Oktober 2026
Am 20. Oktober ab 17:15 Uhr wird Dr. Miriam Mulders (Universität Duisburg) ihren digitalen Vortrag „Teaching in Immersive Futures“ zur aktuellen Entwicklung an der Schnittstelle von Künstlicher Intelligenz (KI), Extended Reality (XR) und Hochschulbildung halten. Im Fokus stehen immersive Trainings- und Dialogszenarien, in denen Lernende sich in komplexen kommunikativen Handlungssituationen erproben können. Anhand aktueller Forschungs- und Praxisbeispiele werden didaktische Potenziale, empirische Befunde sowie Herausforderungen solcher Umgebungen diskutiert.
Der Vortrag ist wiederum in eine Ringvorlesung von Gastgeber Prof. Dr. Alexander Büssing (TU Braunschweig) eingebettet, die Sie hier einsehen können.
Unsere Emerging Tech Fellow Paulina Tarara (Akademie der Bildenden Künste Kattowitz) lädt am 22. Oktober 2026 im Science and Art Lab der TU Braunschweig zum zweiten Emerging Tech Workshop ein. Anmeldungen richten Sie bitte formlos an emtechlab(at)tu-braunschweig.de.
Die Roundtable Discussion lädt die Teilnehmenden dazu ein, ethische Fragen rund um KI-Systeme im Rahmen einer kontextualisierten Diskussion zu erörtern, die auf einem verkörperten Verständnis der Funktionsweise neuronaler Netze basiert. Durch die Zusammenführung von Perspektiven aus den STEAM-Bereichen – Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen, Kunst und Mathematik – schafft der Workshop einen Raum, in dem technisches Wissen und kritische, kreative sowie verkörperte Ansätze aufeinandertreffen können.
Anstatt KI-Ethik als eine Reihe abstrakter Prinzipien oder universeller Regeln zu betrachten, fragt der Workshop danach, was geschieht, wenn wir KI vor dem Hintergrund der Realitäten von Körpern, Beziehungen, Praktiken und kontextbezogenen Formen der Teilhabe betrachten. Wie prägen KI-Systeme das, was wir tun, entscheiden, wissen und schaffen können? Und wie prägen wiederum unsere Arten, diese Systeme zu nutzen, das, was aus ihnen wird?
Die Diskussion stützt sich auf ausgewählte Konzepte aus Stephen Wrights „Toward a Lexicon of Usership“, einem Buch, das „Usership“ als Ansatz vorschlägt, um unser Verhältnis zu etablierten Vorstellungen von Urheberschaft, Eigentum, Fachwissen und Handlungsfähigkeit neu zu überdenken. Anstatt diese Konzepte als feststehende Kategorien zu behandeln, bietet Wrights Lexikon Denkansätze dazu, wie Nutzung, Teilhabe und Engagement selbst zu Formen der Handlungsfähigkeit werden können.
Die Teilnehmenden werden gemeinsam die Beziehungen zwischen KI-Systemen und den Menschen abbilden, die diese nutzen, mit ihnen in Berührung kommen, sie produzieren, warten oder von ihnen betroffen sind. Wir werden fragen: Wo liegt das Handlungsvermögen, wenn Entscheidungen zwischen Menschen und Maschinen verteilt sind? Was bedeutet Urheberschaft, wenn ein Ergebnis aus einem Netzwerk menschlicher und nicht-menschlicher Beiträge entsteht? Welche Arten von Kompetenz sind erforderlich, um sich sinnvoll mit KI auseinanderzusetzen? Und was geschieht mit dem Begriff des Eigentums, wenn Systeme kontinuierlich anhand kollektiver Praktiken trainiert, von diesen geprägt und in diese eingebettet werden?
Das Format verbindet Gespräche in kleinen Gruppen mit Plenumsdiskussionen und wechselt dabei zwischen konkreten Erfahrungen mit KI, technischem Verständnis und kritischer Reflexion hin und her. Die Teilnehmenden werden dazu ermutigt, ihre eigenen fachlichen Perspektiven einzubringen – von Ingenieurwesen und Informatik bis hin zu Mathematik, Design, Kunst und den Sozialwissenschaften – und zu erkunden, was sichtbar wird, wenn diese Perspektiven aufeinandertreffen.
