TU BRAUNSCHWEIG

Promotionen unter Betreuung von Prof. Dr. Hopp

(Namen in alphabetischer Reihenfolge)

Alla Abrosimova

Verarbeitung morphosyntaktischer Beziehungen in Nomen-Nomen-Komposita (laufend, Betreuer: Prof. Dr. Holger Hopp)

Mein Promotionsprojekt befasst sich mit der Verarbeitung von Nomen-Nomen-Komposita in Mutter- (L1) und Fremdsprachen (L2). Komposita öffnen ein Fenster in den zeitlichen Verlauf der Aktivierung unterschiedlicher linguistischer Ebenen, d.h. morphologischer und orthographischer Ebene. Sie erlauben daher, Theorien über die Nutzung von lexikalischen und morphosyntaktischen Routen in der L1- und L2-Sprachverarbeitung zu testen. Mich interessiert auch, ob sich Unterschiede in Bezug auf die Komplexität von Komposita in der Sprachverarbeitung widerspiegeln.


Ivana Cvekić

Zwischensprachlicher Einfluss im Drittspracherwerb: Lexikalische und grammatische Interaktionen zwischen Serbisch, Deutsch und Englisch (laufend, Betreuer: Prof. Dr. Holger Hopp)

Das Thema meiner Doktorarbeit ist die morphosyntaktische Sprachverarbeitung von Englisch als Erst- und Zweitsprache. Die Phänomene, die ich analysiere, sind grammatisches Genus und Tempus/Aspekt. Einer der Ziele meiner Forschung ist es, den L1-Einfluss in den Fällen zu untersuchen, in denen L1- und L2-Grammatik überlappen. Des Weiteren untersuche ich die Fälle, in denen das jeweilige Merkmal in der L2 fehlt, aber in der L3 vorhanden ist. Außerdem möchte ich herausfinden, wie sich zwischensprachlicher Einfluss auf L3-Lerner ausdehnt und wie drei Sprachen interagieren. Die Sprachen, auf die ich mich momentan konzentriere, sind Serbokroatisch, Deutsch und Englisch.


Duygu Şafak

Doktorarbeit (laufend, Betreuer: Prof. Dr. Holger Hopp)

In meiner Doktorarbeit interessiere ich mich dafür, ob Zweitsprachlerner (L2-Lerner) ähnliche Satzverarbeitungsstrategien wie Muttersprachler anwenden und inwieweit Eigenschaften der Erstsprache (L1) bei der Sprachverarbeitung der L2 eine Rolle spielen. Ich untersuche insbesondere, ob und wie erwachsene L2-Englisch-Lerner mit L1-Deutsch und L1-Türkisch lexikalisch spezifische Verbinformationen nutzen, um bevorstehende Strukturen während des Satzverständnisses in Echtzeit vorherzusagen. Zu diesem Zweck führe ich Eye-Tracking-Experimente während des Lesens und im Visual-World-Paradigma durch.

 

Promotionen unter Betreuung von Prof. Dr. Janßen

(Namen in alphabetischer Reihenfolge)

 

Busch, Tina, Dr., M.A. (2008)
Tina Busch (2009): Verbal Modalities in Corporate Publications: A Cross-Cultural Approach. Hamburg: Dr. Kovač

Companies make use of various instruments of corporate communications, ranging from printed brochures and reports over events to the corporate website as a platform of communication. These instruments generally fulfill two main functions: the function of information and the function of transporting/ promoting corporate identity (CI). In the framework of this dissertation, the focus is on the corporate website as examples of verbal means and communicative strategies.

A cross-cultural approach takes into consideration that distinct cultures employ different modes of communication when communicating in private, public as well as in the business world. As a consequence, it can be assumed that German and American organizations communicate in their own culture-specific mode when issuing corporate publications. The project aims at identifying such culture-specific verbal modes along with possible tendencies towards a global mode of communication.

For this purpose the study provides details of the analytical framework and the methodology based on multi-leveled pragmatics and establishing “verbal modes of communication” and a theoretical approach to linguistic genres found in written forms of business communication and issues of corporate identity.

As an interdisciplinary approach, the present paper aims to make a bridging between theory and practical application: a company that plans to do business in a foreign culture has to be aware of these culture-specific modes to be successful in its communication and its overall performance.

The data originates from a selection of German and American corporations of diverse economic backgrounds. It ranges from automotive manufacturers over consumer product companies to corporations doing business in the areas of electronics or textile

 

Böning, Julia, Dr.

Julia Marleen Böning (2016). The Acquisition of Requests among German-English Bilingual Children. Hamburg: Verlag Dr. Kovač.

