Aufarbeitung der NS-Zeit

Stolperschwelle an der TU Braunschweig

Die Erinnerung wach halten

Die Stolperschwelle an der Freitreppe vor dem Altgebäude hält seit 2014 die Erinnerung an die zahlreichen Opfer des Nationalsozialismus wach. Diese hatte der Kölner Bildhauer Gunter Demnig in Kooperation mit dem Verein „Stolpersteine für Braunschweig e.V.“ verlegt. Die Stolperschwelle trägt die Inschrift: „In Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus an unserer Hochschule. Diskriminiert, entlassen, vertrieben, verfolgt, ermordet.“ Um zu erinnern, aber auch zu mahnen.

Verhaftet und gefoltert

Von den 51 von der TH Braunschweig vertriebenen und entlassenen Menschen flohen 15 ins Ausland, fünf blieben auch nach dem Krieg im Exil. Insgesamt kehrten nur elf Dozenten nach dem Krieg an die TH Braunschweig zurück. Sechs waren 1945 nicht mehr am Leben.

Veröffentlichungen

  • Weßelhöft, Daniel: Von fleißigen Mitmachern, Aktivisten und Tätern: die Technische Hochschule Braunschweig im Nationalsozialismus. Veröffentlichungen der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, Bd. 6. Hildesheim 2012.
  • Wettern, Michael und Weßelhöft, Daniel: Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an der Technischen Hochschule Braunschweig 1930 bis 1945. Veröffentlichungen der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, Bd. 5. Hildesheim 2010.
  • Präsidiums- und Senatserklärung von 2010 Gemeinsame Erklärung des Präsidiums und des Senats der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig zum Unrecht des nationalsozialistischen Systems an der TH Braunschweig

Die Technische Hochschule im Nationalsozialismus

Bereits 1930 begann an der Technischen Hochschule die Vertreibung politisch und rassistisch missliebiger Personen. Mit mehr als einem Drittel des gesamten Lehrpersonals war der Anteil der vertriebenen Lehrkräfte weitaus höher als im Durchschnitt an anderen Hochschulen im Deutschen Reich. Zwei Publikationen der TU Braunschweig trugen dazu bei, die Zeit nationalsozialistischer Verfolgung aufzuarbeiten. Im Jahr 2010 erschien der Band „Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an der Technischen Hochschule Braunschweig 1930 bis 1945 von Michael Wettern und Daniel Weßelhöft unter der Leitung von Hans-Ulrich Ludewig. Mit 51 Kurzbiographien der aus rassistischen und politischen Gründen an der TH Verfolgten will die TU Braunschweig der Opfer gedenken und die Vielfalt ihrer Schicksale im Bewusstsein halten. In der zweiten Publikation Von fleißigen Mitmachern, Aktivisten und Tätern. Die Technische Hochschule Braunschweig im Nationalsozialismus  von Daniel Weßelhöft wird anhand von 72 Kurzbiographien von Personen, die zwischen 1930 und 1945 in verschiedenster Funktion an der TH Braunschweig im Sinne des Nationalsozialismus aktiv waren, aufgezeigt, wie unterschiedlich ein nationalsozialistisches Engagement aussehen konnte. Sie finden diese so wie weitere Publikationen zur Geschichte der TU Braunschweig auf den Seiten des Universitätsarchivs.


Für eine weltoffene Universität - Senat, Präsidium und AStA der TU Braunschweig erinnern an einen nach wie vor aktuellen Beschluss

„Wer Fremden feindlich begegnet, ist nicht würdig, Mitglied unserer Hochschule zu sein.“ Diesen Beschluss hat der Senat der TU Braunschweig 1993 vor dem Hintergrund fremdenfeindlicher Anschläge und Attacken in ganz Deutschland gefasst. Eine Tafel im Forumsgebäude brachte seither den Beschluss allen Besuchern ins Gedächtnis. Im Zuge der Sanierung des Gebäudes wurde die Tafel entfernt. Um aktuell ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und für Weltoffenheit zu setzen, hat der Senat heute, am 13.11.2019, die Tafel in einem Festakt gemeinsam mit den Mitgliedern des AStA und der Gauss Freunde, wieder angebracht. Mehr lesen...

