Exkursion am PVZ im Rahmen der PhAT-Tagung 2026

Im Rahmen der 61. Arbeitstagung der pharmazeutischen und veterinärmedizinischen Überwachungskräfte sowie der wissenschaftlichen Beschäftigten der Arzneimitteluntersuchungsstellen der Länder (PhAT) 2026 erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in das PVZ und seine vielfältigen Möglichkeiten für Forschung, Innovation und Technologietransfer.

Im Rahmen der 61. Arbeitstagung der pharmazeutischen und veterinärmedizinischen Überwachungskräfte sowie der wissenschaftlichen Beschäftigten der Arzneimitteluntersuchungsstellen der Länder (PhAT) 2026 erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in das PVZ und seine vielfältigen Möglichkeiten für Forschung, Innovation und Technologietransfer. Nach der Begrüßung durch Prof. Heike Bunjes stellten Emanuela Montefrancesco, Carsten Schilde und Thomas Koller das PVZ vor. Dabei wurde deutlich, wie das Zentrum in die zentralen Forschungsschwerpunkte der Technischen Universität, sowie in das regionale Innovations- und Biotechnologie-Ökosystem eingebunden ist. Ein besonderer Fokus lag auf der Verbindung von:

  • künstlicher Intelligenz und digitalen Methoden,
  • wissenschaftlichem Prozessverständnis,
  • Projekten, die pharmazeutische Forschung in die klinische Anwendung bringen,
  • Kooperationen mit Industriepartnern und Forschungseinrichtungen.

Die anschließende Führung umfasste mehrere zentrale Bereiche des PVZs. Im bioverfahrenstechnischen Technikum wurden die biotechnologischen Möglichkeiten des PVZ veranschaulicht. Im Mittelpunkt standen gentechnisch veränderte Mikroorganismen, mit denen pharmazeutische Wirkstoffe im Maßstab von wenigen Mikrolitern bis hin zu 100 Liter Pilotbioreaktor hergestellt werden können. Diese erlauben verschiedene Wirkstoffe wie Antibiotika, Biologika (wie Antikörper oder Insulin) sowie RNA (wie sie in COVID-19-Impfstoffen eingesetzt wird) herzustellen. Von der Kultivierung im Bioreaktor über die Zellabtrennung mittels Tellerseparator bis hin zur Aufreinigung der Wirkstoffe konnten die Teilnehmenden zentrale Prozessschritte nachvollziehen.

Die Forschung in diesem Bereich erfordert viel moderne Messtechnik, die ebenfalls Thema der Führung war. Thermodynamische Modelle und verlässliche, experimentell bestimmte Stoffdaten bilden dabei eine wichtige Grundlage für die Auslegung, Simulation und Optimierung biotechnologischer Prozesse. Sie ermöglichen unter anderem die Bewertung von Wärmeleitfähigkeit, Diffusionsverhalten und Benetzungseigenschaften sowie die Auswahl geeigneter Betriebsbedingungen und Trennverfahren. Im Bereich bildgebender Verfahren wurden die Elektronenmikroskopie und Rasterkraftmikroskopie vorgestellt.

Für eine Arzneiform reicht jedoch nicht die Herstellung des Wirkstoffs, sondern es erfordert die Herstellung einer Form, die eingenommen oder verabreicht werden kann. Im Formulierungstechnikum des PVZs konnten die Besucher die gesamte Prozesskette zur Formulierung fester Arzneiformen im Labor- und Technikumsmaßstab in Augenschein nehmen. Insbesondere die Herstellung von Tabletten wurde präsentiert, wobei nicht nur die klassischen Prozesse des Mischens, Granulierens und Trocknens bis zum Tablettieren und Filmcoating vorgestellt wurden, sondern auch innovative und kontinuierliche Verfahren wie die Schmelzextrusion zur Untersuchung der Herstellung von wirkstoffhaltigem 3D-Druck Filament, das der Herstellung individueller Arzneimittel dient.

Der Einblick in die Herstellung und Formulierung von Arzneistoffen wurde komplettiert durch eine Besichtigung der Laboratorien des Instituts für Mikrotechnik (IMT), wo die Teilnehmenden die Entwicklung und Produktion mikrofluidischer Systeme nachvollziehen konnten. Die Anwendung dieser Systeme zur präklinischen Testung von Arzneistoffen wurde in den benachbarten Laboratorien des Instituts für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie (IPhTB) veranschaulicht. Den Teilnehmenden wurde hier die Möglichkeit und Bedeutung dieser Testsysteme zur Verringerung der Anzahl notwendiger Tierversuche während der Arzneimittelentwicklung vermittelt.  

Vielen Dank an alle Beteiligten für die spannenden Einblicke und den gelungenen Austausch!