Studien zum Spracherwerb bilingual aufwachsender Kinder haben seit den 1960er Jahren verstärkt zugenommen. Einen wichtigen Arbeitsschwerpunkt stellte hierbei lange der Erwerb der Morphosyntax dar. Während seit einigen Jahren ein zunehmendes Interesse an Sprachmischungsphänomenen zu beobachten ist, existieren im Vergleich dazu nur wenige Studien, die systematisch den Erwerb von pragmatischen Kompetenzen bei bilingual aufwachsenden Kindern und Jugendlichen untersuchen. Das Promotionsprojekt mit dem Arbeitstitel “Learning how to Interact Verbally: The Acquisition of Pragmatic Skills by German-English Bilingual Children” befasst sich daher mit dem Erwerb von pragmatischen Fähigkeiten bei deutsch-englisch bilingualen Kindern. Der Fokus liegt dabei auf dem Erwerb von direktiven Sprechakten. Es soll untersucht werden, ob und inwieweit sich Direktiva in beiden Sprachen parallel entwickeln. Weiterhin soll der Frage nachgegangen werden, ob bilinguale Kinder im Vergleich zu monolingual aufwachsenden Kindern einen Entwicklungsrückstand im Hinblick auf pragmatische Fähigkeiten aufweisen. Als letztes beschäftigt sich die Arbeit mit dem Einfluss der allgemeinen linguistischen sowie der kognitiven Entwicklung auf den Erwerb von Sprechakten. Diese Fragestellungen sollen mithilfe einer empirischen Langzeitstudie beantwortet werden.

 

Comes-Koch, Henrike, Dr.

Comes-Koch, Henrike (2011). Mixed Utterances in the Speech of German-English Bilingual Infants. Hamburg: Verlag Dr. Kovač.

Dieses Dissertationsprojekt umfasst eine detaillierte linguistische Analyse von sprachlich gemischten Äußerungen, die von zwei deutsch-englisch bilingualen Kindern in ihrem dritten und vierten Lebensjahr produziert wurden. Die Analyse basiert auf bilingualen Sprachdaten, die in einer Langzeitstudie erhoben wurden, und untersucht die morpho-syntaktischen und lexikalischen Kompositionsmuster von sprachlich gemischten Äußerungen. Das Ziel der Untersuchung ist es zu zeigen, dass die Form gemischter Äußerungen nicht zufällig entsteht, sondern dass die Form durch bestimmte auslösende Faktoren bedingt ist. Es wird angenommen, dass diese Faktoren spezifische bilinguale Strategien des Erwerbs, der Kommunikation und der Sprachverarbeitung in Gang setzen, die letztlich in einem bestimmten Kompositionsmuster der gemischten Äußerungen resultieren. Zwei Faktoren werden genauer untersucht und für relevant befunden: die sprachliche Entwicklung in den beiden Einzelsprachen sowie der Faktor ‚On-line’-Diskurs.


Franke, Katja, Dr., M.A.

Franke, Katja. Between Institutional Talk and Everyday Conversation: The Language Use of Television. Univ. Diss., Braunschweig, 2011. [Electronic ed.]
http://www.digibib.tu-bs.de/?docid=00041550

Ausgehend von einem strukturellen und konzeptionellen Paradox, welches das Gegenwartsfernsehen (und seinen Sprachgebrauch) prägt, konzentriert sich die sprachliche Analyse auf die Beschreibung der Verwendung von Sprache seitens der institutionellen Agenten, die innerhalb des institutionellen Rahmens – dem Fernsehstudio – agieren. Die Analyse beinhaltet bestimmte Ausgaben dreier Fernsehformate des deutschen und U.S.-amerikanischen Gegenwartsfernsehens: Nachrichten, Daily Talk Shows und Magazine (Nachrichten-, Polit- und Boulevardmagazine). Das der Analyse zugrunde liegende Paradox resultiert aus der Existenz eines institutionellen Rahmens, der bestimmt ist durch eine sprachliche Entwicklung im Fernsehen, die als ‚Konversationalisierung‘ beschrieben wird. Konversationalisierung bezeichnet den Prozess, durch den die Sprache der Gegenwartsmedien vermehrt den Charakter bzw. die Eigenschaften der informellen Alltagskonversation annimmt. Die erstere wird dadurch mehr und mehr ‚konversationalisiert‘. Die vorliegende Analyse stellt einen Versuch dar, die Eigenheiten der Sprache eines Fernsehformates zu demonstrieren – formell, institutionell oder informell, privat – und auf diese Weise Aussagen machen zu können über das (behauptete und erwartbare) Ausmaß der Konversationalisierung. Die Analyse basiert auf ‚institutioneller Rede‘ und ‚privater Rede‘, d. h. Alltagskonversation, deren Komponenten eingangs erörtert werden. Dies beinhaltet eine Verdeutlichung von ‚formellen‘ und ‚informellen Sprechstilen‘ im Hinblick auf deren mögliche konstituierende Elemente. Die sprachliche Analyse zeigt, dass alle drei Fernsehformate eine Tendenz aufweisen, entweder institutionelle Rede (Nachrichten), private Rede (Daily Talk Shows) oder eine sprachliche Zwischenform (bestimmte Magazintypen) zu benutzen.