Tafel im Forumsgebäude
Bildnachweis: Kristina Rottig/TU Braunschweig
Tafel im Forumsgebäude
Kranzniederlegung an der Stolperschwelle 2019
Bildnachweis: Kristina Rottig/TU Braunschweig
Kranzniederlegung an der Stolperschwelle 2019

Nie wieder - Angehörige der TU Braunschweig gedenken der Opfer des Nationalsozialismus

„In Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus an unserer Hochschule. Diskriminiert, entlassen, vertrieben, verfolgt, ermordet.“ Diese Inschrift trägt die Stolperschwelle des Bildhauers Gunter Demnig an der Freitreppe vor dem Altgebäude der TU Braunschweig. Um zu erinnern, aber auch zu mahnen. Hier legten am 6. November 2019 die Mitglieder des Präsidiums, der AStA-Vorstand, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Studierende Blumen nieder und gedachten der Verfolgten. Mehr lesen...

Ein Zeichen für Toleranz und Diversität - Regenbogenflagge weht auf dem Universitätsplatz

Ein Zeichen für Toleranz, Diversität und das Recht auf Selbstbestimmung setzten Vertreterinnen und Vertretern der Homosexuellen Unigruppe, des Frauen-Lesben-Referats, der Frauenbibliothek und des AStA sowie Studierende gemeinsam mit der Präsidentin der Technischen Universität Braunschweig, Professorin Anke Kaysser-Pyzalla: Zum Start des Sommerlochfestivals hissten sie eine Regenbogenfahne auf dem Universitätsplatz. Mehr lesen...

Hissen der Regenbogenflagge 2019
Bildnachweis: Marisol Glasserman/TU Braunschweig
Hissen der Regenbogenflagge 2019
Kranzniederlegung an der Stolperschwelle 2018
Bildnachweis: Kristina Rottig/TU Braunschweig
Kranzniederlegung an der Stolperschwelle 2018

Die Erinnerung wach halten - Gedenken für die Opfer des Nationalsozialismus an der TU Braunschweig

Mehr als 50 Angehörige der damaligen TH Braunschweig wurden in der Zeit des Nationalsozialismus von der Hochschule vertrieben, entlassen, diskriminiert, verfolgt, ermordet. Die Opfer waren Studierende, Professoren, Assistenten, Arbeiter. Um diesen Menschen zu erinnern, fand am 9. November 2018 – der Tag, an dem sich die Reichspogromnacht zum 80. Mal jährte –  eine Gedenkveranstaltung an der Carolo-Wilhelmina statt. Mehr lesen...

Verlegung der Stolperschwelle vor dem Altgebäude
Bildnachweis: Anne Hage/TU Braunschweig
Verlegung der Stolperschwelle vor dem Altgebäude

Stolperschwelle zur Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an der TH Braunschweig wurde vor dem Altgebäude verlegt

In der Zeit nationalsozialistischer Herrschaft wurden über 50 Angehörige der TH Braunschweig von der Hochschule vertrieben, entlassen oder in anderer Weise diskriminiert oder verfolgt; manche wurden in Konzentrationslager verschleppt, einzelne sogar ermordet. Opfer waren Frauen wie Männer, Professoren wie Studenten, Arbeiter wie Assistenten. Dabei waren Art und Ausmaß der Verfolgung jeweils sehr verschieden. Mehr lesen...

Gedenkstunde für die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an der TH Braunschweig von 1930 bis 1945

Am Donnerstag, dem 24. Juni 2010 hat die TU Braunschweig in einer Gedenkstunde an die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung hier an der damaligen Technischen Hochschule Braunschweig erinnert. Vor Angehörigen der Opfer stellte sich die TU in einer gemeinsamen Erklärung des Präsidiums und des Senats „den schuldhaften Verstrickungen der ehemaligen TH Braunschweig in das Unrecht des nationalsozialistischen Systems“ und verurteilte „mit allem Nachdruck die nationalsozialistischen Verfolgungen und Unrechtsentscheidungen“. Mehr lesen...

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