Die Ziele des Praxisbezugs im Lehramtsstudium der Mathematik sind vor allem die enge Verzahnung von Theorie und Schulpraxis, die Entwicklung einer eigenständigen forschenden Grundhaltung sowie die Stärkung methodischer und sozialer Schlüsselkompetenzen.
Für die fundierte und gewinnbringende Reflexion der gesammelten Praxiserfahrungen - sei es im Master oder im Bachelor - ist ein solides theoretisches Grundwissen in den spezifischen Themenbereichen notwendig, das in begleitenden Veranstaltungen erarbeitet wird.
Der Praxisbezug fördert so Ihre Handlungskompetenz im Unterricht, schärft Ihre wissenschaftliche Denkweise durch eigenständige empirische Projekte und bereitet Sie optimal auf die Masterarbeit und den Berufseinstieg vor.
Im Bachelorstudium Lehramt Mathematik an Grund-, Haupt- und Realschulen an der TU Braunschweig sind praxisnahe Studienanteile bereits in den ersten Semestern fest verankert. Zur Übersicht
Das Orientierungspraktikum,
das Vertiefungspraktikum,
das Betriebs- Sozial- und Vereinspraktikum sowie das
Training zum Classroom-Management
ermöglichen früh Einblicke in den Schulalltag, das Erproben eigenes Unterrichtens und Kennenlernen unterschiedlicher Schulformen.
Die Praktika werden durch universitäre Begleitveranstaltungen unterstützt, in denen Sie Ihre Erfahrungen reflektieren und mit fachwissenschaftlichen sowie fachdidaktischen Inhalten verknüpfen können. So bereiten wir Sie systematisch auf die Anforderungen des Lehrerberufs und einen professionellen Umgang mit heterogenen Lerngruppen vor.
Im Masterstudium des Lehramts für Grundschulen und des Lehramts für Real- oder Hauptschulen sind zwei zentrale Elemente fest in den Studienverlauf verankert, die Praxiserfahrungen aus unterschiedlichen Perspektiven ermöglichen.
Im Rahmen des Masterstudiums absolvieren Sie eine umfassende Praxisphase, die einen 18‑wöchigen Praxisblock an einer Schule der Region mit universitären Vor-, Begleit- und Nachbereitungsveranstaltungen kombiniert.
Ziel ist es, Ihr praktisches Handeln im Unterricht wissenschaftsgeleitet zu reflektieren und Theorie und Schulpraxis eng zu verzahnen. An drei Tagen pro Woche (in der Regel Montag, Dienstag, Freitag) sind Sie an Ihrer Praktikumsschule, hospitieren, planen und gestalten unter Anleitung eigenen Unterricht und sammeln unterrichtliche wie außerunterrichtliche Erfahrungen.
Begleitseminare an der Universität unterstützen Sie dabei, Ihre Berufsrolle als Lehrkraft zu entwickeln, Ihre Handlungskompetenz zu professionalisieren und Ihre Eignung für das Lehramt bewusst zu überprüfen.
Betreut werden Sie von Mentorinnen und Mentoren an der Schule sowie von Fachdidaktikerinnen, Fachdidaktikern und Lehrbeauftragten für die Praxisphase (LiPs), die Sie gemeinsam durch Besuche im Unterricht und Beratungsgespräche begleiten.
Parallel zum Praxisblock bearbeiten Sie an Ihrer Praktikumsschule ein eigenes Projekt im sogenannten Projektband. Der Projektband besteht aus drei aufeinander aufbauenden Blöcken.
Die nehmen eine forschende Grundhaltung ein, indem Sie Fragestellungen aus der Fachdidaktik und der Schulpraxis entwickeln, eine Datenerhebung planen, durchführen und anschließend auswerten. Thematisch steht Ihnen innherhalb verschiedener Themenfeldern die freie Wahl – etwa zur Unterrichtsgestaltung, Lernprozessen oder der Diagnose und Förderung im Fach Mathematik. Bei der empirischen Arbeit werden Sie methodisch und fachdidaktisch durch Mathematikdidaktiker:innen betreut.
Durch das Planen, Durchführen und Auswerten Ihres Forschungsprojekts lernen Sie, Ihr pädagogisches Handeln theoriegeleitet zu hinterfragen und hierauf aufbauend weiterzuentwickeln.
