TU BRAUNSCHWEIG

Zur Stellenausschreibung vom 20.12.18 (Frist 22.1.19) siehe unten!

Dilemmata der Nachhaltigkeit zwischen Evaluation und Reflexion.

Begründete Kriterien und Leitlinien für Nachhaltigkeitswissen

Verbundforschungsprojekt (Start 1.1.19, Laufzeit 3,5 Jahre)

Gefördert im  Förderprogramm „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung

Kick-off Workshop am 6.5.2019 an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg


Zentrale Fragestellungen

Das Projekt geht von der Beobachtung aus, dass sich im Zuge der Etablierung des Nachhaltigkeitsdiskurses die mit diesem Begriff verbundenen Ziele, Kriterien, Interessen und involvierten Wissensarten vervielfacht haben. Die Zielsetzung des Projekts ist vor diesem Hintergrund die Beantwortung der Frage, welche Meta-Kriterien für die Beurteilung von Projekten, Programmen und Initiativen als „nachhaltig“ begründbar sind. Dies erfordert, einen analytischen Nachhaltigkeitsbegriff zugrunde zu legen, der reflexiv auf unterschiedliche Nachhaltigkeitsverständnisse anwendbar ist, also nicht selbst normative Kriterien vorgibt. „Nachhaltigkeit“ wird daher im Projekt präkonzipiert über die Annahmen eines Verhältnisses von Gesellschaft und Natur, einer zeitlichen Entwicklungsperspektive und von Wissen als transformativ wirksamer Ressource.

In transdisziplinärer Zusammenarbeit von Bildungswissenschaft, Governance-Forschung, Wissenschaftsphilosophie und Gesellschaftstheorie verbindet das vorgeschlagene Projekt empirische und reflexive Vorgehensweisen. So werden die empirische Untersuchung des Zusammenhangs von Nachhaltigkeitsverständnis und Operationalisierung von Nachhaltigkeitsdilemmata in Evaluationsprogrammen (Modul 1) und in Nachhaltigkeitsprojekten (Modul 2) bezogen auf die Untersuchung epistemischer Wissensfelder (Modul 3) und den Wandel von Wissensregulierung (Modul 4). Gemeinsamer Bezugspunkt ist die Entwicklung spezifischer Dilemmata der Nachhaltigkeit, die im Sinne einer Anfangsheuristik aus dem Forschungsstand generiert und sukzessive über das Projekt hinweg weiterentwickelt werden (Modul 0).

Die projektübergreifende Fragestellung ist daher, welche  Dilemmata der Nachhaltigkeit bestehen und wie sich diese epistemisch und strategisch zueinander verhalten. Mit Bezug darauf werden vier miteinander verbundene und auf das projektübergreifende Interesse bezogene Fragestellungen in den einzelnen Modulen näher untersucht, nämlich 1) wie und inwieweit Dilemmata der Nachhaltigkeit in Programmen der Nachhaltigkeitsforschung gegebenenfalls korrespondierend mit verschiedenen Nachhaltigkeitsverständnissen operationalisiert werden; 2) welche Dilemmata der Nachhaltigkeit in Nachhaltigkeitsprojekten jeweils erkennbar werden und inwieweit diese, sowie entwickelte Lösungsstrategien, mit dem Nachhaltigkeitsverständnis des Projekts interagieren; 3) welche spezifischen Perspektivenwechsel und epistemischen Konfigurationen der Wissensobjekte diejenigen Wissenschaften prägen, die sich als Nachhaltigkeitswissenschaften verstehen; und 4) inwieweit „Nachhaltigkeit“ einen spezifischen Wissenstypus involviert, der neuartige Herausforderungen an Wissensregulierung stellt.

