TU BRAUNSCHWEIG

Das Institut für Pharmazeutische Biologie an der Technischen Universität Braunschweig ist eines der ältesten seiner Art in Deutschland. In der Lehre deckt die Pharmazeutische Biologie im Rahmen des Studienganges Pharmazie die erforderlichen Grundlagen in allgemeiner und spezieller Biologie, Biochemie, Zellbiologie, Molekularbiologie und molekularer Biotechnologie ab. Weiterhin werden alle erforderlichen Grundlagen über biologisch aktive Naturstoffe und ihre Produzenten, pflanzliche Drogen und die Grundlagen der Phytotherapie vermittelt.
In der Forschung liegt der Schwerpunkt des Instituts auf einer molekular ausgerichteten Naturstoff-Forschung. Dabei werden grundlegende und angewandte Fragen des Sekundärstoffwechsels von Pflanzen, Mikroorganismen und Insekten bearbeitet.
Die Themenbereiche decken mechanistische, funktionelle und evolutive Aspekte des Sekundärstoffwechsels ab:

  •       Chemie – Naturstoffisolierung, Strukturaufklärung, Analytik
  •       Biochemie – Biosynthese, Enzymologie, Stoffwechsel, Regulation
  •       Physiologie – Kompartimentierung, Akkumulation, Transport, stoffliche Diversität
  •       Chemische Ökologie – Mechanismen von Pflanze-Herbivor Wechselbeziehungen
  •       Zellbiologie – Pflanzliche Zell- und Organkultur; rekombinante Pflanzen
  •       Molekularbiologie – Klonierung, rekombinante Expression neuer Enzyme
  •       Molekulare Biotechnologie – Metabolische Modifikation, synthetische Biologie
  •       Molekulare Evolution – Rekrutierung essentieller Enzyme für Aufgaben im Sekundärstoffwechsel von Pflanzen und Insekten

Kurze Geschichte

Im Jahre 1872 wurde der Braunschweiger Apotheker Carl Wilhelm Ferdinant Grote am traditionsreichen, bereits 1835 gegründeten Pharmazeutischen Institut zum Dozenten für Pharmakognosie ernannt. Ihm folgte Otto Linde (1902-1929) als Leiter des Pharmakognostischen Laboratoriums, das sich unter Leitung von  Robert Jaretzki (1931-1956) zum eigenständigen Lehrstuhl entwickelte. Jaretzki beschäftigte sich mit den Inhaltsstoffen arzneilich verwendeter Drogen und deren Testung auf biologische Aktivität und schuf damit als einer der ersten die Basis für eine wissenschaftliche Pharmakognosie. In die Amtszeit von Kurt Steffen (1958-1974) fiel die Umbenennung „Pharmakognosie“ in „Pharmazeutische Biologie“. Mit Fertigstellung des Neubaus der Pharmazeutischen Institute im Jahr 1981 erhielt das Institut die für eine erfolgreiche und konkurrenzfähige Forschungstätigkeit erforderliche räumliche Infrastruktur.

Neuere Entwicklungen

Die jüngere Geschichte des Instituts begann mit der Berufung von Thomas Hartmann als Nachfolger von Kurt Steffen (1976) und von Adolph Nahrstedt auf eine neu geschaffene zweite Professur (1977). Seitdem kamen eine ganze Reihe hervorragender Wissenschaftler als Professoren oder Habilitanden an das Institut und haben durch ihre tatkräftige und innovative Arbeit zum Ansehen der Braunschweiger Pharmazeutischen Biologie beigetragen. Fast alle folgten nach einigen Jahren ehrenvollen Rufen auf Professuren an anderen Universitäten:

  • Adolph Nahrstedt (Braunschweig 1977-1986); seit 1986 Lehrstuhl am 'Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie' der Universität Münster
  • Dieter Strack (Braunschweig 1986-1992); seit 1992 Leiter der Abteilung 'Sekundärstoffwechsel' am Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie Halle
  • Gabriele König (Braunschweig 1993-1999); seit 1999 Lehrstuhl am 'Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie' der Universität Bonn
  • Michael Wink (Habilitation Braunschweig 1985); seit 1989 Lehrstuhl am 'Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie' der Universität Heidelberg
  • Peter Proksch (Habilitation Braunschweig 1988); 1990 Professur am 'Institut für Pharmazeutische Biologie' der Universität Würzburg; seit 2001 Lehrstuhl am 'Institut für Pharmazeutische Biologie' der Universität Düsseldorf
  • Rolf Müller (Habilitation Braunschweig 2000); seit 2003 'Professur für Pharmazeutische Biotechnologie' der Universität Saarbrücken
  • Dietrich Ober (Habilitation Braunschweig 2005); seit 2006 Professor am Botanischen Institut der Universität Kiel

Jüngste Veränderungen

1998 verließ Adelheid Ehmke das Institut und wurde Präsidentin der Fachhochschule Trier.
Im gleichen Jahr wechselte Rainer Lindigkeit aus der Industrie als Akademischer Rat in die Pharmazeutische Biologie.
1999 kam Dietrich Ober als Postdoktorand und Habilitand an das Institut.
Im Jahre 2000 wurde Ludger Beerhues aus Bonn nach Braunschweig berufen und übernahm die nach Weggang von G. König freigewordene Professur. Im selben Jahr schloss Rolf Müller seine Habilitation erfolgreich ab und blieb zunächst als Privatdozent und Oberassistent am Institut; im Oktober 2003 folgte er einem Ruf an die Universität Saarbrücken.
Im Herbst 2001 verloren wir Ludger Witte durch einen tragischen Unfall. Seine Position als Akademischer Rat übernahm 2002 Till Beuerle.
2005 emeritierte der Institutsleiter Thomas Hartmann und im gleichen Jahr schloss Dietrich Ober seine Habilitation erfolgreich ab und folgte im Mai 2006 dem Ruf der Uni Kiel auf eine W3-Professsur in der Botanik.
Im Januar 2006 folgte Ute Wittstock vom Max-Planck-Institut für Chemische Ökologie in Jena als Nachfolgerin dem Ruf auf eine W3-Professur an das Institut.


  aktualisiert am 30.09.2014
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