Die im Projektband erarbeitete Untersuchung kann Ihnen im besten Fall als Grundlage für eine spätere Masterarbeit dienen und eröffnet Ihnen frühzeitig den Einstieg in wissenschaftliches Arbeiten und Forschen im Berufsfeld Schule.
Das Lehr-Lern-Labor Matr:iks - Mathematik treiben: individuell, kreativ, selbstständig ermöglicht Schüler:innen, Lehrkräften, Forschenden und Studierenden eine praxisnahe Verzahnung aus Lehren, Lernen und Forschen. Unterschiedliche mathematische Angebote richten sich an verschiedene
Die Matr:iks bietet Lehramtsstudierenden mit dem Fach Mathematik die Möglichkeit, ihr zuvor erworbenes Wissen zu abgeschlossenen Themen des Mathematikunterrichts in der Praxis zu erproben und ihr Verhalten zu reflektieren, was zur eigenen Professionalisierung führt.
Darüber hinaus kann die Erprobung in der Praxis dabei helfen zu erkennen, welche Bedeutung fachlich fundiertes Wissen für die Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen hat und wie Fachwissen und fachdidaktisches Wissen zusammenhängen.
Studierende der Mathematik haben an verschiedenen Stellen ihres Studienverlaufs die Möglichkeit, aktiv an den Angeboten der Matr:iks teilzunehmen.
Bereits im Bachelor-Studium im Modul B4 sowie im Masterstudium im Modul M1, insbesondere im Rahmen des Projektbands (Pro 1-3), ergeben sich regelmäßig Gelegenheiten zur Mitwirkung. Außerdem können Studierende ihre Masterarbeiten in Absprache mit den Verantwortlichen in die Strukturen der Matr:iks einbinden.
Für die dauerhaft angelegten Angebote wie die Mathematische Lernwerkstatt bestehen ebenfalls Optionen für Tätigkeiten im Profilbereich Master (PMA) oder als wissenschaftliche Hilfskraft.
Bei einer Anstellung als studentische Hilfskraft in einem der Forschungsprojekte des IDME können Sie wertvolle Erfahrungen in allen Phasen wissenschaftlichen Arbeitens sammeln, sei es bei der Literaturrecherche, der Gestaltung der Lernumgebungen sowie bei der Durchführung, Datenerhebung und -auswertung unterstützen.
Dabei schärfen Sie Ihre methodischen Kompetenzen im Umgang mit qualitativen und quantitativen Verfahren und erwerben wichtige Soft Skills wie Teamarbeit, Kommunikation, Selbstorganisation und Problemlösungsfähigkeit. Darüber hinaus erhalten Sie die Möglichkeit, schulische Praxiserfahrungen zu sammeln, indem Sie Lernangebote und Fördermaßnahmen für einzelne Schülerinnen und Schüler sowie ganze Schulklassen betreuen.
Die enge und kollegiale Zusammenarbeit mit Fachdidaktikerinnen, Lehrenden und Promovierenden verschafft Ihnen Einblicke in aktuelle Forschungsfragen, eröffnet Zugang zu einem fachlichen Netzwerk und bietet Orientierung für Ihre eigene Professionalisierung.
Aufbauend auf den empirischen Untersuchungen Ihres Projektbands oder zu einem selbstgewählten, individuell abgestimmtem Thema können Sie sich im Rahmen einer Masterarbeit in der Didaktik der Mathematik vertiefen.
Dabei entwickeln Sie eine präzise Fragestellung, die Sie mithilfe qualitativer oder quantitativer Forschungsmethoden systematisch bearbeiten – etwa durch Unterrichtsinterventionen, Interviews mit Lehrkräften und Lernenden, Fragebogenerhebungen oder Videostudien.
Sie planen Ihr Forschungsdesign in enger Abstimmung mit einer fachdidaktischen Betreuerin bzw. einem Betreuer, führen Datenerhebung und -analyse eigenständig durch und reflektieren Ihre Ergebnisse im Kontext aktueller Theorien der Mathematikdidaktik.
Wenn Sie die Masterarbeit im Rahmen des Mitwirkens in einem der Angebote der Matr:iks schreiben, tragen Sie zu nicht nur zur Professionalisierung Ihrer eigenen Unterrichtspraxis bei, sondern liefern zugleich wichtige Impulse für die Entwicklung innovativer Lehr- und Lernkonzepte im Fach Mathematik.