TU BRAUNSCHWEIG

Jahresbericht 2001



Liebe Freunde des Institutes,

inzwischen liegt schon wieder ein arbeitsreiches Jahr hinter uns und es ist uns eine Freude, Ihnen den 6. Jahresbericht über die Arbeiten des Institutes in Forschung und Lehre vorzustellen.

Die Arbeiten des letzten Jahres sind durch verschiedene Schwerpunkte gekennzeichnet. In dem Leitprojekt "Dynastore" (Fkz.: 0327305I) wurden sowohl auf dem Gebiet der supraleitenden Lagerungen, der Maschinenberechnung als auch der Leistungselektronik erhebliche Fortschritte erzielt. Als besonderes Highlight ist weiterhin zu erwähnen, daß mit dem 1 MVA-Versuchsaufbau und den 1200 A IGBT-Modulen Stromscheitelwerte von 1130 A bei 5 kHz Taktfrequenz erreicht werden.

Auch das von der FVA geförderte Projekt "High Torque" Antrieb trat in seine heiße Phase - sprich Konstruktion und Fertigung einer Versuchsmaschine.

Erfolgreich abgeschlossen werden konnte das Projekt supraleitende Lagerung eines LH2 Cryotanks (FKz.: 13N7541/7). Die Lagerung dient hier zur thermischen Entkopplung des Tanks von seiner Umgebung. Es konnte nachgewiesen werden, daß die Abdampfrate des flüssigen Wasserstoffs gegenüber einem konventionellen Tank nahezu halbiert wird. Die Aktivierung der Supraleiter erfolgt bei diesem Tank völlig autonom über patentierte Memory-Metall-Aktuatoren während des Auftankens. Angesichts der zu erwartenden Bedeutung von Wasserstoff als Energieträger in der Zukunft gelang durch dieses Verbundprojekt ein interessanter Beitrag zum Problemkreis der Wasserstoffspeicherung.

Als weiteres Projekt zur Thematik "Berührungsfreie induktive Energieübertragung" wurde in der "Gläsernen Manufaktur Dresden" erfolgreich die Versorgung der Montagewagen mit elektrischer Energie in Betrieb genommen. Hierbei wird unabhängig von der Orientierung der Montagewagen auf der Montagefläche stets ausreichend elektrische Energie zur Versorgung der Montageschrauber sowie der Rechner bereitgestellt.

Als neues Anwendungsfeld für die berührungsfreie Energieübertragungstechnik wurden Komponenten zum Einsatz bei Elektrohängebahnen entwickelt.

Weiterhin wurde ein ebenfalls berührungsfreies Datenübertragungssystem entwickelt, welches ebenfalls den Primärleiter als Übertragungsstrecke nutzt. Die max. übertragbare Datenrate beträgt 100 kBaud.

Die mechatronisch orientierte Ausrichtung des Institutes führte konsequenterweise zur Beteiligung am Zentrum für Mechatronik Braunschweig (ZMB), in dem zur Zeit die ersten Projekte angeschoben werden.

Die Präsentation der einzelnen Forschungsergebnisse erfolgte wieder auf verschiedenen Tagungen, wobei vielleicht die interessanteste - zumindest für die beteiligten Mitarbeiter - die LDIA (Linear Drives in Industrial Applications) in Nagano in Japan war.

Als aktuelles Hindernis für eine zügige Weiterentwicklung der Forschungsaktivitäten verbleibt nach wie vor der akute Mangel an Studenten, der auch in diesem Jahr verhindert hat, daß die aus früheren Zeiten gewohnte Zahl von Studien- und Diplomarbeiten erreicht werden konnte. Dem Mangel an Studenten steht eine wachsende Nachfrage seitens der Industrie gegenüber, so daß nur zu hoffen ist, daß nicht nur die interessanten Aufgaben, sondern auch die hervorragenden Verdienst- und Karriereaussichten in der Antriebstechnik mehr Studenten motivieren, sich hier zu engagieren.

In diesem Sinne möchten wir uns bei allen Mitarbeitern des Institutes für ihren Einsatz und die fruchtbaren wissenschaftlichen Diskussionen bedanken sowie allen unseren Freunden und Gönnern ein herzliches Dankeschön für die materielle und ideelle Unterstützung unserer Arbeit übermitteln.

Braunschweig, im Dezember 2001

 

 

Prof. Dr.-Ing. W.-R. Canders                Prof. Dr.-Ing. J. Meins


  last changed 03.07.2015
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