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iBMB | Beton ist alles andere als langweilig

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Professor Thomas Matschei leitet das Fachgebiet Baustoffe am Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz

Beton gilt als grauer Massenbaustoff, der wegen seines hohen Ressourcenverbrauchs und der CO2-Emissionen bei der Zementherstellung zunehmend in der Kritik steht. Für Professor Thomas Matschei ist Beton ein faszinierendes Material, das er gezielt weiter entwickeln möchte. Matschei leitet seit April 2026 das Fachgebiet Baustoffe am Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz (iBMB) der Technischen Universität Braunschweig. Mit Bianca Loschinsky und Heiko Jacobs hat der Bauingenieur unter anderem über seine Vision eines klimafreundlicheren Betons der Zukunft gesprochen.

Herr Professor Matschei, warum haben Sie sich – nach Stationen in Dresden und Aachen – für die TU Braunschweig entschieden?

Was ich am Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz besonders schätze, ist die Möglichkeit, die gesamte Wertschöpfungskette zu betrachten – vom grundlegenden Materialverständnis bis hin zur praktischen Anwendung. An einem Institut wie dem iBMB kann man grundlegende Forschung betreiben und gleichzeitig den Anwendungsbezug im Blick behalten. Durch die Zusammenarbeit mit Industriepartnern sieht man unmittelbar, wie wissenschaftliche Erkenntnisse später in der Praxis umgesetzt werden können.

Da ich selbst rund zehn Jahre in der Industrie tätig war, liegt mir dieser Praxisbezug besonders am Herzen. Forschung sollte idealerweise auch sichtbar etwas bewirken. Hinzukommt, dass meine Familie in Thüringen wohnt und die Entfernung sich nun deutlich verringert hat.

Womit genau beschäftigen Sie sich in Ihrer Forschung?

Im Kern geht es darum zu verstehen, was Beton zusammenhält. Das klingt zunächst überraschend, denn Beton, so wie wir ihn heute kennen, wird seit mehr als 200 Jahren eingesetzt. Tatsächlich sind jedoch viele grundlegende Prozesse auf der kleinsten Skala bis heute nicht verstanden. Die Herausforderung liegt darin, dass wir Vorgänge im Nanometerbereich untersuchen und dabei gleichzeitig Bauwerke betrachten, die Hunderte Meter groß sein können.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Beton ein Opfer seines eigenen Erfolgs geworden ist. Da er weltweit in ähnlicher Qualität günstig verfügbar ist, wurden gigantische Mengen verbaut. Das belastet die Ressourcen massiv – allein im Bauwesen werden jährlich über 30 Milliarden Tonnen Beton verbaut. Zudem verursacht der benötigte Zement als Bindemittel hohe CO2-Emissionen bei seiner Herstellung.

Unser Ziel ist es deshalb, die Materialstruktur der mineralischen Baustoffe besser zu verstehen, um daraus den „Beton der Zukunft“ zu entwickeln: ressourcenschonender, langlebiger und klimafreundlicher. Gleichzeitig wird allerdings auch nach Alternativen geschaut. Zum Beispiel erleben lehmbasierte Baustoffe gerade eine Renaissance.

Beton gilt oft als wenig spannender Baustoff. Können Sie dieses Vorurteil nachvollziehen?

Viele Menschen sehen Beton als grauen, langweiligen Baustoff. Wenn man allerdings die Mikrostruktur betrachtet, eröffnet sich eine völlig andere Welt. Dort findet man komplexe Kristallstrukturen und chemische Prozesse, die hochinteressant sind. Deshalb versuche ich auch, Studierenden zu zeigen, was sich im Inneren des Materials abspielt. Oft entsteht dann ein echter Aha-Effekt. Für mich ist Beton also alles andere als langweilig.

Was sind die Hauptforschungsbereiche und -projekte, an denen Sie an der TU Braunschweig arbeiten werden?

Ein zentraler Schwerpunkt ist die Verringerung von Ressourcenverbrauch und CO2-Emissionen im Bauwesen. Dabei beschäftigen wir uns unter anderem mit der Nutzung von alternativen Sekundär- und Primärrohstoffen zur Bindemittelherstellung und Recyclingmaterialien, die aus dem Abbruch alter Bauwerke resultieren.

Gleichzeitig untersuchen wir, wie sich der Zementanteil im Beton reduzieren lässt. Da die Zementherstellung den größten Teil der CO2-Emissionen verursacht, liegt hier ein besonders großer Hebel für mehr Nachhaltigkeit.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Digitalisierung des Bauens. Mithilfe von Sensorik und automatisierten Fertigungsmethoden wollen wir das Material besser verstehen und gezielter und deutlich ressourcenschonender einsetzen und auch Bauwerke so gestalten, dass sie später leichter rückgebaut und wiederverwendet werden können.

