Nachhaltigkeit ist an der Technische Universität Braunschweig ein wichtiger Bestandteil von Studium und Lehre. Themen wie Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit, verantwortungsvolle Innovation oder nachhaltiges Wirtschaften finden bereits in vielen Studiengängen und Lehrveranstaltungen Berücksichtigung.
Eine 2024 durchgeführte Analyse der Studiengänge zeigte, dass die Lehre an der TU Braunschweig nicht nur zu SDG 4 – Hochwertige Bildung beiträgt, sondern auch wichtige Impulse für nachhaltige Entwicklung setzt – insbesondere in den Bereichen Technologie, Gesundheit, nachhaltige Produktion sowie zukunftsfähige Infrastruktur. Vor allem die technischen und ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkte der Universität leisten dabei einen erkennbaren Beitrag zu SDG 9 – Industrie, Innovation und Infrastruktur.
Die Analyse macht außerdem deutlich, dass Nachhaltigkeit viele Fachbereiche berührt und oft bereits Anknüpfungspunkte in bestehenden Lehrformaten vorhanden sind. Die Toolbox unterstützt Lehrende dabei, solche Potenziale sichtbar zu machen, eigene Lehrangebote zu reflektieren und passende Ansätze zur Integration von Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln.
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Die Integration von Nachhaltigkeit in die Lehre kann in unterschiedlichen Kontexten stattfinden – etwa in einzelnen Lehrveranstaltungen, überfachlichen Angeboten, gesamten Studienprogrammen oder auch in informellen Lernkontexten. Dabei kann Nachhaltigkeit unterschiedlich stark in die Lehre integriert sein: von einzelnen Ergänzungen über eine feste Verankerung bis hin zur grundlegenden Neuausrichtung von Lehrformaten und Curricula. Diese verschiedenen Integrationslevel bringen jeweils unterschiedliche Möglichkeiten, Anforderungen und Entwicklungspotenziale mit sich. Während kleinere Anpassungen oft direkt in bestehenden Lehrveranstaltungen umgesetzt werden können, erfordern umfassendere Veränderungen meist strukturelle Anpassungen und zusätzliche Ressourcen.
Die nachfolgende Übersicht kann dabei helfen, den aktuellen Stand im eigenen Studiengang oder Lehrkontext einzuordnen. Dies kann ein hilfreicher erster Schritt sein, um zu überlegen, an welcher Stelle Nachhaltigkeit sinnvoll aufgegriffen oder weiterentwickelt werden kann. Häufig beginnt die Integration zunächst mit thematischen Bezügen in einzelnen Lehrveranstaltungen, bevor Nachhaltigkeit stärker strukturell in Studienprogramme eingebunden wird.
Für die Weiterentwicklung von Lehrveranstaltungen und Studiengängen kann es hilfreich sein, zunächst den aktuellen Stand in Bezug auf Nachhaltige Entwicklung zu betrachten. Dabei stellen sich unter anderem folgende Fragen:
Die folgenden sieben Schritte zur Integration von Nachhaltigkeit in die Lehre basieren auf einer Handreichung von Regina Obexer, Junia Lahner, Eva Stefaner sowie Christian F. Freisleben. Die Publikation entstand im Rahmen der Arbeitsgruppe Lehre des Bündnis Nachhaltige Hochschulen und baut auf früheren Vorlagen aus dem Jahr 2021 auf, die seitdem kontinuierlich weiterentwickelt und ergänzt werden.
Die sieben Schritte bieten eine praxisorientierte Orientierung für die Integration von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in die Hochschullehre:
Nachhaltigkeitsziele und -prinzipien reflektieren
Nachhaltigkeitsaspekte der eigenen Disziplin herausarbeiten
Didaktische Möglichkeiten entdecken und nutzen
Perspektiven der Studierenden einbeziehen
Mit Inter- und Transdisziplinarität experimentieren
Den Campus als Lern- und Erfahrungsraum nutzen
Erfahrungen austauschen und Ergebnisse sichtbar machen
Jeder Schritt wird in der Handreichung ausführlicher erläutert und durch Methoden, Reflexionsfragen, Praxisbeispiele sowie weiterführende Frameworks und Materialien ergänzt. Ziel ist es, Lehrenden aus unterschiedlichen Fachbereichen einen niedrigschwelligen Einstieg in das Themenfeld Nachhaltigkeit zu ermöglichen und konkrete Ansatzpunkte für die eigene Lehre sichtbar zu machen. Dabei stehen sowohl kleinere Anpassungen einzelner Lehrveranstaltungen als auch umfassendere didaktische Weiterentwicklungen im Fokus.
Die Impulse können zudem Anregungen für Forschungsprojekte und konzeptionelle Entwicklungsprozesse bieten. Gleichzeitig eignet sich die Struktur der sieben Schritte auch für Studierende, die sich erstmals oder vertiefend mit Nachhaltigkeit und transformativen Bildungsansätzen auseinandersetzen möchten.
