iBMB | „Die Brand-Katastrophe am Düsseldorfer Flughafen war eine Zäsur“
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Professor Jochen Zehfuß zum 40. Jubiläum der Braunschweiger Brandschutz-Tage
Seit 40 Jahren bringen die Braunschweiger Brandschutz-Tage Wissenschaft und Praxis zusammen. Zum Jubiläum blicken wir mit Professor Jochen Zehfuß, wissenschaftlicher Tagungsleiter und Leiter des Fachgebiets Brandschutz am Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz (iBMB) der Technischen Universität Braunschweig, auf die vergangenen vier Jahrzehnte zurück. Wir wollen aber auch von ihm wissen, welche Themen die Brandforschung aktuell umtreiben und was ihn selbst am Thema Brandschutz fasziniert.
Herr Professor Zehfuß, welche Entwicklungen im Brandschutz waren im Rückblick die prägendsten?
Eines der prägenden Ereignisse ist der Flughafenbrand in Düsseldorf 1996, bei dem es durch Schweißarbeiten in einem Terminal zu einem Brand kam. 17 Menschen starben. Der Sachschaden belief sich auf rund eine halben Milliarde Mark. Zwei Terminals wurden durch den Brand schwer beschädigt, einer musste abgerissen und neu gebaut werden. Die Katastrophe hatte zur Folge, dass die Vorschriften grundlegend überarbeitet wurden und der Brandschutz als eigene Planungsdisziplin etabliert wurde. Es mussten jetzt Brandschutznachweise ausgestellt werden. Neue Regelungen zu Rauchmeldern, zu Sprinkleranlagen, Rettungswegen und der Steuerung von Aufzügen im Brandfall kamen hinzu. Diese Katastrophe war eine Zäsur, die den Brandschutz nachhaltig veränderte.
Eine Entwicklung, die wir bei den Brandschutz-Tagen immer wieder begleitet haben, war die der Brandschutz-Ingenieurmethoden, also die Nachweisführung mit Simulationen. Hier basieren viele Grundlagen auf Arbeiten der TU Braunschweig, insbesondere zu den Hochtemperatur-Materialkennwerten und zu Versuchen. Schließlich müssen die Simulationsmethoden überprüft und validiert werden.
Welche Rolle spielen die Brandschutz-Tage für den Wissenstransfer zwischen Universität, Behörden und Wirtschaft?
Ich glaube, da müssen wir gar nicht bescheiden sein. Die Brandschutz-Tage spielen eine sehr große Rolle beim Wissenstransfer. Von Anfang an war es die Idee, neue Forschungsergebnisse in die Praxis zu übertragen. Entsprechend setzt sich auch der Teilnehmerkreis zusammen: Viele Teilnehmende aus der Praxis – darunter Vertreter*innen von Behörden, Feuerwehren, Ingenieurbüros, Industrie und Versicherungen – treffen auf Menschen, die zum Brandschutz forschen.
Die Brandschutz-Tage greifen hochaktuelle Themen auf. Neue Erkenntnisse aus der Forschung werden in die Praxis vermittelt, wodurch sich Grundlagen für neue Vorschriften und Normen entwickeln. Ein Beispiel hierfür ist die Holzbaurichtlinie, aber auch die Brandschutzbemessungsregeln, die sogenannten Eurocodes, die immer wieder auf der Tagung thematisiert werden. Ein ganz aktuelles Beispiel sind die Handlungsempfehlungen der Feuerwehr für die Brandbekämpfung von Hochvoltspeichern, also großen Batterien.
Welche Themen treiben die Brandschutzforschung derzeit am meisten um? Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen?
Der Trend zu nachhaltigerem und ressourcenschonenderem Bauen beschäftigt uns selbstverständlich auch in der Brandschutzforschung, also beispielsweise die Frage, welche besonderen Aspekte des Brandschutzes bei Gebäuden aus Holz zu beachten sind. Oder wie sich ein Brand in einer Holzkonstruktion mit einer Dämmung aus Seegras oder Hanf entwickelt. Unser Ziel ist es, brandsichere Lösungen zu finden. Das gilt ebenso für Ökobetone. Wenn beispielsweise wiederaufbereitete Gesteinskörnungen oder neuartige Zemente verwendet werden, dann muss natürlich trotzdem sichergestellt sein, dass die daraus geformten Bauteile im Brandfall genauso sicher sind wie herkömmliche Bauteile.