In unserem Bereich ist man immer ein Grenzgänger zwischen verschiedenen Disziplinen. Das spiegelt sich auch im Institut wider: Klassischerweise haben wir neben Chemiker*innen und Bauingenieur*innen auch Mineralog*innen und Geowissenschaftler*innen im Team.

Sie sprechen im Zusammenhang mit Beton auch von Nachhaltigkeit. „Nachhaltiges Bauen mit Beton“ – das klingt wie ein Widerspruch.

Das stimmt, dieser Eindruck ist weit verbreitet. Schaut man jedoch genauer hin, zeigt sich ein differenzierteres Bild. Beton ist nach Wasser das meistgenutzte Material der Welt. Beim Baustoff Holz muss man zunächst warten, bis der Baum groß genug ist. Leider fällt man ihn dann, wenn er am produktivsten ist und den höchsten CO2-Umsatz zeigt. Wichtig ist auch beim Holzbau, eine ganzheitliche Verwertung des Materials anzustreben. Jedoch reichen die verfügbaren Mengen bei weitem nicht aus, um Beton in großem Maßstab zu ersetzen. Auch wenn wir beispielsweise an Infrastrukturen wie Brücken denken. Diese können wir nicht alle mit Lehm oder Holz bauen. Dennoch werden wir in Zukunft eine größere Vielfalt von Baustoffen in der Praxis erleben.

Natürlich verursacht die Beton- und insbesondere die Zementherstellung erhebliche CO2-Emissionen. Deshalb müssen wir Beton drastisch verbessern und weiterentwickeln und einen ohnehin weit verbreiteten Baustoff nachhaltiger machen, anstatt ausschließlich nach Alternativen zu suchen.

Sie möchten den Baustoff Beton grundlegend reformieren.

Ja, an der RWTH Aachen haben wir zum Beispiel dazu vor einem Jahr das Forschungsprojekt „FATRESCON – Concrete Matrices for High-Cycle-Fatigue Resistant, Eco-Efficient Infrastructure“ gestartet, das durch einen ERC Synergy Grant gefördert wird und das ich an der TU Braunschweig fortsetze. Im Fokus steht die Erforschung des Einflusses der Mikrostruktur neuer ökoeffizienter Betone als Material für ermüdungssensible Bauwerke wie Brücken und Windkraftanlagen. Dafür müssen wir die chemischen und mineralogischen Prozesse auf mikroskopischer und makroskopischer Ebene verstehen. Da gehen wir ganz interdisziplinär heran und verbinden thermodynamische Ansätze und Zementchemie mit Multiskalen-Mechanik und neuen Berechnungsmodellen zur Tragwerksanalyse.

Was mich zudem freut ist, dass wir als TU Braunschweig Mitglied im Innovandi Forschungskonsortium werden konnten. Dies ist ein Netzwerk innerhalb der Global Cement and Concrete Association aus weltweit führenden Baustoffherstellern und Universitäten, welches sich als Ziel die Dekarbonisierung der Zement- und Betonindustrie gesetzt hat.

Sie werden mit der Fachgruppe Baustoffe am iBMB auch bei der Digitalen Baustelle (DSC) beteiligt sein. Welchen Beitrag werden Sie hier einbringen?

Mein Beitrag liegt vor allem auf der Materialseite. Neue Baustoffe müssen so entwickelt werden, dass sie mit modernen Fertigungsverfahren funktionieren. Bei der additiven Fertigung reicht es beispielsweise nicht aus, dass ein Material fest wird. Es muss pumpbar sein, durch Düsen gefördert werden können, darf diese nicht verstopfen und muss gleichzeitig nach dem Austritt schnell genug erhärten. Das erfordert ein genaues Verständnis von messbaren Materialeigenschaften. Gemeinsam mit Expert*innen aus Bauingenieurwesen, Architektur, Maschinenbau und Chemie wollen wir Materialien entwickeln, die optimal für die Bauverfahren der Zukunft geeignet sind.

Was hat Sie dazu bewogen, in diesem Bereich zu forschen?