Auf der Grundlage der Beantwortung dieser Forschungsfragen geling es, empirisch und theoretisch begründete Meta-Kriterien für Nachhaltigkeit zu generieren, die dann für die Beurteilung der Evaluationskriterien selbst in Frage kommen. Dazu wird abschließend ein Leitfaden vorgelegt. In summa leistet das Projekt einen Beitrag zur wissenschaftlichen sowie gesellschaftlichen Verortung des Nachhaltigkeitsdiskurses und liefert auf dieser Grundlage fundiertes Orientierungswissen sowie konkrete Vorschläge für die Entwicklung von Evaluationsmaßstäben von Nachhaltigkeitsprogrammen, ‑projekten und -forschungszusammenhängen.

 Methodische Vorgehensweise (Zentrale Methoden):

Methodologischer Kern des Projekts ist die gemeinsame Weiterentwicklung der Anfangsheuristik spezifischer Nachhaltigkeitsdilemmata. Im Weiteren verbindet das Projekt die Methoden der Evaluationsforschung einschließlich der transdisziplinärer Methoden, die Methoden der qualitativen empirischen Sozialforschung sowie die reflexiven Methoden der Diskurs- und Begriffsanalyse in ihrer wissenschaftsphilosophischen und gesellschaftstheoretischen Akzentuierung.

 Beteiligte/Stellen: 

fünf VerbundpartnerInnen als vier Professuren und eine Arbeitsgruppe mit einem nicht-universitären Verbundpartner (ISOE) und vier 65% Doktorandenstellen, hälftig aufgeteilt auf die Standorte  Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg und TU Braunschweig in Kooperation mit der Universität Passau                             

 VerbundpartnerInnen:

 Prof. Dr. Anna Henkel  (ab 1.4.2019 Universität Passau)

Leuphana Universität Lüneburg, Institut für Soziologie und Kulturorganisation

Universitätsallee 1, 21335 Lüneburg

Tel.: +49 4131 677 2314, Fax: +49 4131 677 2507

Email: anna.henkel@leuphana.de

 

Prof. Dr. Matthias Bergmann

ISOE – Institut für sozialökologische Forschung (Frankfurt a.M)

Forschungsschwerpunkt Transdisziplinäre Methoden und Konzepte

Hamburger Allee 45, 60486 Frankfurt am Main

Tel.: +49 69 707 69 19 0, Fax: +49 69 707 69 19 11

Email: bergmann@isoe.de

 

Prof. Dr. Nicole  C. Karafyllis

Technische Universität Braunschweig, Seminar für Philosophie

Bienroder Weg 80, 38106 Braunschweig

Tel.: +49 531 391 8616, Fax: +49 531 391 8619

Email: n.karafyllis@tu-bs.de

 

Prof. Dr. Bernd Siebenhüner

Carl-v.-Ossietzky Universität Oldenburg, Ökologische Ökonomie

Ammerländer Heerstr. 114-118, 26129 Oldenburg

Tel.: +49 798 4366, Fax: +49 441 798 4379

Email: bernd.siebenhuener@uni-oldenburg.de

 

Prof. Dr. Karsten Speck       

Carl-v.-Ossietzky Universität Oldenburg, Institut für Pädagogik

Ammerländer Heerstr. 114-118, 26129 Oldenburg

Tel.: +49 441 798 2174, Fax: +49 441 798 2324

Email: karsten.speck@uni-oldenburg.de

 

Gesamtkosten:            900.500 Euro


STELLENAUSSCHREIBUNG

An der
TU Braunschweig

Seminar für Philosophie (Prof. Dr. Nicole Karafyllis)


sind im Rahmen des durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderten Verbundforschungsprojekts

 

„Dilemmata der Nachhaltigkeit zwischen Evaluation und Reflexion. Begründete Kriterien und Leitlinien für Nachhaltigkeitswissen“

 

vorbehaltlich der finalen Mittelzuweisung zum 01.04.2019 folgende Stellen zu besetzen:

zwei wissenschaftliche Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen, EG 13 TV-L (65%),

,

jeweils befristet für 3,5 Jahre (Ende der Projektlaufzeit: 30.09.2022). Eine Weiterbeschäftigung über die Projektlaufzeit hinaus ist nicht möglich.


