TU BRAUNSCHWEIG

Ingenieurgeodäsie: In dieser Arbeitsgruppe beschäftigen wir uns mit Mess- und Auswertemethoden, die direkt vom Boden aus angewendet werden. Zu den klassischen Verfahren gehört die Ingenieurvermessung, wobei mit Hilfe hochgenauer Winkel- und Streckenmesstechnologie einzelne Punkte erfasst werden können. Bekannt sind sicherlich die Geodäten, die Grundstück und Gebäude einmessen. Obwohl wir nicht im Katasterwesen arbeiten, nutzen wir doch oftmals dieselben Geräte. Bei allen Auswertemethoden spielt die Feststellung der erreichbaren Genauigkeit eine zentrale Rolle, denn nur dann können zuverlässige Aussagen getroffen werden.

 

Fernerkundung und Photogrammetrie: Viele Erfassungsmethoden der terrestrischen Vermessung sind taktil, das bedeutet, wir müssen vor Ort sein und oftmals Zugriff auf die zu dokumentierenden Objekte haben. In der Fernerkundung und Photogrammetrie arbeiten wir berührungslos, denn es werden Bilder genutzt, welche von Satelliten, Flugzeugen oder Flugrobotern erfasst werden. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass große Flächen dokumentiert werden können, ohne dass diese betreten werden müssen. Beispielsweise sind Satelliten in der Lage, jeden Tag mehrere tausend Quadratmeter der Erdoberfläche täglich zu überstreifen. Flugzeuge und Flugroboter erfassen zwar kleinere Flächen, sind aber hinsichtlich des Einsatzzeitpunktes und der konkreten Planung der Befliegung flexibler. Moderne Verfahren aus der Fernerkundung und Photogrammetrie erlauben uns, automatisch die Landbedeckung zu kartieren, aber auch Objekte in 3D zu modellieren. Neben dem Aspekt der Automatisierung beschäftigen wir uns immer wieder mit Fragen über die zu erreichende Genauigkeit.

 

Geoinformation: Die Geoinformatik beschäftigt sich mit der Akquise, Repräsentation und Analyse von raumbezogenen Daten mit informatischen und geostatistischen Methoden. Das umfasst nahezu alles, was mit den Fragen ‚wo?‘, ‚wohin?‘, ‚wie groß?‘ aber auch ’wie ist es hier?‘ oder ‚geht das dort?‘ zu tun hat. Dabei nutzt die Geoinformatik neben den Geodaten der benachbarten Disziplinen der terrestrischen oder fernerkundlichen Vermessung auch semantische also themenbezogene Daten. Durch die synoptische Analysen der Geometrie, der Topologie und der Semantik wird unter der Berücksichtigung von gewissen Bedingungen, etwa von gesetzlichen Voraussetzungen, die Planung eines Bauwerks oder aber die Bewertung einer umweltrelevanten Beeinträchtigung möglich. Dabei erfolgt der Zugriff und die Analyse der Daten zunehmend verteilt im Internet.

Die AG Geoinformatik am IGP beschäftigt sich insbesondere mit der planerischen Unterstützung der Energiewende und der durch die Dieselaffaire ins öffentliche Interesse gerückte urbanen Ultrafeinstaubbelastung. Da die Ausgangsdaten zunehmend verteilt im Internet vorliegen werden die entsprechenden Methoden zum Austausch der Daten ebenfalls betrachtet. Abgerundet wird diese Forschung und Entwicklung durch die Arbeit am internationalen OGC-Standard CityGML für semantisch attribuierten 3D-Stadtmodelle.


aktualisiert 12.06.2018 Druckversion
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