Der VeränderungsMacher*in ist ein praxisnahes und wissenschaftlich begleitetes Weiterbildungsformat, das Beschäftigte dabei unterstützt, Transformationsprozesse in ihren Unternehmen aktiv mitzugestalten. Im Unterschied zu klassischen Weiterbildungsformaten verbindet das Konzept Kompetenzaufbau mit konkreter Anwendung im eigenen Arbeitskontext: Die Teilnehmenden qualifizieren sich über einen Zeitraum von ca. sechs Monaten als Mitgestalter:innen von Veränderung und entwickeln dabei eigene Transferprojekte für ihre Organisation.
Organisationen stehen heute zugleich vor tiefgreifenden technologischen, ökologischen, wirtschaftlichen und demografischen Veränderungen. Digitalisierung, Dekarbonisierung, Deglobalisierung und demografische Veränderungen prägen die aktuelle Transformationsdynamik. Der VeränderungsMacher:in setzt an dieser komplexen Ausgangslage an und verknüpft Personalentwicklung mit konkreter Organisationsentwicklung: Die Teilnehmenden bauen gezielt Kompetenzen für Veränderungsprozesse auf und übertragen diese unmittelbar in betriebliche Projekte (Kauffeld & Berg, 2025).
Ziel des Formats ist es, Beschäftigte dazu zu befähigen, Veränderung nicht nur zu verstehen, sondern sie im eigenen Arbeitskontext aktiv, konstruktiv und nachhaltig mitzugestalten. Im Mittelpunkt stehen dabei Perspektivwechsel, konstruktive Kommunikation, ein produktiver Umgang mit Unsicherheit, der Einbezug von Betroffenen sowie die Entwicklung und Umsetzung tragfähiger Lösungen für die eigene Organisation.
Das Format richtet sich an Mitarbeitende, die Veränderung in ihrem Unternehmen aktiv voranbringen möchten. Es eignet sich besonders für Personen, die Verantwortung für konkrete Vorhaben übernehmen, Impulse setzen und Kolleg:innen in Veränderungsprozessen mitnehmen möchten – auch ohne formale Führungsverantwortung.
Im Rahmen der Weiterbildung werden die Teilnehmenden dazu befähigt, Veränderungen nicht nur zu begleiten, sondern sie praktisch umzusetzen. Sie lernen, Gestaltungsspielräume zu erkennen und zu nutzen, neue Perspektiven einzubringen und Veränderungsprozesse wirksam mitzugestalten.
Fünf aufeinander abgestimmte Module vermitteln praxisnahes Wissen sowie erprobte Methoden für die erfolgreiche Gestaltung von Veränderungsprozessen. Ein besonderer Fokus liegt auf dem nachhaltigen Transfer in den Arbeitsalltag: Durch ein organisationales Begleitprojekt sowie Coachingformate, wird die direkte Anwendung des Gelernten unterstützt.
Die Inhalte basieren auf wissenschaftlich fundierten Konzepten sowie auf Erkenntnissen aus bisherigen Trainingsdurchläufen. Im Zentrum der Qualifizierung stehen ein hoher Praxisbezug, das Lernen im eigenen Arbeitskontext und die enge Verzahnung mit einem konkreten, unternehmensrelevanten Veränderungsprojekt.
Im Rahmen der Vorbereitung nominieren interessierte Unternehmen Mitarbeitende, die intrinsisch motiviert sind und idealerweise bereits eine erste Idee für ein geeignetes Begleitprojekt mitbringen. Anschließend wird das Projekt konkretisiert, sodass bis zum Start des ersten Moduls eine greifbare Arbeitsgrundlage entsteht. Im Mittelpunkt stehen dabei die Analyse der Ausgangssituation, die Identifikation bestehender Herausforderungen sowie erste Überlegungen zu möglichen Lösungsansätzen.
Im Auftaktmodul werden bestehende Routinen hinterfragt und erste Veränderungsideen konkretisiert. Mit Methoden wie Design Thinking entstehen neue Perspektiven, Prototypen und erste Ansätze für die eigenen Transferprojekte. Der Austausch mit anderen Veränderungsmacher*innen fördert ein Netzwerk für unternehmensübergreifende Kollaboration.
Für das eigene Begleitprojekt bedeutet das: Die Ausgangsidee wird geschärft, aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und in erste konkrete Lösungsansätze übersetzt. So entsteht eine belastbare Grundlage, auf der das Projekt in den folgenden Modulen systematisch weiterentwickelt und in die Praxis überführt werden kann.
Dieses Modul richtet den Blick auf die psychologischen und sozialen Dynamiken von Wandel. Die Teilnehmenden lernen, mit Ambivalenz und Unsicherheit umzugehen, Veränderung konstruktiv zu kommunizieren und Beteiligung gezielt zu fördern, beispielsweise mittels der Motivational Interviewing Technik.
