelorstudium Wirtschaftsinformatik sehr weitergeholfen. Gerade Unternehmensrechnung und Produktion/Logistik haben bei den alltäglichen Aufgaben unterstützt, für die informatiklastigeren Projekte haben mir Programmieren I/II und Relationale Datenbanken wohl am meisten geholfen.
Insgesamt kann ich die Werkstudentenstelle als Prüfungsassistent auf jeden Fall weiterempfehlen, da es sich um eine fordernde Tätigkeit handelt, die viele Schnittstellen mit dem Wirtschaftsinformatikstudium hat. Gerade die Digitalisierung von mittelständischen Unternehmen bietet Wirtschaftsinformatikern in dem Bereich zahlreiche Chancen.


Meine Tätigkeit bei der Volkswagen Financial Services AG (3/3)

Hallo zusammen,

willkommen zurück zu meinem letzten Blogeintrag über meine Tätigkeit bei der Volkswagen Financial Services AG. Hier möchte ich nochmal auf die Verbindungen zum Studium und auf die Veränderungen an meinem Arbeitsplatz in den letzten zwei Jahren eingehen und ein Fazit geben.

Vieles was ich im Studium gelernt habe konnte ich bereits bei der Arbeit anwenden. Wie ihr bereits meinem letzten Blockeintrag entnehmen konntet, habe ich in meiner Zeit als Studentischer Mitarbeiter viel mit PowerShell und anderen Skriptsprachen gearbeitet. Hier ist ein gutes Programmierverständnis sehr hilfreich, da vor allem die komplexeren Skripte viel mehr kleinen Programmen als kurzen Skripten ähneln. Auch einige der grundlegenden Konzepte aus Business Intelligence, vor allem der ETL Prozess, waren eine große Hilfe beim Entwurf der Abläufe und der Implementierung des Reportings. Beim Entwurf von Datenbanken und mit der Implementierung für das Reporting waren die Kenntnisse aus RDB wertvoll.

Als Service Manager kommen zusätzlich zu den technischen auch noch betriebliche Aufgaben hinzu. Bei den technischen Aufgaben, vor allem bei der Problemanalyse, greife ich viel auf mein Wissen aus Computernetze und aus dem Praktikum Computernetze Administration zurück. Da Probleme häufig auf Störungen oder Fehlkonfigurationen auf Netzwerkgeräten zurückzuführen sind. Für die betrieblichen Aufgaben im Prozess und Projekt Management kann ich die Grundlagen aus den Veranstaltungen Geschäftsprozesse und Projektmanagement anwenden.

Alles in allem sind viele der im Studium gelernten Muster und Konzepte selten perfekte Lösungen. Allerdings sind es meist gute Grundlagen, um in der Praxis darauf aufzubauen und gute Ergebnisse für den Kunden zu entwickeln.

Die Arbeit in der IT, nicht nur bei der VWFS, hat sich in den letzten zwei Jahren stark gewandelt. Wenn ich als studentischer Mitarbeiter noch jeden Tag meine Kollegen gesehen habe und Fragen und Probleme im direkten Gespräch klären konnte, bin ich jetzt mindestens vier Tage die Woche im Home Office und sehe meine Kollegen meist im Video Chat. Zwar hat das Home Office natürlich auch seine Vorteile, allerdings freue ich mich darauf, wenn ich meine Kollegen wieder häufiger persönlich sehe auch wenn wir vermutlich nie auf das vorherige Niveau zurückkehren.

Bevor ich zu meinem Fazit komme, möchte ich noch kurz darauf eingehen wie ich mit Studium und gleichzeitiger Arbeit zurrechtkomme. Ich arbeite zurzeit auf einer 80% Stelle, was bei mir bedeutet, dass ich pro Woche 27,5 Stunden arbeite. Da für mich feststand, dass ich dabei keine 30 CP im Semester leisten kann, habe ich mich entschieden in ein Teilzeitstudium zu wechseln. Dies bedeutet, dass ich immer nur „halbe“ Semester studiere und somit auch nur den halben Workload habe. Die Folge davon ist, dass ich für meinen Master nun sieben Semester brauche. Durch die Unterstützung meines Vorgesetzten und meines Unternehmens ist es mir möglich, Vorlesungen zu besuchen die normalerweise in meiner Arbeitszeit liegen würden. Ohne diese zeitliche Flexibilität wäre das parallele Studieren deutlich schwieriger.

Nun zum Fazit. Die Arbeit bei der VWFS ist interessant und abwechslungsreich. Durch die vielen Perspektiven und Interessen entsteht ein komplexes Entscheidungsumfeld, welches stets für neue Herausforderungen sorgt. Die Arbeit mit den Spezialisten aus anderen Abteilungen bereichert die tägliche Arbeit, auch wenn das heißt, dass Änderungen und Neuerungen oftmals etwas Zeit und Überzeugungsarbeit brauchen.

Die Arbeit in der IT ist ständig im Wandel. In den gut zwei Jahren, in denen ich nun Service Manager für Skype und Teams bin, hat sich das Modell von einem Infrastruktur Management hin zu einem (Cloud) Service Provider gewandelt und ich bin mir sicher, dass dies noch nicht das Ende dieses Wandels ist. Neue Problemstellungen warten schon darauf gelöst zu werden und sorgen für ein spannendes Arbeitsumfeld. Abschließend lässt sich sagen, dass die Arbeit in der IT (bei VWFS) nie langweilig werden wird.