TU BRAUNSCHWEIG

Ein Studium zu finanzieren ist nicht immer einfach – oft wird zumindest ein Teil der Kosten von den Eltern aufgefangen. 87% der Studierenden werden von der eigenen Familie unterstützt. Durchschnittlich tragen diese 445 Euro monatlich zum Lebensunterhalt bei. Jeder vierte Studierende erhält BAföG.

Neben den Eltern oder BAföG bildet der eigene Verdienst eine wichtige Finanzierungsquelle für Studierende. Dies sind häufige Finanzierungsmöglichkeiten, nicht die einzigen. Die Finanzierungsberatung möchte Ihnen unten stehend Informationen zu den genannten Themen sowie weiteren Finanzierungswegen geben.

Um eine genauere Vorstellung von Finanzierungsquellen sowie potenziellen Kosten zu bekommen stellen wir Ihnen auf den Studieninteressiertenseiten im Bereich Finanzierung drei Beispiele vor.

» Nebenjobs

Rund 65% der Studierenden arbeiten neben dem Studium und nehmen dabei durchschnittlich 323 Euro ein.

Wenn Sie BAföG-Empfänger sind, beachten Sie bitte: Sie dürfen nur 400 Euro monatlich verdienen. Andernfalls wird die Förderung gekürzt. Wir empfehlen Ihnen sich hierzu mit dem BAföG-Amt in Verbindung zu setzen!

Darüber hinaus kann das Jobben Auswirkungen auf das Kindergeld oder den steuerlichen Kinderfreibetrag sowie den kindbezogenen Ortszuschlag bei Beschäftigten im Öffentlichen Dienst haben, wenn der Studierende im Kalenderjahr mehr als 7680 Euro verdient. Der 50-prozentige Zuschussanteil des BAföGs wird hiermit verrechnet.

Studierende, die mehr als 400 Euro monatlich verdienen, arbeiten im Normalfall auf Lohnsteuerkarte. Wer mit seinem Jahreseinkommen unter 7680 Euro bleibt, kann bereits gezahlte Steuern mit einer Steuererklärung über den Lohnsteuerjahresausgleich zurück bekommen.

Die so genannte Vorsorgepauschale in Höhe von 920 Euro können Sie von Ihrem Verdienst abziehen.

Darüber ist für Studierende der Bereich Sonderausgaben interessant. In diesem Bereich können Sie Kosten für das Studium von bis zu 4000 Euro pro Jahr absetzen. Dazu gehören beispielsweise der Semesterbeitrag, die Studienbeiträge, Kosten für Kopien und so weiter. Um die Ausgaben geltend machen zu können, ist es allerdings notwendig diese ausreichend zu belegen. Gesammelte Quittungen müssen der Steuererklärung beigefügt werden.

Bitte beachten Sie

Wer nicht länger als zwei Monate oder 50 Arbeitstage im Jahr einer Beschäftigung nachgeht, darf in dieser Zeit mehr als 400 Euro monatlich verdienen und muss keine Rentenversicherungsbeiträge bezahlen.

» Finanzierungsberatung | » Förderungsabteilung des Studentenwerks Ostniedersachsen (BAföG-Amt)

» Stipendien

Sie können Ihr Studium teilweise über ein Stipendium finanzieren. Momentan nutzen diese Möglichkeit nur 2% der Studierenden. In der Regel werden Studierende, Schüler oder junge Wissenschaftler, die sich durch überdurchschnittliche Leistungen auszeichnen, durch ein Stipendium finanziell unterstützt.

Oft erhalten nicht nur Hochbegabte ein Stipendium, sondern politisch oder sozial Engagierte. Zusätzlich zu finanziellen Mitteln bekommt man im Rahmen eines Stipendiums häufig ideelle Unterstützung: Diese reicht je nach Stipendiengeber von einem zur Seite gestellten Vertrauensdozenten bis hin zu Schulungen oder Workshops, beispielsweise zum Thema Berufseinstieg.