Anstatt nach endgültigen Antworten zu suchen, schafft der Workshop einen Raum für interdisziplinären Austausch und gemeinsames Nachdenken darüber, wie wir KI-Systeme erleben und an ihnen teilhaben.
Es sind weder Vorkenntnisse noch technisches Wissen erforderlich. Der Workshop wird auf Englisch gehalten und bei Bedarf simultan ins Deutsche übersetzt.
AUGUST 2026
Am 27. August lädt Emerging Tech Fellow Dr. Christiaan Maasdorp an die TU Braunschweig ein. In seinem Vortrag „The Seamlessness of Technology and the Friction we need” wird er die Frage in den Vordergrund stellen, was verloren geht, wenn wir vermehrt wichtige Schritte im akademischen Arbeitsprozess durch technologische Unterstützung (wie KI) glätten. Das anschließende World Café setzt bei dieser Frage an und wird im Folgenden maßgeblich durch die Themen und Interessen der Teilnehmenden bestimmt. Näheres entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Dr. Christiaan Maasdorp ist Sozioinformatiker an der Stellenbosch Universität in Südafrika. Er wurde mehrfach vom International Institute of Applied Knowledge Management ausgezeichnet, war Stipendiat des DAAD und wurde zweimal als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Weizenbaum-Institut in Berlin in der Forschungsgruppe „Bildung für die digitale Welt“ berufen. Im Rahmen des Emerging Tech Fellowship befindet er sich aktuell an der TU Braunschweig am Institut für Informationssysteme bei Prof. Dr. Wolf-Tilo Balke.
Es würde uns sehr freuen, wenn Sie die Veranstaltung in ihren Netzwerken teilen würden oder gezielt Personen ansprechen, die an dieser Veranstaltung Interesse haben könnten. Anmeldungen finden formlos bis zum 23. August über emtechlab(at)tu-braunschweig.de statt. Für allgemeines Interesse am Fellowship folgen Sie einfach diesem Link.
Wir freuen uns sehr, unsere nächste Fellow des Emerging Tech Fellowship in Niedersachsen begrüßen zu dürfen: Herzlich willkommen, Paulina Tarara von der Academy of Fine Arts and Design in Polen.
Paulina war im Rahmen ihres Fellowships vom 29. Juni bis 22. Juli 2026 an der Hochschule Osnabrück bei Prof. Dr. Julius Schöning und wird ihren Aufenthalt vom 19. Oktober bis 6. November 2026 fortsetzen. Ihr Projekt befasst sich mit sich mit der Ethik künstlicher Intelligenz und kollektiven Formen der Wissensproduktion.
Dafür nutzt sie Roundtables, Workshops und Ausstellungen als künstlerisch-wissenschaftliche Werkzeuge, um zu untersuchen, wie verschiedene soziale Gruppen die Rolle von KI im Alltag verstehen, sich vorstellen und verhandeln.
Lernt Paulina in einem kleinen Video kennen und postet Fragen oder Impulse gerne in die Kommentare! Video Paulina Tarara
Wir freuen uns auf die kommenden Monate, inspirierende Begegnungen und neue Impulse!
JULI 2026
Mit großer Freude begrüßen wir Dr. Christiaan Maasdorp von der Stellenbosch University in Südafrika als ersten Fellow des Emerging Tech Fellowship an der Technische Universität Braunschweig als gastgebende Einrichtung!
Vom 17. Juni bis zum 31. August 2026 wird er gemeinsam mit seinem Gastgeber Prof. Dr. Wolf-Tilo Balke an der TU Braunschweig zentrale Fragen rund um den Einsatz von Generativer KI und Large Language Models (LLMs) in Forschung, Lehre und akademischer Praxis erkunden.
Wie verändern LLMs die Art, wie wir lesen, schreiben, lernen und Wissen erzeugen? Welche Chancen eröffnen sie? Welche Formen von „notwendiger Reibung“ sollten wir unbedingt bewahren, um echtes Verständnis weiterhin zu ermöglichen?
