Herzlichen Glückwunsch, Herr Doktor!

Der Lehrstuhl gratuliert Hannes Schilling herzlich zur erfolgreichen Verteidigung seiner Dissertation. Nach Abschluss der Promotion wird er seine Tätigkeit am Lehrstuhl in seiner neuen Rolle als Postdoktorand fortsetzen.

In seiner Dissertation geht Hannes Schilling der Frage nach, wie Studierende erfolgreich in ihr Studium integriert werden können und wie Hochschulen Studienabbrüchen wirksam begegnen können. Die Arbeit zeigt überzeugend, wie Defizite in der Studierendenintegration und früher Studienabbruch durch gezielte digitale Onboarding-Interventionen und -Instrumente adressiert werden können. Zudem werden die langfristig positiven Effekte von Career Calling, Career Decidedness und Career Exploration in der frühen Übergangsphase von der Schule zur Hochschule herausgearbeitet.

Zentrale Ergebnisse der Dissertation:

  • Die langfristigen Effekte früher berufsbezogener Konstrukte werden im Zusammenhang mit Studierendenintegration und Studienabbruch bislang unterschätzt. Career Calling, Career Decidedness und Career Exploration wirken sich beim Übergang von der Schule zur Hochschule positiv auf Studienmotivation, studienbezogene Einstellungen, Studienverhalten sowie psychologische Ressourcen aus. Gleichzeitig stehen sie in unterschiedlichen positiven und negativen Zusammenhängen mit verschiedenen Formen des Studienabbruchs, darunter Abbruchintentionen und Studienfachwechsel.
  • Die Forschung zu frühen Unterstützungsmaßnahmen für Studierende – insbesondere zu digitalen Angeboten – weist bislang eine geringe theoretische Fundierung sowie unzureichende Wirksamkeitsevaluationen auf. Zur Schließung dieser Lücke werden drei neue Phasen des hochschulischen Onboardings eingeführt: die Preboarding-Phase, die Orientierungsphase und die Integrationsphase. Diese ermöglichen eine gezielte und evaluierbare Gestaltung digitaler Unterstützungsmaßnahmen.
  • Digitale Onboarding-Tools lassen sich mit vergleichsweise geringem technischem Aufwand an Hochschulen umsetzen. Sie tragen dazu bei, die Informiertheit von Studierenden sowie deren studienbezogene Selbstwirksamkeit zu erhöhen und die Abbruchintention zu reduzieren.
  • Bestehende Modelle zur Studierendenintegration und zum Studienabbruch bilden diese Prozesse nur unvollständig ab. Die Arbeit plädiert für eine stärkere Verknüpfung psychologischer Karriereforschung mit erziehungswissenschaftlicher Forschung, um ein umfassenderes Verständnis zu ermöglichen.

Die Dissertation entstand im Rahmen des Projekts D1RECTIONS (2021–2024), gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Im Projekt wurden die Wirksamkeit eines digitalen Onboarding-Tools sowie von Gruppencoaching-Angeboten untersucht.

Mit seiner Arbeit leistet Hannes Schilling einen wichtigen Beitrag zur theoretischen Verbindung von Karriere- und Bildungsforschung und gibt zugleich wertvolle Impulse für Studienberatung, Bildungspolitik und Programme zur Studierendenunterstützung.

Ein besonderer Dank gilt den Mitgliedern der Prüfungskommission: Prof. Dr. Mark Vollrath (Technische Universität Braunschweig) und Prof. Dr. Eva Jonas (Universität Salzburg).