Eine inhaltsanalytische Betrachtung von Curricula und Lehrveranstaltungen kann dabei unterstützen, sichtbar zu machen, wo Nachhaltigkeitsthemen bereits in Studium und Lehre verankert sind und an welchen Stellen Potenziale zur Weiterentwicklung bestehen. Für die Analyse der Studieninhalte hat das Green Office ein Kategoriensystem entwickelt, das auf den 17 Sustainable Development Goals (SDGs), ihren 169 Unterzielen sowie den UNESCO-Lernzielen für nachhaltige Entwicklung basiert. Dabei werden nicht nur explizite Nachhaltigkeitsbezüge erfasst, sondern auch implizite Verbindungen, etwa durch thematisch verwandte Inhalte, Querschnittsthemen, Kompetenzformulierungen oder innovative Lehr- und Lernmethoden. Die Kombination aus Analyse auf Curriculumsebene und der Betrachtung einzelner Lehrveranstaltungen ermöglicht es, bestehende Nachhaltigkeitsbezüge sichtbar zu machen und darauf aufbauend gezielt Ideen für die Weiterentwicklung von Studium und Lehre zu entwickeln.
Die Analyse wird bewusst auf Grundlage der SDGs durchgeführt, weil diese einen strukturierten Zugang zu zentralen Zukunftsthemen eröffnen und zugleich Raum für kritische Diskussionen über Zielkonflikte, Prioritäten und Umsetzungsstrategien schaffen. Lehrende können auf dieser Basis interdisziplinäre Zusammenhänge aufzeigen, kritisches Denken fördern und Studierende dazu anregen, reale gesellschaftliche Herausforderungen differenziert zu analysieren.
Das Green Office der TU Braunschweig unterstützt Lehrende, Studiengänge und Fachbereiche gerne bei der Analyse und Weiterentwicklung ihrer Lehrangebote im Kontext nachhaltiger Entwicklung. Ziel ist es, bestehende Anknüpfungspunkte gemeinsam zu identifizieren und passende Ansätze zur Integration von Nachhaltigkeit in die Lehre zu entwickeln.
Für individuelle Beratungen oder Austauschmöglichkeiten können Sie sich jederzeit gerne an das Green Office wenden.
Einen Einblick in eine universitätsweite Erhebung aus den Jahren 2024/2025 finden Sie hier.
Der SDG-Finder ermöglicht einen fachlichen Zugang zu den Sustainable Development Goals, indem er - ausgehend von verschiedenen Themenbereichen und Disziplinen - passende SDG-Bezüge aufzeigt. So erhalten Lehrende eine kompakte Orientierung, wie sich die SDGs gezielt und kontextbezogen in die eigene Lehre integrieren lassen. Die Integration der SDGs in die Lehre unterstützt unsere Universität dabei, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden und Studierende auf die Gestaltung nachhaltiger Entwicklungen in ihren jeweiligen Fachbereichen vorzubereiten.
Den SDG-Finder wird es hier ab Sommer 2026 geben.
Nachhaltigkeit und die Sustainable Development Goals (SDGs) wirken auf den ersten Blick oft abstrakt. Ihre Relevanz wird jedoch deutlich greifbarer, wenn sie auf den eigenen Kontext heruntergebrochen werden. Besonders hilfreich ist dabei der Bezug zum unmittelbaren Umfeld – etwa zum Campus, zur Stadt oder zur Region, in der man lebt und studiert. So lässt sich die Wirkung des eigenen Handelns konkreter nachvollziehen und besser einordnen.
Beispiele hierfür sind:
Ein hilfreiches Werkzeug zur Einordnung lokaler Nachhaltigkeitskontexte bietet das SDG-Portal. Dort kann anhand von Postleitzahlen recherchiert werden, wie Städte und Gemeinden zu den einzelnen Nachhaltigkeitszielen beitragen und welche Chancen und Herausforderungen sich vor Ort zeigen. Dies kann auch Impulse für den eigenen Studien- oder Forschungsbereich liefern.
Aktiv werden
Wer nachhaltige Projekte praktisch gestalten möchte, kann über die Sandkasten-Plattform der TU Braunschweig Unterstützung finden. Der "Sandkasten" ist eine digitale Beteiligungs- und Projektplattform, über die Studierende, Mitarbeitende und Initiativen eigene Ideen für einen nachhaltigeren und lebenswerteren Campus sowie Stadtraum einbringen und umsetzen können. Im Kern funktioniert Sandkasten als eine Art Ideen- und Umsetzungsraum für Projekte: Nutzer*innen können dort Projektideen einstellen, Mitstreiter*innen finden, Unterstützung erhalten und teilweise auch Fördermöglichkeiten erschließen. Die Plattform ist dabei eng mit der Universitätsverwaltung verknüpft und unterstützt die praktische Umsetzung von Projekten – von der ersten Idee bis zur Realisierung.
