Aktuelles

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Praxisvortrag Schulpsychologie (online) - Donnerstag 27.05.2021

Donnerstag den 27.05.2021, 13.15-14.45 Uhr Praxisvortrag Schulpsychologie, online: https://webconf.tu-bs.de/bea-6d3-zuv
M.Sc. Oliver Schlüter-Kalkstein (Regionales Landesamt für Schule und Bildung, Dezernat Schulpsychologie)

Herr Schlüter-Kalkstein wird einen Überblick über Tätigkeitsfelder und Aufgaben in der Schulpsychologie geben. Es findet ein 60 minütiger
Vortrag mit anschließender 30 minütiger Fragerunde statt. Im Vortrag wird er auf die Besonderheiten der schulpsychologischen
Tätigkeit eingehen und das Angebot des regionalen Schulamtes an die niedersächsischen Schulen. Ein Fallbeispiel mit Verlauf über mehrere
Beratungssitzungen illustriert die Arbeit.

H-Work: Arbeitsbezogene diagnostische Beratung und Mini-Coaching

Im Rahmen des H-Work Projekts bietet das Institut für Psychologie eine diagnostische Sprechstunde und Mini-Coaching zu arbeitsbezogenen Fragestellungen an. Dabei wird gemeinsam mit einem Coach in drei Sitzungen verhaltensorientiert erarbeitet, was man selbst aktiv tun kann, um arbeitsbezogene Problemstellungen zu lösen.

Für weitere Informationen hier klicken.

Psychologie am Abend

Psychologie am Abend ist eine gemeinsame Vortragsreihe der Abteilungen Klinische Psychologie, Psychotherapie und Diagnostik und Entwicklungs-, Persönlichkeits- und Forensische Psychologie.

Wenn Sie in den Mail-Verteiler für die Vortragsreihe Psychologie am Abend aufgenommen werden möchten, senden Sie bitte eine E-Mail an: Dr. Anja Grocholewski

14.04.2021 - Arbeitsängste und Arbeitsplatzphobie und ihre Behandlung

Prof. Dr. Beate Muschalla

Wann: 14.04.2021, 17:00 - 18:30 Uhr
Wo: webconf.tu-bs.de/bea-6d3-zuv

Abstract:
An den meisten Arbeitsplätzen gibt es naturgemäß unvermeidliche Bedrohungsfaktoren wie fordernde Vorgesetzte, konkurrierende Kollegen, aggressive Kunden oder Schüler, neue Technologien und Leistungsanforderungen, oder unbeeinflussbare Veränderungen, die Ängste triggern können. Andersherum können vorbestehende psychische Erkrankungen auch zu Ängsten am Arbeitsplatz führen, wenn es durch die Angst bedingt zu Problemen bei der Arbeit kommt (z.B. Leistungsdefizite und Konflikte). Eine Arbeitsplatzphobie ist als eine schwere Ausprägung arbeitsplatzbezogener Angst zu verstehen. Arbeitsplatzphobie ist gekennzeichnet durch panikartige Ängste, die bei Annäherung an den oder auch beim bloßen Gedanken an den Arbeitsplatz auftreten. In der Konsequenz einer Arbeitsplatzphobie kommt es regelhaft zur Arbeitsplatzvermeidung, d.h. in vielen Fällen zur Arbeitsunfähigkeit. Etwa 17% der Patienten in psychosomatischen Rehakliniken und ca. 5% von gesunden Erwerbspersonen sind von Arbeitsängsten mit Vermeidungsverhalten in Form von Arbeitsunfähigkeit betroffen. Das Thema ist somit vielerorts relevant: für klinische tätige Praktiker und Wissenschaftler, für Personalverantwortliche und Führungskräfte, im Kontext von Betrieblichem Eingliederungsmanagement, psychologischen Interventionen in Rehakliniken, im sozialmedizinischen oder betriebsärztlichen Dienst. Zu den Arbeitsängsten und ihrer Behandlung haben wir seit mehr als zehn Jahren wissenschaftliche und klinische Erfahrungen gesammelt. Der Vortrag gibt einen Überblick über Erscheinungsbilder von Arbeitsängsten, der Bedeutung von Arbeitsplatzbedingungen, und zeigt Behandlungsbeispiele.

WS 2020/21: "Digitaler Stress - Was kann ich, was können wir im Team, was kann meine Organisation tun?"