In den vergangenen Großversuchen im Zentrum für Brandforschung (ZeBra) hier an der TU standen außerdem die Brandbekämpfung von Kfz-Hochvoltspeichern sowie alternative Rettungswegkonzepte im Fokus. Diese sind notwendig, wenn ein zweiter Rettungsweg nicht sichergestellt werden kann, weil eine Anleiterung durch die Feuerwehr bei Aufstockungen nicht möglich ist und Aufstellflächen fehlen bzw. blockiert sind.
Ein weiteres großes Thema sind Simulationsmodelle, die immer nur so gut sind wie ihre Eingangsdaten. In diesem Bereich sind wir mit dem ZeBra prädestiniert, neuartige Versuchskonzepte zu entwickeln und entsprechende Daten daraus abzuleiten.
Wenn man noch weiter in die Zukunft blickt: Welche Forschungsthemen werden künftig besonders wichtig?
Ganz eindeutig sind das unter anderem Vegetationsbrände und deren Auswirkungen auf Städte und Dörfer. Das haben wir in diesem Jahr vor allem in Südeuropa eindringlich erlebt. Aber auch in Niedersachsen und Brandenburg gab es schon häufiger Vegetationsbrände. Dazu werden wir in den kommenden Jahren verstärkt forschen.
Im ZeBra geht es außerdem um die Entwicklung von Prognosemodellen, um die Brandausbreitung sicher zu vorherzusagen sowie auch um Löschmodelle. Da steckt die Entwicklung noch in den Kinderschuhen. Wie bereits erwähnt, ist auch die Untersuchung des Brandverhaltens nachhaltiger und ressourcenschonender Materialien ein Thema, zu dem wir künftig noch intensiver forschen werden.
Was hat Sie denn ursprünglich dazu bewogen, sich wissenschaftlich mit dem Thema Brandschutz zu beschäftigen?
Als Bauingenieur hat mich immer die Frage interessiert, wie ein Gebäude oder ein Bauteil, beispielsweise eine Stütze oder eine Decke, brandsicher ausgebildet werden kann. Wie verläuft ein Brand, was passiert da genau, wie ist der Temperaturverlauf und welche Gase werden freigesetzt? Faszinierend fand ich auch, dass der Brandschutz im Vergleich zu anderen Wissenschaftsdisziplinen im Bauingenieurwesen eine junge Disziplin ist und vieles noch in den Kinderschuhen steckt. Das heißt aber auch, dass das Wissen schnell anwächst und dass wir mit der hervorragenden Forschungsinfrastruktur, die wir hier an der TU Braunschweig haben, einen wichtigen Beitrag leisten können.
Was können Bürger*innen selbst tun, um ihr Zuhause sicherer zu machen?
In der Regel ist es zu Hause relativ sicher. Dennoch sterben die meisten Menschen – rund 85 Prozent – bei Bränden in den eigenen vier Wänden. Das liegt einerseits daran, dass man sich dort am sichersten fühlt und vielleicht nachlässig ist, andererseits verbringt man natürlich auch einen Großteil seiner Lebenszeit zu Hause. Die Hauptursachen für Brände sind defekte und überhitzte elektrische Geräte sowie offenes Feuer.
Rauchmelder sollten inzwischen hoffentlich in jedem Haus installiert sein. Ich kann aber auch empfehlen, ein Löschspray zu Hause zu haben, um im Notfall schnell reagieren zu können. Aufmerksamkeit und Gefahrenbewusstsein sind die Schlüssel. Das ist eigentlich ganz profan: Man muss darauf achten, dass beispielsweise die Milch nicht einfach auf dem eingeschalteten Herd stehen bleibt und ein elektrisches Gerät nicht überhitzt. Auch wenn das eigentlich alles bekannt ist, so sind das trotzdem die häufigsten Brandursachen.