Der Förderungssatz richtet sich in der Regel nach dem BAföG-Höchstsatz. Darüber hinaus orientiert er sich am Einkommen und Vermögen des Antragsstellers und gegebenenfalls dem seiner Eltern. Oftmals wird zusätzlich eine Bücherpauschale in Höhe von 80 Euro monatlich ausgezahlt.

Eine doppelte Finanzierung über BAföG und Stipendium ist prinzipiell ausgeschlossen: Wer einen BAföG-Anspruch hat, muss auf diesen zugunsten des Stipendiums verzichten!

Die elf größten Stiftungen sind unter dem Dachverband der staatlichen Begabtenförderungswerke zusammen gefasst. Einerseits sind diese parteinahe Stiftungen, wie die Friedrich-Ebert-, die Konrad-Adenauer-, Friedrich-Naumann-, Hanns-Seidel-, Heinrich-Böll- und Rosa-Luxemburg-Stiftung. Andererseits sind kirchliche Stiftungen, beispielsweise das Cusanuswerk und das Evangelisches Studienwerk Villigst, vertreten. Darüber hinaus gibt es die Studienstiftung des deutschen Volkes, die Hans-Böckler-Stiftung und die Stiftung der deutschen Wirtschaft.

Tatsächlich existiert eine Vielzahl weiterer Stiftungen – allein der Bundesverband Deutscher Stiftungen hat auf seiner Internetseite über 3700 gelistet. Unter diesen oder bei Stipendienlotse, der Datebank des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, können Sie sich das passende Stipendium suchen. Eine Mühe, die sich durchaus lohnen kann!

Für die Studierenden der TU Braunschweig gibt es spezielle Stipendien. Neben dem Deutschlandstipendium finden Sie auf den Webseiten zu den Stipendien auch Stipendien für einzelne Fächer.

» Förderungsabteilung des Studentenwerks Ostniedersachsen (BAföG-Amt) | » Stipendien der TU Braunschweig | » Bundesverband Deutscher Stiftungen | » Stipendienlotse

» Kredite

Seit der Einführung der Studienbeiträge in einigen Bundesländern (u.a. auch Niedersachsen) nimmt die Studienfinanzierung über Kredite zu. Mittlerweile ist es schwierig, einen Überblick über die Vielzahl der Angebote zu bekommen. Die unterschiedlichen Darlehen sind zur Deckung der Lebenshaltungskosten und/oder Studienbeiträge gedacht.

Vor einer Aufnahme sollten Sie bedenken, dass ein Kredit eine längerfristige Belastung bedeuten kann. Der Zeitraum der Inanspruchnahme sollte möglichst kurz gehalten werden. Prüfen Sie die unterschiedlichen Kreditangebote, beispielsweise indem Sie sich detaillierte Kostenaufstellungen geben lassen.

Voraussetzungen

Dieser Kredit wird unabhängig von Noten und Einkommen des Antragstellers gewährt. Die KfW-Bank verzichtet auf eine Bonitätsprüfung und auf Sicherheiten. Bei einer vorliegenden Privatinsolvenz wird der Kredit allerdings nicht vergeben. Gefördert werden deutsche Studierende, die ein Vollzeitstudium an einer deutschen Hochschule absolvieren. Zusätzlich können EU-Bürger, die seit mindestens 3 Jahren in Deutschland leben, einen Kreditantrag stellen. Bei Antragsstellung darf der Studierende nicht älter als 30 Jahre sein.

Konditionen

Kreditnehmer erhalten maximal 10 Semester zwischen 100 und 650 Euro monatlich. Eine Ausnahme gilt beispielsweise für Studierende mit Kind, diese können für bis zu 4 weitere Semester gefördert werden. Der Studierende entscheidet jedes Semester neu, wie viel Geld er – innerhalb der genannten Fördergrenzen – benötigt. Bereits mit der ersten Förderrate fallen Zinsen an, welche gleich von der Rate abgezogen werden. Derzeit beträgt der Nominalzinssatz 3,47%.

