ATLAS ist eine nationale Forschungsinitiative im Rahmen des deutschen Luftfahrtforschungsprogramms LuFo VII-1 KTF, die für den Zeitraum von Oktober 2025 bis September 2028 angesetzt ist und ein Konsortium aus neun Universitäten und drei Forschungseinrichtungen umfasst. Ziel ist es, die Transformation hin zu einer klimaneutralen Langstreckenluftfahrt mit Entry-into-Service 2040–2045 systematisch zu unterstützen.
Hintergrund
Langstreckenflugverkehr macht rund 10 % der kommerziellen Flotte aus, verursacht jedoch etwa 35 % des Kerosinverbrauchs und erbringt 40 % der Transportleistung. Folglich bietet dieses Marktsegment ein enormes Hebelpotenzial zur Senkung von CO₂-Emissionen. Gleichzeitig sind technologische, betriebliche und infrastrukturelle Transformationsprozesse komplex und miteinander verflochten, weshalb eine integrale Systembetrachtung benötigt wird, um Zielkonflikte zu vermeiden und Synergien zu nutzen.
Projektziele
Aufbau einer öffentlich zugänglichen Simulations- und Bewertungsplattform, welche die Klimawirkungen neuer Technologien und betrieblicher Maßnahmen ganzheitlich abbildet
Ableitung transparenter, praxisnaher Empfehlungen zu Technologie-Kombinationen und daraus resultierenden Flugzeugkonzepten für die nächste Langstreckengeneration (EIS 2040–2045)
Etablierung eines nationalen Scouting- und Erstbewertungsprozesses zur Identifikation disruptiver Frühphasentechnologien mit langfristigem Transformationspotenzial
Erwartete Ergebnisse
Am Projektende stehen leistungsfähige Software-Tools und methodische Leitfäden bereit, die eine evidenzbasierte Diskussion zu Nutzen, Risiken und Zielkonflikten einzelner Technologien ermöglichen. Damit liefert ATLAS konkrete Handlungsempfehlungen zur Realisierung eines klimaneutralen Luftverkehrssystems bis 2050.
Beitrag des IFAS
Das Ziel der Forschungsarbeiten am IFAS besteht darin, die aerothermodynamische Sensitivität und die Leistung von Open-Rotor-Triebwerken, in den 3 Phasen, insbesondere für Langstreckenmissionen zu analysieren. Dies beinhaltet zum einen den Entwurf von optimierten Blattgeometrien sowie der Analyse des integrierten Open-Rotor Propulsors im Kontext verschiedener Flugzeugkonfigurationen. Ein weiterer integraler Bestandteil dieser Untersuchungen ist die Implementierung eines missionsspezifischen Emissionsmodells in das Triebwerksmodell, um nicht nur Leistungsparameter, sondern auch relevante Rahmenbedingungen zur Bewertung der Klimaauswirkungen bereitzustellen.