Vielen Dank für das Gespräch.
Kontakt
Prof. Dr.-Ing. Jochen Zehfuß Technische Universität Braunschweig Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz Fachgebiet Brandschutz Beethovenstraße 52 38106 Braunschweig Tel.: +49 531 391-5590 E-Mail: j.zehfuss(at)ibmb.tu-braunschweig.de www.tu-braunschweig.de/ibmb
Nächstes ISM-Seminar, Zachary Jones: "A Saddle Point Algorithm for Inequality Constrained Stochastic Multi-Objective Optimization Problem" am 4. Juli um 11:00 Uhr
Wir freuen uns, für das nächste Seminar Zachary Jones, M.Sc., Doktorand am INRIA in Palaiseu in Frankreich, begrüßen zu drüfen. Seinen spannenden Vortrag über seine Arbeit können Sie am 4. Juli um 11:00 Uhr im Vorlesungssaal 003 am ISM (Hermann-Blenk-Str. 37, Braunschweig) verfolgen.
Abstract:
Der Fokus liegt auf dem Finden von Punktlösungen eines stochastischen Multi-Objektiv-Optimierungsproblems mit Ungleichungsnebenbedingungen. In diesem Zusammenhang haben wir weder direkten Zugang zu analytischen Ausdrücken der Zielfunktionen, der Nebenbedingungen noch ihrer jeweiligen Gradienten, sondern lediglich Zugriff auf Realisierungen dieser stochastischen Größen. Dadurch wird es schwieriger zu prüfen, ob ein gegebener Designpunkt die gestellten Bedingungen erfüllt. Zudem verändert die Hinzunahme von Ungleichungsnebenbedingungen die Gestalt der Pareto-Menge, was den Optimierungsprozess weiter verkompliziert.
Zur Lösung des Problems wird ein Sattelpunkts-Algorithmus auf Basis stochastischer Approximation vorgeschlagen. In jeder Iteration wird zunächst einen Lagrange-Multiplikator aktualisiert und anschließend im Designraum einen Schritt unter Verwendung des entschärften stochastischen Multigradienten – einer auf den stochastischen Mehrziel-Fall verallgemeinerten Abstiegsrichtung - durchgeführt. Anschließend wird ein Konvergenzbeweis für unseren Ansatz im diskreten Zeitbereich mithilfe einer maßgeschneiderten Lyapunov-Funktion erbracht.
Biografie von Zachary Jones, M.Sc.:
Zachary Jones ist Doktorand in Platon-Team des Inria Saclay Center und Mitglied des Zentrums für angewandte Mathematik an der École Polytechnique. Er stammt aus den USA und hat zunächst seinen Bachelorabschluss in Physik an der Queen Mary University in London absolviert. Für seinen Master in Statistik wechselte er an die KU Leuven nach Belgien. Bei seiner Forschung am Inria beschäftigt er sich hauptsächlich mit stochastischen Multizielmethoden, die auch der Kern seiner Doktorarbeit sind.
Neue Vorlesung im SoSe '25: Biological Fluid Dynamics
Das Instititut für Strömungsmechanik bietet im Sommersemester 2025 die neue Vorlesung "Biological Fluid Dynamics" an.
Kurzbeschreibung: We seek motivated students from a broad range of disciplines eager to join us in this inaugural course at TU Braunschweig. We will study topics that cross traditional boundaries, and therefore look forward to the participation of students from STEM fields ranging from Biology, Chemistry, Engineering, Medicine, Physics, to name but a few. Via active participation in this course students will, for instance, be able to: • Conduct analysis and/or design optimization through the lens of Evolution, and subsequently perform validation against theory (or experiment); • Understand and manipulate the governing equations for unsteady flows across a broad range of scales, e.g. from cellular motility to bio-propulsion; • Solve problems relating to pulsatile internal flows (with e.g. curvature, bifurcations) as well as to unsteady aerodynamics/hydrodynamics; and • Apply qualitative and quantitative reasoning to support real-world biomedical or biologically-inspired designs (e.g. biomedical devices, physiological mechanisms, imaging techniques and autonomous robots).
