Wir bieten Emotionsregulations-, Kompetenz- und Skills-Training in der Gruppe an
Wir geben Kindern und Jugendlichen mit psychischen Beschwerden die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen und unter Anleitung erfahrener Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen gemeinsam mit anderen Gleichaltrigen an Schwierigkeiten zu arbeiten und Problemlösungen zu entdecken. Ein wichtiger Wirkfaktor psychotherapeutischer Gruppenangebote ist die Erfahrung, sich mit anderen Kindern und Jugendlichen mit ähnlichen Schwierigkeiten auszutauschen und gemeinsam und voneinander zu lernen. Dabei legen wir besonderes Augenmerk auf die Zusammensetzung der Gruppe und einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander.
Wir bieten Therapiegruppen mit den Themenschwerpunkten:
➔ Einen positiven Umgang mit negativen Gefühlen lernen
Mit unangenehmen Gefühlen wie Wut, Angst oder Trauer umzugehen, stellt eine zentrale Entwicklungsaufgabe für Kinder dar. Insbesondere Kindern mit psychischen Belastungen fällt es jedoch häufig schwer, angemessene Strategien für den Umgang mit unangenehmen Emotionen zu entwickeln.
Haben Kinder keine hilfreichen Strategien, führt dies in der Regel dazu, dass unangenehme Gefühle verstärkt auftreten oder sich zwischenmenschliche Konflikte ergeben, die wiederum die psychische Belastung erhöhen. Daher ist es wichtig, Kinder frühzeitig im Umgang mit Gefühlen zu stärken.
Unser Gruppentraining zur Emotionsregulation richtet sich an Kinder im Grundschulalter (ca. 6–10 Jahre), die aufgrund psychischer Probleme (z. B. ADHS, Störungen des Sozialverhaltens, emotionale Störungen, Angststörungen) Schwierigkeiten in der Regulation von unangenehmen Gefühlen wie Wut, Angst und Trauer haben. In ca. 10 in der Regel wöchentlich stattfindenden Terminen lernen die Kinder gemeinsam mit bis zu 6 anderen Kindern unter fachkundiger Anleitung von approbierten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen Tricks und Strategien zum Umgang mit unangenehmen Gefühlen im Alltag. Das Gruppensetting ermöglicht es den Kindern, miteinander und voneinander in einem geschützten Rahmen zu lernen. Eltern bzw. Bezugspersonen werden durch begleitende Bezugspersonentermine und wöchentliche Anregungen zur Umsetzung der Strategien in den Alltag kontinuierlich in das Training einbezogen.
Heinrichs, N., Lohaus, A. & Maxwill, J. (2017). Emotionsregulationstraining (ERT) für Kinder im Grundschulalter. Göttingen: Hogrefe.
Training emotionaler, sozialer und kognitiver Kompetenzen
➔ Ein positives Miteinander erlernen und fördern
Psychische Probleme im Kindes- und Jugendalter gehen häufig mit Schwierigkeiten in den sozialen oder emotionalen Kompetenzen einher. Ein angemessener Umgang mit Emotionen, ein stabiler Selbstwert sowie gute soziale Kompetenzen im Kontakt mit Gleichaltrigen sind insbesondere für ältere Kinder oder Jugendliche im Zuge der Pubertätsentwicklung besonders wichtig. Defizite im Bereich emotionaler, sozialer oder kognitiver Kompetenzen führen häufig zu Ablehnungserfahrungen in der Gruppe der Gleichaltrigen oder zu familiären Konflikten, was psychische Störungen aufrechterhalten oder verstärken kann.
Unser Training emotionaler, sozialer und kognitiver Kompetenzen richtet sich an ältere Kinder und Jugendliche (ca. 10–13 Jahre) mit psychischen Erkrankungen (z. B. ADHS, Störungen des Sozialverhaltens, emotionale Störungen, Angst- und affektive Störungen) mit Defiziten im Bereich der sozialen oder emotionalen Kompetenzen. In ca. 10 in der Regel wöchentlich stattfindenden Terminen erarbeiten wir gemeinsam mit bis zu 7 Kindern und Jugendlichen Inhalte und Strategien zu den Themen soziale Kompetenz, Selbstwert, Emotionsregulation und Problemlösung. Die Termine finden unter fachkundiger Anleitung von approbierten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen statt. Das Gruppensetting ermöglicht es den Teilnehmenden, sich mit Gleichaltrigen mit ähnlichen Problemen und Erfahrungen auszutauschen und miteinander und voneinander in einem geschützten Rahmen zu lernen. Eltern bzw. Bezugspersonen werden durch begleitende Bezugspersonentermine in das Training einbezogen.
Maur, S. & Schwenck, C. (2013). Störungsübergreifende Gruppentherapie mit Kindern und Jugendlichen. Kompetenzen fördern mit FESKKO. Weinheim, Basel: BELTZ.
DBT-A Skillstraining (voraussichtlich erst ab Mitte 2027)
➔ Den eigenen Selbstwert stärken und Probleme bewältigen
Das Jugendalter ist eine kritische Phase für die Entwicklung von der Emotionsregulation, da Jugendliche sich verschiedenen Entwicklungsaufgaben stellen müssen und ihr Gehirn ebenso wie der restliche Körper in dieser Zeit starken Veränderungsprozessen unterliegt. Eine bewusste Auseinandersetzung mit emotionalen Zuständen und Problemen sowie ein flexibler und situationsangepasster Umgang mit Gefühlen scheinen die psychische Anpassung zu unterstützen.