Für das eigene Begleitprojekt bedeutet das: Die Teilnehmenden erkennen mögliche Widerstände und unterschiedliche Interessen frühzeitig, können relevante Beteiligte und Betroffene gezielter einbinden und ihre Kommunikation auf die jeweilige Situation abstimmen. So schaffen sie Akzeptanz, stärken die Motivation und erhöhen die Chance, dass die Veränderung im Arbeitsalltag nachhaltig verankert wird.
In Modul 3 wird der Lernweg stärker an den jeweiligen Projekten ausgerichtet. Je nach Schwerpunkt vertiefen die Teilnehmenden passende Technologien, Methoden oder externe Impulse und entwickeln ihre Vorhaben entlang der konkreten Anforderungen weiter.
Für das eigene Begleitprojekt bedeutet das: Die Teilnehmenden erhalten genau die fachlichen und methodischen Impulse, die sie für den nächsten Entwicklungsschritt benötigen. Dadurch können sie ihre Lösungsansätze fundierter ausarbeiten, auf ihre Praxistauglichkeit prüfen und das Projekt gezielt in Richtung Umsetzung weiterentwickeln.
Im vierten Modul geht es um die Frage, wie Veränderung im Arbeitsalltag lebendig bleibt. Behandelt werden informelle Lernstrukturen, teambezogene Wissensweitergabe, kurze Reflexionsschleifen und Formate, mit denen Kolleg*innen beim Lernen und Umsetzen unterstützt werden. Ziel des Moduls ist es, dass die Teilnehmenden basierend auf den Impulsen ein Schulungskonzept im Rahmen des Begleitprojekts entwickeln.
Für das eigene Begleitprojekt bedeutet das: Die Teilnehmenden entwickeln konkrete Ansätze, um Wissen zu teilen, Erfahrungen regelmäßig auszuwerten und Kolleg:innen aktiv in den Veränderungsprozess einzubeziehen. So wird das Projekt nicht als einmalige Initiative verstanden, sondern Schritt für Schritt in bestehende Arbeitsabläufe und Lernprozesse integriert.
Zum Abschluss werden Ergebnisse sichtbar gemacht, präsentiert und gemeinsam reflektiert. Dadurch werden Erfahrungen gesichert, Best Practice Beispiele geteilt und Impulse für eine längerfristige Veränderungskultur gesetzt.
Für das eigene Begleitprojekt bedeutet das: Die Teilnehmenden machen Fortschritte und Wirkungen nachvollziehbar, erhalten wertvolles Feedback und leiten konkrete nächste Schritte ab. So wird das Projekt feierlich abgeschlossen und als Ausgangspunkt für weitere Entwicklungen und Projekte genutzt.
Die Transferbegleitung im VeränderungsMacher*in verbindet individuelle Coachingangebote, kollegiale Fallberatung und eine kontinuierliche digitale Begleitung. Ziel ist es, die Inhalte der Qualifizierung nicht nur zu vermitteln, sondern ihre Umsetzung im eigenen Veränderungsprojekt gezielt zu unterstützen und voranzutreiben. Der Transfer wird so direkt in die Qualifizierung integriert. Gleichzeitig fördert die Transferbegleitung die individuelle Entwicklung der Teilnehmenden in ihrer Rolle als VeränderungsMacher*in und trägt dazu bei, Lernerfahrungen nachhaltig im Arbeitsalltag zu verankern.
Je nach Forschungsprojekt werden die Transferformate um spezifische Elemente ergänzt, die auf die jeweiligen inhaltlichen Schwerpunkte und organisationalen Rahmenbedingungen abgestimmt sind. So entsteht eine flexible Begleitstruktur, die sowohl individuelle Lernprozesse als auch den kollegialen Austausch fördert.
Die Unterstützung durch Führungskräfte ist für den Erfolg der Begleitprojekte besonders wichtig. Daher werden sie aktiv in den Qualifizierungsprozess einbezogen. Dies kann beispielsweise durch die Teilnahme an Projektabsprachen mit dem Trainer*innenteam oder durch separate, bedarfsorientierte Workshops erfolgen. Ziel ist es, die Führungskräfte dazu zu befähigen, die VeränderungsMacher*innen im Prozess bestmöglich zu unterstützen. Im Mittelpunkt stehen dabei konkrete Unterstützungsmöglichkeiten sowie geeignete Gesprächstechniken, etwa die motivierende Gesprächsführung für Führungskräfte.
