TU BRAUNSCHWEIG

Jahresbericht 2005



Liebe Freunde des Institutes,

das hinter uns liegende Jahr 2005 war für uns wissenschaftlich recht erfolgreich und entsprechend mit viel Arbeit ausgefüllt. Zum einen konnten die Arbeiten am Schwungmassenspeicherprojekt „Dynastore” erfolgreich vorangetrieben werden, so dass wir in 2006 zusammen mit unseren Forschungspartnern hoffen können, das Speichersystem in Betrieb zu nehmen. Zum anderen hat sich gezeigt, dass der eingeschlagene Weg, die Forschung stark auf Mechatronik und hier speziell auf Direktantriebe auszurichten, offenbar der richtige war. So konnten wir zusammen mit dem Institut für Regelungstechnik ein umfangreiches Forschungsprojekt auf dem Gebiet hochausgenutzter Linearmotoren mit extrem genauer Kraftregelung einwerben, das sich bereits in der Experimentierphase befindet und erste viel versprechende Ergebnisse zeigt. Die Arbeiten am „High Torque” Antrieb konnten abgeschlossen werden, wobei wir hierfür vom Auftraggeber höchstes Lob bekommen haben. Und ein weiteres „Highlight” sei noch erwähnt: Nach unseren Auslegungen wurde von „Nexans Superconductor” ein Supraleitendes Magnetlager mit 500?kg Tragkraft gebaut, das auf Anhieb die erwarteten Daten bezüglich Tragkraft und Steifigkeit bis zu Drehzahlen von 4500?1/min zeigte. Ebenso führte die stetige Weiterentwicklung der berührungsfreien Energieübertragung zu einem interessanten Forschungsprojekt für das Transrapidkonsortium.

Diese und viele andere Arbeiten waren nur deshalb erfolgreich durchführbar, weil hinter den Projekten eine hochmotivierte, selbständig arbeitende Mannschaft stand, die unabhängig von tariflichen Regelungen ihre Arbeit verrichtet hat. Deshalb sei an dieser Stelle allen Mitarbeitern für ihren Einsatz und die erfolgreiche Zusammenarbeit gedankt.

Weniger erfreulich war der erhöhte Druck zur Personaleinsparung durch die Landesregierung, die zu einer Mittelkürzung im Umfang einer Wissenschaftlerstelle und einer MTV-Stelle in 2005 führte, wobei auch in 2006 wiederum erhebliche Einsparungen durch Nichtbesetzung von Wissenschaftlerstellen erbracht werden müssen. Diese Maßnahmen treffen die Hochschulen natürlich in ihrer Kernkompetenz, der wissenschaftlichen Arbeit. Da gleichzeitig auch die Grundausstattung sowohl bezüglich Gebäudeerhalt als auch bezüglich der apparativen Ausstattung (Messgeräte, Prüfstände) seit Jahren kontinuierlich reduziert wird, bleibt den Instituten nur die verstärkte Einwerbung von Mitteln aus Industriekooperationen, denn sowohl DFG als auch öffentliche Förderer setzen das Vorhandensein einer exzellenten Grundausstattung voraus und bezahlen auch nicht den zur Verwaltung der öffentlichen Gelder erforderlichen bürokratischen Aufwand. Bei den angewandten Wissenschaften kann so mit Industriemitteln eine gewisse Kompensation erreicht werden - so kritisch dies auch von vielen Vertretern der reinen Wissenschaft gesehen werden mag - es geht nicht mehr anders. Wie es bei der universitären Grundlagenforschung aussieht, mag man sich gar nicht vorstellen.

Der hier vorgestellte Jahresbericht gibt einen kleinen Einblick in unsere Arbeit. Ich denke er spricht für sich und zeigt, dass uns auch in Zukunft die Forschungsthemen in der elektrischen Antriebstechnik nicht ausgehen werden, sondern dass im Gegenteil das Fachgebiet in Zukunft noch interessanter und vielfältiger wird, als es jetzt ohnehin schon ist.

Braunschweig, im Februar 2006

 

Ihr

Prof. Dr.-Ing. W.-R. Canders


  last changed 03.07.2015
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