Moore zählen zu den effektivsten natürlichen Kohlenstoffspeichern. In Deutschland sind jedoch rund 95 % der Moorflächen entwässert, allein in Niedersachsen verursachen degradierte Moorböden jährlich bis zu 15,8 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Die Wiedervernässung dieser Flächen bietet ein enormes Potenzial zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen, wie es im Bundes-Klimaschutzgesetz und in der Nationalen Moorschutzstrategie gefordert wird. Ob eine Wiedervernässung an einem bestimmten Standort jedoch langfristig gelingen kann, ist nur schwer einzuschätzen. Die komplexen Wechselwirkungen zwischen Boden, Vegetation und Atmosphäre, historische Entwässerungssysteme sowie der Klimawandel mit veränderten Niederschlagsmustern und steigender Verdunstung stellen die Wasserwirtschaft vor erhebliche Herausforderungen. Insbesondere für Hochmoore, die ausschließlich durch Regenwasser gespeist werden, ist die zentrale Frage bisher unzureichend untersucht: Wird in Zukunft genügend Wasser zur Verfügung stehen, um eine stabile Vernässung dauerhaft aufrechtzuerhalten?
Im Rahmen des Verbundprojektes „NassMoor – Wasser für die Moorvernässung von Hochmooren im Klimawandel“ wird untersucht, unter welchen Bedingungen eine nachhaltige Wiedervernässung von Hochmooren in Niedersachsen langfristig möglich ist. An ausgewählten, für Niedersachsen repräsentativen Hochmoorstandorten werden hydrologische Simulationen unter verschiedenen Klimaszenarien durchgeführt, experimentelle Verdunstungsmessungen vorgenommen, Konzepte zur Wasserspeicherung bewertet und naturschutzfachlich eingeordnet. Ziel ist die Erarbeitung von Empfehlungen für geeignete Moorstandorte sowie die Entwicklung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen, die eine langfristig wirksame Vernässung auch unter veränderten Klimabedingungen ermöglichen.
Die Abteilung HydRiv fokussiert sich auf die hydrologische Modellierung der Moorstandorte und die Bewertung der langfristigen Wasserverfügbarkeit. Dazu wird unter Nutzung des Wasserhaushaltsmodells PANTA RHEI ein moorspezifischer Hydrotop-Katalog erstellt und die Prozessmodellierung gezielt für Moorstandorte weiterentwickelt, insbesondere hinsichtlich der Wirkung des kleinräumigen Mikroreliefs auf den Wasserhaushalt. Mit hydrologischen Simulationen unter verschiedenen Klimaprojektionen wird geprüft, ob die für eine nachhaltige Vernässung erforderlichen Wassermengen langfristig bereitgestellt werden können und ob ergänzende Maßnahmen wie Speicherbecken hydrologisch machbar sind.
Laufzeit: 01.01.2026 – 31.12.2028