Die dialektisch-Behaviorale Therapie für Adoleszente (DBT-A) wurde in den USA in Kooperation mit Marsha Linehan für die Behandlung von Jugendlichen mit Problemen in der Gefühlsregulation entwickelt. Eine dialektische Sichtweise sowie eine akzeptierende und validierende Grundhaltung bilden das Fundament der DBT-A. Auf dieser Grundlage werden Skills (Fertigkeiten) vermittelt. Diese stellen – alternativ zu den bisher meist ungünstigen Bewältigungsversuchen – hilfreiche Strategien im Umgang mit sich selbst, seinen Gefühlen und dem Umfeld dar.
*Die Eltern/Bezugspersonen werden am Ende eines Moduls zur Skillsgruppe eingeladen.
Zielgruppe:
Jugendliche (ca. 13–18 Jahre)
Problembereiche:
Selbstverletzendes Verhalten, Suizidgedanken oder -versuche, impulsives Verhalten, Schwierigkeiten Ärger zu kontrollieren, stark unregelmäßiges Essverhalten, Probleme Freundschaften oder Beziehungen zu halten, sozial ängstliche oder rückzügliche Verhaltensweisen
Störungsbilder:
z. B. Persönlichkeitsakzentuierungen oder -störungen (z.B. Borderline-Störung), Depressionen, Traumafolgestörungen, Essstörungen, Drogenmissbrauch infolge emotionaler Instabilität
Schwerpunkte:
Modul 1 – Achtsamkeit
Modul 2 – Stresstoleranz
Modul 3 – Umgang mit Gefühlen (Emotionsregulation)
Modul 4 – Zwischenmenschliche Skills
Modul 5 – Selbstwert
Modul 6 – Den Mittelweg finden
Modul 7 – Umgang mit Rauschmitteln
Gruppengröße:
max. 8 Jugendliche
Teilnahme*:
wöchentlich
Voraussetzung:
Nur mit begleitender Einzeltherapie möglich
Dauer:
insgesamt 45 Sitzungen (3–9 Sitzungen pro Modul); Teilnahme an einzelnen Modulen möglich
Unser Skillstraining richtet sich an Jugendliche, die stark dysfunktionales Verhalten zeigen (z. B. selbstverletzendes Verhalten, Suizidgedanken oder -versuche, impulsives Verhalten, Schwierigkeiten Ärger zu kontrollieren, stark unregelmäßiges Essverhalten, Probleme Freundschaften oder Beziehungen zu halten, sozial ängstliche oder rückzügliche Verhaltensweisen). Eine begleitende einzeltherapeutische Behandlung ist Voraussetzung für die Teilnahme am Gruppentraining. Die Jugendlichen lernen neue Strategien von den Skillsgruppentrainern, aber auch voneinander und tauschen sich über ihre Erfahrungen aus. Die Gruppe besteht aus 6–8 Jugendlichen. Das Skillstraining umfasst 6 (optional 7) Module: Achtsamkeit, Stresstoleranz, Umgang mit Gefühlen, Zwischenmenschliche Skills, Selbstwert, „Den Mittelweg finden“, (Umgang mit Rauschmitteln). Die einzelnen Module umfassen jeweils 3–9 Sitzungen. Das gesamte Skillstraining umfasst 45 Sitzungen. Am Ende jedes Moduls werden die Eltern/Bezugspersonen zur Skillsgruppe eingeladen. Innerhalb eines Moduls ist die Gruppe geschlossen und es können keine neuen Teilnehmer*innen aufgenommen werden. Ein Einstieg ist immer zu Beginn eines neuen Moduls möglich.
von Auer, A. K. Bohus, M. (2022). Interaktives Skillstraining für Jugendliche mit Problemen der Gefühlsregulation (DBT-A). Stuttgart: Schattauer.
Informationen und Anmeldung
Unser Angebot richtet sich vornehmlich an Kinder und Jugendliche mit bereits diagnostizierten psychischen Erkrankungen, die ggf. in psychiatrischer oder einzelpsychotherapeutischer Behandlung sind oder waren. Wenn Ihr Kind bzw. Ihr*e Patient*in für eines unserer Gruppenangebote in Frage kommen könnte, freuen wir uns über Ihre Anfrage. Dazu können Sie einfach den Anfragebogen ausfüllen und unterschrieben per E-Mail an gruppe-jukipsy(at)tu-bs.de oder per Post senden.
Postanschrift: Technische Universität Braunschweig Jugendlichen- und Kinderpsychotherapieambulanz (JuKiPsy) Humboldtstr. 33 38106 Braunschweig
Wir werden uns nach Eingang Ihrer Anfrage mit den Sorgeberechtigten in Verbindung setzen und einen Termin für ein Vorgespräch vereinbaren. Halten auch wir die Teilnahme an einer Gruppe bei uns für sinnvoll, nehmen wir Ihr Kind gerne auf unsere Warteliste auf. Bitte beachten Sie, dass ein persönliches Vorgespräch Voraussetzung für die Aufnahme auf unsere Warteliste ist und dass die Wartezeiten variieren können, da uns eine passende Gruppenzusammensetzung in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht und Problematik des Kindes sehr wichtig ist.