Im Projekt werden automatisierte Demontage-, Trenn- und Analyseverfahren entwickelt, um Bauteile und hochwertige Materialien aus Altfahrzeugen gezielt zurückzugewinnen und ohne Downcycling wiederzuverwenden. Konstruktionsprinzipien für ein kreislaufgerechtes Design, digitale Methoden und Werkzeuge zur Unterstützung der Demontageplanung und robotergeführte Prozesse sollen so eine ökologisch und wirtschaftlich effiziente Kreislaufwirtschaft im Mobilitätssektor ermöglichen.
Das Verbundprojekt wird im Rahmen der dritten Förderphase des Forschungscampus Open Hybrid LabFactory (OHLF) durchgeführt. Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ist entscheidend für die nachhaltige Produktion industrieller Güter. Derzeitige Recyclingverfahren führen zu Downcycling, bei dem hochwertige Materialien ihre mechanischen Eigenschaften verlieren. Besonders im Mobilitätssektor ist dies problematisch, da hochwertige Materialien aus Altprodukten in heutigen Recyclingprozessen oft verunreinigt werden. Werkstoffe im Automobilbau müssen jedoch hohen Anforderungen genügen, die mit den derzeit verbreiteten Recyclingmethoden nicht erreicht werden. Eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft erfordert daher innovative Ansätze und neue Technologien zur gezielten Trennung und Wiedergewinnung von Werkstoffen und Bauteilen auf hohem Wertschöpfungsniveau. Dadurch können nicht nur die primären Herausforderungen der Wiederverwendung bewältigt, sondern auch sekundäre Herausforderungen adressiert werden. Beispiele hierfür sind ein reduziertes Transportaufkommen sowie eine erhöhte Resilienz, etwa durch optimierte Beschaffungsprozesse und geringere Abhängigkeiten.
Der Arbeitsplan des Projektes gliedert sich in drei Teilprojekte. Ein erster Schritt ist die Entwicklung und Erprobung von Technologien zur Lösung von Klebeverbindungen (Debonding). Hierbei werden Konzepte auf Probenebene entwickelt und unter Verwendung von automatisierten Lösungen für robotergeführtes Debonding für den Einsatz an Realbauteilen getestet. Im zweiten Teilprojekt liegt der Fokus auf der Demontage einzelner Bauteile und Segmente von Gesamtfahrzeugen. Grundlage bildet eine optische Datenerfassung der Komponenten anhand spezifischer Merkmale, deren relevante Informationen anschließend in eine zentrale Datenbank zur Unterstützung der Demontageplanung überführt werden. Automatisierte Strategien zur robotergeführten Materialanalyse und Demontage werden entwickelt und erprobt. Nach der Untersuchung von Trennprozessen und der Demontage von Anbauteilen wird im dritten Teilprojekt die Zerlegung dieser Komponenten und die Materialrückgewinnung adressiert. Die zerstörende Zerlegung von Fahrzeugkomponenten bzw. -segmenten zur Trennung von Materialfraktionen wird angestrebt. Verschiedene Bauweisen und Fahrzeugsegmente werden hinsichtlich der Verwertbarkeit der enthaltenen Materialien analysiert. Aus den drei Teilprojekten werden Anforderungen für zukünftige Bauteile abgeleitet und Konstruktionsprinzipien zur Designoptimierung erarbeitet.
Die im Projekt entwickelten Technologien und Methoden bieten zahlreiche Vorteile in Industrie und Forschung. Kurzfristig ermöglicht dies eine Erweiterung von Dienstleistungsangeboten für Alt- und Gebrauchtfahrzeugen sowie Effizienzsteigerungen in der Altfahrzeugverwertung. Mittelfristig sollen die erforschten Methoden und Technologien in konkrete Produktentwicklungen wie optimierte Fahrzeugkomponenten, optische Bildverarbeitung und automatisierte Demontageanlagen integriert werden. Langfristig wird eine nachhaltige Markteinführung der entwickelten Technologien, Produkte und Dienstleistungen angestrebt, die einen signifikanten Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung leisten. Ziel des Projekts SARESA ist es, Methoden und Technologien zu entwickeln, die eine effiziente und nachhaltige Verwertung von Altprodukten ermöglichen, ohne dass es zu einem Downcycling der Materialien kommt. Ein abgeleitetes Teilziel ist die Identifikation von Bauteilen und Materialfraktionen sowie die Bestimmung ihres Potenzials zur Rückgewinnung und Weiter- bzw. Wiederverwendung. Dafür werden Demontage- und Trenntechnologien, Strategien sowie automatisierte Prozesse entwickelt. Zudem sollen digitale Methoden und Werkzeuge zur Unterstützung der Demontageplanung erarbeiten werden. Schließlich sollen die entwickelten Demontagestrategien und -technologien bezüglich ihrer ökologischen und ökonomischen Effizienz bewertet werden.
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Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Strategische Rückgewinnung von Ressourcen aus Altprodukten – SARESA“ wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) in der Fördermaßnahme „Forschungscampus - öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen“ (Förderkennzeichen 02P24Q900, 02P24Q901, 02P24Q902, 02P24Q903, 02P24Q904, 02P24Q905, 02P24Q906, 02P24Q907, 02P24Q908, 02P24Q909, 02P24Q910, 02P24Q911, 02P24Q912) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autoren.