BEOSand

Bandbreite der morphologischen Entwicklung entlang der Ostseeküste: Untersuchung naturbasierter Lösungen bei Sedimentdefiziten

Kurzbeschreibung

Das Küstenmanagement entlang der deutschen Ostseeküste steht im Zusammenhang mit dem Klimawandel vor großen Herausforderungen. Die Sturmflut vom Oktober 2023, die als das schwerste Ereignis seit 150 Jahren gilt und Schäden in Höhe von rund 220 Millionen Euro verursacht hat, verdeutlicht das derzeitige Ausmaß des Risikos.

In den letzten Jahren hat das wachsende Interesse an naturbasierten Strategien zur Küstenanpassung zu innovativen Ansätzen geführt, wie beispielsweise dem Einsatz von Kiesstrukturen an Sand- sowie gemischten Sand- und Kiesstränden. Dynamische Kiesstrukturen, oft auch als dynamische Uferbefestigungen bezeichnet, sind „weiche” Schutzmaßnahmen, die natürliche Prozesse an Kiesstränden nachahmen. Sie verbessern nachweislich die Küstenstabilisierung und schützen das Hinterland, indem sie den Wellenauflauf reduzieren. Die komplexen Prozesse, die diesen Strukturen zugrunde liegen, machen das Design und die Modellierung für die praktische Anwendung zu einer Herausforderung. Eine effektive Umsetzung von Managementmaßnahmen erfordert daher detaillierte lokale Kenntnisse über natürliche Sedimenttransportprozesse entlang verschiedener Küstenabschnitte.

Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt BEOSand darauf ab, die vergangene, gegenwärtige und zukünftige morphologische Entwicklung ausgewählter Küstenabschnitte entlang der deutschen Ostseeküste zu analysieren. Unter Berücksichtigung sowohl der natürlichen Dynamik als auch menschlicher Eingriffe wird das Projekt spezifische Szenarien der Küstenentwicklung untersuchen und die Anwendbarkeit dynamischer Kiesstrukturen in ausgewählten Pilotgebieten entlang der Ostseeküste bewerten.

In enger Zusammenarbeit mit den Küstenschutzbehörden sollen im Rahmen des Projekts innovative, wissenschaftlich fundierte Lösungen für den Küstenschutz entwickelt werden. Diese Lösungen berücksichtigen den Sedimentbedarf, der für die langfristige Nachhaltigkeit naturbasierter Küstenschutzmaßnahmen erforderlich ist. Zu diesem Zweck kombiniert das Projekt Feldversuche, mittel- und großskalige 2D-Laborversuche (einschließlich Versuchen im GWK+) und numerische Modellierungen mit Delft3D und Reef3D.