Wer erste Leistungsnachweise vorweisen kann, darf einen Zinsaufschub beantragen. Wer nach dem fünften, beziehungsweise sechsten Semester immer noch keine entsprechenden Leistungsnachweise erbracht hat, muss allerdings mit dem Ende der Auszahlung und dem Beginn der Karenzzeit (rückzahlungsfreie Zeit) rechnen. Die Karenzzeit beträgt 23 Monate und sollte idealerweise erst nach dem Ende des Studiums einsetzen. Spätestens nach Ablauf der Karenzzeit beginnt nämlich die Zeit der Kredittilgung. Die vollständige Rückzahlung muss nach 25 Jahren abgeschlossen sein.

» Finanzierungsberatung | » KfW-Förderbank

Voraussetzungen

Der Deutsche Bank müssen Sie vor Erteilung eines Kredits einen Studienplan vorlegen. Dieser sollte im Verlauf des Studiums eingehalten werden. Außerdem überprüft die Bank die Kreditwürdigkeit ihrer Kreditnehmer. Wer einen negativen Schufa-Eintrag hat, hat keine Chance auf eine Unterstützung.

Gefördert werden kann grundsätzlich jeder Studierende einer deutschen Hochschule oder Fachhochschule. Sie dürfen nicht älter als 30 Jahre sein. Ausländische Studierende müssen mindestens zwei Jahre vor Beginn ihres Studiums einen deutschen Wohnsitz sowie eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung besitzen.

Konditionen

In den ersten beiden Semestern erhält der Kreditnehmer maximal 200 Euro monatlich, in den höheren Semestern können Sie bis zu 800 Euro monatlich in Anspruch nehmen. An die Höhe der Auszahlungen ist auch deren Länge gekoppelt, diese variiert zwischen eineinhalb und fünf Jahren. Der Zinssatz ist variabel – er kann jederzeit steigen oder fallen. Derzeit beträgt er 5,9 % effektiv. Die Deutsche Bank hat festgelegt, dass das Darlehen inklusive Zinsen 30.000 Euro nicht übersteigen darf.

Die Tilgungsphase beginnt hier spätestens ein Jahr nach Studienende. Sie dürfen bereits drei Monate nach dem Berufseinstieg beginnen, Ihren Kredit zu tilgen. Nach spätestens zwölf Jahren muss der Kredit getilgt sein.

» Finanzierungsberatung | » Studentenkredit der Deutschen Bank

Falls Sie die Studienbeiträge nicht finanzieren können, besteht die Möglichkeit einen Studienbeitragskredit – ein so genanntes NBank-Darlehen - aufzunehmen.  Das Darlehen wird einkommensunabhängig gewährt und ist ausschließlich für Studienbeiträge nutzbar. Studienbeitragsdarlehen werden direkt an die Hochschule ausgezahlt. Ein Vorteil ist, dass sie in die BAföG-Höchstschuldengrenze von 15.000 Euro mit eingerechnet werden.

Antragsstellung 

Eine Antragsberechtigung haben

  • deutsche Studierende,
  • Studierende aus den EU-Staaten und EWR-Staaten sowie
  • heimatlose Ausländer und Staatenlose, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland erworben haben.

Voraussetzungen

Sie dürfen bei Studienaufnahme das 35. Lebensjahr nicht überschritten haben. Die NBank prüft die Anträge und vergibt die Darlehen. Der Geldgeber ist allerdings die KfW-Bank. Eine Auszahlung kann über die gesamte Regelstudienzeit plus maximal 4 weitere Semester statt finden. Die Beiträge werden ab Auszahlung verzinst, die Zinsen selbst werden erst zum Beginn der Tilgungsphase fällig. Der Zinssatz ist variabel und wird alle sechs Monate neu angepasst.

