Zukunftsaussichten

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Bildnachweis: FG Geoökologie/Alle Rechte bei der TU-Braunschweig

Die Frage, wo und was man später als Geoökolog_in arbeitet, habt ihr sicher schon öfters gehört oder euch selbst gestellt.

Hier findet ihr kurze Tätigkeitsbeschreibungen von Geckos die ihren Abschluss bereits in der Tasche haben. (Bisher sind die Beiträge ungeordnet, daher einfach losschmökern und sehen, ob was für euch dabei ist.)

Anna Kaeser, Absolventin 2008

Anna ist bei der geo-log GmbH in Braunschweig als Projektbearbeiterin angestellt.
Sie bearbeitet zurzeit das Altstandortkataster für die Stadt Braunschweig und ist verantwortlich für das Grundwasserlabor. Für das Altstandortkataster recherchiert sie Bauakten, Gewerbekarteien und Akten aus dem Stadtarchiv und trägt die Informationen in eine Access-Datenbank ein. Danach digitalisiert sie die Flächen. Zusätzlich arbeitet sie ihren Kollegen bei anderen Projekten zu (Protokolle abtippen, Ordner anlegen, ...). Sie hat aber auch schon im Gelände gearbeitet (GWS, MIP). Die Auswertung von MIP's gehört ebenfalls zu ihren Aufgaben.
Also sehr abwechslungsreich.

Peter Vorpahl, Absolvent 2007

Peter ist seit seinem Abschluss an der UNI Potsdam und arbeitet an seiner Doktorarbeit.
- Thema ist: "Modellierung Hangrutschungen im ungestörten tropischen Bergregenwald Ecuadors."
- Bezahlung: 1/2 Stelle von der DFG (BAT-2A/2) + zeitweilig eine weitere 1/2 Stelle vom Institut.
- Die Promotion ist kumulativ (min. 3 Artikel in ISI-Zeitschriften)
- Außerdem darf/muss er Lehre machen (2-4 SWS + Exkursionen betreuen)
- Für Datenerhebungen war er bisher ca. 6 Monate mit insgesamt 9 Studenten (wechselnd) im Nebelwald in den Bergen Süd-Ecuadors.

Burga Gemmeke, Absolventin 2007

Burga ist als Projektkoordinatorin des Biogas-Messprogramms angestellt am Institut für Agrartechnologie und Biosystemtechnik des vTI. Das Ganze war ein dreijähriges Projekt gefördert von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe FNR, also vom Landwirtschaftsministerium. Da ihre Vorgängerin nach 1 1/2 Jahren aufgehört hat, hat Burga das Projekt übernommen. Das Mssprogramm ist eine Studie in der Biogasanlagen in ganz Deutschland bewertet werden. Sie hat
vorwiegend Daten zentral gesammelt und verwaltet und sich darum gekümmert, dass die Projektpartner alles richtig machen und immer rechtzeitig alles abliefern. Burga hat die Daten also nicht selbst erhoben, aber für die Biogasanlagen in Niedersachsen auch manchmal ein Paar Laboranalysen übernommen. Anschließend hat sie eine Auswertung der gesammelten Daten vorgenommen. Bis Ende Juni ist sie noch mit der Ausarbeitung des Berichtes beschäftigt. Dann ist ihr Job beendet. Geplant ist dann erstmal ein Jahr Elternzeit und danach eventuell eine oktorarbeit, je nachdem was so kommt.

Jörn Trappe, Absolvent 2005

Jörn ist an der Fachhochschule Köln, am Institut für Technologie und Ressourcenmanagement in den Tropen und Suptropen als Wissenschaftlicher Mitarbeiter angestellt. Seine Tätigkeitsbereiche umfassen die Projektarbeit im Rahmen des Projektes "Optimizing Water Allocation in Rural Areas in Upper Egypt", also konkret die Entwicklung einer Wasseraufbereitungsanlage und eines Abwasserentsorgungssystems, und die Koordination des Deutsch-Jordanischen Masterkurses "Integrated Water Resources Management for Arabic and German young professionals" und hierbei die Planung und Organisation, Bewerberbetreuung, etc.

Dunja Gaedecke, Absolventin 2005

Dunja arbeitet als Studiosus-Reiseleiterin für anspruchsvolle Gäste in geologisch höchst interessanten Gebieten der Erde und außerdem auch noch als Dipl.-Geoökologin in einem Planungsbüro (Ingenieur-) für Landschafts-, Regional- und Gartenplanung. Dabei kartiert sie momentan Vögel für Umweltverträglichkeitsstudien, FFH-Prüfungen und Eingriffsregelungen.