Projektkontext:

Die Stellen sind in einem interdisziplinären Verbundprojekt in Trägerschaft der VolkswagenStiftung angesiedelt. Es geht von der Beobachtung aus, dass sich im Zuge der Etablierung des Nachhaltigkeitsdiskurses die mit diesem Begriff verbundenen Ziele, Kriterien, Interessen und involvierten Wissensarten vervielfacht haben. Die Zielsetzung des Projekts ist zu untersuchen, welche Meta-Kriterien für die Beurteilung von Projekten, Programmen und Initiativen als „nachhaltig“ begründbar sind. In transdisziplinärer Zusammenarbeit von Bildungswissenschaft, Governance-Forschung, Wissenschaftsphilosophie und Gesellschaftstheorie verbindet das Projekt empirische und reflexive Vorgehensweisen. Es wird von einem wissenschaftlichen Beirat mit Expertinnen und Experten aus der Nachhaltigkeitsforschung begleitet.

Nähere Informationen zum Verbundprojekt und den beteiligten Partnern finden Sie unter:

https://www.tu-braunschweig.de/philosophie/dilemmata

 

Stelle 1: Philosophie ( = Teilprojekt 3)

Das Teilprojekt ist wissenschaftsphilosophisch ausgerichtet und am Lehrstuhl für Philosophie (Schwerpunkt: Wissenschafts- und Technikphilosophie) bei Prof. Dr. Nicole Karafyllis an der TU Braunschweig angesiedelt.

Auf der ausgeschriebenen Stelle soll mit philosophischen Methoden und Ansätzen der STS untersucht werden, wie epistemische Anpassungsprozesse und gesellschaftliche Aushandlungsprozessen zur Konfiguration des jeweiligen Wissensobjekts in Nachhaltigkeitsfeldern wie Landwirtschaft, Biodiversität oder Bioenergie wechselwirken; auch im Hinblick auf das neue Feld Bioökonomie und gesellschaftlich-normativer Forderungen nach Bioethiken (Querbezug zu Teilprojekt 4). Als grundlegendes Dilemma erweist sich dabei die Differenz lebend/tot. Dabei interessiert ferner der Zusammenhang von epistemischen Normen erster Stufe (z.B. Anforderungen der Konsistenz, Kohärenz oder Evidenz) und zweiter Stufe (z.B. Priorität des Wissens gegenüber bloßem Meinen). Ferner ist zu untersuchen, wie bei den Aushandlungsprozessen gefundene Ursachen in Gründe (z.B. für politisches Handeln) überführt werden, womit neue Kausalketten zur Relevanz des Nachhaltigkeitswissens entstehen. Eine besondere Rolle für die zu analysierenden Transformationen kommt hochtechnisierten Forschungsinfrastrukturen wie Datenbanken und Biobanken zu, die die Konfigurationen des Wissens zwischen Virtualität und Materialität verhandelbar machen

 

Aufgaben:

  • Durchführung wissenschaftlicher Forschungsarbeit im Projektkontext: Mitwirkung an der Planung, Konzeption und Durchführung wissenschaftlicher Veranstaltungen und Mitwirken bei Publikationen im Projekt.
  • Selbständiges Erarbeiten einer wissenschaftlichen Monographie (Qualifikationsschrift) aus dem Projektkontext heraus.
  • Mitwirkung an der Gesamtdurchführung des Projekts.

 

Voraussetzungen:

  • abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (Master, Magister oder Diplom) der Philosophie oder eines kulturwissenschaftlichen Studiengangs oder eines umweltwissenschaftlichen Studiengangs mit Philosophie-Anteilen mit mindestens der Abschlussnote „gut“.
  • Kenntnisse der Wissenschafts- und Technikphilosophie, alternativ in der Umwelt- oder Bioethik sowie der Naturphilosophie. Erfahrungen im Bereich der Nachhaltigkeitsforschung und gute Englischkenntnisse sind von Vorteil.
  • Bereitschaft zu Reisetätigkeit im Projektkontext.
  • Befähigung zu wissenschaftlichem und selbstständigem Arbeiten sowie Anstreben der wissenschaftlichen Weiterqualifikation. Die Möglichkeit zur wissenschaftlichen Weiterqualifikation ist gegeben.
  • Teamfähigkeit und Interesse an der Mitgestaltung eines interdisziplinären Forschungsprojekts.