Ich komme tatsächlich aus einer klassischen Baufamilie. Ursprünglich wollte ich Architekt werden. Mich hat immer das kreative Gestalten interessiert. Während meines Bauingenieurwesen-Studiums in Weimar wurde mir jedoch klar, dass mich vor allem die Materialseite interessiert. Der damalige Professor Jochen Stark hat in seinen Vorlesungen immer Bauschäden von überall in der Welt gezeigt und uns klargemacht, wie stark das Verhalten von Bauwerken von Prozessen auf mikroskopischer Ebene beeinflusst wird. Das hat den Forscher in mir geweckt. Irgendwann bin ich dann dem Zement „verfallen“ und wollte das Verhalten des Betons vorhersagbar machen und bin so zu mathematischen Modellen gekommen, um den Beton der Zukunft zu verbessern. Später kam das Thema Nachhaltigkeit hinzu. Seit den frühen 2000er-Jahren beschäftigen mich Fragen rund um CO2-Reduktion, Ressourceneffizienz und neue Baustoffe. Diese Themen ziehen sich bis heute durch meine gesamte Forschung.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag in drei Schlagworten aus?

Motivation, Inspiration und Vernetzung.

Ein großer Teil meiner Arbeit besteht darin, Menschen zusammenzubringen: Forschende verschiedener Disziplinen, Industriepartner, Politik und Gesellschaft. Innovation entsteht oft genau an diesen Schnittstellen.

Gleichzeitig versuche ich, Mitarbeitende zu motivieren und neue Ideen anzustoßen. Und natürlich gehört auch viel Kommunikation dazu – manchmal vielleicht auch zu viele Videokonferenzen.


Zur Person

Thomas Matschei studierte Bauingenieurwesen an der Bauhaus-Universität Weimar. Seine Promotion zum Thema „Thermodynamik der Zementhydration“ absolvierte er an der University of Aberdeen, Schottland. Anschließend war er in verschiedenen Positionen bei LafargeHolcim in der Schweiz tätig und sammelte dort umfangreiche Erfahrungen in Forschung und Entwicklung, anwendungstechnischer Beratung sowie im Marketing. Von 2017 bis 2020 war Matschei Professor für Betontechnologie und Instandsetzung von Betonbauwerken an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden. Ab April 2020 war er Professor für Baustoffe am Institut für Bauforschung (ibac) der RWTH Aachen. Dort leitete er den Bereich Baustoffforschung – Konstruktionswerkstoffe. Seit April 2026 leitet Professor Thomas Matschei das Fachgebiet Baustoffe am Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz (iBMB) der TU Braunschweig. Zudem ist er Vorstandsmitglied der Materialprüfanstalt für das Bauwesen (MPA) in Braunschweig.

Kontakt

Prof. Dr.-Ing. Thomas Matschei
Technische Universität Braunschweig
Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz
Fachgebiet Baustoffe
Beethovenstraße 52
38106 Braunschweig
Tel.: +49 531 391 5508
E-Mail: t.matschei(at)ibmb.tu-bs.de
www.tu-braunschweig.de/ibmb/

Nächstes ISM-Seminar, Zachary Jones: "A Saddle Point Algorithm for Inequality Constrained Stochastic Multi-Objective Optimization Problem" am 4. Juli um 11:00 Uhr

Wir freuen uns, für das nächste Seminar Zachary Jones, M.Sc., Doktorand am INRIA in Palaiseu in Frankreich, begrüßen zu drüfen. Seinen spannenden Vortrag über seine Arbeit können Sie am 4. Juli um 11:00 Uhr im Vorlesungssaal 003 am ISM (Hermann-Blenk-Str. 37, Braunschweig) verfolgen.

Abstract:

Der Fokus liegt auf dem Finden von Punktlösungen eines stochastischen Multi-Objektiv-Optimierungsproblems mit Ungleichungsnebenbedingungen. In diesem Zusammenhang haben wir weder direkten Zugang zu analytischen Ausdrücken der Zielfunktionen, der Nebenbedingungen noch ihrer jeweiligen Gradienten, sondern lediglich Zugriff auf Realisierungen dieser stochastischen Größen. Dadurch wird es schwieriger zu prüfen, ob ein gegebener Designpunkt die gestellten Bedingungen erfüllt. Zudem verändert die Hinzunahme von Ungleichungsnebenbedingungen die Gestalt der Pareto-Menge, was den Optimierungsprozess weiter verkompliziert.

Zur Lösung des Problems wird ein Sattelpunkts-Algorithmus auf Basis stochastischer Approximation vorgeschlagen. In jeder Iteration wird zunächst einen Lagrange-Multiplikator aktualisiert und anschließend im Designraum einen Schritt unter Verwendung des entschärften stochastischen Multigradienten – einer auf den stochastischen Mehrziel-Fall verallgemeinerten Abstiegsrichtung - durchgeführt. Anschließend wird ein Konvergenzbeweis für unseren Ansatz im diskreten Zeitbereich mithilfe einer maßgeschneiderten Lyapunov-Funktion erbracht.

