Lehrprojekte der ProDiGI-Förderlinie

Netzstrukturen auf türkisem Hintergrund.

Auftakt der Förderlinie

Das Logo der Stiftung Innovation in der Hochschullehre.

Die erste Förderrunde der ProDiGI-Förderlinie ist im April 2022 mit sieben Projekten zum Auf- und Ausbau internationaler und digitaler Lehre an der TU Braunschweig gestartet. Finanziert wird die Förderung aus Mitteln der Stiftung Innovation in der Hochschullehre.

Die teilnehmenden Projekte werden für sechs bis zwölf Monate, je nach Umfang des Projektinhalts, mit Sach- und Personalmitteln sowie (medien-)didaktischer Expertise unterstützt. Neben regelmäßigen Austauschtreffen gibt es auch die Möglichkeit zur informellen und asynchronen Vernetzung.

 

Lehrprojekte der ersten Förderrunde

Vielfältige Ideen für die (Weiter-)Entwicklung eines zukunftsorientierten Studienangebots im Bereich der internationalen digitalen Lehre:

Digital Hub: International Perspectives in Environmental Humanities

Kollaboratives Arbeiten in interkulturellen digitalen Lehrveranstaltungen: Dies ist der Schwerpunkt des Digital Hubs. Das Projekt, das von Lehrenden aus den Fakultäten 2 und 6 durchgeführt wird und auf bestehenden Veranstaltungen und Modulen an der Schnittstelle zwischen Geistes- und Naturwissenschaften aufbaut, sieht die Konzeption und Verstetigung einer internationalen Lehrveranstaltung im Rahmen des interdisziplinären Masterstudiengangs KTW (Kultur der technisch-wissenschaftlichen Welt) vor. Es sollen interkulturelle und digitale Kompetenzen in internationalen Lehr- und Lernräumen gefördert werden und die Universität als digitaler Lernort realisiert werden. Zentrale Fragestellungen des Projekts drehen sich um die Nutzung und Weiterentwicklung von digitalen Tools zur Überwindung von Partizipationshindernissen in internationalen Kooperationen und den konstruktiven Umgang mit Herausforderungen in internationalen digitalen Lernräumen. Ein besonderer Fokus wird hierbei darauf gelegt, stets auch Chancen und Innovationsmöglichkeiten, die solche Lernräume bieten, wahrzunehmen und zu nutzen. Die entstehende Lehrveranstaltung ist ein Pionierprojekt zur weiteren Internationalisierung des Studiengangs und soll auf andere Module mit besonderer Eignung zur internationalen Zusammenarbeit (wie etwa die Adaptions- und Translationsforschung) ausgeweitet werden.

 

Fakultät für Geistes- und Erziehungswissenschaften, Institut für Philosophie

Ansprechpersonen: Prof. Dr. Eckart Voigts, Prof. Dr. Bettina Wahrig


Internationale Online-Mathematikaufgaben

Ergänzend zur Vorlesungsreihe Ingenieurmathematik werden in diesem Projekt zweisprachige digitale Angebote erstellt. Die Inhalte werden auf Deutsch und Englisch zu Verfügung gestellt und sind modular aufgebaut, sodass sie auch in zukünftigen Studienfächern oder Weiterbildungsangeboten zum Einsatz kommen können. Zudem schließen die Online-Mathematikaufgaben die Lücke zwischen Vorlesung und Übungsbetrieb und verlegen die aktive Lernphase der Studierenden vor. Feedback erhalten die Studierenden direkt und differenziert beim Aufgabenlösen. Das Projekt baut auf die digitalen Angebote der erfolgreichen Vorgängervorhaben oHMint-Pilot und MathOA auf und bietet ein zeitlich und örtlich flexibles Angebot, das den individuell unterschiedlichen Bedürfnissen der Studierenden gerecht wird. Die zweisprachigen Online-Aufgaben sollen dauerhaft Teil des Lehr- und Lernangebots in der Mathematikausbildung für Ingenieure werden. Geplant sind unter anderem Kooperationen mit Partnerhochschulen und der Transfer auf weitere Lehrveranstaltungen im Servicebereich Mathematik.

