Interkulturelle Bildung ist für Lehrkräfte heute unerlässlich: Ein Drittel aller Grundschulkinder in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Lehrkräfte sollten Vielfalt aktiv gestalten, Respekt, Toleranz und Offenheit vermitteln und so Diskriminierung vorbeugen - für eine starke Klassengemeinschaft und Chancengleicheit. Auslandsaufenthalte stärken die interkulturelle Erfahrung und sind eine Investition in Persönlichkeitsentwicklung, Fremdsprachenkenntnisse und unvergessliche Erlebnisse.
Die erste Hälfte meines Praktikums an der German-American-School Manhattan
In der ersten Hälfte meines Praktikums konnte ich bereits viele wertvolle Einblicke in den Schulalltag gewinnen. Mein Tag beginnt in der Regel um 9:00 Uhr morgens und folgt von einem abgestimmten Stundenplan, der Einsätze in unterschiedlichen Klassen umfasst.
Dadurch habe ich die Möglichkeit, verschiedene Jahrgangsstufen und Unterrichtssituationen kennenzulernen. Zusätzlich hospitiere ich auch in der Preschool, um ein besseres Verständnis für den Übergang der Kinder in die Schule zu entwickeln.
Ein wichtiger Bestandteil des Tages ist die große Parkpause zur Mittagszeit, wo wir Praktikanten auch gerne mal mit den Kindern Spiele ausprobieren und spielen. Neben den Beobachtungen des Unterrichts konnte ich selbst auch erste kleine Unterrichtssequenzen in meinen Fächern durchführen. Dies ermöglicht mir auch das amerikanische Unterrichtskonzept sowie das IB-School-Konzept näher kennenzulernen. Darüber hinaus arbeite ich regelmäßig mit kleineren Lerngruppen in separaten Räumen. Dabei unterstütze ich insbesondere Kinder, die zusätzlich Hilfe benötigen.
Der reguläre Schultag endet um 15:10 Uhr mit einem gemeinsamen Abschlusskreis, nach dem die meisten Kinder abgeholt werden. Am Mittwoch ist mein Schultag etwas anders, dort startet er für mich erst um 10 Uhr morgens und endet um 17:10 Uhr nach der Hausaufgaben Betreuung. Dort unterstütze ich die Kinder bei der Bearbeitung ihrer wöchentlichen Hausaufgaben. Nachmittags nach der Schule, erkunde ich gerne die Stadt mit den anderen Praktikanten, die aus unterschiedlichen Städten und Ländern kommen. Diese Aktivitäten sind von Tag zu Tag unterschiedlich, zum Beispiel die typischen Sehenswürdigkeiten ansehen oder auch das Anschauen von Sport Events. Insgesamt war die erste Hälfte meines Praktikums sehr abwechslungsreich und lehrreich und ich freue mich darauf, in der kommenden Zeit noch viele weitere Erfahrungen zu sammeln.
Im März 2026 hielten wir – Josephine Laukner, Lisa-Katharina Möhlen und Olga Fert (TU Braunschweig) gemeinsam mit Adam Moore, Graham Christopher, Rosie Grimes, Brandy Isom, Anastassia Lindo und Yemel Santana (University of Rhode Island) – einen Vortrag zum Thema „Learning from German Schools: Study Abroad Course Design for Inclusive Education“ auf der Conference for Exceptional Children (CEC) in Salt Lake City. Die Mischung aus wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen zum deutschen Schulsystem sowie aus den Erfahrungsberichten von Lisas Fulbright-Forschung und amerikanischen Lehramtsstudierenden über ihre Exkursionswoche und gemeinsame Summer School mit deutschen Studierenden an der TU Braunschweig im Sommersemester 2025 verlieh unserem Beitrag eine lebendige und praxisnahe Note. Die ca. 80 Zuhörer*innen diskutierten anschließend den Vergleich beider Bildungssysteme sehr rege. Zusätzlich stelle ich, Lisa, noch ein Poster zu meinem Dissertationsthema „Policy Actors of and for School Inclusion: Educators’ Roles in Austria, Germany, and the U.S.“ vor. Hier gab es ebenfalls viele Besucher*innen, die am Vergleich zwischen Deutschland und den USA interessiert waren.
Die CEC bot uns die ideale Plattform, um bereits etablierte Kooperationen zu vertiefen: Als Associated-Partnerinnen von 2Teach Global wurden wir von Wendy Murawski zu einem 3-h-Workshop zum Thema „Co-Teaching Evolved: Strategies, Structures, and Smart Tech“ als internationale Expertinnen eingeladen. Hier konnten wir unsere deutschen Forschungsergebnisse einbringen und zugleich neue didaktische Perspektiven aus dem US‑Kontext in unsere Forschung und Lehre aufnehmen. Zusätzlich wurden in mehreren fokussierten Meetings die Rahmenbedingungen für die geplanten Gastbesuche von Lindsey Pike (Roger Williams University) und Beth S. Fornauf (Endicott College) an der TU Braunschweig im Juni 2026 ausgearbeitet. Hiermit wurde die Basis für potenzielle binationale Seminare, gegenseitige Gastvorträge, Schulbesuche sowie weitere gemeinsame Projekte gelegt.
