Zellkulturen sind sehr wertvolle Modelle. Sie erlauben es, einzelne Mechanismen genau zu untersuchen und viele Tierversuche zu vermeiden. Manche Fragen betreffen jedoch das Zusammenspiel ganzer Hirnnetzwerke, Entwicklungsverläufe, Lernen, Gedächtnis und Verhalten. Diese Prozesse können derzeit nicht vollständig in Zellkulturen oder Organoiden nachgebildet werden.
In unserer Forschung werden vor allem Mausmodelle verwendet. Mäuse ermöglichen es, genetische Veränderungen, Entwicklungsprozesse, Hirnfunktion und Verhalten in einem lebenden Organismus zu untersuchen. Sie werden nur eingesetzt, wenn die wissenschaftliche Fragestellung nicht mit Alternativmethoden beantwortet werden kann.
Die Tiere werden regelmäßig kontrolliert. Für jedes Projekt gibt es klare Kriterien, wann Maßnahmen ergriffen werden müssen. Dazu gehören tierärztliche Versorgung, Schmerztherapie oder -– falls notwendig -– das vorzeitige Beenden eines Versuchs. Diese sogenannten Humane Endpoints dienen dazu, unnötiges Leiden zu verhindern.
Ja. Wir nutzen komplexe Zellkulturmodelle, organoidbasierte Ansätze, moderne Bildgebung und umfassende Auswertungen, um Tierversuche zu ersetzen oder zu reduzieren. Das 3R-Prinzip ist fester Bestandteil unserer Versuchsplanung.
Der Hippocampus ist eine Hirnregion, die für Lernen und Gedächtnis besonders wichtig ist. Viele Entwicklungs- und Entzündungsprozesse im Gehirn wirken sich auf synaptische Plastizität im Hippocampus aus. Deshalb ist diese Region besonders geeignet, um Zusammenhänge zwischen Zellveränderungen, Netzwerken und Verhalten zu untersuchen.