TU BRAUNSCHWEIG

Jahresbericht 2009



Liebe Freunde des Institutes,

ein weiteres Jahr mit erfolgreicher Arbeit ist vergangen, über das es zu berichten gilt. Der Jahresbericht des IMAB ist inzwischen zu einer festen Einrichtung geworden, der von unseren persönlichen Besuchern und auch von allen Nutzern unserer Webseite gerne gelesen wird. Die hier als Kurzbericht dargestellten Arbeiten haben immer wieder zu Nachfragen, Diskussionen und auch neuen Projekten angeregt.

Die Ereignisse an den Börsen und ihre Folgen in 2009 haben die Forschung in unserem Fach- gebiet weniger getroffen als wir es erwartet haben, auch wenn wir schon merken, dass Forschungsgelder aus öffentlichen Töpfen schwieriger zu bekommen sind. Jedoch hatten wir durch die aktuellen Themen auf dem Gebiet der Elektromobilität alle Hände voll zu tun, um die rege Nachfrage nach Forschungsarbeiten abzudecken.

Zu diesem spannenden Thema ist bereits viel gesagt und geschrieben worden. Zwei Dinge sind dabei festzuhalten, die oft in den Diskussionen um Details verloren gehen:

  • Die Schlacht wird auf der Batterieseite geschlagen. Wer hier etwas Brauchbares mit ausreichender Lebensdauer anbieten kann, hat auf den künftigen Märkten gewonnen.
  • Elektroantriebe sind a priori gut geeignete Fahrzeugantriebe mit bereits hohem Wirkungsgrad. Bei der Bahnindustrie weiß man das schon lange. Durch Verbesserung des Wirkungsgrades allein wird man die Defizite bei den Batterien nicht kompensieren können.

Somit war unsere Arbeit im letzten Jahr durch zwei Themenkreise dominiert: Erhöhung der Ausnutzung bei Fahrzeugantriebsmotoren und Entwicklung neuartiger Energiewandler und Energieversorgungstechniken. Das letzte Thema sehen wir als besonders nachhaltig an. Hier gibt es einerseits immer wieder Fortschritte in der Werkstofftechnik, die unmittelbaren Einfluss auf die Gestaltungsmöglichkeiten elektrischer Maschinen haben (z. B. Soft Magnetic Composites, SMC) und andererseits wird sich hinsichtlich der allmählich fortschreitenden Umstrukturierung des Energiesektors einiges tun. Regenerative Energieerzeugung verbunden mit effizienter Speicherung von Energie bedingt neue Netzstrukturen und andere Betriebsarten des Versorgungsnetzes mit neuen Regelungs- und Abrechnungsverfahren. Konsequent ist es nur, die dezentrale Energieerzeugung auch mit dezentralen Speichern zu verknüpfen, um so zu energieautonomen Regionalnetzen zu kommen, die dann wieder zu einem robusten Verbund zusammengeschaltet werden können. Im Kontext der Energiespeicherung können dann unter anderem wieder E-Fahrzeuge als dezentrale Speicher eine Rolle spielen. Diese Überlegungen spiegeln sich auch in der VDE-Studie "Elektrofahrzeuge" wieder, an der wir im vergangenen Jahr mitgearbeitet haben. Somit sind Elektromobilität und Energietechnik nahezu untrennbar miteinander verbunden.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass das Gebiet der elektrischen Antriebstechnik noch viele umfangreiche Forschungsthemen enthält, die noch viele Jahre Stoff für interessante Dissertationen liefern werden. Umso mehr freue ich mich, dass meine Nachfolge beizeiten durch eine vorgezogene Berufung abgesichert werden soll und diese Stelle in 2009 freigegeben wurde.

Allen Mitarbeitern, die unsere vielfältigen Aktivitäten mit viel Engagement und Begeisterung mitgetragen haben, sei an dieser Stelle herzlichst für ihren Einsatz gedankt. Ein weiterer Dank sei an die Firmen und Institutionen gerichtet, die uns bei unseren Forschungsaktivitäten beraten und gefördert haben oder die uns als Diskussionspartner zur Verfügung standen.

Braunschweig, im Februar 2010

 

Ihr

Prof. Dr.-Ing. W.-R. Canders


  last changed 03.07.2015
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