Hier finden Sie verschiedene Angebote und Portale mit weiterführenden Informationen zum Thema:
Das BNE-Portal ist eine zentrale Datenbank für Lehr- und Lernmaterialien im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Das Portal bündelt eine große Vielfalt an frei zugänglichen Materialien – von Unterrichts- und Hochschulkonzepten über methodische Ansätze bis hin zu praxisnahen Lernmodulen. Die Inhalte sind nach Bildungsbereichen, Themen und Zielgruppen strukturiert und lassen sich gezielt durchsuchen. Dabei reicht das Spektrum von grundlegenden Einstiegen in die 17 Sustainable Development Goals bis hin zu vertiefenden didaktischen Ansätzen für verschiedene Bildungsstufen. Material durchsuchen
Die Materialien der Scientists for Future richten sich an alle, die sich mit Klima-, Biodiversitäts- und Nachhaltigkeitskrisen beschäftigen und diese Themen in Bildung, Beruf oder Zivilgesellschaft weitergeben möchten. Sie bieten wissenschaftlich fundierte Inhalte, die dabei helfen, aktuelle Entwicklungen einzuordnen und verständlich zu vermitteln. Die bereitgestellten Materialien – darunter Texte, Podcasts, Videos und Vorträge – basieren auf dem aktuellen Stand der Forschung und werden von Wissenschaftler*innen verschiedener Disziplinen gemeinsam erarbeitet. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse zugänglich zu machen und gleichzeitig konkrete Handlungsmöglichkeiten im Kontext nachhaltiger Entwicklung aufzuzeigen.Material durchsuchen
Der Webshop des Forum Umweltbildung bietet vielfältige Lehr- und Lernmaterialien für die Bildungsarbeit im Bereich Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Im Fokus stehen praxisnahe Materialien, Spiele und didaktische Konzepte, die Nachhaltigkeitsthemen verständlich und handlungsorientiert vermitteln. Die Angebote sind insbesondere für den Einsatz in Schule, Hochschule und Erwachsenenbildung konzipiert. Material durchsuchen
Die Sustainicum Collection ist eine digitale Lehr- und Ressourcenplattform, die Lehrmaterialien, Methoden und didaktische Konzepte bereitstellt, die Lehrende dabei unterstützen, Nachhaltigkeitsthemen in ihre Veranstaltungen zu integrieren. Alle Inhalte sind interdisziplinär ausgerichtet und stehen in Bezug zu zentralen Nachhaltigkeitsthemen sowie den Sustainable Development Goals (SDGs). Material durchsuchen
Die Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit (VAN) ist ein digitales Bildungsangebot, das offene Online-Vorlesungen (MOOCs) und Lernmaterialien rund um das Thema nachhaltige Entwicklung bereitstellt. Sie ermöglicht einen niedrigschwelligen Zugang zu wissenschaftlich fundiertem Wissen über zentrale Nachhaltigkeitsthemen wie Klimawandel, Ressourcenverbrauch, globale Gerechtigkeit oder Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. Die Inhalte stammen von Expert*innen verschiedener Hochschulen und sind interdisziplinär ausgerichtet.
Zur VAN
Die TU Braunschweig ist seit 2023 Partnerhochschule der Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit. Dadurch können Studierende diese Seminare innerhalb des Pool Überfachliche Qualifikationen belegen. Das Green Office bietet die Seminare der Virtuellen Akademie Nachhalitgkeit jedes Sommersemester an.
Mehr erfahren
Die Good-Practice-Sammlung von netzwerk n zeigt erfolgreiche Beispiele aus unterschiedlichen Hochschulbereichen und bietet Anknüpfungspunkte für eine sozial-ökologische Transformation in Governance, Lehre, Betrieb, Forschung und Transfer. Interessierte erhalten eine hilfreiche Grundlage, um Ansätze an die Bedingungen ihrer eigenen Hochschule anzupassen und zu übertragen.
Das Netzwerk LeNa bietet mit dem Bereich „BNE Lehre Konkret“ eine umfassende Sammlung von Good-Practice-Beispielen für die Hochschullehre im Kontext Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Ziel ist es, Lehrende dabei zu unterstützen, Nachhaltigkeitsthemen praxisnah, interdisziplinär und fachspezifisch in ihre Lehre zu integrieren. Die Beispiele zeigen unterschiedliche Zugänge zur Umsetzung von BNE in der Hochschullehre – von Seminarformaten über Projektarbeiten bis hin zu praxisorientierten Lehr-Lern-Settings. Dabei werden sowohl konzeptionelle Grundlagen als auch konkrete didaktische Ansätze und Methoden vorgestellt.