 

Carl-Friedrich-Gauß-Fakultät, Institut für Analysis und Algebra

Ansprechperson: Prof. Dr. Volker Bach


Konzeption des Masterstudiengangs "Engineering Acoustics"

Um dem rückläufigen Trend der Akustikausbildung auf Masterniveau entgegenzuwirken und das Fach an der TU Braunschweig durchgängig curricular zu verankern, widmet sich dieses Projekt der Konzeption eines internationalen und hybriden Masterstudiengangs. Zielsetzung ist die bedarfsgerechte Ausbildung fähiger Akustik-Ingenieur*innen für die zukünftige Arbeitswelt. Der Aufbau des Masterstudiengangs, an dem Lehrende aus verschiedenen Partnerinstitutionen beteiligt sind, setzt auf die umfangreiche Nutzung digitaler Lehr- und Lernmethoden. So wird es Massive Open Online Courses (MOOC) geben, Lehrvideos als asynchrone Lernmethode genutzt werden und interaktive Arbeitsblätter wie Jupyter Notebooks und eine interaktive Lernplattform zum Einsatz kommen. Die Digitalisierung des Studiengangs ermöglicht zudem standortunabhängiges Lernen und bringt somit die Internationalisierung voran. Fragen, denen das Projekt nachgeht, sind die nach den Anforderungen an die Erstellung von Lehr-Lern-Materialien für unterschiedliche Formate, die effiziente Synchronisierung und Komposition von Inhalten sowie eine geeignete Verknüpfung von Online-Lehre und dem Studium in Präsenz.

Als Teil des Projekts wird zudem das Einführungsmodul „Grundkurs Akustik“, das Studierende mit den Grundlagen für das Masterstudium vertraut machen und den Quereinstieg in das Thema ermöglichen soll, entwickelt. Konzipiert wird das Modul, das auch als Kompaktvorlesung für Studierende in anderen Studiengängen oder als berufsbegleitende Weiterbildung nutzbar sein soll, als MOOC.

 

Fakultät für Maschinenbau, Institut für Akustik

Ansprechpersonen: Dr.-Ing. Tobias Paul Ring, Prof. Dr.-Ing. Sabine C. Langer


Machine Learning Challenge

Machine Learning Challenges bieten nicht nur die Möglichkeit, Methoden aus dem Bereich Data Science praktisch anzuwenden und verschiedene Techniken an einem Datenset auszuprobieren, sondern fördern auch die Fähigkeit der Studierenden, die eigene Leistung einzuschätzen und im Team zu arbeiten. Für die Vorlesung „Health Enabling Technologies A“ in der Medizinischen Informatik soll als praxisnahe Ergänzung zu theoretischen Lehr-Lern-Materialen eine solche Machine Learning Challenge entwickelt werden. Um nicht nur digitale Skills, sondern auch interkulturelle Fertigkeiten zu steigern, arbeitet das Projekt mit drei renommierten Partneruniversitäten aus Indien zusammen. Die Studierenden der unterschiedlichen Universitäten werden in internationalen Teams zusammenarbeiten, um die Challenge zu lösen. Im Anschluss daran wird das Vorgehen in Hinsicht auf den Effekt des Lernvorgangs durch Studierendenfeedback evaluiert. Erfahrungen und Lessons Learned, die aus diesem Projekt hervorgehen, werden festgehalten, um die Übertragbarkeit auf ähnliche Vorhaben zu gewährleisten.

 

Carl-Friedrich-Gauß-Fakultät, Institut für Medizinische Informatik

Ansprechpersonen: Maike Krips, Prof. Dr. Thomas M. Deserno


Metabolism in a box

Studierenden die Komplexität des Stoffwechsels näherbringen zu können – und das im Flipped-Classroom-Ansatz: Das ist das Ziel von „Metabolism in a box“, einem neu geplanten Modul im Masterstudium Biologie. Anstelle einer traditionellen Vorlesung sieht das Projekt vor, durch innovative und auf die Bedürfnisse der Studierenden angepasste Methoden eine Lern- und Arbeitsumgebung zu schaffen, die die echte Forschungswelt nachahmt: So werden Studierende etwa mit dem Aufbau internationaler Kooperationen und den Herausforderungen bei der Beantragung von Forschungsgeldern vertraut gemacht. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Vorhabens ist die Arbeit mit digitalen Tools und der Austausch mit internationalen Partner*innen. Dazu gehören virtuelle Vorlesungen, Labormeetings und Virtual Exchange Events, in denen die Studierenden Gelegenheit haben, sich mit internationalen (Nachwuchs-)Wissenschaftler*innen aus den USA auszutauschen. Die Kursinhalte werden zusammen mit den Studierenden geplant und ausnahmslos auf Englisch umgesetzt, um den Studierenden die Möglichkeit zu geben, ihre Sprachkenntnisse, auch in Bezug auf Fachtermini, zu verbessern. Der Ansatz des Projekts dient als Best-Practice-Beispiel und kann auf andere Forschungsfelder übertragen werden.