Biografie von Zachary Jones, M.Sc.:

Zachary Jones ist Doktorand in Platon-Team des Inria Saclay Center und Mitglied des Zentrums für angewandte Mathematik an der École Polytechnique. Er stammt aus den USA und hat zunächst seinen Bachelorabschluss in Physik an der Queen Mary University in London absolviert. Für seinen Master in Statistik wechselte er an die KU Leuven nach Belgien. Bei seiner Forschung am Inria beschäftigt er sich hauptsächlich mit stochastischen Multizielmethoden, die auch der Kern seiner Doktorarbeit sind.

Neue Vorlesung im SoSe '25: Biological Fluid Dynamics

Das Instititut für Strömungsmechanik bietet im Sommersemester 2025 die neue Vorlesung "Biological Fluid Dynamics" an.

Kurzbeschreibung:
We seek motivated students from a broad range of disciplines eager to join us in this
inaugural course at TU Braunschweig. We will study topics that cross traditional
boundaries, and therefore look forward to the participation of students from STEM
fields ranging from Biology, Chemistry, Engineering, Medicine, Physics, to name but
a few. Via active participation in this course students will, for instance, be able to:
• Conduct analysis and/or design optimization through the lens of Evolution, and subsequently perform validation against theory (or experiment);
• Understand and manipulate the governing equations for unsteady flows across a broad range of scales, e.g. from cellular motility to bio-propulsion;
• Solve problems relating to pulsatile internal flows (with e.g. curvature, bifurcations) as well as to unsteady aerodynamics/hydrodynamics; and
• Apply qualitative and quantitative reasoning to support real-world biomedical or biologically-inspired designs (e.g. biomedical devices, physiological mechanisms, imaging techniques and autonomous robots).

Lehrender: Prof. Dr.-Ing. David E. Rival
Sprache: Englisch
Wann: Dienstag, 9:45-12:15 (VL) & 11:30-12:15 (Übung)
Wo: SN 19.3 (Altgebäude, TU Braunschweig)
Erste Vorlesung am: Dienstag, 22.04.2025
Lehrmaterial: Rival, D., 2022, Biological and Bio-Inspired Fluid Dynamics – Theory and Application, Springer-Nature

Mehr Informationen: stud.ip

Nächstes ISM-Seminar, Prof. Hirotaka Sakaue: "Temperatur- und Phasenmessungen mittels Lumineszenzbildgebung" am 28. Februar um 14:00 Uhr

Wir freuen uns, unser nächstes Seminar ankündigen zu können, bei dem Prof. Hirotaka Sakaue, außerordentlicher Professor am Fachbereich Luft- und Raumfahrt und Maschinenbau der University of Notre Dame, seine Arbeit zur Luminiszenz-Bildgebung zur Messung von Temperatur und Phase in unterkühlten Tröpfchen vorstellen wird. Kommen Sie am 28. Februar um 14:00 Uhr in den Hörsaal 003 des ISM (Hermann-Blenk-Str. 37, Braunschweig) und erleben Sie einen spannenden Vortrag über seine Forschung.

Abstract:

Es wird ein Lumineszenz-Imaging zur Messung der räumlich-zeitlichen Temperatur von unterkühltem Wasser im Vereisungsprozess vorgestellt. Sie kann zur Identifizierung der Wasser/Eis-Phase bei Vereisungsstudien verwendet werden. Die Präsentation konzentriert sich auf das grundlegende Prinzip der Lumineszenzbildgebung und ihre Merkmale. Neben dem Lumineszenz-Imaging für Vereisungsstudien werden auch aktuelle Studien zur Flugzeugvereisung vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine Studie zum Tropfenaufprall und eine eisabweisende Beschichtung zur Verhinderung von Eisbildung.

Biografie von Prof. Hirotaka Sakaue:

Dr. Hirotaka Sakaue ist außerordentlicher Professor an der Abteilung für Luft- und Raumfahrt und Maschinenbau der Universität von Notre Dame. Bevor er nach Notre Dame kam, war er über zehn Jahre als Forscher bei der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) tätig. Er erwarb 1996 seinen BS in Biomolekulartechnik am Tokyo Institute of Technology, Japan, und 1999 bzw. 2003 seinen MS und PhD in Luft- und Raumfahrttechnik an der Purdue University.