» Finanzierungsberatung | » NBank

Voraussetzungen

Antragsberechtigt ist jeder deutsche Studierende bis zu einem Alter von 36 Jahren. Allerdings wird für das Bachelor-Studium generell kein Bildungskredit vergeben. Erst im Master-, Zusatz-, Ergänzungs- oder Aufbaustudium ist eine Förderung möglich. Nach dem zwölften Fachsemester wird die Förderung in der Regel beendet. Mit Bestätigung der Hochschule ist eine Ausnahme möglich. Ausländische Studierende erhalten einen Bildungskredit, wenn ein Elternteil oder Ehepartner deutscher Staatsangehöriger ist oder wenn sie aus einem EU-Land kommen und einen deutschen Wohnsitz haben.

Konditionen

Beim Bildungskredit handelt es sich um eine staatliche Unterstützungsmöglichkeit vom Bundesverwaltungsamt. Geldgeber ist auch in diesem Fall die KfW-Bank. Sie fördert über zwei Jahre mit 300 Euro monatlich. Diese Leistung kann zusätzlich zu BAföG-Leistungen in Anspruch genommen werden. Der Zinssatz liegt derzeit bei 2,13% effektiv. Mit dem Bildungskredit können außergewöhnliche Ausgaben, die beispielsweise bei einem Auslandssemester entstehen können, abgedeckt werden.

» Finanzierungsberatung | » Bundesverwaltungsamt

» Studienabschluss-Darlehen

Insbesondere in der Studienendphase bieten viele Studentenwerke bei finanziellen Engpässen zinsgünstige oder gar zinslose Darlehen an. Die Aufnahmebedingungen variieren sehr. Voraussetzung für ein solches Darlehen ist in der Regel eine finanzielle Notlage. Oftmals ist es darüber hinaus notwendig, bei Antragstellung einen Bürgen vorzuweisen. Ein Rechtsanspruch auf ein Studienabschluss-, oder Überbrückungsdarlehen besteht allerdings nicht.

Studienabschlussdarlehen an der TU Braunschweig

Das Studentenwerk Braunschweig vergibt kurz- und mittelfristige Darlehen.

Das kurzfristige Darlehen dient zur Überbrückung akuter finanzieller Engpässe. Zu diesem Zweck erhalten Sie eine einmalige Zahlung von bis zu 600 Euro. Diese müssen Sie nach zwei Monaten zurück zahlen.

Mittelfristige Darlehen werden in Braunschweig als Studienabschlussdarlehen vergeben:Ein Darlehensbetrag wird in sechs gleich hohen Monatsraten mit höchstens 500 Euro ausgezahlt. Eine Rückzahlung muss in diesem Fall spätestens 12 Monate nach der letzten Rate erfolgen.

Das kurzfristige Darlehen ist zinslos. Das mittelfristige ist in der Auszahlungsphase ebenfalls zinslos, anschließend wird ein geringer Zinssatz von 2% erhoben.

Vorab ist für beide Darlehensformen eine beglaubigte Bürgschaftserklärung erforderlich. Bei der Antragsstellung bringen Sie bitte Ihre Immatrikulationsbescheinigung, Ihren gültigen Personalausweis sowie den Ihres Bürgen und eine Verdienstbescheinigung Ihres Bürgen aus dem vorher geheneden Monat mit.

» Sozialberatung des Studentenwerks Ostniedersachsen

Beratungsangebot

Bei Fragen und Problemen zu Finanzierungsmöglichkeiten Ihres Studiums wenden Sie sich an die Finanzierungsberatung des Immatrikulationsamts der TU Braunschweig im Studienservice-Center.

Ansprechparter

Heiko Oertel im
Studienservice-Center

Sprechzeiten

Montag - Mittwoch:
10:00 - 16:00 Uhr

Donnerstag: 10:00 - 17:00 Uhr

Freitag: 10:00 - 13:00 Uhr


  aktualisiert am 19.01.2017
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