Flohr, Claudia, Dr. des.

Mathematical Conceptualization and Linguistic Construal

This dissertation project includes a conceptual discussion on the interface of embodied cognition, mathematical conceptualization and linguistic construal. Through the perspective of Cognitive Linguistics, it focuses on the way mathematical object, relations and operations are being understood (by students) which incorporates the notion of embodied cognition as the central element in this process of (mathematical) meaning making. On the theoretical level, the present research tries to outline how a theory of embodied cognition accounts for and interlocks with both, cognitive processes fundamental to the understanding of mathematical structures and elements, as well as principles and structures that are pervasive in the way humans make use of language (in the process of meaning-making, reasoning, etc.) The core element of this investigation is to be found within the area of cognitive semantics, most crucially the theory of image schemas. I will argue for an inevitable ubiquity of image schemas in the areas of cognition in general, mathematical conceptualization specifically, and in language naturally. Image schemas are widely acknowledged as recurrent patterns of thought that derive from sensory-motor experiences and, by structuring the way we think, also reveal these structures through language.

In order to support this line of argument, I will provide for English data, taken at middle school level of international students in a mathematical classroom setting. With analytical tools taken mainly from the area of cognitive grammars, I am going to analyze language produced by students in order to show how their linguistic construal of mathematical objects and relation gives insight on the cognitive representation of certain concepts, leading towards inferences that mathematical concepts are grounded within embodied cognition, based on a preconceptual understanding of space, time and movement.


Homann, Meike, Dr., M.A. (2005), († 2014)

Meike Homann (2006): Zielgruppe Jugend im Fokus der Werbung. Verbale und visuelle Kodierungsstrategien jugend­gerichteter Anzeigenwerbung in England, Deutschland und Spanien.  Hamburg: Dr. Kovač:


Ideler, Claudia, Dr. (2001)

Markiertheitsphänomene im Zweitspracherwerb

http://opac.lbs-braunschweig.gbv.de/DB=1/SET=2/TTL=2/MAT=/NOMAT=T/CLK?IKT=1016&TRM=Markiertheitsph%D1nomene


Marhenke, Dietmar, Dr. (2003)
Britischer Humor im interkulturellen Kontext

http://digisrv-1.biblio.etc.tu-bs.de:8080/docportal/receive/DocPortal_document_00001513

Ausgehend von der Annahme, dass Humor in den Sprechakten von Briten eine maßgebliche Rolle spielt, ist die Untersuchung darauf ausgerichtet, seine wesentlichen Merkmale zu erfassen und die Genese der verbalen Komik im Englischen zu erklären, um Deutschen Kenntnisse an die Hand zu geben, mit denen sie humorbedingte Probleme in der interkulturellen Kommunikation meistern können. Da Inkongruenz das entscheidende Strukturprinzip der verbalen Komik ist, liegt der linguistischen Analyse von Auszügen aus sechs Werken der englischen Literatur ein Konzept zugrunde, das auf der Opposition semantischer Skripten beruht. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Englische hinsichtlich der Gestaltungsmöglichkeiten verbaler Komik nicht grundsätzlich vom Deutschen unterscheidet. Die Einstellungen der Sprecher beider Sprachen weichen jedoch signifikant voneinander ab. Während Humor als integraler Bestandteil der Identität von Briten gilt und diese die positiven Eigenschaften verbaler Komik in der Kommunikation (Ausgleich, Distanz etc.) bewusst nutzen, machen Deutsche von ihnen viel seltener Gebrauch. Der Hang der Briten zum Humor kommt u.a. in ausgeprägtem Individualismus, Harmoniebedürfnis, der Bevorzugung des indirekten Gesprächsstils, Kompromissbereitschaft sowie der Neigung zum Paradoxen zum Ausdruck, das es im Spannungsfeld widersprüchlicher Begriffe erlaubt, Wertmaßstäbe flexibel zu handhaben. Um die interkulturelle Verständigung mit Briten zu verbessern, sollten Deutsche bereit sein, der verbalen Komik mehr Platz einzuräumen. Im Hinblick auf den Unterricht in Englisch als Fremdsprache ergibt sich die Empfehlung, den Lernzielen zur kommunikativen Kompetenz die Humorkompetenz hinzuzufügen.