 

Fakultät für Lebenswissenschaften, Institut für Biologie

Ansprechpersonen: Prof. Dr. Thekla Cordes


MoonLight

Im Mittelpunkt dieses Projekts, das an das bereits bestehende Projekt MoonRide anschließt, steht die Digitalisierung praktischer Laborversuche im Bereich elektrochemischer Speichersysteme. Praxiseinheiten sollen per Remote-Zugriff ermöglicht werden, ergänzend dazu werden Lehrvideos und –skripte sowie virtuelle Laborrundgänge in englischer Sprache erarbeitet. Während das Vorgängerprojekt MoonRide mit der University of Rhode Island kooperiert, wird MoonLight das bestehende Vorhaben hinsichtlich neuer wissenschaftlicher Inhalte durch die Einbeziehung weiterer internationaler Partnerschaften (z. B. in Japan, Israel oder Australien) erweitern. MoonLight ist jedoch nicht nur als Ergänzung bereits bestehender Kursinhalte gedacht, sondern soll speziell einen noch stärkeren Fokus auf die Digitalisierung von Lehrinhalten legen, wobei vor allem auch die Digitalisierung praktischer Laborversuche eingeführt wird. Zudem sollen die erarbeiteten Kursinhalte von einem strukturierten Feedbackprozess durch die teilnehmenden Studierenden, die in internationalen und interdisziplinären Teams arbeiten werden, begleitet werden. Damit soll MoonLight auch als Erprobungsraum für neuartige Digitalisierungsansätze mit Fokus auf und im Zusammenspiel mit einer hohen Partizipation der Studierenden dienen. Die entwickelten Ansätze sollen gleichsam möglichst unabhängig vom thematischen Inhalt sein und später auch als Beispiel für andere Veranstaltungen dienen.

 

Fakultät für Maschinenbau, Institut für Energie- und Verfahrenstechnik

Ansprechpersonen: Dr. Nicolas Schlüter, Prof. Dr.-Ing. Daniel Schröder


Quantum-VR-Master

Aufbauend auf die vom Institut für Fachdidaktik der Naturwissenschaften und vom Institut für Halbleitertechnik entwickelte Outreach-App „Quantum-VR“ soll eine englischsprachige Anwendung auf Masterniveau erarbeitet werden. Das Escape-Game der App, in dem Spielende Algorithmen vervollständigen und Quantengatter programmieren, ist bisher auf den Kenntnisstand von Schüler*innen der Oberstufe sowie von interessierten Laien ausgelegt und wird nun im Rahmen dieses Projekts in Kooperation mit der Fakultät für Physik der Leibniz Universität Hannover auf das Kenntnis- und Kompetenzniveau von Masterstudierenden angepasst. Damit das Spiel von mindestens zwei Studierenden gemeinsam gespielt werden kann, wird ein kooperatives Spielelement integriert. Perspektivisch soll das Einwählen von unterschiedlichen, auch internationalen Standorten, möglich sein. Mittel- bis langfristig ist geplant, die Anwendung über die europäische QTEdu community international nutzbar zu machen.

Quantum-VR-Master wird also als eine offene Lernplattform fungieren, in der Studierende unterschiedlicher internationaler Standorte gemeinsam fortgeschrittene Konzepte der Quantentechnologien lernen und in der virtuellen Realität erfahren können.

Im ersten Schritt soll die Anwendung an der TU Braunschweig und der Leibniz Universität Hannover genutzt und mit Hilfe von Studierendenfeedback evaluiert werden.

 

Fakultät für Elektrotechnik, Informationstechnik, Physik, Institut für Halbleitertechnik

Ansprechperson: Prof. Dr. Tobias Voß