TITAN Workshops

3. Projekttreffen in Ladenburg

Projekttreffen "TITAN",Ladenburger Kolleg, 28.9.2026.

Seit 2025 untersucht das TITAN-Team, unter welchen Bedingungen der Einsatz künstlicher Intelligenz im Justizsystem akzeptabel ist. Am 28. und 29. September 2026 kamen die Forschenden auf Einladung der Daimler und Benz Stiftung erneut im Carl-Benz-Haus in Ladenburg zusammen. Das Treffen bot Gelegenheit, die bisherigen Forschungsergebnisse zu besprechen und weitere gemeinsame Vorhaben zu planen.

Beim ersten Workshop hatte das Team eine bundesweite Umfrage konzipiert. Die darauf beruhende Studie mit 1.541 Teilnehmenden aus allen 16 Bundesländern erschien im Sommer 2026 in der Zeitschrift Multimedia und Recht (MMR-Beilage 2026, S. 619-629). Rund ein Drittel der Befragten nutzte KI bereits im Arbeitsalltag, etwa zur Informationssuche, Textbearbeitung oder Übersetzung. Unterstützende Anwendungen fanden vielfach Zustimmung, bei entscheidungsnahen Aufgaben waren die Befragten zurückhaltender. Die anschließenden Experteninterviews untersuchten diese Erwartungen und Vorbehalte genauer. Auch die Auswertung der Interviewdaten war Gegenstand des Treffens.

Weitere Berichte betrafen BenGER (Benchmark for German Law). Inzwischen stehen eine offene Plattform und ein Datensatz zur Prüfung juristischer Leistungen von Sprachmodellen zur Verfügung. Zwölf Systeme wurden anhand juristischer Fälle und Aufgaben zu juristischen Grundprinzipien evaluiert. Menschliche Vergleichslösungen und gemeinsam mit KI erarbeitete Lösungen ergänzen den Datensatz.

Im TITAN-Team arbeiten Forschende aus Rechtswissenschaft, Rechtsinformatik, Psychologie und Wirtschaftswissenschaften zusammen. Die Diskussionen in Ladenburg zeigten, wie ihre Untersuchungen ineinandergreifen: Die Qualität der KI-Ausgaben ist gemeinsam mit den praktischen Einsatzbedingungen und rechtlichen Anforderungen zu beurteilen. Zu den rechtlichen Anforderungen gehören insbesondere richterliche Unabhängigkeit, menschliche Kontrolle und Verantwortung. Ebenso sind die Perspektiven der Menschen zu berücksichtigen, deren Verfahren und Rechte betroffen sind. Das Team besprach, welche weiteren Evaluierungen und gemeinsamen Untersuchungen an die bisherigen Ergebnisse anschließen sollen.

2. Projekttreffen in München: Titan-Konsortium vertieft Zusammenarbeit in München

Projekttreffen München

Nach dem intensiven Austausch in Ladenburg markiert der Januar 2026 den nächsten wichtigen Meilenstein für das TITAN-Konsortium: Am 30. Januar kamen die Projektpartner:innen in München zu ihrem zweiten Treffen zusammen. Den thematischen Rahmen bildete die unmittelbar zuvor besuchte AI@Law Conference am 29. Januar, die dem Team am Vortag weitere frische Impulse aus der internationalen Fachwelt lieferte.

Weitere Eindrücke von der AI@Law Conference.


Von der Theorie in die Umsetzung

In München wurde deutlich, wie sehr die interdisziplinäre Arbeit seit dem Projektstart zusammengewachsen ist. Im Zentrum standen die Fortschritte der einzelnen Arbeitspakte, die nun konkrete Formen annehmen: 

  • Benchmark for German Law (BenGer): Mit dem demnächst anstehenden ersten großen Benchathon geht die Vision einer kooperativen, freien und holistischen Benchmark für das deutsche Recht und angrenzende juristische Bereiche nun in die tatsächliche Umsetzung über. 
  • Die Planung der anstehenden Expert:innen-Interviews wurde konkretisiert. Unser Ziel ist es, die Perspektiven derer einzufangen, die später im Justizalltag mit diesen Systemen arbeiten sollen.
  • Ladenburg 2026: Basierend auf den bisherigen Ergebnissen haben wir bereits an der Agenda für den nächsten großen Workshop in Ladenburg entworfen, um die inhaltliche Tiefe weiter zu forcieren.

Ein gemeinsames Zielbild

Das Treffen in München hat gezeigt: Der Weg zu einer sinnvollen KI-Unterstützung im Justizsektor führt nur über den direkten Dialog zwischen Informatik, Psychologie, Ökonomie und Rechtswissenschaft. Die Mischung aus den Konferenzeindrücken und der internen Arbeit an den Paketen hilft uns dabei, die hohen Anforderungen an Qualität fest im Blick zu behalten.

Wir freuen uns darauf, diese Dynamik in den nächsten Monaten mitzunehmen. 

1. TITAN-Workshop in Ladenburg

Gruppenfoto Ladenburger Kolleg

Am 7. und 8. Oktober 2025 kamen die Forschenden des TITAN-Konsortiums auf Einladung der Daimler und Benz Stiftung in Ladenburg zusammen, um die fächerübergreifende Zusammenarbeit zwischen Rechtswissenschaft, Psychologie, Informatik und Ökonomie zu intensivieren. Im Fokus des ersten Workshops stand die Identifizierung konkreter Anwendungsszenarien für KI-Systeme im Justizsektor.

Ein zentrales Ergebnis ist die Konzeption einer großangelegten Umfrage zur Ermittlung von Akzeptabilitätsbedingungen innerhalb verschiedener Gerichtsbarkeiten, die im November 2025 veröffentlicht wird (mehr zur Umfrage finden Sie hier). Hochkarätige Impulse – unter anderem zu informationstechnischen Qualitätskriterien sowie zur richterlichen Entscheidungsfindung und den spezifischen Herausforderungen des US-amerikanischen Rechts im Vergleich zu globalen Datenströmen – schärften das gemeinsame Zielbild und konkretisierten so den Weg zu einer Umsetzung. 

Weitere Informationen zum 1. TITAN-Workshop sind hier zu finden.