Prof. Dr. Simone Kauffeld

Wann: wird noch bekannt gegeben
Wo: wird noch bekannt gegeben

Abstract:
Die zunehmende Digitalisierung und der damit einhergehende Wandel der Arbeitswelt führen dazu, dass sich auch das Bild des arbeitenden Menschen und die von ihm erwarteten Fähigkeiten verändern. Beispielsweise erfordert selbstbestimmte oder mobile Arbeit sowohl mehr Selbstregulations- und Selbstmanagementfähigkeiten seitens der Mitarbeitenden, als auch andere Strukturen und Unterstützungsmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens, um eine gesundheitsförderliche bzw. nicht gesundheitsschädliche Arbeit zu ermöglichen. Um das zu erreichen, kann auf unterschiedlichen Ebenen angesetzt werden: beim Mitarbeitenden selbst (Was kann ich dafür tun?), beim Team (Was können wir dafür tun?) oder beim Unternehmen (Was kann meine Organisation dafür tun?). Im Vortrag gehen wir den Fragen nach, wie die Kompetenzentwicklung zur Selbstfürsorge auf Mitarbeiter- und Führungsebene gestaltet werden kann und wie Veränderungsprozesse im Unternehmen motivierend begleitet werden können.  Wir fragen uns, warum resiliente Teams aus Krisen gestärkt hervorgehen und finden heraus, warum an der Aussage „Psychische Belastung? Haben wir hier doch gar nicht!“ im Regelfall nicht viel dran ist.

WS 2020/21: "Aufmerksamkeitsentlastung oder Kontrollverlust? Automatisches Fahren – schneller, sicherer und angenehmer?"

Prof. Dr. Mark Vollrath

Wann:
wird noch bekannt gegeben
Wo: wird noch bekannt gegeben

Abstract:
Technisierung und Automatisierung durchdringt den Lebensalltag von Patienten wie auch Therapeuten. Im Umgang mit Patienten ist routinemäßig auch grundlagenpsychologisches Hintergrundwissen und lebensweltliche aktuelle Entwicklungen von Nutzen. Ein Beispiel hierfür liefert dieser Vortrag über Risiken und Möglichkeiten von automatisiertem Fahren. Assoziationen liegen nahe zum Thema Kontrollverlustängste durch technische Automatisierungen, wie auch Bewältigung verschiedener Aufmerksamkeitsanforderungen. Solche Themen sind regelhaft Gegenstand in Psychotherapien, wenn es um Bewältigung von Alltagsanforderungen im Beruf oder privaten Alltag geht. Die Vision des automatischen Fahrens ist nicht neu. Schon seit etwa 30 Jahren arbeiten Forscher und Entwickler an der Umsetzung dieser Vision. Aktuell sollen die ersten Fahrzeuge in Kürze auf den Markt kommen, in denen man sich zumindest auf der Autobahn zeitweise automatisch fahren lassen kann und die Zeit für andere Dinge nutzen kann. Dem Kunden wird dabei versprochen, dass das Fahren sicherer, schneller und angenehmer wird. Welche Erwartungen darf man tatsächlich haben? Wie ist diese Vision aus psychologischer Sicht zu bewerten? Bei den Vorstufen des automatischen Fahrens, der sogenannten Teilautomation, muss der Fahrer die Automation überwachen. Das Fahren ändert sich dadurch. Der Fahrer ist nicht mehr aktiver Fahrzeuglenker, sondern ein Zuschauer, der die Automation überwachen soll. Langjährige Forschung auf diesem Gebiet zeigt allerdings, dass Menschen als Überwacher nicht sehr leistungsfähig sind und diese Art von Tätigkeiten eher als anstrengend und unbefriedigend erleben. Diese Art von Automation erscheint damit aus psychologischer Sicht unbefriedigend und kontraproduktiv. Anders ist es mit der Hochautomation, bei der man der Automation zumindest zeitweise vertrauen kann. Hier entsteht ein echter Gewinn an Zeit, die der jetzt Mitfahrende frei nutzen kann. Nicht realistisch erscheinen allerdings die Versprechen, dass damit der Verkehr sicherer wird, da diese Form der Automation in absehbarer Zeit nur in Situationen funktionieren wird, in denen auch menschliche Fahrer außerordentlich sicher fahren. Hinzu kommt, dass eine flächendeckende Ausstattung mit Hochautomation erst nach Jahrzehnten zu erwarten ist. Zudem ist der sichere Betrieb nur in wenigen Situationen (sehr gut ausgebaute Autobahnen mit idealen Wetter- und Sichtbedingungen) möglich ist. Der subjektive Nutzen für den Autofahrer bleibt damit leider noch einige Zeit gering und unbefriedigend. Die Vision des schnellen, sicheren und angenehmen automatischen Fahrens wird daher leider noch für einige Jahre, vermutlich eher Jahrzehnte, weiter eine Vision bleiben.