TU BRAUNSCHWEIG

Wintersemester 2016/17

Montag, 12.12., 18.30 Uhr
PK 4.3.
TU Altgebäude, Pockelsstr. 4

Selbst gemacht und selbst gefällig? Medienkompetenz und Mediennutzung im Zeitalter der neuen Medien


Es diskutieren:

Susann Kohout, Braunschweig
Nina Wicke, Braunschweig
Helga Hansen, Hannover

Die Medienlandschaft hat sich in den letzten 30 Jahren stark verändert. Durch neue Medien, speziell Soziale Netzwerkseiten, ist ein (teil-)öffentliches Publizieren von Inhalten und Meinungen nicht mehr ausschließlich Journalisten vorbehalten: Jeder kann vom Rezipient zum Produzent werden und Inhalte publizieren, die zunehmende Reichweite haben. Welche Konsequenzen hat das?
Welche kommunikativen Muster weisen Phänomene wie Shitstorms und Abwertungsspiralen auf? Welche Möglichkeiten der Erzeugung von Gegenöffentlichkeiten und von Widerstand bieten die Neuen Medien? Inwiefern ist Medienkompetenz im Umgang mit Neuen Medien notwendig?


Susann Kohout ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Kommunikations- und Medienwissenschaften, Leitung Prof. Dr. Monika Taddicken, TU Braunschweig. Im Rahmen ihres Dissertationsprojekts "Digitale Emotionen – Der Einfluss von Emotionen auf Netzkommunikation und dessen Empfangende" befasst sich Susann Kohout mit Emotionen und Emotionalisierungsprozessen in der Anschluss- und Netzkommunikation. Zuvor hat sie sich mit den Effekten der Benutzung von Smartphones auf das Befinden der NutzerInnen beschäftigt.

Nina Wicke ist ebenfalls wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Kommunikations- und Medienwissenschaften. Ihr Dissertationsvorhaben untersucht Erwartungen an und Bewertungen von (Online-)Informationsnutzung und -suche. In ihrer Masterarbeit hat sie sich empirisch mit dem Medien- und Kommunikationshandeln Studierender während eines Auslandsaufenthaltes beschäftigt.

Helga Hansen ist Diplomingenieurin (FH) in Biotechnologie und hält einen Master of Science in Biochemie. Zuvor war sie Koordinatorin des fiMINT-Projekts, das die Stärkung der Präsenz von Frauen in den MINT-Fächern zum Ziel hat. Redakteurin des deutschsprachigen Make Magazins. Sie schreibt und bloggt seit mehreren Jahren zu Feminismus, Politik und Technik.





Mo., 14.11., 18.30 Uhr
PK 4.3.
TU Altgebäude, Pockelsstraße 4

Big Brother liest mit: Informationstechnologie zwischen Überwachungsstaat und gesellschaftlichem Nutzen

Vortrag: Prof. Dr. Michael Strube, HITS Heidelberg

Moderation: Annette Bartsch

Natural Language Processing (NLP) ist ein wachsendes Forschungs- und Technologiefeld innerhalb der Computerlinguistik. Die Anwendungen gehen von individuell verwendbaren Lösungen wie dem elektronischen Diktat durch Spracherkennung bis hin zur maschinellen Auswertung großer Textmengen – in Zukunft auch gesprochener Sprache, z.B. für Suchmaschinen und elektronische Assistenten.Elektronische Sprachanalyse könnte z.B. eine Hilfe für Gehörlose sein, sie könnte aber auch die von Großkonzernen oder Nachrichtendiensten ausgewertete Datenmenge erheblich vergrößern.
Wie groß ist der mögliche Nutzen, welches sind die Gefahren? Prof. Dr. Michael Strube ist ein ausgewiesener Spezialist auf dem Feld des NLP.

Michael Strube ist Leiter der Natural Language Processing (NLP) Gruppe und stellvertretender Institutssprecher des Heidelberger Institut für Theoretische Studien sowie Honorarprofessor am Institut für Computerlinguistik der Universität Heidelberg. Seine Forschung konzentriert sich vor allem auf die automatische Verarbeitung, das Verstehen und Erzeugen von Sprache. Er beschäftigt sich insbesondere mit automatischen Textverstehen und dessen Anwendungen. Eines seiner Forschungsthemen gilt der Frage, inwieweit das Feld der Computerlinguistik für militärische Zwecke verwendbar ist. 2015 war Michael Strube Co-Vorsitzender des Programmkomitees der Konferenz der Association for Computational Linguistics in Peking.


Sommersemester 2016

Montag, 9. Mai 2016 18.30 Uhr
Hörsaal PK 4.3., TU-Altgebäude, Pockelsstraße 4


Frisst die Informations- und Kommunikationstechnik ihre Kinder? - Technikentwicklung und Verantwortung

Es diskutieren:
Prof. Dr. Hans-Jörg Kreowski, Universität Bremen
Prof. Dr. Wolf-Tilo Balke, Technische Universität Braunschweig

In steigendem Maße wird unser Leben durch Informations- und Kommunikationstechnologien bestimmt. Der Allgemeinheit ist selten bekannt, wie sie funktionieren. Algorithmen, z.B. in Suchmaschinen, in Finanz- oder Vermittlungsagenturen basieren zudem auf Vorannahmen über die Menschen, die sie nutzen. Diese wissen oft nur vage oder gar nicht, wie ihre Daten verarbeitet werden. Damit stellt sich die Frage, ob (bzw. wann) digitale Technik Ungleichheiten eher verstärkt oder eher ausgleicht. Jenseits der bekannten Probleme des Missbrauchs persönlicher Daten stellt sich an der Schwelle zur “Arbeitswelt 4.0” die Frage: Wie ist eine verantwortungsvolle Technik-Entwicklung möglich?