„Die Weiterbildung zum Veränderungsmacher hat uns richtig gute Impulse gegeben, um Veränderungsprozesse strukturiert und wirksam im Unternehmen anzugehen. Vor allem haben wir mitgenommen, wie entscheidend es ist, Mitarbeitende aktiv einzubinden, um Veränderungen gemeinsam zu gestalten. Besonders stark fanden wir die Mischung aus Lernen und Praxisbezug, wo wir die gelernten Methoden, wie z. B. die MI-Techniken, im Alltag direkt anwenden und weiterentwickeln konnten.“
„In dieser Qualifizierung lernst du, wie du Ideen in die Umsetzung bringst und Veränderung aktiv in deinem Unternehmen gestaltest. Lerne unter anderem, wie du Widerstände identifizierst, verstehst und mit motivierender Gesprächsführung gezielt auflöst. So entsteht neben Wissen auch ein praktischer Werkzeugkasten für den Arbeitsalltag.“
Die Qualifizierung VeränderungsMacher*in ist aus einem klaren Bedarf heraus entstanden: Unternehmen stehen vor tiefgreifenden Transformationsprozessen und benötigen Mitarbeitende, die Veränderungen aktiv mitgestalten können. Einen wichtigen Impuls hierfür lieferte der Strategiedialog Niedersachsen im Jahr 2019. Ziel war es, den Automobilstandort Niedersachsen zu stärken, Fachkräfte zu sichern und Transformationsprozesse aktiv zu begleiten. Vor diesem Hintergrund entstand das Konzept VeränderungsMacher*in aus der Innovatorenrunde "Arbeit und Qualifizierung". Ein erster Pilot wurde von Univ.-Prof. Simone Kauffeld über die 4A-SIDE GmbH in Kooperation mit der Demografieagentur für die Wirtschaft GmbH realisiert und wissenschaftlich begleitet.
Um die Qualifizierung kontinuierlich weiterzuentwickeln, wurde sie in mehreren Forschungsprojekten weiterentwickelt und erprobt – sowohl strukturell als auch inhaltlich: im Projekt ROBUST (gefördert durch das BMBF) mit Fokus auf Wertschöpfungsnetzwerke, im Projekt KREIS (gefördert durch das BMFTR) mit Fokus auf Automatisierung sowie im Projekt MIAMy (gefördert durch das BMWE) mit Schwerpunkt Künstliche Intelligenz. Aus dieser engen Einbindung in Forschungsprojekte sind zudem ergänzende Formate und Bausteine entstanden: Im Rahmen von ROBUST wurde ein Führungskräftebegleitprogramm entwickelt, aus MIAMy ging ein Expert*innenformat sowie Projekt- und Netzwerkcoachings hervor und durch KREIS wurde ein digitales Trainingstool integriert und evaluiert. Die enge Verzahnung von Forschung und Praxis ermöglicht es, aktuelle Herausforderungen gezielt aufzugreifen und die Qualifizierung fortlaufend weiterzuentwickeln.
Niedersachsen soll auch in Zukunft ein Autoland sein (24.11.2021; Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung)
Wirksamkeit steht im Zentrum der Qualifizierung VeränderungsMacher*in. Deshalb setzen wir auf einen innovativen, wissenschaftlich fundierten Evaluationsansatz, der verschiedene Datenquellen kombiniert – darunter Befragungen (Selbst- und Fremdeinschätzungen), Interviews sowie begleitende Analysen von Lern- und Transferprozessen.
Im Sinne einer integrierten Evaluation verbinden wir ergebnis-, prozess- und entwicklungsorientierte Evaluation: Wir erfassen nicht nur, ob sich Kompetenzen, Einstellungen oder Verhaltensweisen verändern, sondern auch, wie diese Veränderungen entstehen und welche Faktoren sie fördern oder hemmen. Gleichzeitig erhalten die Teilnehmenden auf Basis der fortlaufend erhobenen Daten individuelles Entwicklungsfeedback, das sie direkt in ihrem Lern- und Arbeitsprozess unterstützt. Hierbei setzen wir auch digitale Methoden ein, die wir im Rahmen von Forschungsprojekten fortlaufend weiterentwickeln konnten.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Vermeidung von Transferlücken – also der Herausforderung, Gelerntes nachhaltig in den Arbeitsalltag zu überführen. Durch die kontinuierliche Evaluation, gezielte Transferimpulse und die Analyse von Rahmenbedingungen in den Unternehmen wird sichergestellt, dass Lernen wirksam wird und Veränderungsprozesse tatsächlich angestoßen werden.
Ein zusätzlicher Vorteil: Durch die Teilnahme an der Evaluation und die damit verbundene Einbettung in ein Forschungsprojekt, kann die Qualifizierung für Unternehmen kostenfrei angeboten werden.
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Im ersten Quartal 2027 bieten wir im Rahmen unserer Forschung einen kostenfreien Durchgang des VeränderungsMachers zum Thema Digitalisierung an. Um weitere Informationen hierzu zu erhalten können Sie sich zu einem unverbindlichen Infotermin anmelden. Melden Sie sich über das Kontaktformular zu einem der folgenden Termine an:
Sollten Sie an einem Inhouse VeränderungsMacher (kostenpflichtig!) interessiert sein, wenden Sie sich bitte an Kauffeld & Lorenzo