Lehrender: Prof. Dr.-Ing. David E. Rival Sprache: Englisch Wann: Dienstag, 9:45-12:15 (VL) & 11:30-12:15 (Übung) Wo: SN 19.3 (Altgebäude, TU Braunschweig) Erste Vorlesung am: Dienstag, 22.04.2025 Lehrmaterial: Rival, D., 2022, Biological and Bio-Inspired Fluid Dynamics – Theory and Application, Springer-Nature
Nächstes ISM-Seminar, Prof. Hirotaka Sakaue: "Temperatur- und Phasenmessungen mittels Lumineszenzbildgebung" am 28. Februar um 14:00 Uhr
Wir freuen uns, unser nächstes Seminar ankündigen zu können, bei dem Prof. Hirotaka Sakaue, außerordentlicher Professor am Fachbereich Luft- und Raumfahrt und Maschinenbau der University of Notre Dame, seine Arbeit zur Luminiszenz-Bildgebung zur Messung von Temperatur und Phase in unterkühlten Tröpfchen vorstellen wird. Kommen Sie am 28. Februar um 14:00 Uhr in den Hörsaal 003 des ISM (Hermann-Blenk-Str. 37, Braunschweig) und erleben Sie einen spannenden Vortrag über seine Forschung.
Abstract:
Es wird ein Lumineszenz-Imaging zur Messung der räumlich-zeitlichen Temperatur von unterkühltem Wasser im Vereisungsprozess vorgestellt. Sie kann zur Identifizierung der Wasser/Eis-Phase bei Vereisungsstudien verwendet werden. Die Präsentation konzentriert sich auf das grundlegende Prinzip der Lumineszenzbildgebung und ihre Merkmale. Neben dem Lumineszenz-Imaging für Vereisungsstudien werden auch aktuelle Studien zur Flugzeugvereisung vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine Studie zum Tropfenaufprall und eine eisabweisende Beschichtung zur Verhinderung von Eisbildung.
Biografie von Prof. Hirotaka Sakaue:
Dr. Hirotaka Sakaue ist außerordentlicher Professor an der Abteilung für Luft- und Raumfahrt und Maschinenbau der Universität von Notre Dame. Bevor er nach Notre Dame kam, war er über zehn Jahre als Forscher bei der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) tätig. Er erwarb 1996 seinen BS in Biomolekulartechnik am Tokyo Institute of Technology, Japan, und 1999 bzw. 2003 seinen MS und PhD in Luft- und Raumfahrttechnik an der Purdue University.
Nächstes ISM-Seminar, Francesco Caccia, M.Sc.: "Stromröhren- und Stokes-Zahl-Effekte in 2D- und 3D-Simulationen von Partikeldynamiken in axialen Rotorströmungen für Eisanwendungen" am 24. Februar um 14:00 Uhr
Wir freuen uns, unser nächstes Seminar anzukündigen, in dem Francesco Caccia, M.Sc., sprechen wird. Francesco schließt derzeit seine Doktorarbeit am Department of Aerospace Science and Technology des Politecnico di Milano ab. Seien Sie am 24. Februar um 14:00 Uhr im Hörsaal 003 des ISM(Hermann-Blenk-Str. 37, Braunschweig) dabei für einen spannenden Vortrag über seine Forschung und die bedeutenden Implikationen für Vereisungssimulationen und Eisschutzsysteme.
Wir freuen uns darauf, Sie bei dieser informativen Sitzung zu sehen!