Marshfield, Katerina, M.A.

Promotion zum Thema “Muzungu or African: Orality and literacy in contemporary English-voiced documentary discourse in Uganda.”

Audiovisuelle Kulturprodukte,  unter anderen auch der Dokumentarfilm, die aus afrikanischen Ländern wie Uganda stammen, werden auf dem internationalen Markt in der Regel nicht als professionelle Produktionen anerkannt. Ihre Erzählstruktur wird häufig auf die „mündliche Kulturtradition“ zurückgeführt, oder als ganz „entwicklungsbedürftig“, „mangelhaft“,  oder „unverständlich“ bezeichnet.

Wie kann man linguistische diskursanalytische Ansätze zu Klärung der Konzepte „mündliche“ und „schriftliche Kulturen“ anwenden? Wie wird gesprochene und geschriebene Sprache zusammen mit anderen semiotischen Mitteln in der Produktion audiovisueller Medien, konkret in der Gattung Dokumentarfilm, als narrative und so-genannte evaluative Mittel eingesetzt? Gibt es einen grundlegenden strukturellen Unterschied im Gebrauch dieser Mittel in Produktionen, die der „Muzungu“, sprich westlichen oder internationalen Medienkultur, zugeschrieben werden, im Gegensatz zu denen, die als „afrikanisch“ klassifiziert werden? Welche Rolle spielt der Gebrauch der ugandischen Varietät des Englischen bei dieser stilistischen Unterscheidung? Die Antwort auf diese Fragen wird geliefert durch die Analyse der Super-, Makro- und Mikrostruktur eines Korpus von Dokumentarfilmen und der produktionspraxisbezogenen Erfahrungen, die ich über acht Jahre lang in Ostafrika sammelte


Meyer zu Hartlage, Christine, Dr., M.A.

Meyer zu Hartlage, Christine (2004). Gesprächskoordination. Untersuchungen zur Entwicklung der Gesprächstechniken englischsprachiger Kinder. [Electronic ed.]. http://www.digibib.tu-bs.de/?docid=00001650

Meyer zu Hartlage, Christine (2007). Kindliche Gesprächsorganisation. Spracherwerb und Sprachentwicklung. Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller.


Im theoretischen Beschreibungsrahmen der ethnomethodologischen Konversationsanalyse weist die empirisch-analytische Studie zum fortgeschrittenen Erwerb von Gesprächstechniken nach, dass englischsprachige Kinder im Grundschulalter die zentralen Techniken der Gesprächsorganisation (Sprecherwechsel) ausreichend beherrschen. In Hinblick auf diese Fragestellung werden folgende Phänomenbereiche untersucht: Konstruktion von Redebeiträgen, Wort- und Satzabbrüche, Hörersignale, Redeübergabe, Adjazenzpaare, Redeübernahme, Gesprächsschrittbehauptung, Regelstörungen, Regelverletzungen und Reparaturmaßnahmen. In allen Bereichen kann für Kinder dieser Altersgruppe ein angemessenes Maß an Konversationsmanagement nachgewiesen werden. Entwicklungsbedingte Defizite in der Sprachkenntnis und -verarbeitung bzw. durch ihre Stellung als nicht-bevorrechtigte Interaktionspartner bedingte Schwierigkeiten werden mit Hilfe besonderer Strategien gelöst, so dass die Kinder auf ein für ihre Zwecke funktionstüchtiges System des Sprecherwechsels zurückgreifen können. Hierbei beeinflussen biologisch-kognitive Reifungsbeschränkungen die Wahl der sprachlichen Techniken, mit denen die Kinder zu kohärenten und störungsfreien Gesprächen beitragen. Kinder der beobachteten Altersgruppe besitzen die Fähigkeit, sich einen im Rahmen einer formellen Gesprächssituation (Schule) modifizierten Regelapparat zur Regulierung des Sprecherwechsels anzueignen und adäquat umzusetzen.

