Forschung und Lehre

Schwerpunkte in Forschung und Lehre

Das Institut setzt sich aus Mitarbeitern der Disziplinen Musikpädagogik, Musikpraxis, Musiktheorie und Musikwissenschaft zusammen. Neben vielfältigen Forschungsinteressen und der Orientierung an aktueller musikpädagogischer und musikwissenschaftlichen Forschung existieren am Institut diverse Schwerpunkte in Praxis, Forschung und Lehre.

Musikpädagogik

Die Musikpädagogik wird am Institut durch Prof. Dr. Bernhard Weber, Sarah Leser und Peer Frenzke vertreten.

Gegenstand der Musikpädagogik ist das Lehren, Lernen und Erforschen von Musik. Am Institut für Musik und ihre Vermittlung werden die dafür notwendigen Kompetenzen in musikwissenschaftlichen und musikdidaktischen Seminaren sowie künstlerisch-praktischen Angeboten erworben. Die inhaltlich vielfältigen und stilistisch-übergreifenden Veranstaltungen sind berufsfeldbezogen entwickelt und orientieren sich am aktuellen Stand der theoretisch-systematischen und empirischen Forschungsdiskurse.

In den didaktisch ausgerichteten Seminaren des Bachelor Teilstudiengang „Musikpädagogik“ werden zunächst die methodischen Grundlagen für das Lehren und Lernen von Musik vermittelt. Eine vertiefende theoretische Reflexion erfolgt im Masterstudiengang GHR 300.

Das musikpädagogische Forschungsinteresse liegt bei Prof. Dr. Bernhard Weber in der Entwicklung postmoderner Lernkulturen unter der Berücksichtigung digitaler Medien. 

Musikpraxis

Das Institut für Musik und ihre Vermittlung bietet eine umfassende musikalisch praktische Ausbildung. Sie dient einerseits als musikpraktische Vorbereitung auf den späteren Beruf als Musiklehrer*in und andererseits der Entwicklung der eigenen künstlerischen Persönlichkeit. Im Einzelunterricht des Erst- und Zweitinstrumentes (das Zweitinstrument ist Gesang, falls das Erstinstrument nicht Gesang ist) erwerben die Studierenden die dafür notwendigen Kompetenzen. Unterricht in Liedbegleitung (Klavier oder Gitarre) und in Ensembleleitung (Kinderchor oder Band) erfolgt in Klein- und Großgruppen. Das Ziel der Veranstaltung Liedbegleitung ist die stilbezogene, vielfältige und variantenreiche Begleitung von didaktisch geeigneten Liedern aus unterschiedlichen Genres.

Ergänzende Seminarangebote wie beispielsweise „Westafrikanische Trommelrhythmen“, „Streetdance“ oder „Perkussion“, oder die Mitwirkung im Hochschulorchester, im Hochschulchor, in der TU-Bigband, in der Jazz-Combo oder in von Studierenden geleiteten Ensembles erweitern die musikpraktische Qualifikationsangebote auf idealer Weise. 

Musiktheorie

Die Fächer Musiktheorie, Gehörbildung, Komponieren und Arrangieren werden von Dr. Antonios Adamopoulos vertreten.

Im Fach Musiktheorie werden grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten in den Bereichen Harmonielehre, Tonsatz, Formenlehre und Musikanalyse sowie die entsprechenden Fachbegriffe und Notationsformen vermittelt.

Im Fach Gehörbildung werden grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten ausgebildet, um musikalische Phänomene hörend zu analysieren, zu beschreiben und adäquat in Notenschrift aufzuschreiben. Die Inhalte orientieren sich an aktuellen Musikkulturen. Erlernte Kompetenzen werden später im Fach Komponieren und Arrangieren, in der Analyse notierter und nicht notierter Musik sowie in musikwissenschaftlichen und musikpädagogischen Seminaren vertieft und angewendet. Im Fach Komponieren und Arrangieren werden grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten über Kompositions- und Arrangiertechniken ausgebildet, um mit unterschiedlichen Besetzungen passend umzugehen, bereits existierende Stücke kreativ zu bearbeiten sowie eigene musikalische Ideen zu entwickeln.

 

Historische Musikwissenschaft

Am Institut wird die historische Musikwissenschaft von Dr. Jonas Wolf und Jürgen Habelt (Lehrauftrag) vertreten.

Die historische Musikwissenschaft ist neben der systematischen das zweite große Teilgebiet des Faches. Sie möchte Erkenntnisse über die Musik der Vergangenheit erlangen. Der Gegenstandsbereich war bis vor wenigen Jahrzehnten fast ausschließlich die schriftlich überlieferte Kunstmusik der westlich geprägten Länder. In letzter Zeit werden diese Grenzen verstärkt hinterfragt und aufgebrochen. Zum einen ist die Popularmusikforschung als inzwischen eigenständiger Zweig erwachsen. Zum anderen ist historische Forschung von den soziologischen und psychologischen Bedingungen der Entstehung, Aufführung und Rezeption von Musik nicht zu trennen. Das Forschungsinteresse liegt im Erkennen von historischen Zusammenhängen mit dem „Verstehen von Veränderungen“ als Ziel.

