Pausen

Haus der Wissenschaft

Warum Pausen?

Die Arbeit durch regelmäßige Pausen zu unterbrechen, kann Erschöpfung vorbeugen, die Konzentrationsfähigkeit und das Wohlbefinden wieder steigern und letztlich die Gesundheit schützen.

Diesem Umstand trägt das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) Rechnung.
In §4 des Arbeitszeitgesetzes steht daher:
„Die Arbeit ist durch im Voraus feststehende Ruhepausen von mindestens 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs bis zu neun Stunden und 45 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden insgesamt zu unterbrechen."
Es bietet bei der Lage und Länge der Pausen eine gewisse Flexibilität, denn § 4 geht wie folgt weiter:
"Die Ruhepausen nach Satz 1 können in Zeitabschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden. “
Diese Regelungen sind auch nochmal in § 6 der Dienstvereinbarung zur Arbeitszeitregelung (DV 50) nachzulesen.

Ab wann muss man spätestens eine Pause machen?

Ohne Unterbrechung dürfen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht länger als 6 Stunden am Stück arbeiten. Dies ergibt sich aus dem o.g. § 4 des ArbZG.
Dies legt das ArbZG eindeutig fest:
"Länger als sechs Stunden hintereinander dürfen Arbeitnehmer nicht ohne Ruhepause beschäftigt werden." (vgl. § 4 letzter Satz) 


Nun kommt es aber dennoch manchmal vor, dass man länger als 6 Stunden am Stück gearbeitet hat, ohne eine Pause genommen zu haben.
Vielleicht, weil man an dem Tag z.B. nach 6,2 Stunden seine Arbeit beendet hat.
Gemäß den gesetzlichen Regelungen darf über 6,0 Stunden hinaus gearbeitete Zeit vom Arbeitgeber bei Tarifbeschäftigten bzw. Arbeitnehmer:innen nicht als Arbeitszeit angenommen werden und verfällt daher leider. Dies gilt aber nur bis zu einer Arbeitszeit von 6,5 Stunden.
In dem o.g. Beispiel würden daher die "zu viel" gearbeiteten 0,2 Stunden verfallen.

Zusammenfassend gilt:

  • Arbeiten Sie bis zu 6,0 Stunden ohne Pause, können Sie die volle geleistete Arbeitszeit in die Zeiterfassung eintragen.
  • Liegt die Arbeitszeit bei über 6 Stunden, ist eine Pause von mindestens 30 Minuten gesetzlich vorgeschrieben – aber nur, wenn Sie die auch Pause tatsächlich genommen haben.
    Dies ist in der nachfolgenden Tabelle nochmal zusammengefasst.
Gearbeitete Zeit Anrechenbare Zeit
6,0 bis 6,5 h 6,0 (keine Pause)
ab 6,6 h ab 6,1 h (also Arbeitszeit minus 0,5 h)

Nach 9 Stunden muss die Gesamtpausen-Länge entsprechend dem ArbZG 45 Minuten betragen (s.o.) . Hat man also nach 6 Stunden eine halbe Stunde Pause gemacht, so ist spätestens nach 9 Stunden nochmal eine Viertelstunde Pause zu machen.  

Die Pausenregelung für Beamt:innen wird nicht durch das Arbeitszeitgesetz sondern durch die Nds. ArbZVO geregelt. Daher gilt für Beschäftigte dieser Gruppe, dass sie die Pausen nach 6 oder 9 Stunden nehmen können, aber nicht nehmen müssen.

 

Gestaltung der Pausen und Pausendauer

Eine Ruhepause ist eine unterbrochene Arbeitszeit, die den Arbeitnehmer:innen frei zur Verfügung steht.

Es gilt insbesondere:

  • Kein Arbeitseinsatz – Während der Pause darf der Arbeitnehmer zu keiner Arbeitsleistung herangezogen werden.
  • Keine Bereitschaft – Es darf weder ein Bereitschaftsdienst noch eine Anordnung zur Rufbereitschaft bestehen.
  • Vollständige Freistellung – Der Arbeitnehmer muss praktisch und rechtlich in der Lage sein, die Pause zu nutzen (z. B. ohne Zwang, weiterzuarbeiten oder zu telefonieren).
  • Auch der Ort der Pause ist nicht vorgeschrieben, also frei wählbar - auch außerhalb der TU.

Die Länge der Pause(n) bzw. Mittagspause ist auch nicht zwangsläufig auf maximal 30 Minuten begrenzt. Es können unter Beachtung dienstlicher Erfordernisse auch längere Pausen z.B. für private Erledigungen genommen werden (vgl. § 16 DV 50).
Im Falle von Gleitzeit liegt der mögliche Mittagspausen-Zeitkorridor z.B. zwischen 12:00 Uhr und 14:00 Uhr. Bei Funktions- bzw. Service-Zeiten stimmt man sich entsprechend im Team ab.