Brasilien, der fünftgrößte Staat der Erde, produziert jährlich rund 7,46 Millionen Tonnen (ABIPLAST 2025) Kunststoffabfälle, von denen etwa 1,3 Millionen Tonnen (OCEANA 2024) ins Meer gelangen. Gemeinsam mit renommierten Partnern des brasilianischen Bildungs und Forschung-, behördlichen und privatwirtschaftlichen Sektors entwickelt das vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit BMUKN mit sechs Millionen Euro geförderte Projekt PROMARES unter Leitung der Abteilung Abfall- und Ressourcenwirtschaft der TU Braunschweig nachhaltige und ganzheitliche Lösungen zur Reduzierung der Meeresverschmutzung. Zentrale Maßnahmen sind die Kartierung von Abfallquellen, die Analyse des soziokulturellen Kontextes der Meeresmüll-Entstehung, des Transports von Abfällen über die Flusssysteme in die marine Umwelt sowie die Entwicklung und Validierung von Methoden zur Abfallbewertung und -vermeidung. PROMARES fördert die soziale Eingliederung vulnerabler Gruppen, stärkt den Umwelt- und Klimaschutz und schafft Marktanreize für ein nachhaltiges Abfallmanagement. Eine digitale Wissensplattform bündelt systematisierte Daten und Bildungsinhalte. Ergänzend entsteht ein Nationales Institut für Meeresmüll (ML) und Kreislaufwirtschaft (CE), das wissenschaftlichen Austausch und Technologietransfer auf nationaler und internationaler Ebene ermöglicht. Besonders berücksichtigt werden Insel- und ländliche Regionen sowie empfindliche Ökosysteme wie der Amazonas und die Küstenwälder. Das Projekt stärkt so Brasiliens Rolle als Vorreiter in der globalen Zusammenarbeit zur Abfallvermeidung und nachhaltigen Entwicklung.