TU BRAUNSCHWEIG

Verkehrsingenieurwesen in der gesellschaftlichen Bedeutung

HallerbachtalbrückeVerkehrsingenieurwesen ist ein wichtiger Teil des Fundaments unserer Gesellschaft. Mobilität ermöglicht jedem Einzelnen die Teilhabechancen in der Ausbildung, im Beruf und in der Freizeit. Steigende Ansprüche an Wohnen, Arbeiten, Hobby und Freizeit haben zu einer starken Zunahme des Personenverkehrs geführt. Seine zentrale Lage in Europa hat Deutschland zu einer bedeutenden Verkehrsregion werden lassen. Die Osterweiterung der EU, die Globalisierung und eine zunehmend arbeitsteilige Wirtschaft führen auch in der Zukunft zu einem Anwachsen des Personen- und Güterverkehrs. Die Mobilität des Einzelnen ist einerseits Garant für Freiheit, Wachstum und Wohlstand, Verkehr als Massenphänomen schafft andererseits aber auch erhebliche Probleme für die Gesellschaft und ihre Umwelt, die nur mit innovativen Techniken und Methoden zu meistern sind.

Von der klassischen Ausbildung ...

Rebenring - Ecke Mühlenpfordtstraße in BraunschweigDer klassische Weg zum Verkehrsingenieur führte über das Bauingenieurwesen und den Methoden der Planung, des Baus und des Betriebs der Verkehrsinfrastruktur, also der Verkehrswege, oder über den Maschinenbau und dessen Methoden der Planung, Bau und Betrieb von Fahrzeugen. Die modernen Methoden des Verkehrsmanagements, also der Verkehrsinformation und der Verkehrssteuerung, verbinden die Elemente der Verkehrsinfrastruktur (z. B. zur Verkehrszustandserfassung) und der Fahrzeuge (z. B. zur Navigation) und sind ohne die Verkehrstelematik, d. h. der Telekommunikation und der Informatik, nur eingeschränkt möglich. Zudem sind die Anforderungen an Verkehrsingenieure durch die zunehmende Privatisierung und marktwirtschaftliche Orientierung von bisher staatlich geführten Institutionen, durch die zunehmende Technisierung des Verkehrs und durch die dadurch entstandenen vorrangig privatwirtschaftlich aufgebauten Informations- und Kommunikationsdienste in deutlichem Maße gestiegen.


... zum modernen Verkehrsingenieurstudium ...

Grüne Welle in BraunschweigDie Notwendigkeit der Entwicklung neuer und verbesserter Methoden und Techniken zur Lösung der zukünftigen Verkehrsprobleme stellt neue hohe Anforderungen an den Verkehrsingenieur und muss sich auch in der Ingenieurausbildung niederschlagen. Es ist offensichtlich, dass dazu die geeignete Kombination von einschlägigen Inhalten der Fachrichtung Verkehr im Studiengang Bauingenieurwesen mit der Fahrzeug- und Systemtechnik des Studiengangs Maschinenbau, der Nachrichten- und Kommunikationstechnik in den Studiengängen Elektrotechnik und Informatik sowie der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften einschließlich der Logistik notwendig und zweckmäßig ist. Der Verkehrsingenieur der Zukunft muss somit zumindest über Grundkenntnisse aus all diesen Gebieten verfügen (Bachelorausbildung), bevor er sich in eine bestimmte Richtung nach seinen eigenen Fähigkeiten spezialisiert (Masterstudium). Der interdisziplinäre Studiengang Verkehrsingenieurwesen an der TU Braunschweig ist der erste grundständige Bachelor-Master-Studiengang mit der gesamten Breite des Verkehrswesens an einer deutschen Universität.


... in der Verkehrskompetenzregion Braunschweig

TU Altgebäude in der Pockelsstraße in BraunschweigDer Standort für einen interdisziplinären Studiengang Verkehrsingenieurwesen könnte nicht besser gewählt sein als an der TU Braunschweig. Die Wirtschaft in der Region Braunschweig ist stark geprägt durch verkehrsbezogene Industrie- und Gewerbebetriebe (z. B. Volkswagen AG, Siemens Verkehrstechnik, Alstom), aber auch durch öffentliche Einrichtungen im Verkehrsbereich (z. B. Luftfahrtbundesamt, DLR, Forschungsflughafen). Ein Großteil der Bevölkerung in der Region bezieht seinen Lebensunterhalt aus dem Verkehrssektor. Die Region wird durchaus zu Recht als Verkehrskompetenzregion bezeichnet. Die Entwicklungsplanung der Technischen Universität Braunschweig nimmt mit der Einrichtung des Studiengangs Verkehrsingenieurwesen diesen Bezug zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld in ihre strategischen Ziele auf.