Nächstes ISM-Seminar, Francesco Caccia, M.Sc.: "Stromröhren- und Stokes-Zahl-Effekte in 2D- und 3D-Simulationen von Partikeldynamiken in axialen Rotorströmungen für Eisanwendungen" am 24. Februar um 14:00 Uhr

Wir freuen uns, unser nächstes Seminar anzukündigen, in dem Francesco Caccia, M.Sc., sprechen wird. Francesco schließt derzeit seine Doktorarbeit am Department of Aerospace Science and Technology des Politecnico di Milano ab. Seien Sie am 24. Februar um 14:00 Uhr im Hörsaal 003 des ISM (Hermann-Blenk-Str. 37, Braunschweig) dabei für einen spannenden Vortrag über seine Forschung und die bedeutenden Implikationen für Vereisungssimulationen und Eisschutzsysteme.

Wir freuen uns darauf, Sie bei dieser informativen Sitzung zu sehen!

Abstract:
Für hochpräzise, mehrstufige Vereisungssimulationen oder beim Entwurf effektiver Eisschutzsysteme für dreidimensionale Geometrien sind erhebliche Rechenressourcen erforderlich. Ein effizienterer Ansatz, insbesondere für schlanke Rotorblätter, wie sie bei Propellern, Windturbinen und Hubschraubern zu finden sind, besteht darin, die Vereisung an isolierten Abschnitten statt am gesamten Blatt zu analysieren. In solchen Abschnittssimulationen müssen die relative Geschwindigkeit und der Anstellwinkel angegeben werden. Für kleinere Partikel können weniger präzise aerodynamische Modelle verwendet werden, um die induzierten Geschwindigkeiten zu berechnen. Für größere Tropfen kann die geometrische Geschwindigkeit angewendet werden, ohne die Induktionseffekte zu berücksichtigen. In diesem Seminar wird das Verhalten von Tropfen in 2D- und 3D-Simulationen gezeigt und charakterisiert. Für Tropfen mit einer kleinen Stokes-Zahl (Stk≪1) sind genaue Vorhersagen zur Auffang-Effizienz notwendig, die einen korrekten aerodynamischen Anstellwinkel erfordern. Wenn Stk≫1 wird, werden die Tropfenbahnen ballistisch, was zu zwei verschiedenen Grenzfällen führt - einem, der durch den aerodynamischen Anstellwinkel und einen anderen, der durch den geometrischen Anstellwinkel bestimmt wird. Die vollständige 3D-Lösung liegt zwischen diesen Grenzen und kann potenziell im ballistischen Regime bei einer anderen Stokes-Zahl erreicht werden. Der Anstellwinkel des Partikels wird in der Strömungsröhre stromaufwärts der Rotorplatte bestimmt, wo die zeitliche Skala der Flüssigkeit erheblich größer ist als die der Blattsektion. Um eine ballistische Trajektorie unabhängig von den induzierten Geschwindigkeiten zu erreichen, ist außerdem Stk≫1 in der Strömungsröhre erforderlich. Je nach Rotorabmessungen kann dieses zwischenzeitliche Regime unter Appendix-C oder Appendix-O-Bedingungen auftreten.

Biografie von Francesco Caccia, M.Sc.:
Francesco Caccia schließt derzeit seine Doktorarbeit am Department of Aerospace Science and Technology des Politecnico di Milano ab. Dort erhielt er 2018 seinen Bachelor-Abschluss in Luft- und Raumfahrttechnik und 2021 seinen Master-Abschluss in Aeronautik. Seine Forschung konzentriert sich auf Eisansammlung und Aeroakustik von Rotoren. Während seiner Doktorarbeit entwickelte er numerische Methoden, um die Auswirkungen der Blattflexibilität in der Lagrangeverfolgung von Wassertropfen zu berücksichtigen.

 

Nächstes ISM-Seminar, Prof. Sven Grundmann: "Neueste Fortschritte in der MRI-basierten Messung in turbulenten Strömungen" am 28. Februar um 11:00 Uhr

Wir freuen uns, unser nächstes ISM-Seminar anzukündigen, in dem Prof. Sven Grundmann, ein Universitätsprofessor und Direktor des Instituts für Strömungsmechanik an der Universität Rostock, seine Forschung vorstellen wird. Seien Sie am 28. Februar um 11:00 Uhr im Hörsaal 003 des ISM (Hermann-Blenk-Str. 37, Braunschweig) dabei für einen aufschlussreichen Vortrag über seine Forschung.

Wir freuen uns darauf, Sie dort zu sehen, zu einer vielversprechend spannenden Diskussion!

