TU BRAUNSCHWEIG

Praxis Krankenhausbau

 

Rahmenbedingungen

Eine aktuelle Studie von Ernst & Young zeigt auf, dass sich die Krankenhauslandschaft, wie Sie in Deutschland besteht, im Umbruch befindet. Im Zeitraum von 2000 bis 2008 war eine Gesamtkostenerhöhung von 21% zu Verzeichnen, wobei die Personalkosten daran einen Anteil von ca. 60% ausmachen. Gleichzeitig sinken die Steuereinnahmen der Länder und Gemeinden und somit auch deren Investitionsfähigkeit. Die Wirtschaftskrise verschärft diese Entwicklung auch bei den privaten Krankenhausträgern. Viele Krankenhäuser setzen so ihren Hauptfokus auf die Deckung der laufenden Betriebskosten und nicht auf die Investitionsfähigkeit und in direkter Folge auf ihre Weiterentwicklung und eine optimale Patientenversorgung. Folgen dieser Entwicklung sind veraltete medizinische Geräte, überlastete Mitarbeiter und im schlimmsten Fall eine nicht den Ansprüchen des Patienten entsprechende medizinische Versorgung. Um die benötigten Potenziale und Ressourcen zur Erhöhung der Qualität wieder freizusetzen, ist es notwendig Kosten zu reduzieren. Dies kann durch eine effiziente Planung und ganzheitliche Veränderung der Prozesse und Strukturen erfolgen. Hierdurch kann der Patient und dessen Versorgung wieder in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt werden. Das Krankenhaus muss als eine vertrauensvolle und effiziente Einheit aus Gebäude, Organisation Technik und Mensch vom Patienten wahrgenommen werden, um im aufkommenden Wettbewerb bestehen zu können. Es muss das Ziel sein, einen Handlungsleitfaden zu entwickeln, der eine den aktuellen und zukünftigen Anforderungen entsprechende  Planung und den Betrieb von Krankenhäusern ermöglicht und somit eine medizinische Versorgung auf hohem Niveau in Deutschland gewährleistet.

 

Ziele

Ziel des Forschungsvorhabens ist die Untersuchung aller Gebäudelebensphasen eines Krankenhauses und die darauf aufbauende Optimierung der Planung und Umsetzung wandlungsfähiger und ressourceneffizienter Krankenhausbauten. Zur Reduktion der Kosten und erhöhung der Effizinez soll aus den Ergebnissen der Untersuchung  ein anwendungsbezogener Handlungsleitfaden entwickelt werden. Der Patient als prägender Faktor im Gesundheitswesen steht bei allen Betrachtungen  im Vordergrund und  prägt im wesentlcihen die Konzeption des zu entwickelnden Handlungsleitfadens. Zielgruppe des Forschungsprojekts sind alle Akteure des Planungs-, Erstellungs- und Betriebsprozesses von modernen Krankenhausbauten in Deutschland.


Nutzen

Betreiber:

  • Optimierung von Planungszeiten und -kosten
  • Kurze Umbauphasen bei laufendem Betrieb
  • Identifikation von nicht wertschöpfenden Tätigkeiten und Handlungsempfehlung
  • Steigerung der Ressourceneffizienz und Erreichung von Einsparpotenzialen
  • Steigerung der Einflussnahme auf qualitativ hochwertige und damit heilungsfördernder
    und arbeitsgerechter Gebäudestrukturen

Bauschaffende:

  • Aufzeigen wandlungsfähiger Baustrukturen, die über den Gesamtlebenszyklus zu Zeit- und Kostenminimierung führen
  • Chancen zur Beantwortung der Planungsvorgaben hinsichtlich langfristig nutzbarer Gebäudestrukturen und entwicklung von Nachnuztungskonzepten
  • Identifikation der Potenziale zur Steigerung der Produktivität und zur Reduktion der Umweltbelastungen für die wichtigsten Rohstoffe und Materialien über ihren gesamten Lebenszyklus einschließlich Gewinnung, Aufbereitung etc.

Planer:

  • Optimierung des Austausches von Fachwissen benachbarter Disziplinen (Architektur/energetisches Konzept/Prozessorganisation)
  • Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten im Planungs-, Bau- und Betriebsprozess.

  last changed 18.06.2012
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