 


Walkling-Spieker, Katharina, Dr. (2015)

Strong Leader – Common Man: Personalisierungsstrategien in TV-Wahlkampfdebatten: Ein medienlinguistischer Vergleich der US-Präsidentschaftsdebatten 2000 und 2004 mit den deutschen TV-Duellen 2002 und 2005. (Braunschweig, 2015)

http://www.digibib.tu-bs.de/?docid=00061757

Im Bundestagswahlkampf 2002 wurde im deutschen Fernsehen ein neues TV-Format nach dem Vorbild der US-amerikanischen Präsidentschaftsdebatten eingeführt, das sogenannte „TV-Duell“. Dabei handelte es sich um moderierte live-Debatten allein zwischen den Kandidaten der beiden großen Volksparteien. In der öffentlichen und wissenschaftlichen Diskussion wurden die „TV-Duelle“ als Beispiel für die zunehmende Personalisierung und damit auch Amerikanisierung des bundesdeutschen Wahlkampfs kritisiert. Vor diesem Hintergrund liegt der komparativen Analyse der deutschen TV-Duelle und der US-Präsidentschaftsdebatten in dieser Dissertation das Erkenntnisinteresse zugrunde,  ob es in den deutschen TV-Duellen tatsächlich zu Personalisierung kommt und welche Parallelen es dabei zu den US-Debatten gibt. Personalisierung wird dabei aus der Perspektive der Wahlkampfführung als gezielte Image-Strategie der Kandidaten betrachtet. Konkret wird untersucht, mit welchen verbalen Strategien die Kandidaten sich selbst, ihren Gegenkandidaten und ihre politischen Inhalte präsentieren und somit personalisieren. Darüber hinaus ist das Konzept der Arbeit interdisziplinär, da sie auch politikwissenschaftliche und kulturhistorische Ansätze beinhaltet. Analysiert werden die Transkripte der US-Debatten der Jahre 2000 und 2004 sowie die deutschen TV-Duelle der Wahlkämpfe 2002 und 2005 auf der Basis einer qualitativen Inhaltsanalyse. Theoretischer Bezugsrahmen sind sprachliche Strategien, die für den politischen Diskurs typisch gelten: face-keeping, politeness nach Brown/Levinson, impoliteness, modification und conversationalization. Die sprachliche Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass Personalisierung nur partiell in deutschen TV-Duellen eingesetzt wird.

 

Wieczorek, Elke, Dr., M.A. (2010)

Wieczorek, Elke (2012): Stress Assignment in Non-Native English Discourse. Hamburg: Dr. Kovač

Im Bereich der suprasegmentalen Phonologie gibt es bisher sehr wenige Studien im Zweitspracherwerb. Im Zentrum der Untersuchungen liegt der Betonungsbereich, der sowohl auf der Ebene der Wortbetonung als auch auf der Ebene der Informationsstruktur und somit der Satzbetonung untersucht wird.

Die Daten für die vorliegende Untersuchung wurden innerhalb von zwei Jahren aufgezeichnet und die Sprecher sind nicht-muttersprachliche erwachsene Sprecher des Englischen, die unterschiedlichste Muttersprachen haben. Auch verfügen die Sprecher über unterschiedliche weitere Fremdsprachenkenntnisse und bewegen sich auf unterschiedlichen Sprachniveaus des Englischen, obwohl sie sich alle problemlos ausdrücken können. Es gibt einen komplett transkribierten Hauptkorpus aus dem Jahre 2004, der im Bereich der Wortbetonung sowohl quantitativ als auch qualitativ ausgewertet wurde. Dieser wurde durch Daten aus dem im Jahr 2003 entstandenen Korpus ergänzt.

Anhand von Regelwerken wird ein Modell zur Lokalisierung der Wortbetonung im Englischen entwickelt, dessen Anwendung zur korrekten Betonung im Englischen führt. Obwohl nicht bekannt ist, in wie weit die Sprecher mit den Regeln zur korrekten Betonung im Englischen vertraut sind, zeigt sich eine universelle Tendenz in den Wortbetonungsmustern der Sprecher.

Auch im Bereich der Informationsstruktur gibt es bestimmte Regeln und Funktionen, an Hand derer ein Modell zur Analyse der Satzbetonung zur Markierung der Informationsstruktur entwickelt werden konnte. Ausgehend von einer neutralen Satzbetonung gibt es demnach die beiden Hauptfunktionen des informativen Fokus und des kontrastiven Fokus. Beide Funktionen werden von den Sprechern nicht nur durch die Satzbetonung, sondern zusätzlich über syntaktische Konstruktionen zur Unterstützung dieser Funktion markiert.

Alle untersuchten Äußerungen in den Korpusdaten lassen sich auf der Ebene der Diskursstruktur erklären; es gibt somit keine „unpassenden“ informationsstrukturellen Konstruktionen in den Korpora, auch wenn grammatikalische Fehler natürlich durchaus vorkommen.



  aktualisiert am 06.04.2018
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