Titel: Neueste Fortschritte in der MRI-basierten Messung in turbulenten Strömungen

Abstract:

Die Magnetresonanztomographie (MRT) hat sich als leistungsfähiges Werkzeug für nichtinvasive, dreidimensionale Strömungsmessungen erwiesen und bietet einzigartige Einblicke in die Komplexität turbulenter Strömungen. Neueste Fortschritte in MRT-basierten Techniken haben die Anwendbarkeit dieser Messmethode für die Analyse turbulenter Strömungen erheblich erweitert. Zu diesen Entwicklungen gehören die Erweiterung des messbaren Geschwindigkeitsbereichs, die Verbesserung der Präzision von Reynolds-Spannungsmessungen, die Verbesserung von Temperatur- und Konzentrationsmessungen sowie die Ermöglichung von Anwendungen in turbulenten Mehrphasenströmungen.

In dieser Präsentation werden die neuesten Fortschritte in der MRT-Technologie, die in Studien zu turbulenten Strömungen angewendet werden, vorgestellt, wobei innovative Pulssequenzen und fortschrittliche Rekonstruktionsalgorithmen hervorgehoben werden, die für die Forschung in der Strömungsdynamik entwickelt wurden. Der Vortrag wird die erfolgreiche Anwendung dieser Fortschritte auf kanonische turbulente Strömungen wie Rohr- und Kanalsströmungen sowie auf komplexere Geometrien, die für Ingenieur- und biomedizinische Anwendungen relevant sind, diskutieren. Ziel dieses Vortrags ist es, das Potenzial von MRT als ein äußerst produktives Werkzeug zur Untersuchung turbulenter Strömungen sowie zur Verbesserung und Validierung von Methoden der numerischen Strömungsmechanik aufzuzeigen.

Biografie von Prof. Sven Grundmann:

Die akademische Laufbahn von Prof. Grundmann begann mit einem Abschluss in Maschinenbau an der Technischen Universität Darmstadt im Jahr 2003. Er promovierte 2008 an derselben Universität unter der Anleitung von Prof. Dr.-Ing. C. Tropea, wobei er sich auf Strömungsmechanik und Aerodynamik konzentrierte. Nach seiner Promotion wurde Prof. Grundmann mit einem DAAD-Postdoc-Stipendium ausgezeichnet und verbrachte 2009-2010 an der Stanford University, USA, wo er mit Prof. John K. Eaton am Center for Turbulence Research zusammenarbeitete. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland leitete er eine junge Forschungsgruppe am Center of Smart Interfaces, in der er Themen wie Plasmaaktoren zur Übergangskontrolle und Magnetresonanztomographie (MRT) in der Thermofluids-Technik erforschte. 2014 erwarb Prof. Grundmann die Habilitation (Venia Legendi) in Strömungsmechanik an der TU Darmstadt und ist seit 2015 Vollprofessor und Leiter des Instituts für Strömungsmechanik an der Universität Rostock. Seit 2015 ist er Mitglied des Fakultätsrats, seit 2018 akademischer Dekan und seit 2020 Mitglied des DFG-Senats und des Vergabesausschusses für Graduiertenkollegs. Die Forschung von Prof. Grundmann umfasst ein breites Spektrum, einschließlich Strömungsregelung, aktive Übergangskontrolle, Dielektrische Barrierendurchbruch-Aktoren und der Einsatz von MRT in Strömungsmessungen.

ISM Seminars: "Einblicke in die Atmosphärische Dynamik"

ISM Seminars Prof. Aksamit

Am Freitag, den 7. Februar, hatten wir das Vergnügen, Prof. Nikolas Aksamit, einen außerordentlichen Professor an der UiT – The Arctic University of Norway, zu einem aufschlussreichen Seminar mit dem Titel "Einblicke in die atmosphärische Dynamik mit rahmenunabhängigen Flüssen und Strukturen" willkommen zu heißen. In seinem Vortrag sprach Prof. Aksamit über die Komplexität der multiskalaren Transport- und Mischprozesse in der Erdatmosphäre und betonte die entscheidende Rolle kohärenter Strukturen bei der Organisation turbulenter Strömungen. Er präsentierte kürzliche theoretische Fortschritte, die präzise Diagnosen dieser Strukturen und deren Einfluss auf die atmosphärische Dynamik ermöglichen. Durch die Anwendung eines rahmenunabhängigen Ansatzes hob Prof. Aksamit wichtige Trends im Impuls- und Wärmetransport über verschiedene Simulationen hervor und offenbarte das Potenzial dieser Methodik zur Verbesserung unseres Verständnisses der atmosphärischen Grenzschicht. Seine interdisziplinäre Forschung beleuchtet die komplexen Verhaltensweisen geophysikalischer Fluidströmungen und ebnet den Weg für zukünftige Studien, die unser Verständnis turbulenter Prozesse in der Atmosphäre erheblich voranbringen könnten. Wir danken Prof. Aksamit für seine wertvollen Einblicke und die anregende Diskussion! Bleiben Sie dran für zukünftige ISM-Seminare!