Abstract: Für hochpräzise, mehrstufige Vereisungssimulationen oder beim Entwurf effektiver Eisschutzsysteme für dreidimensionale Geometrien sind erhebliche Rechenressourcen erforderlich. Ein effizienterer Ansatz, insbesondere für schlanke Rotorblätter, wie sie bei Propellern, Windturbinen und Hubschraubern zu finden sind, besteht darin, die Vereisung an isolierten Abschnitten statt am gesamten Blatt zu analysieren. In solchen Abschnittssimulationen müssen die relative Geschwindigkeit und der Anstellwinkel angegeben werden. Für kleinere Partikel können weniger präzise aerodynamische Modelle verwendet werden, um die induzierten Geschwindigkeiten zu berechnen. Für größere Tropfen kann die geometrische Geschwindigkeit angewendet werden, ohne die Induktionseffekte zu berücksichtigen. In diesem Seminar wird das Verhalten von Tropfen in 2D- und 3D-Simulationen gezeigt und charakterisiert. Für Tropfen mit einer kleinen Stokes-Zahl (Stk≪1) sind genaue Vorhersagen zur Auffang-Effizienz notwendig, die einen korrekten aerodynamischen Anstellwinkel erfordern. Wenn Stk≫1 wird, werden die Tropfenbahnen ballistisch, was zu zwei verschiedenen Grenzfällen führt - einem, der durch den aerodynamischen Anstellwinkel und einen anderen, der durch den geometrischen Anstellwinkel bestimmt wird. Die vollständige 3D-Lösung liegt zwischen diesen Grenzen und kann potenziell im ballistischen Regime bei einer anderen Stokes-Zahl erreicht werden. Der Anstellwinkel des Partikels wird in der Strömungsröhre stromaufwärts der Rotorplatte bestimmt, wo die zeitliche Skala der Flüssigkeit erheblich größer ist als die der Blattsektion. Um eine ballistische Trajektorie unabhängig von den induzierten Geschwindigkeiten zu erreichen, ist außerdem Stk≫1 in der Strömungsröhre erforderlich. Je nach Rotorabmessungen kann dieses zwischenzeitliche Regime unter Appendix-C oder Appendix-O-Bedingungen auftreten.
Biografie von Francesco Caccia, M.Sc.: Francesco Caccia schließt derzeit seine Doktorarbeit am Department of Aerospace Science and Technology des Politecnico di Milano ab. Dort erhielt er 2018 seinen Bachelor-Abschluss in Luft- und Raumfahrttechnik und 2021 seinen Master-Abschluss in Aeronautik. Seine Forschung konzentriert sich auf Eisansammlung und Aeroakustik von Rotoren. Während seiner Doktorarbeit entwickelte er numerische Methoden, um die Auswirkungen der Blattflexibilität in der Lagrangeverfolgung von Wassertropfen zu berücksichtigen.
Nächstes ISM-Seminar, Prof. Sven Grundmann: "Neueste Fortschritte in der MRI-basierten Messung in turbulenten Strömungen" am 28. Februar um 11:00 Uhr
Wir freuen uns, unser nächstes ISM-Seminar anzukündigen, in dem Prof. Sven Grundmann, ein Universitätsprofessor und Direktor des Instituts für Strömungsmechanik an der Universität Rostock, seine Forschung vorstellen wird. Seien Sie am 28. Februar um 11:00 Uhr im Hörsaal 003 des ISM(Hermann-Blenk-Str. 37, Braunschweig) dabei für einen aufschlussreichen Vortrag über seine Forschung.
Wir freuen uns darauf, Sie dort zu sehen, zu einer vielversprechend spannenden Diskussion!
Titel: Neueste Fortschritte in der MRI-basierten Messung in turbulenten Strömungen
Abstract:
Die Magnetresonanztomographie (MRT) hat sich als leistungsfähiges Werkzeug für nichtinvasive, dreidimensionale Strömungsmessungen erwiesen und bietet einzigartige Einblicke in die Komplexität turbulenter Strömungen. Neueste Fortschritte in MRT-basierten Techniken haben die Anwendbarkeit dieser Messmethode für die Analyse turbulenter Strömungen erheblich erweitert. Zu diesen Entwicklungen gehören die Erweiterung des messbaren Geschwindigkeitsbereichs, die Verbesserung der Präzision von Reynolds-Spannungsmessungen, die Verbesserung von Temperatur- und Konzentrationsmessungen sowie die Ermöglichung von Anwendungen in turbulenten Mehrphasenströmungen.