Prof. Dr. Hans-Jörg Kreowski hat bis vor einem Jahr die Forschungsgruppe Theoretische Informatik des Fachbereichs Mathematik und Informatik der Universität Bremen innerhalb des Technologiezentrum Informatik und Informationstechnik geleitet. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit den ethischen Implikationen von Technikentwicklung u.a. im Bereich Sicherheits- und Militärtechnologie. Er ist Vorstandsmitglied des FIfF (Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung).

Vortragsfolien

Prof. Dr. Wolf-Tilo Balke leitet das Institut für Informationssysteme der TU Braunschweig. Er beschäftigt sich als Informatiker mit Spezialisierung in Datenbanken und Informationssystemen u.a. mit nutzerorientierter Entwicklung von Informationssystemen und digitalen Bibliotheken.

Vortragsfolien

Links zu zwei alternativen Suchmaschinen finden Sie in der Linkssammlung der Abteilung Pharmaiegeschichte.

Mittwoch, 20. April 2016, 18.30 Uhr
Hörsaal PK 4.3., TU-Altgebäude, Pockelsstraße 4

30 Jahre nach Tschernobyl – und kein Ende der Katastrophe

Vortrag von:
Anna Fitseva und Dr. Angelika Claußen

Im Herbst 2015 schlug unerwartet der Strahlen-Detektor eines Kernkraftwerks an, als ein Besucher die Schranke passierte. Er hatte Wildschwein-Braten aus dem Böhmerwald im deutsch-tschechischen Grenzgebiet verzehrt.  In dieser Gegend sind – wie in vielen anderen – Pilze und Wild mit radioaktivem Cäsium belastet, teilweise so stark, dass von ihrem Verzehr abgeraten wird.

Die Folgen des Unglücks sind in der Gegend um Tschernobyl nach wie vor zu spüren. Von den Verantwortlichen wurden Ausmaß und Folgen meist heruntergespielt. Aber auch in Deutschland sind 30 Jahre nach Tschernobyl und fünf Jahre nach Fukushima die langfristigen Folgen einer atomaren Kernschmelze immer noch nicht ausreichend bekannt.

Die Zeitzeugin Anna Fitseva, die 1986 im weißrussischen Gomel-Gebiet lebte, das besonders stark von den Auswirkungen betroffen ist, wird über das Leben während und nach der Tschernobyl-Katastrophe in Weißrussland berichten. Dr. med. Angelika Claußen ist Mitglied der IPPNW  (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges – Ärzte in sozialer Verantwortung). Sie war lange Zeit Vorsitzende der deutscher Sektion und ist seit zwei Jahren Vorsitzende der Sektion Europa. Sie wird Ergebnisse wissenschaftlicher Studien zu den langfristigen gesundheitlichen Folgen der Katastrophe in Europa präsentieren.

Flyer und Plakat zum Herunterladen.

NEU: Beiträge von Radio Okerwelle zur Veranstaltung:

Bericht von Radio Okerwelle über den 26.4. 1986 und Braunschweig

Interview mit Bettina Wahrig auf Radio Okerwelle  am 18.4. 2016


Wintersemester 2015/16

Montag, 7. Dezember 2015, 18.30 Uhr
Hörsaal SN 19.4, TU-Altgebäude, Pockelsstraße 4

Ethik der Forschung - Vorhersagen, Transparenz und Vertrauen. Die Figur des wissenschaftlichen Experten an der Schwelle von Wissenschaft und Politik.

Vortrag von:
Prof. Dr. Martin Carrier, Universität Bielefeld

Gesellschaftliche Kontroversen über wissenschaftliche und technische Projekte - z. B. Fracking, Atomkraft oder Klimapolitik - beziehen sich oft implizit oder explizit auf Werte. Diese Werte müssen ausgehandelt werden. Welche Rolle spielen hier Wissenschaftler_innen, die z. B. im Auftrag einer Behörde oder eines Unternehmens Feststellungen treffen sollen? Welche persönliche Verantwortung hat ein Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin als Mitglied der Scientific Community? Gilt es zu trennen zwischen der Rolle als Wissenschaftler_in und derjenigen als Bürger_in? Wer handelt in der gesellschaft Werte aus? Was sind die strukturellen Bedingungen für Konflikte und Ausshandlungsprozesse in unserer Gesellschaft?

Prof. Dr. Martin Carrier forscht über die Figur des Wissenschaftlichen Experten an der Grenze zwischen Wissenschaft und Politik, und eines der Themen ist dabei, welche besonderen Standards für die Qualität von Expertenempfehlungen einschlägig sind. Wir haben ihn gebeten, zu diesen Fragen anhand seiner Forschungen zur Rolle der deutschen Strahlenschutzkommission in der Politikberatung Stellung zu nehmen.
 
Prof. Dr. Martin Carrier lehrt Philosophie an der Universität Bielefeld. Seine Forschungen betreffen ein breites Feld von wissenschaftsphilosophischen und wissenschaftshistorischen Fragestellungen. Er ist Leibniz-Preisträger und Mitglied zahlreicher Akademien, u. a. der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz.


  aktualisiert am 05.12.2016
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