 

Stelle 2: Soziologie (= Teilprojekt 4)

Das Teilprojekt ist wissenschaftssoziologisch ausgerichtet. Gemeinsam mit dem wissenschaftsphilosophisch ausgerichteten Teilprojekt 3 ist es am Lehrstuhl von Prof. Dr. Nicole Karafyllis an der TU Braunschweig angesiedelt und arbeitet bezüglich soziologischer Inhalte und Methoden in Kooperation mit Prof. Dr. Anna Henkel, Lehrstuhl für Soziologie mit Schwerpunkt Techniksoziologie und nachhaltige Entwicklung an der Universität Passau.

 

Auf der ausgeschriebenen Stelle wird untersucht, wie sich Dilemmata der Nachhaltigkeit im Verhältnis von Wissenschaft und Politik bzw. gesellschaftlichen Anliegen wandeln. Ausgehend von der Frage, wie mit einem Wandel der Art der Wissensproduktion die Anforderungen und Formen der Wissensregulierung sich verändern und welche Mechanismen sowie Machtansprüche in der Wissensregulierung wirken, wird nach Regulierungsspezifika von Nachhaltigkeitswissen gefragt.

 

Aufgaben:

  • Durchführung wissenschaftlicher Forschungsarbeit im Projektkontext: Mitwirkung an der Planung, Konzeption und Durchführung wissenschaftlicher Veranstaltungen und Mitwirken bei Publikationen im Projekt.
  • Selbständiges Erarbeiten einer wissenschaftlichen Monographie (Qualifikationsschrift) aus dem Projektkontext heraus.
  • Mitwirkung an der Gesamtdurchführung des Projekts.

 

 

Anforderungen:

  • abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium im Bereich Sozialwissenschaft oder Philosophie, oder eines kulturwissenschaftlichen Studiengangs oder eines umweltwissenschaftlichen Studiengangs mit Sozialwissenschaft-Anteilen mit mindestens der Abschlussnote „gut“.
  • Kenntnisse der Wissens-/Wissenschaftsforschung, vorzugsweise der Wissenschaftssoziologie.
  • Erfahrungen mit empirischen Methoden der Sozialforschung sowie Kenntnisse im Bereich der Nachhaltigkeitsforschung sind von Vorteil.
  • Bereitschaft zu Reisetätigkeit im Projektkontext.
  • Befähigung zu wissenschaftlichem und selbstständigem Arbeiten sowie Anstreben der wissenschaftlichen Weiterqualifikation. Die Möglichkeit zur wissenschaftlichen Weiterqualifikation ist prinzipiell gegeben.
  • Teamfähigkeit und Interesse an der Mitgestaltung eines interdisziplinären Forschungsprojekts.
  • Englisch-Kenntnisse.

 

 

Die Universität strebt die Erhöhung des Anteils von Frauen am wissenschaftlichen Per­sonal an und fordert deshalb Frauen zur Bewerbung nachdrücklich auf. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt. Ein Nachweis ist beizufügen.


Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen und einer Schriftenprobe (z.B. Masterarbeit, Aufsatz in einer Fachzeitschrift) werden unter Angabe des Kennwortes „Philosophie“ (Stelle 1) oder „Soziologie“ (Stelle 2) bis zum 22.1.2019 (Poststempel) postalisch oder per Email erbeten an

Technische Universität Braunschweig
Seminar für Philosophie, Sekretariat Frau Dill-Müller

Bienroder Weg 80
38106 Braunschweig

Email: sekretariat-philosophie@tu-bs.de, in Kopie an n.karafyllis@tu-bs.de

Bewerbungsunterlagen können nicht zurück gesendet und Reisekosten nicht erstattet werden.




  aktualisiert am 19.12.2018
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