N. Eickelberg, J. Aberle
PROMARES – The Circular Sea Project : Building Solutions ist eine internationale Initiative für wissenschaftliche, technologische und institutionelle Zusammenarbeit, die sich der Reduzierung von Meeresmüll, der Stärkung der Kreislaufwirtschaft und der Förderung eines nachhaltigen Abfallmanagements in Brasilien widmet, mit besonderem Augenmerk auf die Regionen Nord und Nordost.
Das Projekt basiert auf der Erkenntnis, dass das Land vor großen Herausforderungen bei der Bewirtschaftung städtischer Festabfälle steht – darunter die zunehmende Instabilität von Mülldeponien, der Mangel an adäquater Sanitärinfrastruktur und Lücken in integrierten Strategien. Diese Faktoren haben den Eintrag von Plastik in Flüsse, Küsten und Ozeane verstärkt, was zu Mikroplastikverschmutzung führt und die Biodiversität, die menschliche Gesundheit und lokale, von aquatischen Ressourcen abhängige Wirtschaften gefährdet.
Das Projekt wird von der Bundesrepublik Deutschland finanziert, wobei das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz die für die Förderung zuständige Stelle ist, die gemäß einem Beschluss des Deutschen Bundestages eingerichtet wurde.
PROMARES wird von der Technischen Universität Braunschweig (TU Braunschweig – Deutschland) koordiniert und vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit über die öffentliche Einrichtung Zukunft Umwelt Gesellschaft (ZUG ) im Rahmen des Förderprogramms gegen Meeresmüll finanziert. Das Projekt wird in Partnerschaft mit brasilianischen Universitäten und Institutionen durchgeführt:
Die Aufgabe der Abteilung Wasserbau und Gewässermorphologie ist die Quantifizierung der Transportraten im Flusssystem des Rio das Contas. Dazu werden in dem Projektgebiet die Durchflussraten gemessen und mit dem physisch gemessenen Plastiktransport in Bezug gesetzt. Im Rahmen von Laborexperimenten soll zudem die vertikale Verteilung von Makroplastik in der Wassersäule unter unterschiedlichen hydraulischen Randbedingungen untersucht werden. Durch diese Quantifizierung und unter Verwendung der physischen Transportraten in dem Projektgebiet in Brasilien, soll es letztlich möglich sein, den Gesamttransport von Makroplastik über automatische visuelle Auswertung der Wasseroberfläche zu extrapolieren und somit zu überprüfen, ob die Maßnahmen zur Reduzierung des Eintrags von Makroplastik in die Umwelt Wirkung zeigen.