Yvonne Rühe, Absolventin 2007

Seit Juli 2007 ist sie im Leichtweiß-Institut für Wasserbau als wissenschaftliche Mitarbeiterin mit Aussicht auf Promotion angestellt. Sie beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Nährstofftransportmoduls (Phosphor und Stickstoff) für Paddy Reisfelder und zwar einzugsgebietsbasiert auf der regionalen Skala. Das Nährstofftransportmodul wird Teil eines Entscheidungsunterstützungssystems für das nachhaltige Einzugsgebietsmanagement des Chaosees in China sein. Ansonsten sie mit der Betreuung von Studien und Diplom- / Masterarbeiten und
Vorlesungen sowie Übungen betraut.

Helen Krofta, Absolventin 2005

Sie arbeitet seit November 208 in der FU Berlin daran ein Schülerlabor für den FB Geowissenschaften aufzubauen. Angestellt ist sie mit einer halben Stelle als Wissenschaftliche Mitarbeiterin.
Die Tätigkeiten ranken sich derzeit um ganz banale Dinge:
• wie bekommen sie einen geeigneten Raum?
• woher erhalten sie die Ausstattung?
• steht ihnen ein Budget (in welcher Höhe) zur Verfügung?
• woher bzw. von wem können sie Unterstützung erwarten?
Die eigentliche Arbeit z.B. die Überlegungen zu einem Konzept, hat noch gar nicht angefangen. Ein erster konkreter Termin/Auftritt wird die "Lange Nacht der Wissenschaften in Berlin und Potsdam" sein und da wird Helen, wie schon während ihrer Nebentätigkeit am Naturhistorischen Museum in Braunschweig, mit Kindern Tintenfische kneten!

Fabian Haßel, Absolvent 2009

2008 ist er für seine Diplomarbeit nach Stuttgart zu der PE-INTERNATIONAL gegangen, bei der er jetzt angestellt ist. Zurzeit arbeitet er in Leinfelden-Echterdingen als Projektingenieur. Die PE-INTERNATIONAL ist eine Firma mit rund 70 Mitarbeitern vor Ort und ca. 30 weiteren um die Welt verteilt (USA, Japan, Indien, Australien…) aus allen möglichen Studienrichtungen. Das Hauptfeld dem sie nachgehen ist das "Life Cycle Assessment" (LCA) oder auf Deutsch, die Ökobilanzierung. Firmen (z.B. Daimler, BASF, VW… ) aus allen Industriebereichen treten an PE-INTERNATIONAL heran und bitten sie, verschiedene Produkte oder Prozessketten Ökobilanzstudien zu unterziehen. Wobei es das Life-Cycle-Assessment erlaubt, die Lebenszyklen von Produkten auf ihre ökologischen Auswirkungen hin zu untersuchen und transparent darzustellen. Fabian und seine Kollegen finden also heraus welche Emissionen durch Herstellung verschiedener Produkte in Luft, Wasser, Boden,… entlassen werden, aber auch welche Primärmaterialien, Energien,… an welchen Stellen im Produktionsprozess verbraucht werden (hängt ja auch zusammen). Sein Haupttätigkeitsfeld ist also, wenn man so will, die Rettung der Welt (und es ist ein Traum das sagen zu können ohne rot zu werden). Für diese Arbeit wurde bei der PE-INTERNATIONAL eigens eine Software entwickelt: die GaBi (steht für Ganzheitliche Bilanzierung).

Eigentlich ist er zentral in der Masterdatenbankverwaltung (Datenbankspielerei und Modellierung über alle Fachrichtungen hinweg) der aktuellen Gabi 4 beschäftigt. In dieser Datenbank laufen alle Modelle der PE zusammen und werden für den weiteren Gebrauch wieder bereitgestellt. Nebenbei sind aber seine Hauptthemen "Nachwachsende Rohstoffe" (Nawaros) und der Chemiesektor (nicht schlecht für jemanden der nie Bodenphysik und Bodenchemie bestanden hat). Innerhalb dieser Bereiche arbeitet er mit an der Erstellung von Ökobilanzstudien verschiedenster Produkte verschiedenster Firmen, aber auch zur Unterstützung der Forschung auf europäischer Ebene (EU-Projekte). In regelmäßigen Abständen verlässt er seinen Schreibtischstuhl um den nächstgelegenen Flieger zu besteigen und Kunden zu Besuchen, vor Ort Daten auf zu nehmen oder um Konferenzen bei zu wohnen.

