TU BRAUNSCHWEIG

Jahresbericht 1998



Liebe Freunde des Institutes!

Inzwischen liegt schon wieder ein arbeitsreiches Jahr hinter uns und es ist mir eine Freude, Ihnen den dritten Jahresbericht über die Arbeiten des Institutes in Forschung und Lehre vorzustellen.

Um es in der Sprache der Ökonomen zu formulieren, konnten wir das Institut gut am Markt plazieren, was sich in der Zahl der vielfältigen Forschungsaktivitäten ausdrückt. Allerdings lassen sich diese unter zwei großen Schwerpunkten einordnen - den mechatronisch orientierten Problemlösungen und der Forschung auf dem Gebiet der Hochtemperatursupraleiter, die aber letztendlich auch eine mechatronische Komponente, das berührungslose Lager, zum Ziel hat.

Die im Vorwort zum letzten Jahresbericht aufgestellten Prognosen haben sich dabei weitgehend erhärtet. Insbesondere der Trend zu immer stärker auf die Systemeigenschaften optimierten Antriebslösungen hat sich bestätigt. Folgerichtig wollen wir zusammen mit dem Institut für Regelungstechnik der TU-BS und dem Institut für Stromrichtertechnik in Aachen versuchen, einen DFG Schwerpunkt „ Neuartige informationsgeführte Prozesse der elektromechanischen Energiewandlung” anzuschieben, der vom Ansatz her bereits stark interdisziplinär ausgerichtet ist. Auf der gleichen Ebene liegen unsere Beteiligungen am geplanten Sonderforschungsbereich „Neue Maschinenkonzepte für die Robotertechnik” sowie die Aktivitäten auf dem Gebiet der berührungsfreien Energieübertragung. Ebenso paßt auch das von uns eingeworbene FVA Projekt „High Torque Antriebe” hervorragend in diese Landschaft.

Der zweite wichtige Forschungsschwerpunkt, - berührungsfreie Lagerungen mit HTc supraleitenden Massivmaterialen - wurde weiter ausgebaut, wobei hier ein nicht unerheblicher Teil der Berufungsmittel investiert wurde. Durch die Einwerbung eines „Marie Curie Stipendiums ” konnten hier auch die Untersuchungen zur Dynamik von HTSL Lagerungen auf eine sichere Grundlage gestellt werden. Ausgehend von dieser Basis wollen wir in Zusammenarbeit mit Industriepartnern im kommenden Jahr entsprechende BMBF Forschungsprojekte lancieren.

Die hier angedeuteten Trends beginnen bereits, auf die Zusammenarbeit innerhalb der Fakultät abzufärben, was sich nicht nur in ersten Aktivitäten im Zentrum für Verkehr (ZVB) ausdrückt, sondern auch in einer ersten interdisziplinären Dissertation in Zusammenarbeit mit dem Pfleiderer-Institut über die Zustandsdiagnose an Kreiselpumpen seinen Niederschlag fand.

Die Ankündigungen der neuen Regierung lassen hoffen, daß sich die Finanzsituation der öffentlichen Forschungsförderung allmählich bessert, so daß als aktuelles Hindernis für eine zügige Weiterentwicklung der Forschungsaktivitäten der akute Mangel an Studenten verbleibt, der gerade in diesem Jahr zu einem drastischen Einbruch in der Zahl von Studien- und Diplomarbeiten geführt hat. Die energietechnischen Fächer sind hier besonders hart betroffen, da sich den allgemein niedrigen Studentenzahlen noch die Modeströmungen zu den telekommunikations- und informationstechnischen Fächern überlagern.

Es bleibt somit weiterhin schwierig, aber es eröffnen sich auch hervorragende Chancen, deren Nutzung uns im nächsten Jahr voll beanspruchen wird.

In diesem Sinne möchte ich mich bei allen Mitarbeitern des Institutes für ihren Einsatz und die fruchtbaren wissenschaftlichen Diskussionen bedanken sowie allen unseren Freunden und Gönnern ein herzliches Dankeschön für die materielle und ideelle Unterstützung unserer Arbeit übermitteln.

Braunschweig, im Dezember 1998

 

Ihr

Prof. Dr.-Ing. W.-R. Canders


  last changed 03.07.2015
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