In dieser Präsentation werden die neuesten Fortschritte in der MRT-Technologie, die in Studien zu turbulenten Strömungen angewendet werden, vorgestellt, wobei innovative Pulssequenzen und fortschrittliche Rekonstruktionsalgorithmen hervorgehoben werden, die für die Forschung in der Strömungsdynamik entwickelt wurden. Der Vortrag wird die erfolgreiche Anwendung dieser Fortschritte auf kanonische turbulente Strömungen wie Rohr- und Kanalsströmungen sowie auf komplexere Geometrien, die für Ingenieur- und biomedizinische Anwendungen relevant sind, diskutieren. Ziel dieses Vortrags ist es, das Potenzial von MRT als ein äußerst produktives Werkzeug zur Untersuchung turbulenter Strömungen sowie zur Verbesserung und Validierung von Methoden der numerischen Strömungsmechanik aufzuzeigen.
Biografie von Prof. Sven Grundmann:
Die akademische Laufbahn von Prof. Grundmann begann mit einem Abschluss in Maschinenbau an der Technischen Universität Darmstadt im Jahr 2003. Er promovierte 2008 an derselben Universität unter der Anleitung von Prof. Dr.-Ing. C. Tropea, wobei er sich auf Strömungsmechanik und Aerodynamik konzentrierte. Nach seiner Promotion wurde Prof. Grundmann mit einem DAAD-Postdoc-Stipendium ausgezeichnet und verbrachte 2009-2010 an der Stanford University, USA, wo er mit Prof. John K. Eaton am Center for Turbulence Research zusammenarbeitete. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland leitete er eine junge Forschungsgruppe am Center of Smart Interfaces, in der er Themen wie Plasmaaktoren zur Übergangskontrolle und Magnetresonanztomographie (MRT) in der Thermofluids-Technik erforschte. 2014 erwarb Prof. Grundmann die Habilitation (Venia Legendi) in Strömungsmechanik an der TU Darmstadt und ist seit 2015 Vollprofessor und Leiter des Instituts für Strömungsmechanik an der Universität Rostock. Seit 2015 ist er Mitglied des Fakultätsrats, seit 2018 akademischer Dekan und seit 2020 Mitglied des DFG-Senats und des Vergabesausschusses für Graduiertenkollegs. Die Forschung von Prof. Grundmann umfasst ein breites Spektrum, einschließlich Strömungsregelung, aktive Übergangskontrolle, Dielektrische Barrierendurchbruch-Aktoren und der Einsatz von MRT in Strömungsmessungen.
ISM Seminars: "Einblicke in die Atmosphärische Dynamik"
Am Freitag, den 7. Februar, hatten wir das Vergnügen, Prof. Nikolas Aksamit, einen außerordentlichen Professor an der UiT – The Arctic University of Norway, zu einem aufschlussreichen Seminar mit dem Titel "Einblicke in die atmosphärische Dynamik mit rahmenunabhängigen Flüssen und Strukturen" willkommen zu heißen. In seinem Vortrag sprach Prof. Aksamit über die Komplexität der multiskalaren Transport- und Mischprozesse in der Erdatmosphäre und betonte die entscheidende Rolle kohärenter Strukturen bei der Organisation turbulenter Strömungen. Er präsentierte kürzliche theoretische Fortschritte, die präzise Diagnosen dieser Strukturen und deren Einfluss auf die atmosphärische Dynamik ermöglichen. Durch die Anwendung eines rahmenunabhängigen Ansatzes hob Prof. Aksamit wichtige Trends im Impuls- und Wärmetransport über verschiedene Simulationen hervor und offenbarte das Potenzial dieser Methodik zur Verbesserung unseres Verständnisses der atmosphärischen Grenzschicht. Seine interdisziplinäre Forschung beleuchtet die komplexen Verhaltensweisen geophysikalischer Fluidströmungen und ebnet den Weg für zukünftige Studien, die unser Verständnis turbulenter Prozesse in der Atmosphäre erheblich voranbringen könnten. Wir danken Prof. Aksamit für seine wertvollen Einblicke und die anregende Diskussion! Bleiben Sie dran für zukünftige ISM-Seminare!
