1996-1

Diplom- und Staatsexamensarbeiten

GUDER, CHRISTOPH: Flora und Vegetation der sekundären Salzstellen des nördlichen Harzvorlandes. 1996 (D)

Zusammenfassung: In der Zeit von März bis Oktober wurden 16 verschiedene Halden der Kali- und Steinsalzindustrie aufgesucht und floristisch kartiert. Daneben wurden weitere primäre und sekundäre Salzstellen aufgesucht, um Negativkartierungen auf bestimmte Sippen, für die ein Vorkommen speziell an Kalihalden bekannt war, durchführen zu können. Im Frühjahr wurde das Untersuchungsgebiet erweitert und speziell auf die Verbreitung des Salztäschels Hymenolobus procumbens geachtet. Im engeren UG wurden pflanzensoziologische Aufnahmen erstellt, anhand derer die Vegetation der Salzhalden beschrieben wird.
Die floristischen Daten wurden auf verschiedene Parameter hin ausgewertet und zur Charakterisierung des Standortkomplexes Salzhalde herangezogen. Der Standort-komplex wird in die fünf Teilbereichstypen - „Grüne Halde“, „Vorgelände“, „Offene Halde“, „Haldenfuß“ und „Graben“ - unterteilt. Die ersten beiden Typen werden zum „Geschlossenen Teilbereichskomplex“, die drei anderen zum „Offenen Teilbereichskomplex“ zusammengefaßt. Es wird ein Vergleich der untersuchten Halden zu anderen Salzstellen gezogen.
Die Familien der Chenopodiaceae, Asteraceae, Poaceae und Juncaceae kommen besonders häufig an den Halden vor. Dabei haben die Chenopodiaceae und die Juncaceae einen Schwerpunkt im „Offenen Teilbereichskomplex“.
Die einzelnen Sippen werden gemäß ihrer soziologischen Herkunft geordnet und den Teilbereichstypen gegenübergestellt. 25 Sippen kristallisieren sich aufgrund ihrer Seltenheit im sonstigen Gebiet als für die Halden „Auffällige Sippen“ heraus. Da diese Sippen nachweislich nicht länger als zehn Jahre an den Halden vorkommen, und eine derart rasche Ausbreitung mehrerer Sippen gleichzeitig beispiellos ist, wird diese Problematik gesondert diskutiert. Hierbei wird mit Hilfe kontrollierter Untersuchungen der Schluß gezogen, daß die Vorkommen dieser Sippen an den Halden größtenteils auf eine bewußte Ausbringung (Ansalbung) zurückgehen müssen. Dieser Umstand findet auch besondere Berücksichtigung bei der Beschreibung einiger Gesellschaften von „Auffälligen Sippen“.