Diesen Fragen wird Christiaan in seinem vielfältigen Programm auf den Grund gehen und zwar im Rahmen
• eines Studierenden-Workshops zu LLMs im akademischen Lesen und Schreiben,
• eines PhD-Roundtable zum Thema GenAI in Lehre und Supervision
• eines Research-World-Cafés zu sinnstiftendem, LLM-vermitteltem Lernen
• eines öffentlichen Vortrags über die Notwendigkeit von „Friction“ im Zeitalter reibungsloser Technologien
In einem kurzen Welcome-Video könnt ihr Christiaan und sein Vorhaben für die kommenden Wochen kennenlernen. Schaut unbedingt rein! Video Christiaan Maasdorp
Wir freuen uns auf spannende Gespräche und neue Perspektiven!
JUNI 2026
Bilder sagen mehr als Worte – Impressionen vom Festival-Tag aus Braunschweig sind am Ende des Berichts zu sehen.
Außerdem gibt es die Beiträge des gesamten University:Future Festivals 2026 zum Nachschauen auf dem Youtube Kanal des Hochschulforums Digitalisierung (HFD).
Am 23. Juni stellte die TU Braunschweig zum zweiten Mal eine Partnerbühne des University:Future Festivals, der größten deutschsprachigen Veranstaltung zur Zukunft der akademischen Bildung. Unter dem Motto „Under Pressure“ konnten Besuchende spannende Vorträge, Workshops und interaktive Kunstausstellungen wahrnehmen.
Nach den Grußworten von Prof. Dr. Angela Ittel und Prof. Dr. Stefanie Hartz startete das offizielle Programm auf der Future:Tech Stage mit der Astronautin Rabea Rogge. Ihr Ausblick in menschliche Grenzbereiche und Forschung unter Extrembedingungen begeisterte viele der Zuschauenden. Entsprechend beliebt war die Möglichkeit eines persönlichen Treffens mit der ersten deutschen Frau im Weltraum im Ecoversity Hub im Rahmen des dortigen Changemaker Cafés im Anschluss an ihre Keynote.
Auch die anderen zentralen Vorträge stießen auf reges Interesse. Udbhav Tiwari (Vizepräsident für Strategie und globale Angelegenheiten, Signal), Frank Steinicke (Professor für Mensch-Computer-Interaktion, UHH), Eckart Voigts (Professor für anglistische Literatur und Kulturwissenschaft, TU Braunschweig) und Theresa Hannig (Autorin und Kolumnistin) überzeugten mit ihren Beiträgen zu Daten- und Systemsicherheit, den Möglichkeiten der virtuellen Realität in der Lehre und positiven Zukunftsszenarien.
Abseits der Hauptbühne fanden sich viele Interessierte im vielseitigen Angebot der Media Lab:Stage wieder, welches unter anderem erneut die fruchtbare Kooperation mit der University of Rhode Island aufgriff. Besonders im LEGO® SERIOUS PLAY®-Workshop entstanden faszinierende Visionen für zukünftige virtuelle Lernräume, die aufzeigten, wie digital gestützte Lehre heute neu gedacht werden kann.
Neu im Angebot war zudem ein Workshop des Science and Art Labs: Zusammen mit ihrer Residency Louise Ward Morris wurde im „Screen Sculpture Workshop“ ein spannender und geschickter Weg gefunden, Kunst, harte Wissenschaft und Alltag zu verbinden und damit einen kritischen Blick auf unsere Konsumkultur zu werfen.
Weiterhin konnten im Rahmenprogramm des University:Future Festivals im Experience Space verschiedene Möglichkeiten, Technologien zu erleben, wahrgenommen werden. Hierbei konnten Besucher*innen beispielsweise bei „Polylog_ik“ – gestaltet in Form einer Telefonzelle – unter Zeitdruck ihre Ideen formulieren und auf vorherige Stimmen reagieren. Ein weiteres Highlight war „Synthrophy“, eine immersive Installation, in welcher reale Stoffwechselparameter von Hefezellen in generative visuelle Darstellungen und räumliche Klanglandschaften übersetzt wurden.
Neben dem vom Projekthaus kuratierten Programm gab es erneut eine sehr erfolgreiche Kooperation mit dem Sandkasten, der die Erfolgsgeschichte seiner niedrigschwelligen Campusbeteiligung darstellte, sowie dem Hochschulsportzentrum, welches im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung mit dem PausenExpress etwas Bewegung in der Mittagspause anbot. Den Abschluss bildeten die Feierabendbeats – eine von Studierenden für Studierende organisierte Musikveranstaltung, die in den Abendstunden Schwung in den Uni-Alltag brachte.