Aufforderung zur Einreichung von Bewerbungen für eine Master's Thesis oder Studentarbeit in Adjoint-Optimierung des Lufteinlasses für Brennstoffzellen-Flugzeuge

Am ISM ist ein spannendes neues Projekt eröffnet worden! Die Ausschreibung finden Sie in der Rubrik Stellenangebote!

TRACES Doctoral Network - Second Training School started at the ISM

Start of TRACES second training school

We are pleased to announce that the Institute of Fluid Mechanics is hosting the Second TRACES Training School this week, from Monday, 23 September to Friday, 27 September. TRACES is a European Joint Doctoral Network focused on the challenging topic of aircraft icing.

The event at TU Braunschweig will feature a combination of lectures by network experts and experimental labs on measurement techniques for icing and multiphase flow. Additionally, TRACES doctoral researchers will present their projects during dedicated poster sessions.

Several lectures by TRACES partners are open to external participants; these public lectures are marked in green on the official programme, https://traces-project.eu/second-training-school/

Stay updated on the latest network activities by visiting the official website: https://traces-project.eu/

Aufforderung zur Einreichung von Bewerbungen für eine Master's Thesis oder Studentarbeit in Untersuchung von Wolkenbedingungen und Vereisung für UAS

Am ISM ist ein spannendes neues Projekt eröffnet worden! Die Ausschreibung finden Sie in der Rubrik Stellenangebote!

Aufforderung zur Einreichung von Bewerbungen für eine Master's Thesis oder Studentarbeit in: Injektion von Nanopartikeln: Eine alternative aktive Kühlungstechnik für Hyperschallströmungen

Am ISM ist ein spannendes neues Projekt eröffnet worden! Die Ausschreibung finden Sie in der Rubrik Stellenangebote!

Neue Master-Vorlesung im WS 2024/25: "Flow-induced Vibrations of Bluff-body Structures"

Wir freuen uns, dass Dr. Nils van Hinsberg vom DLR Göttingen im Wintersemester seine neue Master-Vorlesung "Flow-induced Vibrations of Bluff-body Structures" am Institut für Strömungsmechanik anbieten wird.

 

Beschreibung:
The lecture series focuses on the physical understanding, mathematical prediction, and possible prevention of different types of vortex- and motion-induced vibrations that result from massive flow separation, and the ensuing (partly catastrophic) aero- and hydroelastic problems that may occur.

Inhalt:
static and dynamic aeroelastic problems, steady and unsteady aerodynamics of bluff bodies, potential theory, boundary layer behaviour and detached flows, properties and phenomena of vortex - induced and motion-induced vibrations, differences between forced and free structural oscillations, one- and two- degrees-of-freedom galloping, (wake-induced) flutter, turbulence-induced buffeting, linear and non-linear quasi-steady and unsteady modelling of structural oscillations, methods of prevention and damping

Lehrender: Dr.-Ing. Nils van Hinsberg
Wann: Montag, 7.10.24 - Freitag, 11.10.24, jeweils 9.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr
Wo: Hörsaal 003, Hermann-Blenk-Str. 37, 38108 Braunschweig
 

 

Aufforderung zur Einreichung von Bewerbungen für eine Masterarbeit oder Studienarbeit in:Validierung der Wirbelerzeugungsmethode für zonale LES

Am ISM ist ein spannendes neues Projekt eröffnet worden! Die Ausschreibung finden Sie in der Rubrik Stellenangebote!

ISM SEMINAR: "Persistenz von Wirbelstrukturen in dichten Suspensionen und Shearthinning-Flüssigkeiten: Charakterisierung der Wirbelbildung und -entwicklung" by Moira Barnes

Moira Barnes ISM Seminar
Moira Barnes- ISM Seminar

Wir hatten das Privileg, am 11. April Moira Barnes zu empfangen. Moira Barnes hat vor Kurzem ihren Master of Applied Science an der Fakultät für Maschinenbau der Queen's University in Zusammenarbeit mit Prof. Rival abgeschlossen. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Untersuchung instationärer nicht-newtonscher Strömungen von dichten Suspensionen und scherverdünnenden Flüssigkeiten unter Verwendung neuartiger experimenteller Techniken zum besseren Verständnis kardiovaskulärer Strömungen. Moira schloss ihr Studium an der Queen's University im Jahr 2022 mit einem Bachelor of Science (mit Auszeichnung) in Maschinenbau ab, nachdem sie eine Bachelorarbeit über die Dynamik von Nicht-Newtonschen Wirbeln geschrieben hatte. 