Mit der Einrichtung des Studiengangs Verkehrsingenieurwesen ist auch in der Forschung eine Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den Fakultäten und mit den Wirtschaftsbetrieben in und außerhalb der Region Braunschweig zu erwarten.


Studium - und dann?

Der Mobilitätsbereich gehört zu den großen Abnehmern von Arbeitskräften entwickelter Volkswirtschaften. Die verkehrsbezogene Ausbildung als Teil traditioneller Studiengänge der Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften deckt naturgemäß nur schmale Bereiche des Verkehrs ab. Durch die zunehmende Vernetzung und Komplexität der Verkehrssysteme besteht jedoch ein wachsender Bedarf an interdisziplinär ausgebildeten Verkehrsfachleuten, die sowohl über ein systemübergreifendes Verständnis der Verkehrsprozesse als auch über fundiertes Spezialwissen in ausgewählten Teilbereichen verfügen. Genau dies bietet der Bachelor/Master-Studiengang Verkehrsingenieurwesen.

Im Bachelorstudium wird ein solides, verkehrssystemübergreifendes Grundlagenwissen zu den Bereichen Planung, Herstellung, Prüfung und Betrieb vermittelt. Dabei werden die Verkehrssysteme Straßenverkehr, Bahnverkehr, Luftfahrt und in geringem Maße auch Binnenschifffahrt behandelt. Bachelorabsolventen sind in der Lage, unter Anleitung erfahrener Mitarbeiter erfolgreich Aufgaben in verkehrsbezogenen Arbeitsfeldern zu übernehmen. Der Bachelorabschluss eignet sich insbesondere als Berufseinstieg bei größeren Unternehmen der Verkehrsbranche, bei denen durch betriebsinterne Weiterbildungsprogramme die Möglichkeit besteht, aufbauend auf den bereits vorhandenen Kenntnissen unternehmensspezifisches Spezialwissen zu erwerben.

Im Masterstudium haben die Studierenden die Möglichkeit, sich entsprechend den persönlichen Interessen durch Kombination geeigneter Wahlmodule entweder für ein bestimmtes Arbeitsfeld (z. B. Berufsbild Verkehrsplaner durch Kombination von Modulen aus dem Bereich Planung für mehrere Verkehrsträger) oder für einen bestimmten Verkehrsträger (z. B. Berufsbild Eisenbahningenieur durch Kombination bahnbezogener Module unterschiedlicher Bereiche) zu spezialisieren. (Siehe auch: Masterstudiengang -> Struktur.) Der Masterabschluss ist eine hochwertige Ingenieurqualifikation, die durch die vermittelten Spezialkenntnisse einen Karriereeinstieg in anspruchsvolle Fach- und Führungspositionen ermöglicht. Für Studierende mit besonderer Eignung und Neigung zu forschender Tätigkeit ist der Masterabschluss die Zugangsvoraussetzung für wissenschaftliche Qualifizierungsmaßnahmen mit dem Ziel der Promotion.


Potentielle Arbeitgeber

Durch das außerordentlich breite Spektrum an Arbeitsfeldern im Verkehrsbereich bieten sich für Absolventen des Bachelor/Master-Studiengangs Verkehrsingenieurwesen vielfältige Arbeitsmöglichkeiten insbesondere bei folgenden Arbeitgebern:

  • Ingenieur- und Verkehrsplanungsbüros
  • Speditionen und Logistikdienstleister
  • Eisenbahnverkehrsunternehmen
  • Nahverkehrsunternehmen
  • Verkehrsverbünde
  • Eisenbahninfrastrukturunternehmen
  • Flughafen- und Hafenbetreiber
  • Straßenverwaltungen
  • Technische Aufsichtsbehörden (z.B. Eisenbahnbundesamt, Luftfahrtbundesamt)
  • Regulierungsbehörden für Verkehrsinfrastrukturen (z.B. Bundesnetzagentur)
  • Verkehrsabteilungen in Kommunal-, Landes-, und Bundesbehörden
  • Bahnindustrie
  • Automobilindustrie
  • wissenschaftliche Einrichtungen
  • Consulting-Unternehmen im Verkehrsbereich

  aktualisiert am 04.09.2017
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