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Für Professor Nils Goseberg ist Küsteningenieurwesen längst keine rein technische Disziplin mehr: Er forscht für die Menschen und ihre Sicherheit, ob in Indonesien oder Niedersachsen. Extremereignisse wie Tsunamis, Sturmfluten und Deich-/Dammbrüche treiben seinen Forscherdrang an. Seine Forschung wirkt aus der Technischen Universität Braunschweig in die Welt und er knüpft transdisziplinäre Netzwerke, die den Herausforderungen des Klimawandels mit innovativen Lösungen begegnen.
"Die Uni bietet ganz viele Möglichkeiten, Leute kennenzulernen, internationale Kontakte zu pflegen, Leute einzuladen und sich auszutauschen über ganz wesentliche Fragen. Und das schätze ich sehr.“
Als Abteilungsleiter des Leichtweiß-Instituts für Wasserbau und als geschäftsführender Direktor des gemeinsamen Forschungszentrums Küste der TU Braunschweig und der Leibniz Universität Hannover entwickelt Nils Goseberg Technologien, die langfristig Küsten, Meere und die Menschen schützen. Seine Forschung erzielt greifbare Erfolge und rettet sogar Leben. In der Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen wie der Sozialwissenschaft bringt Nils Goseberg seine Expertise zu Überflutungsdynamiken, Strömungsereignissen und dem Zusammenspiel mit Bauwerken ein, um Gefährdungskarten und Evakuierungsszenarien zu erstellen.
"Mich begeistert, dass ich mit ganz vielen Menschen, oft jungen Menschen, die auch genauso wie ich Lust an der Forschung haben, gemeinsam Probleme lösen kann.“
Ein Fokus seiner Forschung ist der ökosystembasierte Küstenschutz, um Lösungen für die Auswirkungen des Klimawandels zu finden. Dabei werden natürliche Lebensräume wie Dünen, Salzwiesen oder Mangroven gezielt erhalten und wiederhergestellt, um Küsten nachhaltig vor Sturmfluten, Erosion und Meeresspiegelanstieg zu schützen. Im Wellenkanal an der Technischen Universität in Braunschweig testet Nils Goseberg mit seinem Team, wie Pflanzenwurzeln Sedimente verankern, Wellenenergie bremsen und so eine dynamische Anpassung an veränderte Umweltbedingungen ermöglichen. Im Vergleich zu rein technischen Bauwerken sind diese ökologischen Maßnahmen langfristig kosteneffizienter und bieten zusätzlich Ökosystemdienstleistungen wie Kohlenstoffbindung und Erholungsräume. Im engen Zusammenspiel von Ingenieurwesen, Ökologie und lokalen Gemeinschaften sorgt Nils Goseberg so für flexiblen und widerstandsfähigen Küstenschutz.
Er widmet sich aber nicht nur klassischen Seebauthemen, sondern erforscht, wie wir die Kraft der Meere ökologisch für die Zukunft der Menschheit nutzen können. So untersucht er Nahrungsmittelproduktion auf hoher See und maritime Eiweiße als Schlüssel zur globalen Ernährungssicherheit und zu den UN-Nachhaltigkeitszielen – immer unter Beachtung von Mensch und Umwelt. Mit seiner Forschung trägt Professor Nils Goseberg dazu bei, die Kraft der Natur zu bändigen und gleichzeitig unsere wertvollen Lebensräume zu schützen. An der TU Braunschweig setzt er auf interdisziplinäre Teams und motiviert junge Wissenschaftler*innen, mitzugestalten und unsere Lebensräume nachhaltig zu sichern.