Die Parksituation an der Technische Universität Braunschweig hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verschlechtert. Auslastungsanalysen zeigen mittlerweile eine erhebliche Fremd- und Dauerbelegung der universitätseigenen Stellflächen – teilweise von bis zu 70 Prozent.
Parallel dazu hat die Stadt Braunschweig die Parkraumbewirtschaftung im Bereich der Okerumflut ausgeweitet und auf öffentlichen Flächen des Zentralcampus kostenpflichtige und zeitlich begrenzte Parkzonen eingeführt. Durch hohe Parkgebühren auf vielen städtischen Flächen ist der Anreiz gestiegen, auf bislang kostenfrei nutzbare TU-Parkplätze auszuweichen. Die Folge: Hochschulmitglieder müssen lange nach einem Parkplatz suchen, weite Fußwege in Kauf nehmen oder finden gar keinen Stellplatz mehr.
Vor diesem Hintergrund führt die TU ein neues Parkraumkonzept ein, das den bevorzugten Zugang zu den universitätseigenen Parkflächen sicherstellt und den Parkdruck nachhaltig reduziert. Ziel ist es, Hochschulmitgliedern eine verlässliche und planbare Nutzung der vorhandenen Stellflächen zu ermöglichen und gleichzeitig zu verhindern, dass sie auf kostenpflichtige städtische Parkzonen ausweichen müssen.
Kern des neuen Systems ist eine digitale Registrierung über das TU-Online-Portal. Studierende und Mitarbeitende legen dort einen persönlichen Account an, hinterlegen ihr Kennzeichen und können anschließend zwischen einem Tages- oder Monatsticket wählen.
Mehr zum Parken für Hochschulmitglieder Zur Registrierung im Onlineportal
Das Tagesticket kostet 3,50 Euro, das Monatsticket 10 Euro. Buchung, Bezahlung, Verlängerung und Verwaltung der Fahrzeuge erfolgen vollständig digital.
Pro Account können mehrere Fahrzeuge hinterlegt werden. Dabei darf jeweils nur eines der Fahrzeuge gleichzeitig auf TU-Parkflächen abgestellt sein. Die Parkberechtigung gilt für sämtliche TU-Parkplätze ohne zonale Einschränkung; ein Wechsel zwischen verschiedenen Flächen ist auch mehrmals täglich möglich. Das dauerhafte Abstellen von Fahrzeugen ist hingegen nicht gestattet – die Nutzung ist ausschließlich für Studien- und Dienstzwecke vorgesehen.
Technisch basiert das Konzept auf einer kameragestützten Kennzeichenerfassung. An den Zufahrten zu den Parkflächen installierte, hochauflösende Kameras erfassen bei Ein- und Ausfahrt das Kennzeichen eines Fahrzeugs. Mithilfe von OCR-Technologie (Optical Character Recognition) wird dieses automatisch mit der zentralen Ticketdatenbank abgeglichen.
Liegt eine gültige Parkberechtigung vor, wird lediglich ein Zeitstempel mit Standort gespeichert. Besteht keine Registrierung oder liegt ein Verstoß gegen die Nutzungsordnung vor, wird automatisiert ein entsprechender Verstoßdatensatz erzeugt. Auf diese Weise kann die Einhaltung der Regelungen effizient und mit geringem Personalaufwand kontrolliert werden.
Dem Datenschutz kommt dabei höchste Priorität zu. Sämtliche Daten werden pseudonymisiert und verschlüsselt verarbeitet. Bewegungsprofile werden nicht erstellt. Liegen keine Verstöße vor, werden die erfassten Daten unmittelbar nach Abschluss des Parkvorgangs gelöscht. Die Aufbewahrungsfristen richten sich strikt nach den gesetzlichen Vorgaben.
Mit dem neuen Parkraumkonzept schafft die TU die Grundlage für eine gerechte, wirtschaftliche und zukunftsfähige Nutzung der Parkflächen – damit Hochschulangehörige wieder zuverlässig einen Stellplatz finden.
Die Einführung des neuen Systems erfolgt schrittweise. Ab April 2026 ist eine Pilotphase auf zentralen Campusflächen geplant. Begleitend wird eine Informationskampagne gestartet, die über Registrierung, Nutzung und datenschutzrechtliche Aspekte informiert. Nach erfolgreicher Inbetriebnahme am Zentralcampus, ist eine Ausweitung auf das gesamte Campusnetz vorgesehen.
Die Kameras wurden bereits installiert. Im April startet der Probebetrieb auf dem Hauptcampus. Ab diesem Zeitpunkt ist es auch möglich ein Nutzerkonto auf dem Online-Portal anzulegen und sein Fahrzeug zu registireren.
Details zur Registrierung für Hochschulmitglieder und Informationen zur Gästeverwaltung folgen in Kürze.