Sie teilte wertvolle Erkenntnisse aus ihrer Masterarbeit mit dem Titel "Persistenz von Wirbelstrukturen in dichten Suspensionen und Shearthinning-Flüssigkeiten: Charakterisierung der Wirbelbildung und -entwicklung"

Aufforderung zur Einreichung von Bewerbungen für eine Masterarbeit oder Studienarbeit in: Wirbel in dichten Suspensionen - Erste Schritte auf dem Weg zu Experimenten am ISM

An der ISM ist ein spannendes neues Projekt eröffnet worden! Die Ausschreibung finden Sie in der Rubrik Stellenangebote!

ISM SEMINARS: "Volkswagen Travel Assist - Einblicke in die Serienentwicklung einer Fahrerassistenzfunktion" von Dr.-Ing. Daniel Münning

Volkswagen Travel Assist Seminar
Volkswagen Travel Assist Seminar

Am Freitag durften wir mit Dr. Ing. Daniel Münning einen Fachmann aus der Automobilindustrie in unserem Institut begrüßen. Dr. Münning hat ein Studium des Maschinenbaus mit der Vertiefungsrichtung Fahrzeugtechnik an der RWTH Aachen absolviert.

Daniel Münning vertiefte sein Fachwissen mit einer Promotion an der Technischen Universität Braunschweig und bei Volkswagen mit dem Schwerpunkt der Optimierung von Verbrennungsmotoren für Hybridfahrzeuge. In den letzten zehn Jahren war Daniel Münning bei der Volkswagen AG in verschiedenen Funktionen tätig, von seiner Doktorarbeit über die Entwicklung von Hybridkonzepten bis hin zur Leitung von Projekten für Spitzentechnologien wie Mobile Online Service und Travel Assist. Zurzeit ist er stark in das funktionale Management und die Umsetzung involviert, wobei er sich besonders auf Travel Assist konzentriert.

Im ISM-Seminar am Freitag gab er einen aufschlussreichen Überblick über die SAE Level 2 Fahrerassistenzfunktion und die damit verbundenen Sensoren. Nach einer kurzen Diskussion über Vorschriften wie UN R79 und Methoden für Sicherheitskonzepte ging der Vortrag auf Beispiele ein, die den Testaufwand veranschaulichten, der erforderlich ist, um die Serienzulassung für die Implementierung der Funktion in Millionen von Fahrzeugen weltweit zu erhalten.

Behalten Sie unsere Website im Auge, um aktuelle Informationen über kommende Veranstaltungen und Seminare zu erhalten.

 

Besuch des "Labors für Fluidphysik, Musterbildung und Biokomplexität (LFPB)" am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen.

Dr. Claudia Brunner (LFPB) und Mariachiara Gallia (ISM) in der Teststrecke des Turbulenztunnels mit variabler Dichte (VDTT) während der Besichtigung der Versuchsanlagen / Dr. Claudia Brunner (LFPB) and Mariachiara Gallia (ISM) in the test section of the Variable Density Turbulence Tunnel (VDTT) during the visit to the experimental facilities

Am Freitag besuchten einige unserer WissenschaftlerInnen das "Laboratory for Fluid Physics, Pattern Formation and Biocomplexity (LFPB)" am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen. Das von Professor Eberhard Bodenschatz geleitete Labor befasst sich mit verschiedenen Bereichen wie biologische Strömungsdynamik, Teilchen in Flüssigkeiten, Turbulenz und Atmosphärenphysik. Die Gespräche mit dem LFPB-Team, einschließlich der Experten Dr. Claudia Bruner und Dr. Mohsen Bagheri, sowie der Besuch ihrer experimentellen Einrichtungen waren sehr ergiebig. Wir freuen uns auf den künftigen Austausch und die gemeinsame Arbeit auf dem Gebiet der Strömungsmechanik und verwandter Gebiete.

 

 

Studentische Arbeiten

Hier können aktuell ausgeschriebene studentische Arbeiten (Bachelor-, Studien- und Masterarbeiten) am Institut für Strömungsmechanik eingesehen werden.