Im oben dargestellten Kontext werden die verschiedenen Epochen der Musikgeschichte mit ihren kreativen Kräften und deren Vernetzungen, den Werkgattungen und den jeweiligen musiktheoretischen sowie -praktischen Bedingungen in den Blick genommen. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung erfolgt dabei überwiegend mit historisch-philologischen (Findung, Sicherung und Bewertung von Quellen) und geisteswissenschaftlich-hermeneutischen (Analyse und Interpretation) Methoden. Den Studierenden soll ein fundiertes musikhistorisches Fachwissen und die Möglichkeit eigene Interessen wissenschaftlich zu vertiefen an die Hand gegeben werden.

Das persönliche Forschungsinteresse von Jürgen Habelt gilt neben Volkslied und Jugendmusikbewegung vor allem der regionalen Musikgeschichte. Hierbei ist schwerpunktmäßig die Entwicklung der Wolfenbütteler Hofkapelle von Praetorius über Schütz und Rosenmüller bis hin zu Schürmann zu nennen. In letzter Zeit rückt verstärkt der Braunschweiger Komponist Hans Sommer mit seinen vielfältigen Tätigkeitsfeldern in den Fokus des Interesses.

Musikpsychologie / Systematische Musikwissenschaft

Der Fachbereich Musikpsychologie / systematische Musikwissenschaft wird von Tristan Eissing vertreten.

Die Musikpsychologie als Teildisziplin der Systematischen Musikwissenschaft befasst sich mit intraindividuellen und interindividuellen Prinzipien des Musikmachens und Musikhörens und greift dabei unteranderem auf Theorien und Forschungsstand aus der kognitiven Psychologie, der Allgemeinen Psychologie sowie der Sozialpsychologie zurück. Gegenstand der Musikpsychologie sind zum Beispiel die Musikwahrnehmung, Prozesse des Musiklernens und -verstehens, Musikpräferenzen und die Funktionen und Wirkung von Musik. Dabei stützt Sie sich auf qualitative und quantitative Methoden der Psychologie, wie beispielsweise Interviews, Fragebögen und Experimente.

Innerhalb der Lehre liegt der Fokus auf der Vermittlung der musikpsychologischen Theorien und des Forschungsstands in seiner gesamten Breite. Ziel ist es angehende Musikpädagogen und Musiklehrern musikpsychologische Grundlagen bereitzustellen, die in ihre spätere berufliche Tätigkeit integriert werden können und diese bereichern.

 

Popularmusikforschung

Die Popularmusikforschung wird am Institut durch Dr. Reinhard Kopanski vertreten.

Popularmusikforschung ist schon aus Ihrer (noch nicht allzu langen) Geschichte heraus ein interdisziplinäres Phänomen an dem neben Musikwissenschaft die Cultural Studies, Medienwissenschaft, Soziologie, Gender Studies, Geschichtswissenschaft und andere teilhaben. Ihre Verortung in der Musikwissenschaft erfolgt deshalb und ebenfalls aus historischen Gründen meist im Rahmen der systematischen Musikwissenschaft, die u.a. aus Musiksoziologie, Musikpsychologie, musikalischer Ästhetik u. a. besteht. Das Institut für Musik und Ihre Vermittlung hat einen popmusikalischer Schwerpunkt, der sich in der Musikwissenschaft dahingehend niederschlägt, dass die Popularmusikforschung nicht nur systematisch sondern auch unter historischen, musikanalytischen und musikethnologischen Gesichtspunkten gelehrt und erforscht wird.

Gegenstand der Popularmusikforschung und -lehre sind Musikformen, die erstens nicht Teil eines etablierten kunstmusikalischen Apparates sind, zweitens mindestens medial vermittelte Einflüsse aufweisen, die auf Industrialisierung, Kolonialisierung bzw. Globalisierung zurückgeführt werden können und drittens mehrheitlich auf medial geprägte Verbreitungsformen setzen. Dabei legen wir einen zusätzlichen Schwerpunkt auf Populäre Musik im deutschsprachigen Raum. Innerhalb der Lehre reicht das Angebot von einem fundierten Überblick über die Geschichte populärer Musik unter besonderer Berücksichtigung des deutschsprachigen Raums über analytisches Hören und der Analyse nicht notierter Musik, bis zu einem grundlegenden Überblick über aktuelle Ansätze der Popularmusikforschung sowie Grundlagen von Studio- und Aufnahmetechnik.