ATLAS (Air Transport Analysis and Technology Synergy Study) ist eine nationale Forschungsinitiative im Rahmen des deutschen Luftfahrtforschungsprogramms LuFo VII-1 KTF, bestehend aus einem Konsortium von neun Universitäten und drei Forschungseinrichtungen. Die Laufzeit des Projekts beträgt drei Jahre, von November 2025 bis Oktober 2028. Der Projektschwerpunkt liegt auf der Entwicklung einer Simulations- und Bewertungsumgebung für Luftverkehrssysteme zur Ableitung von Leitlinien eines klimafreundlicheren Langstreckenverkehrs sowie zur Unterstützung eines nationalen Beobachtungsprozesses für zukunftsweisende Technologien im globalen Umfeld.
Hintergrund:
Im Langstreckenluftverkehr werden mit einem Anteil von nur 10 % der globalen Flugzeugflotte etwa 40 % der Transportleistung (Sitzkilometer) erbracht.
Durch den anteiligen Kerosinverbrauch von rund 35 % am weltweiten Gesamtbedarf bietet sich ein Optimierungspotenzial zur operationellen und technologischen Weiterentwicklung des Luftverkehrssystems hinsichtlich eines klimaneutralen Luftverkehrs.
Projektziele:
Die im Projekt ATLAS entwickelten Methoden und Softwarelösungen ermöglichen eine evidenzbasierte Bewertung von Technologien und Konzepten und bilden die Grundlage für Handlungsempfehlungen auf dem Weg zu einem klimaneutralen Luftverkehrssystem bis 2050.
Beitrag des IFF:
Das IFF ist im Projekt ATLAS für die Entwicklung und Ausgestaltung der Simulations- und Bewertungsplattform verantwortlich. Der Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau einer öffentlich zugänglichen Simulationsumgebung des Lufttransportsystems, die Analysen auf verschiedenen Systemebenen ermöglicht.
Dies umfasst die Entwicklung und Implementierung von Schnittstellen zur Integration und Synchronisation luftverkehrsrelevanter Datenbanken (z. B. Luftraum- und Navigationsdatenbanken) sowie hochauflösender Echtzeitsimulationen unterschiedlicher Modelle der Projektpartner, darunter beispielsweise eines Atmosphärenmodells und verschiedener Performancemodelle.
Zudem werden übergeordnete Modelle integriert, die Simulationen auf Netzwerk- und Verkehrsflussebene sowie eine Langzeitbetrachtung der Auswirkungen einzelner Simulationsmodelle auf die Gesamtsimulation des Lufttransportsystems ermöglichen.
Darüber hinaus wird ein Network-Management-Modul entwickelt, das den Luftverkehr über verschiedene Simulationsebenen hinweg koordiniert. Dabei werden einzelne Trajektorien auf Konflikte überprüft und anhand definierter Optimierungsparameter angepasst.
Zum Projektende übernimmt das IFF zudem eine zentrale Rolle bei der Validierung der entwickelten ATLAS-Gesamtluftverkehrssimulation, unter anderem durch die Definition und Simulation geeigneter Validierungsszenarien.
Projektpartner:
RWTH Aachen (ILR)
Technische Universität Berlin (TUB)
Technische Universität Braunschweig (TUBS)
Technische Universität Dresden (TUDD)
Technische Universität Darmstadt (TUDA)
Technische Universität Hamburg (TUHH)
Technische Universität München (TUM)
Universität der Bundeswehr München (UniBW)
Universität Stuttgart (USTUTT)
Bauhaus Luftfahrt e.V. (BHL)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Fraunhofer Gesellschaft (FHG)
Advisory Board:
Airbus Operations GmbH
Jeppesen GmbH
MTU Aero Engines AG
Rockwell Collins Germany GmbH
Liebherr Aerospace Lindenberg GmbH
Dieses Projekt wird im Rahmen des deutschen Förderprogramms LuFo VII-1 (Luftfahrtforschungsprogramm) gefördert.