Aufforderung zur Einreichung von Bewerbungen für eine Master's Thesis oder Studentarbeit in Adjoint-Optimierung des Lufteinlasses für Brennstoffzellen-Flugzeuge
Am ISM ist ein spannendes neues Projekt eröffnet worden! Die Ausschreibung finden Sie in der Rubrik Stellenangebote!
TRACES Doctoral Network - Second Training School started at the ISM
We are pleased to announce that the Institute of Fluid Mechanics is hosting the Second TRACES Training School this week, from Monday, 23 September to Friday, 27 September. TRACES is a European Joint Doctoral Network focused on the challenging topic of aircraft icing.
The event at TU Braunschweig will feature a combination of lectures by network experts and experimental labs on measurement techniques for icing and multiphase flow. Additionally, TRACES doctoral researchers will present their projects during dedicated poster sessions.
Stay updated on the latest network activities by visiting the official website: https://traces-project.eu/
Aufforderung zur Einreichung von Bewerbungen für eine Master's Thesis oder Studentarbeit in Untersuchung von Wolkenbedingungen und Vereisung für UAS
Am ISM ist ein spannendes neues Projekt eröffnet worden! Die Ausschreibung finden Sie in der Rubrik Stellenangebote!
Aufforderung zur Einreichung von Bewerbungen für eine Master's Thesis oder Studentarbeit in: Injektion von Nanopartikeln: Eine alternative aktive Kühlungstechnik für Hyperschallströmungen
Am ISM ist ein spannendes neues Projekt eröffnet worden! Die Ausschreibung finden Sie in der Rubrik Stellenangebote!
Neue Master-Vorlesung im WS 2024/25: "Flow-induced Vibrations of Bluff-body Structures"
Wir freuen uns, dass Dr. Nils van Hinsberg vom DLR Göttingen im Wintersemester seine neue Master-Vorlesung "Flow-induced Vibrations of Bluff-body Structures" am Institut für Strömungsmechanik anbieten wird.
Beschreibung: The lecture series focuses on the physical understanding, mathematical prediction, and possible prevention of different types of vortex- and motion-induced vibrations that result from massive flow separation, and the ensuing (partly catastrophic) aero- and hydroelastic problems that may occur.
Inhalt: static and dynamic aeroelastic problems, steady and unsteady aerodynamics of bluff bodies, potential theory, boundary layer behaviour and detached flows, properties and phenomena of vortex - induced and motion-induced vibrations, differences between forced and free structural oscillations, one- and two- degrees-of-freedom galloping, (wake-induced) flutter, turbulence-induced buffeting, linear and non-linear quasi-steady and unsteady modelling of structural oscillations, methods of prevention and damping
Lehrender: Dr.-Ing. Nils van Hinsberg Wann: Montag, 7.10.24 - Freitag, 11.10.24, jeweils 9.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr Wo: Hörsaal 003, Hermann-Blenk-Str. 37, 38108 Braunschweig
Aufforderung zur Einreichung von Bewerbungen für eine Masterarbeit oder Studienarbeit in:Validierung der Wirbelerzeugungsmethode für zonale LES
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ISM SEMINAR: "Persistenz von Wirbelstrukturen in dichten Suspensionen und Shearthinning-Flüssigkeiten: Charakterisierung der Wirbelbildung und -entwicklung" by Moira Barnes
Moira Barnes- ISM Seminar
Wir hatten das Privileg, am 11. April Moira Barnes zu empfangen. Moira Barnes hat vor Kurzem ihren Master of Applied Science an der Fakultät für Maschinenbau der Queen's University in Zusammenarbeit mit Prof. Rival abgeschlossen. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Untersuchung instationärer nicht-newtonscher Strömungen von dichten Suspensionen und scherverdünnenden Flüssigkeiten unter Verwendung neuartiger experimenteller Techniken zum besseren Verständnis kardiovaskulärer Strömungen. Moira schloss ihr Studium an der Queen's University im Jahr 2022 mit einem Bachelor of Science (mit Auszeichnung) in Maschinenbau ab, nachdem sie eine Bachelorarbeit über die Dynamik von Nicht-Newtonschen Wirbeln geschrieben hatte.