Es gibt noch einen anderen Firmenzweig die Corporate Sustainability mit ihrer Software SoFi (Webbasiert). Dies kann als Ökobilanz des betrieblichen Inventars verstanden werden. Also die Erfassung der Stoff und Energieflüsse (Stromverbrauch für Licht, Papierverbrauch, usw.) z.B. in Banken und aller ihrer Betriebsgebäude, Verwaltungen oder Ähnlichem. Natürlich gibt es auch noch verschiedenste Unter- oder Nebenschauplätze, aber dass würde hier den Rahmen sprengen.

Bei Interesse findet ihr mehr Informationen unter www.pe-international.com. Wer Fabian persönlich etwas fragen möchte, oder Interesse an Diplomarbeiten innerhalb dieses Themenbereichs hat, der kann gerne seine E-Mailadresse in der Geschäftsstelle erfragen und sich direkt an ihn wenden. Er kommt auch ganz gerne mal für einen Vortrag zur LCA vorbei, da müsst man allerdings rechtzeitig bei ihm anfragen.

Claudia Bruhn, Absolventin 2007

Sie steckt momentan in Düsseldorf (eine sehr schöne und verkannte Landeshauptstadt) und ist Energiereferentin bei der Verbraucherzentrale NRW. Die Verbraucherzentrale NRW ist die größte der 16 Verbraucherzentralen und hat 600 Mitarbeiter und 54 Beratungsstellen in ganz NRW. Claudia arbeitet in der Geschäftsstelle und supportet die Berater mit Fachwissen und kümmert sich
hauptsächlich um organisatorische Dinge. Wissenschaftliche Mitarbeiterin schimpft sich das, aber es ist zum Glück nur 20% wissenschaftliche Arbeit: Also Studien anfertigen zum Thema Energiearmut von einkommensschwachen Haushalten, Einführung eines Sozialstromtarifes beleuchten, Evaluationen von Energieberatungen der Verbraucherzentrale anfertigen oder Energieverbrauchsanalysen vornehmen.

Claudia ist generell für den Bereich Energieeinsparung durch Verhaltensänderung herbeigeführt durch Information und Beratung zuständig. Ihre Hauptaufgabenfelder sind:
1. Sozialorientierte Energieberatung (wie können Hartz IV - Haushalte entlastet werden, die Energieberater der Verbraucherzentrale beraten z.B. in Bonn einkommensschwache Haushalte und von diesem Projekt bin ich z.B. die Projektleitung
2. Energieefizienz (Energiekennzeichnung von Elektrogeräten, also Energie-Label,
Stromeinsparpotentiale, Energiesparlampen, neue intelligente Zählertechnologie namens Smart Metering- dazu bereite sie gerade einen Workshop vor...)
3. Vernetzung der Verbraucherzentrale mit anderen Organisationen etc.: Sie sitzt in Projektbeiräten von der Klima-Allianz NRW und in einem Beirat eines BMBF-geförderten sozialökologischen Forschungsprojekt, dass Politikinstrumente entwickelt, die dazu beitragen sollen, Hemmnisse der Verbraucher beim Stromsparen zu überwinden.
4. Sie macht zudem oft Pressearbeit und Vorträge zum Thema Energiesparen. Printmedien und Radio findet sie am besten. Bei Fernsehauftritten hat sie allerdings noch etwas Muffensausen.
5. Und am allerliebsten arbeitet sie an ihrem Bildungsprojekt "Energiespar-Detektive": Sie geht in Schulen und zu anderen Jugendgruppen und bildet die Kinder zu Energiespar-Detektiven aus (Messen des Stromverbrauchs einzelner Geräte mit ´nem Strommessgerät, Durchlaufen eines Energiespar-Checks im Haus, Erstellen eines Energie-Tagebuchs), damit sie in der Lage sind, in ihrem eigenen Zuhause und auch bei Freunden, Verwandten, Bekannten, Nachbar, Lehrern etc.
Energiesparpotentiale aufzuspüren und diese zu nutzen. Das Projekt ist zudem eingebunden in ein internationales Projekt mit Namen Changing Behaviour, wo Claudia dann netterweise auch mal ins Ausland reisen darf und ein wenig Interkulterelles in ihre ansonsten meist auf NRW beschränkte Arbeit bekommt.
6. Ihr weiteres Lieblingsthema, das sie auch privat bei allen Bekannten und Freunden etc. vollzieht, ist der Anbieterwechsel bei Strom und Gas. Und das Thema Ökostrom.

Nebenher sind da auch noch ein paar andere Dinge, die zu Claudias täglichem Geschäft gehören, z.B. Verwaltungstätigkeit, Durchkämpfen von Verträgen, etc.