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IBHolz auf den Karlsruher Tagen 2026 – Feuchteschutz während der Bauphase im Fokus

 

Am 1. und 2. Oktober 2026 fanden am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) die traditionsreichen Karlsruher Tage „Holzbau – Forschung für die Praxis“ statt, ausgetragen vom Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion – Prof. Dr.-Ing. Philipp Dietsch. Das Institut für Baukonstruktion und Holzbau (IBHolz) der Technischen Universität Braunschweig war mit einem Fachvortrag von Prof. Dr.-Ing. Mike Sieder zum Thema „Feuchteschutz während der Bauphase – Erfahrungen, Messungen und Empfehlungen“ vertreten.

Die vom Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktionen des KIT ausgerichtete Fachveranstaltung bietet seit vielen Jahren eine etablierte Plattform für den wissenschaftlichen und fachtechnischen Austausch zwischen Forschung, Wissenschaft und Baupraxis. Mit knapp 200 Teilnehmenden verzeichnete die diesjährige Veranstaltung einen neuen Besucherrekord und unterstrich damit ihre hohe Bedeutung innerhalb der Holzbaubranche.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Programms standen aktuelle Forschungsergebnisse zu Verbindungstechniken und zum Tragverhalten von Holzbaukonstruktionen, Entwicklungen der neuen Eurocode-Generation sowie Fragestellungen zum dauerhaften, robusten und kreislaufgerechten Bauen mit Holz. Neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen wurden insbesondere deren praktische Umsetzung und die damit verbundenen Herausforderungen diskutiert.

Feuchteschutz im mehrgeschossigen Holzbau – Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt HolzQS

Mit seinem Fachvortrag „Feuchteschutz während der Bauphase – Erfahrungen, Messungen und Empfehlungen“ stellte Prof. Mike Sieder aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Verbundvorhaben „HolzQS – Qualitätssicherung im mehrgeschossigen Holz- und Holz-Hybridbau“ vor.

Das Forschungsprojekt wurde gemeinsam von der Brüninghoff Holz GmbH & Co. KG, dem Institut für Baukonstruktion und Holzbau (IBHolz) der TU Braunschweig, dem Sachverständigenbüro Mohrmann holz4, dem Büro für Architektur, Energie und Bauphysik Robert Heinicke sowie holz[bau]physik Daniel Kehl bearbeitet.

Im Mittelpunkt des Vortrags standen die besonderen Herausforderungen des Feuchteschutzes während Transport, Montage und Bauausführung großvolumiger Holz- und Holz-Hybridbauten. Mit zunehmender Gebäudegröße, komplexeren Bauabläufen und längeren Montagezeiten steigen die Anforderungen an eine vorausschauende Planung und konsequente Umsetzung geeigneter Feuchteschutzmaßnahmen.

Anhand experimenteller Untersuchungen, baupraktischer Erfahrungen und messtechnischer Ergebnisse erläuterte Mike Sieder die maßgebenden Feuchteeinwirkungen sowie die daraus resultierenden Risiken für die Qualität und Dauerhaftigkeit von Holzbaukonstruktionen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Bewertung kritischer Anschluss- und Konstruktionsdetails, insbesondere von Elementfugen, Hirnholzbereichen, Durchdringungen und Bereichen mit möglicher Wasseransammlung.

Eine zentrale Erkenntnis des Vortrags war, dass ein wirksamer Feuchteschutz nicht allein durch einzelne Schutzmaßnahmen erreicht werden kann. Vielmehr bedarf es eines auf die jeweilige Konstruktion und den Bauablauf abgestimmten Gesamtkonzeptes, das bereits in der Planungsphase berücksichtigt und während der gesamten Bauausführung konsequent umgesetzt wird.

Die vorgestellten Ergebnisse verdeutlichten zugleich den hohen Stellenwert einer engen Zusammenarbeit zwischen Planung, Ausführung und Qualitätssicherung, um feuchtebedingte Schäden zu vermeiden und die langfristige Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit von Holzbauwerken sicherzustellen.

Wertvoller Austausch zwischen Forschung und Praxis

Die Karlsruher Tage boten auch in diesem Jahr zahlreiche Gelegenheiten für fachliche Diskussionen, den persönlichen Austausch und die Vernetzung innerhalb der Holzbaubranche. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig die kontinuierliche Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die praktische Anwendung für die Weiterentwicklung eines leistungsfähigen, sicheren und nachhaltigen Holzbaus ist.

Ein besonderer Dank gilt Prof. Dr.-Ing. Philipp Dietsch, Dr. Carmen Sandhaas sowie dem gesamten Organisationsteam des KIT für die hervorragende Durchführung und engagierte Fortführung dieses traditionsreichen und für die Holzbaubranche wertvollen Veranstaltungsformats zur Präsentation, Diskussion und Verbreitung aktueller Forschungsergebnisse.