Unter dem Begriff der Decision Proximity wurde diskutiert, dass die rechtlichen Herausforderungen nicht erst bei vollständig automatisierten Entscheidungen beginnen. Auch Systeme, die Informationen filtern, Argumente priorisieren oder Begründungen vorbereiten, können die spätere Entscheidung prägen. Damit stellen sich Fragen nach Transparenz, Verantwortung, menschlicher Kontrolle und institutioneller Legitimität bereits in vorgelagerten Verfahrensschritten.
Der Austausch mit dem DRA Lab eröffnete hierfür eine internationale Vergleichsperspektive. Besonders Erfahrungen aus israelischen Justiz- und Streitbeilegungskontexten zeigten, wie Digitalisierung, Online-Streitbeilegung und stärker automatisierte Verfahrensstrukturen praktisch erprobt und rechtlich reflektiert werden. Daraus ergab sich ein produktiver Vergleich mit dem deutschen Justizsystem, das durch Verfahrensgarantien, richterliche Unabhängigkeit und Begründungspflichten geprägt ist.
Für TITAN war der Austausch besonders wertvoll, weil er zentrale Projektfragen international anschlussfähig macht: Wie bleibt menschliche Verantwortung sichtbar, wenn KI rechtliche Informationen strukturiert? Welche Anforderungen ergeben sich für Transparenz und Kontrolle? Und wie verändern technische Systeme die Rolle menschlicher Entscheidungsträgerinnen
Der Austausch liefert damit wichtige Impulse für die weitere rechtliche Bewertung von KI in Justiz, Online-Streitbeilegung, Mediation und Schiedsverfahren. Zugleich stärkt er die internationale Vernetzung des TITAN-Projekts.