Es war eine produktive Woche, in der wissenschaftliche Forschung und praxisnahe Erfahrungen durch transatlantischen Dialog und strategischem Netzwerken synergetisch verbunden wurden. Wir kommen mit großem Dank – insbesondere dem DAAD-Projekt „Come in – go out“ – an alle wertvollen Begegnungen und große Vorfreude auf die bevorstehenden Gastbesuche, gemeinsamen Vorhaben und zukünftige (Forschungs)kooperationen zurück. Die erzielten Fortschritte bestärken uns darin, unser gemeinsames Ziel der Internationalisierung des Lehramts, in Kooperation mit unseren amerikanischen Partner*innen weiter voranzutreiben und neue Impulse für das SDG 4 zu setzen.
Aktuell absolviert Frau Meyer ihr Vertiefungspraktikum am Osbecksgymnasiet in Laholm (Schweden) und berichtet:
Das Auslandspraktikum in Schweden hier am Osbecksgymnasiet in Laholm hat sehr viel zu bieten.
Es ist eine unglaublich spannende und schöne Zeit, die ich bis jetzt hier erleben durfte. Vor der
ersten Woche war ich sehr nervös und hatte Angst, dass die Zeit hier in Schweden alleine komisch
sein wird und es womöglich sogar gar nicht meinen Vorstellungen entsprechen könnte. Aber direkt
am ersten Tag waren alle Kollegen und Schüler sehr nett und aufgeschlossen zu mir, sodass ich
mich sofort sehr wohlgefühlt habe und wusste, dass dies eine unglaublich tolle Zeit sein wird. Nun
ist die Zeit schon so schnell verflogen und die dritte Woche geht zu Ende. In diesen drei Wochen
habe ich schon sehr viel dazugelernt und bin in vielen Situationen, auch außerhalb der Schule, über
mich hinausgewachsen. Im schwedischen Schulsystem gibt es große Unterschiede im Vergleich zu
unserem in Deutschland. Sowohl darin, wie die Lehrer unterrichten, als auch in der Schüler-Lehrer-
Beziehung.
Schweden ist im Allgemeinen viel mehr schülerorientiert und die Kollegen sowie Schüler sind hier
gelassener, was eine schöne Atmosphäre zum Arbeiten bietet. Die Schule hat keine klassischen
Pausen, wie wir sie in Deutschland kennen, sondern fast jeder Schüler hat seinen eigenen
Stundenplan und somit auch andere Pausen als andere Schüler. Darüber hinaus können sie
entscheiden, ob sie beispielsweise mehr Mathematik haben oder vielleicht mehr Englisch. Dadurch
werden die Schüler individuell stärker in ihren Stärken gefördert und sind, wenn sie danach
studieren möchten, besser vorbereitet.
Dauer des Praktikums: 6 Wochen
Land: Italien
Ort: Piove di Sacco
Schulform: Sekundarschule (GYM)
Während meines Praktikums in Italien, habe ich zwei Lehrerinnen im Deutschunterricht begleitet und unterstützt. Nach einer Eingewöhnungsphase durfte ich in den Klassen eigene Projekte realisieren. Wir haben uns unter anderem mit deutscher und italienischer Musik, Landeskunde und Alkoholprävention beschäftigt.
Das Praktikum im Ausland zu absolvieren, war eine sehr gute Entscheidung, da ich feststellen konnte, was der Deutschunterricht in einer Fremdsprache für Herausforderungen mit sich bringt. Deutsch als Fremdsprache wird in Zukunft eine größere Rolle in der Schule einnehmen, sodass ich froh bin, schon einmal einen Eindruck gewonnen zu haben. Mittlerweile belege ich DAF/DAZ-Kurse und bilde mich so in diese Richtung weiter.
Während der sechs Wochen in Italien, war ich in zwei Gastfamilien untergebracht. Neben der schulischen Erfahrung habe ich auch noch die italienische Kultur mit ihrer grenzenlosen Gastfreundschaft, sowie das Land besser kennenlernen dürfen.
Dauer des Praktikums: 2 Monate
Land: Spanien
Ort: Villalobón
Schulform: Grundschule
In der Übergangsphase zwischen Masterstudium und Referendariat habe ich ein zweimonatiges Schulpraktikum an einer Grundschule in Spanien, überwiegend im Englisch- und Sportunterricht absolviert. Spanische Primarschulen umfassen die Jahrgänge eins bis sechs und haben einen integrierten Infantilbereich für Kinder im Vorschulalter. Die Schule setzt auf digitale Schulbücher, eine mobile Buchhandlung, online Lernportale und inklusive Beschulung. Daher erwies sich mir das spanische Schulsystem als sehr modern und digital.
Im schulischen Alltag fungiert ihr als zweite Lehrkraft. Es wird ein individueller Stundenplan für euch entworfen und ihr könnt Unterrichtssegmente übernehmen. Von nicht vorhandenen Sprachkenntnissen (so auch bei mir) solltet ihr euch nicht abschrecken lassen, denn die Schüler*innen und Lehrkräfte sprechen sehr gut Englisch. Notfalls könnt ihr euch auch über Bewegungen verständigen.
Im Praktikum werdet ihr in außerschulische Aktivitäten und schulinterne Events eingebunden. Überdies blieb mir immer genug Zeit, weitere Städte zu bereisen und neue Freundschaften zu knüpfen.