Sie teilte wertvolle Erkenntnisse aus ihrer Masterarbeit mit dem Titel "Persistenz von Wirbelstrukturen in dichten Suspensionen und Shearthinning-Flüssigkeiten: Charakterisierung der Wirbelbildung und -entwicklung"
Aufforderung zur Einreichung von Bewerbungen für eine Masterarbeit oder Studienarbeit in: Wirbel in dichten Suspensionen - Erste Schritte auf dem Weg zu Experimenten am ISM
An der ISM ist ein spannendes neues Projekt eröffnet worden! Die Ausschreibung finden Sie in der Rubrik Stellenangebote!
ISM SEMINARS: "Volkswagen Travel Assist - Einblicke in die Serienentwicklung einer Fahrerassistenzfunktion" von Dr.-Ing. Daniel Münning
Volkswagen Travel Assist Seminar
Am Freitag durften wir mit Dr. Ing. Daniel Münning einen Fachmann aus der Automobilindustrie in unserem Institut begrüßen. Dr. Münning hat ein Studium des Maschinenbaus mit der Vertiefungsrichtung Fahrzeugtechnik an der RWTH Aachen absolviert.
Daniel Münning vertiefte sein Fachwissen mit einer Promotion an der Technischen Universität Braunschweig und bei Volkswagen mit dem Schwerpunkt der Optimierung von Verbrennungsmotoren für Hybridfahrzeuge. In den letzten zehn Jahren war Daniel Münning bei der Volkswagen AG in verschiedenen Funktionen tätig, von seiner Doktorarbeit über die Entwicklung von Hybridkonzepten bis hin zur Leitung von Projekten für Spitzentechnologien wie Mobile Online Service und Travel Assist. Zurzeit ist er stark in das funktionale Management und die Umsetzung involviert, wobei er sich besonders auf Travel Assist konzentriert.
Im ISM-Seminar am Freitag gab er einen aufschlussreichen Überblick über die SAE Level 2 Fahrerassistenzfunktion und die damit verbundenen Sensoren. Nach einer kurzen Diskussion über Vorschriften wie UN R79 und Methoden für Sicherheitskonzepte ging der Vortrag auf Beispiele ein, die den Testaufwand veranschaulichten, der erforderlich ist, um die Serienzulassung für die Implementierung der Funktion in Millionen von Fahrzeugen weltweit zu erhalten.
Behalten Sie unsere Website im Auge, um aktuelle Informationen über kommende Veranstaltungen und Seminare zu erhalten.
Besuch des "Labors für Fluidphysik, Musterbildung und Biokomplexität (LFPB)" am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen.
Dr. Claudia Brunner (LFPB) und Mariachiara Gallia (ISM) in der Teststrecke des Turbulenztunnels mit variabler Dichte (VDTT) während der Besichtigung der Versuchsanlagen / Dr. Claudia Brunner (LFPB) and Mariachiara Gallia (ISM) in the test section of the Variable Density Turbulence Tunnel (VDTT) during the visit to the experimental facilities
Am Freitag besuchten einige unserer WissenschaftlerInnen das "Laboratory for Fluid Physics, Pattern Formation and Biocomplexity (LFPB)" am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen. Das von Professor Eberhard Bodenschatz geleitete Labor befasst sich mit verschiedenen Bereichen wie biologische Strömungsdynamik, Teilchen in Flüssigkeiten, Turbulenz und Atmosphärenphysik. Die Gespräche mit dem LFPB-Team, einschließlich der Experten Dr. Claudia Bruner und Dr. Mohsen Bagheri, sowie der Besuch ihrer experimentellen Einrichtungen waren sehr ergiebig. Wir freuen uns auf den künftigen Austausch und die gemeinsame Arbeit auf dem Gebiet der Strömungsmechanik und verwandter Gebiete.
Studentische Arbeiten
Hier können aktuell ausgeschriebene studentische Arbeiten (Bachelor-, Studien- und Masterarbeiten) am Institut für Strömungsmechanik eingesehen werden.